Lindenberg im Allgäu in alten Ansichten Band 1

Lindenberg im Allgäu in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Günter Fichter
Gemeente
:   Lindenberg im Allgäu
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5353-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lindenberg im Allgäu in alten Ansichten Band 1'

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VORWORT

Bilder aus der Geschichte eines Ortes führen zurück in vergangene Zeiten. Sie sind wie kleine Fenster, die uns den Bliek auftun für Personen und längst versunkene Ereignisse, die für das Leben einer Gemeinde einmal wichtig waren. Der Mensch braucht die Rückschau und das Wissen, was einst war. Dies kann ihm helfen, sich in der Gegenwart, die so unstet und wechselhaft ist, besser zurechtzufinden.

So ist auch dieses kleine Ansichtenbuch gedacht, das Bilder aus der Vergangenheit Lindenbergs von 1880 bis in die Zeiten des Nationalsozialismus vorstellt. Für die Alteingesessenen möchte es einfach eine reizvolle Beschäftigung mit Alt-Lindenberg sein, für die zahlreichen Neubürger, die besonders nach dem Zweiten Weltkrieg zuwanderten, will es, auch wenn es dies nur unzulänglich kann, Wissen über die neue Heimat vermitteln und wennmöglich Zuneigung erwecken.

Lindenberg besitzt, auch wenn es auf den ersten Bliek oft nicht erkermbar ist, eine recht alte Geschichte. 857 bereits wird es in einer St. Galler Urkunde erstmals erwähnt, 1784 zum Markt und 1914 zur Stadt erhoben. Anders als im Falle Wangens oder lsnys haben wir es bei Lindenberg nicht mit einer über lange Zeit gewachsenen, aus dem Mittelalter überkommenen, geschlossenen Stadt zu tun. Statt Toren und Stadtmauern, statt festgefügter Häuserzeilen mit engen Gassen überwiegt die

ländliche Bauweise. Pferdehandel und Strohutherstellung, die jahrhundertlang in den Bauernhäusern abgewiekelt wurden, haben zunächst keine besonderen baulichen Akzente gesetzt. Erst die großen Fabrikbauten des späten 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts drückten dann auch im Ortsbild aus, was inzwischen an wirtschaftlicher Entwicklung in Lindenberg geschehen war.

Inzwischen ist leider vieles von dem, was für Lindenbergs Geschichte einmal signifikant war, einem übertriebenen Fortschrittsglauben und zum Teil falschen Modernisierungsversuchen zum Opfer gefallen. Das alte Benefiziatenhaus, verschiedene landwirtschaftliche Anwesen, alte Söldnerhäuser, Villen, Gasthäuser und vor allem zahlreiche Strohhutfabriken, die seit langem stillgelegt waren, wurden abgerissen. Auch hier können die Bilder des vorliegenden Buches eine Vorstellung davon erwecken, wie Lindenberg früher einmal aussah. Freilich mußte, um einen möglichst ausgewogenen Überblick über die in Frage kommenden Bereiche zu geben, eine harte Auswahl getroffen werden, zumal der Urntang des Buches ja von vornherein beschränkt war. Hunderte von Bildern galt es zu sondieren, um schließlich die schönsten, aussagckräftigstcn und trotzdem noch weniger bekannten herauszufinden.

Am Anfang des Buches zeigen Onsansichten und Pa-

noramabilder, welche bauliche Ausdehnung Lindenberg innerhalb weniger Jahrzehnte erfahren hat. Sodann folgen Ansichten aus dem kirchlichen und schulischen Leben, Bereiche, die den jungen Menschen als erste unter ihre Fittiche nehmen. Gerade hier ist, wenn man an den Neubau der Stadtpfarrkirche oder der Volksschule denkt, besonders viel an Entwicklung geschehen. Anschließend werden die zwei alten Lindenberger Winkel Antoniusplatz und Brennterwinkel vorgestellt. Die nächsten vier Bilder befassen sich mit der Lindenberger Eisenbahn, die einst als Jahrhundertereignis begrüßt wurde, heute aber schon längst wieder der Vergangenheit angehört. Beispiele öffentlicher Einrichtungen wie das Rathaus, das Rädlersche Elektrizitätswerk, das Krankenhaus und die Märkte folgen, ehe als nächster großer Teil Alt-Lindenberger Wirtshäuser von der ehemaligen stolzen Brauereien- und Gasthofsherrlichkeit zeugen. Die nächsten Bilder befassen sich mit der Landwirtschaft, die bis weit in unser Jahrhundert hinein neben der Hutindustrie der zweite wichtige Erwerbszweig der Lindenberger war. Exemplarisch für die vielen Hutfabriken, die es im alten Lindenberg gab, werden dann zum Teil heute noch existierende Hutbetriebe vorgestellt. Nicht zu kurz kommen auch die einzelnen Ortsfilialen; zusammen rnit einigen Bildern aus der NS-Zeit und einem Potpourri schöner Waldseeansichten bilden sie den

Schlußteil des Buches. Die verwendeten Bilder stammen hauptsächlich aus dem Stadtarchiv Lindenberg. Sie wurden aber ergänzt mit Ansichten aus privaten Alben. Hier habe ich insbesondere Kar! G. Staudter zu danken, der mir aus seiner umfangreichen Postkartensammlung besonders schöne Bilder zur Verfügung gestellt hat. Danken möchte ich aber auch Manfred Röhrl, dem Verwalter des Hutmuseums. sowie Paul Schneider und Herrmann Stoller, die mir neben einigen Bildern aus ihrem Privatalbum wertvolle Informationen zum Altiindenberger Leben geben konnten. Sie haben sich als sehr nützlich für die Texte erwiesen.

Die Arbeit an den Bildunterschriften hat mir besonders viel Freude gemacht. Es war mein Anliegen, sie als unterhaltsame, in sich geschlossene Geschichten zu formulieren, in die ich abwechselnd historische Fakten, kleine Episoden und Begebenheiten einarbeiten wollte.

So mag das Buch nun seinen Weg zu den Lesern finden. Wenn es mir gelungen ist , mit den alten Ansichten den Betrachter zu erfreuen und zu zeigen. wie Lindenberg einmal war, ist der Hauptzweck dieses Buches erfüllt.

Günter Fichter , Stadtarchivar

1. Lindenberg im Ailgäu, 762 Meter über Meereshöhe gelegen, liegt in einer breiten Talmulde des in nordöstlicher Richtung auslaufenden Pfänderrückens. Es ist seit 1784 Markt und seit 1914 Stadt. Die Gemeindeflur umfaßt in den zwanziger Jahren eine Fläche von 1 069 ha. 1921, im Jahr unserer Aufnahme, wohnen 5 242 Personen in Lindenberg. Die Stadt hat sich inzwischen baulich stark ausgedehnt. Quer zur Hauptverkehrsachse, die sich auf einer Länge von 4,5 Kilometer durch den Ort zieht, sind in den letzten Jahren zahlreiche Seitenstraßen entstanden. Aber noch immer stehen Gebäude wie die Stadtpfarrkirche St. Peter und Pa uI und die Hutfabrik Aurel Huber am Rande der Bebauung.

2. Fotograf Prinz aus Goßholz hat dieses älteste von Lindenberg erhaltene Ortsbild angefertigt. Der Markt besitzt damals noch weitgebend ländliche Züge mit entsprechend aufgelockerter Bebauung. Bauernhöfe scheinen das Ortsbild zu bestimmen. In Wirklichkeit aber arbeiten bereits über dreißig Strohhutbetriebe am Ort. Allerdings fehlen noch die großen Fabrikationsgebäude mit ihren Fabrikschloten. Kurz danach setzt in Lindenberg ein gewaltiger industrieller Aufschwung ein, so daß auch die Einwohnerzahl Jahr für Jahr zunimmt. 1885 wohnen in Lindenberg berelts 1 913 Menschen in 124 Haushalrungen.

3. Einen Gruß aus Lindenberg sendet diese Postkarte von G. Tetzloff, Conditor in Lindenberg, in die Welt hinaus. In zwei kleinen Detailbildern zeigt sie eine Frau in schwäbischer Tracht und den kleinen Filialort Goßholz. Das Hauptbild stellt recht naturgetreu den aufstrebenden Marktflecken kurz nach der Eröffnung der Eisenbahnlinie dar. Da die Postkarte aber bereits 1900 gelaufen ist, kann dieses Detail nicht stimmen. Ein Jahr später erst traf das erste Bähnle von Röthenbach in Lindenberg ein. Was mag unseren Postkartenmaler zu dem kleinen Schwindel veranlaßt haben? War es die Vorfreude auf die Eisenbahn mit all ihren Möglichkeiten? War es der Stolz auf den Heimatort, der mit diesern Symbol von Fortschritt und Technik in das neue Jahrhundert eintrat?

4.15. Lindenberg im Jahre 1926. Das Panoramabild zeigt die Stadt von Südwesten. An der Austraße, die am Sportplatz vcrbei in Richtung Waldsee führt, stehen nur wenige Häuser. Bis zur Stadtpfarrkirche hin dehnen sich damals noch die landwirtschaftlichen Felder aus.

Lindenberg.

Partie bei der Kirche.

6. 'Partie bei der Kirche' hat Eugen Felle aus Isny seine Postkartenzeichnung von 1904 genannt. Hier war früher der alte Dorfrnittelpunkt. Die ehemalige Pfarrkirche wird urkundlich erstmals 1340 erwähnt. Sie ist ursprünglich den Apoistein Petrus und Paulus geweiht, erhält aber im 18. Jahrhundert durch die Bemühungen Pfarrer Joharm Joseph Wettachs, der die Reliquien des Heiligen in Rom erwarb, den Namen Aureliuskirche. Neben dem Gotteshaus, wo heute die SandstraBe ihren Anfang nimmt, zeigt unser Bild den alten Marktstadel. der zugleich das erste Spritzenhaus der Gemeinde Lindenberg war. Auf der anderen Seite des Platzes steht noch die alte Schule von 1786.

7. Bis 1910 war es üblich, amtliche Bekanntmachungen an Sonn- und Feiertagen nach dem Hauptgottesdienst von der Treppe der Aureliuskirche vorzulesen. Um nun die Besucher des Hochamtes auf solche Kundgebungen aufrnerksam zu machen, war unter der Empore eine Glocke angebracht. Sobald der letzte Orgelton verklungen war und die Kirchgänger herausströrnten, ließ diese Glocke ihre Amtsstimme hören. Die Männer warteten dann draußen unterhalb der Treppe , während sich der Bürgermeister oder Amtsdiener vor dem Kirchenportal seiner Aufgabe entledigte.

8. Die Postkarte von 1913. eine Gesamtansicht Lindenbergs von Nordosten, wurde vom Götschebühl aus aufgenommen. Irn Vordergrund breitet sich das Gelände der ehemaligen Kiesgrube Prinz und KeIler aus. an der die Eiscnbahnstrecke Rörhenbach-Lindcnberg-Schcidegg vorbeiführt. Wir erkennen am Anfang der Hauptstraße auch den 'Allgäucr Hof', der später in 'Wildschützbar' umbenannt wurde und heute 'Café Bleifrci' heißt. Im Hintergrund steht bereits der Bau der neuen Stadtpfarrkirche, deren Hauptportal noch eingerüstet ist. Zwischen den Häusern ragen überall die Schlote der Hutfabriken hervor. Lindenberg ist zu einern Zentrum der deutschen Hutindustrie geworden.

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