Linsengericht in alten Ansichten

Linsengericht in alten Ansichten

Auteur
:   Dip.Ing. Otto Joh
Gemeente
:   Linsengericht
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5207-5
Pagina's
:   104
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Linsengericht in alten Ansichten'

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von OttoJoh

Europäische Bibliothek - Zaltbomrr,

D ISBN 90 288 5207 7/ crr

© 1991 Europäische Bibliothek - ZaltbommellNiederlande

Nachdruck und Vervielfältigungjeglicher Art von Bild und Text nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlegers.

EINLEITUNG

Linsengericht? - Der Fremde denkt bei Nennung dieses Namens gleich an eine echte ländliche Hausmannskost. Der Alteingesessene kermt sich mit diesem Namen schon etwas besser aus. Zumindest weiß er, daß dieser Name mit seiner Zweideutigkeit nur im weitesten Sinn mit dem eßbaren 'Linsengericht' in Verbindung gebracht werden kann. Jedenfalls kann der Wortteil 'Gericht' nicht mit der erwähnten Kost im Zusammenhang stehen, denn schon in dem Weistum von 1354 wird das Gericht Altenhaßlau als 'Freies Gericht des Heiligen Reiches' benannt. Demnach ein juristischer Begriff. Nach dieser Aufzeichnung der Rechtsgewohnheiten setzte sich diese Gerichtsbarkeit aus dem Zehntgraf und den Schöffen zusammen. Diese wurden in freier Wahl von den Märkern gewählt. Durch Übergabe von zwei weißen, aus HammeIleder gefertigten Handschuhen und einern im Sommer gewachsenen Haselstab, wurde der Zehntgraf und das Gericht durch 'den Herrn, der die Macht hat' in seinem Amt bestätigt. Der Zehntgraf mußte 'weder gegen Gold, noch gegen Silber, sondern nur mit dem Stabe, ein gerechter Richter sein und mit dem Schöffenrat, wie gewohnt und notwendig, Gericht halten und gebieten nach altem Brauch'. Der Wortteil 'Gericht' ist demnach ganz eindeutig geklärt, sodaß nur noch die 'Linsen' einer näheren Betrachtung zu unterziehen wären.

Linsen sind ein bekanntes Nahrungsmittel, das im feldmäßigen Anbau - besonders auch im späten Mittelalter -, für die Ernährung sehr wichtig war. Die kleine Frucht der Feldlinse muß also schon zu der Zeit des Altenhaßlauer Gerichtes ein wichtiger Ernährungsfaktor gewesen sein. Vielleicht haben die Märker auch nur wegen dem Linsenanbau seinerzeit das Altenhaßlauer Gericht als 'Linsengericht' bezeichnet, oder aber es kam nur in den Sprachgebrauch wegen der besseren Namensunterscheidung gegenüber dem Nachbarn Freigericht. Beide waren 'Freie Gerichte' und hatten eine gemeinsame Markgrenze. Daß in der Mark des Linsengerichtes ehemals Linsen angebaut wurden, ist durch die heute noch bekarmten Flurnamen, wie 'Linsenacker' und 'Linsenrain' überliefert. Eine weitere Deutung des Namens wird damit erklärt, daß für die kaiserliche Küche der ganz in der

Nähe liegenden Barbarossaburg zu Gelnhausen, eine bestimmte Menge Linsen aus der Gerichtsmark Altenhaßlau abzugeben war. Noch heute heißt es aber auch, daß das Gericht zu Altenhaßlau mit seiner Urteilsfindung ganz besonders strenge Masstäbe angelegt habe und dabei von 'keiner Linse Wert vom Rechte' abgewichen sei.

All diese Gedankengänge wurden sicher auch in den Jahren 1970/71, bei der Namensfindung für die Großgemeinde Linsengericht mit in Erwägung gezogen. Die Auslösung für den Zusammenschluß der Dörfer Altenhaßlau, Eidengesäß, Geislitz, Großenhausen und Lützelhausen gab die damals durchgeführte Gebietsreform. Die neue Verwaltungseinheit bekam den Namen Linsengericht mit Sitz in Altenhaßlau.

Vielleicht gibt dieses Buch ein wenig Aufschluß über die geschichtlichen Hintergründe unseres Linsengerichtes und dem nichteingeweihten Leser Anlaß, bei dem Namen Linsengericht nicht immer gleich mit Schmunzeln an etwas Eßbares zu denken. Trotzdem soll aber all denen verziehen werden, die weiterhin an die gute Hausmannskost glauben wollen und dabei an unser schönes Linsengericht denken müssen. Ihnen sei für die nächste Linsenmahlzeit recht guten Appetit gewünscht.

Ich bedanke mich bei all denen, die beim Aussuchen, Sammeln und Zusammentragen der vielen alten Lichtbilder mitgcholfen haben. Besonders sei aber auch jenen Dank gesagt, die mir die Bilder zur Verfügung gestellt haben. Da der Platz in diesem Buch für alle abgegebenen Lichtbilder nicht ausgereicht hat. ist an eine weitere Bildbandausgabe gedacht.

Ich wünsche bei der Lektüre des Buches und bei dem Betrachten der Bilder eine gute Unterhaltung. Bei den Älteren möge die Erinnerung an alte Zeiten geweckt werden, den Jüngeren sei der Eindruck vermittelt, wie es früher in unseren Dörfern ausgesehen hat und bei all denjenigen, die Linsengericht noch nicht kennen, soll die Absicht unterstützt werden, unser schönes Linsengericht einmal zu besuchen, um hierbei die in diesem Bildband enthaltenen alten Dorfansichten mit dem, was daraus geworden ist, zu vergleichen.

OttoJoh

DER ORTSTEIL ALTENHASSLAU

Altenhaßlau wurde im Jahr 1240 mit dem Ortsnamen 'Hasela' zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Die Ersterwähnung geht urkundlich aus einem überlieferten Vermächtnis eines Reichsschultheißen der Barbarossaburg zu Gelnhausen hervor. Zusammen mit seiner Ehefrau hat dieser im Jahr 1240 seine, in der Mark Altenhaßlau liegenden Güter dem damaligen Frauenkloster Meerholz vermacht. 'Hasela' ist in diesem Vermächtnis zwei Mal erwähnt. Doch schon viel früher war die Siedlung am Hasselbach, von welcher der Name 'Hasela' abzuleiten ist, vorhanden. Altenhaßlau war seit vielen Jahrhunderten Hauptort des Freien Gerichts, der Mark und des Kirchspiels mit gleichen Namen. Viele, größtenteils noch erhaltene Bauwerke weisen auf die historische Vergangenheit von Altenhaßlauhin.

In der Ortsmitte steht die Martinskirche, eine alte Wehrkirche, mit hoher Natursteinmauer umgeben. Sie war nicht nur zur Verkündung des christlichen Glaubens gedacht, sondern auch zur Verteidigung angriffslustiger Feinde erbaut worden. Wahrscheinlich wurde mit dem Bau der Kirche im 13. Jahrhundert begonnen. Durch Urnbauten, Renovierungen und Erweiterungen hat die Martinskirche ihr heutiges Aussehen, bei Erhaltung des ursprünglichen Baustils, bekommen.

Neben der Martinskirche steht das ehemalige Rathaus von Altenhaßlau: ein altehrwürdiges Fachwerkgebäude auf einem urwüchsigen Gewölbekeller errichtet, welcher im Jahre 1548 erbaut wurde. Wahrscheinlich ist der Aufbau über dem Gewölbekeller im Dreißigjährigen Krieg zerstört worden. Das heute noch gut erhaltene Fachwerkgebäude über dem Keller wurde 1699 errichtet. Im Laufe der letzten Jahrhunderte oftmals umgebaut und renoviert ist

es heute eines der ältesten, noch gut erhaltenen Fachwerkbauten in Linsengericht.

Das 'Gericht Altenhaßlau' wurde in der Mitte des 14. Jahrhunderts von den Trimberger Lehensherrn an die Herren von Hanau versetzt. In den Zeitabschnitt der Grafschaft fällt der Bau des alten 'Hanau'schen Amtshofes' . Das Amtsgebäude dieses Hofes wurde im Jahr 1684 auf das schon 1593 erbaute Kellergewölbe aufgebaut. Das Arntsgebäude war Amtssitz des 'Gerichts Altenhaßlau' und zugleich Wohnungdes Hanauer Amtmannes. Zum Amtshaus gehörte die Zehnt scheune, sowie ein Wirtschafts-und Stallgebäude.

Das historische Hof-Ensemble wird zur Zeit renoviert und umgebaut. Es soll der Verwaltungssitz der Großgemeinde Linsengericht werden.

Zum Ortskern von Altenhaßlau gehört auch noch die ehemalige Reinhardtskirche. Sie wurde 1725 als Jagdzeughaus der Landgrafen von Hanau erbaut, im Jahr 1818 zur Kirche umgebaut und von dem letzten Hanauer Grafen Reinhardt lIl. der lutherischen Kirchengemeinde übertragen. 1963 wurde sie zuletzt umgebaut und heute wird sie als Jugendheim genutzt.

Bei der Betrachtung der historischen Bauten von Altenhaßlau dürfen die beiden örtlichen Gutshöfe nicht vergessen werden: der Carlshausenhof und der Hasselhof. Beide auf Ackerbau, Milchwirtschaft und Viehzucht abgestellten Höfe prägten mit den großen, umliegenden Feldern, Wiesen- und Weidenflächen die Landschaft, die sich von den Ausläufern des Spessarts gemächlich zur Talaue der Kinzig hinuntersenkt. Der Hasselhof wurde 1976 abgerissen. Auf dem ehemaligen Hofgelände ist in den letzten Jahren eine moderne Wohnanlage entstanden.

Total

1. Ansichtspostkarte von Altenhaßlau aus der Zeit des Ersten Weltkrieges mit einer Gesamtansicht, dem Pfarrhaus und der damaligen Kolonialwarenhandlung der Frau Elise Föhrenbach.

Altenbasslan

2. Ansichtspostkarte von Altenhaßlau von 1914/15 mit Blick auf die Martinskirche und die Reinhardtskirche.

Al'enhasslau bei Gelnheusen

3. Ansichtspostkarte von Altenhaßlau aus dem Jahr 1914 mit Bliek auf den 'Alten Hof', die Reinhardtskirche und das alte Kriegerdenkmal von 1870/71.

4. Ansichtspostkarte von 1915 mit der Gastwirtschaft von Wilhelm Gremp, dem Pfarrhaus und dem Bliek von der Hasselbachbrücke zum 'Alten Hof'.

5. Die Martinskirche. Die Martinskirche ist eines der ältesten Bauwerke von Altenhaßlau. Sie wurde im 13. Jahrhundert als Wehrkirche erbaut. Umgeben von einer hohen Sandsteinmauer mit starken Stützpfeilern war sie oft Zufluchtsort der schutzsuchenden Bürger in Not- und Kriegszeiten. Sie wurde im Jahre 1695/96 unter Mithilfe des damaligen Amtsschultheißen Johann Burkhard Weigel renoviert und umgebaut und Mitte des 18. Jahrhunderts unter Pfarrer Ernst August Hassenfluch umgestaltet. Durch einen Anbau zur Schulstraße hin wurde die Martinskirche im Jahr 1957 wesentlich erweitert.

6. Die Reinhardtskirche. Landgraf Reinhardt lIl. erbaute sie 1725 als Jagdzeughaus. 1818 wurde sie zur Kirche umgebaut und an die lutherische Gemeinde von Altenhaßlau übergeben. Im Jahr 1961/62 wurde sie zuletzt umgebaut und zu einem Jugendheim umfunktoniert.

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