Lüneburg in alten Ansichten Band 1

Lüneburg in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Adolf Brebberman
Gemeente
:   Lüneburg
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2361-7
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lüneburg in alten Ansichten Band 1'

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VORWORT

Es ist die Absicht dieses Bilderbuches, mit Hilfe der Fotografie einen Bliek in die Vergangenheit einer Stadt zu tun, die Lüneburg heißt. Der Bliek reicht hundert Jahre zurück, manchmal etwas mehr, manchmal etwas weniger. Denn so alt ist ungefähr die Fotografie, ungefähr auch die Ansichtskarte. So scheint es denn, daß man nicht sehr weit zurücksieht, nicht weit genug für eine Stadt, die über tausend Jahre alt ist. Und doch sind diese letzten hundert Jahre, wie die Betrachtung begreifen läßt, eine lange Zeit. Es ist die neue, eine schnellebige Zeit, wie man so sagt, In ihr ist Manches entstanden, was bereits Altertum ist und, der Vergangenheit anheimgefallen, längst vergessen zu sein scheint, und auch wohl sein darf, indessen doch durch das Objektiv des Fotografen gebannt, Erinnerung dann beschwört und beschert, wenn der Betrachter sich des Standortes besinnt und - möglicherweise gar nur im Nebensächlichen - zu erinnern vermag.

Ist unser Buch somit der Erinnerung gewidmet, so erschöpft sich sein Inhalt nicht darin. Es ist vielmehr, und kann viel mehr sein, ein Dokument höchst eigentümlicher Färbung, nämlich ein Dokument ebenso der Fotografie wie der Stadt Lüneburg. Es ist im Grunde das Dokument eines ausgehenden 19. Jahrhunderts. Zwar haben die Raphael Peters, Eduard Lühr, Julius Rathje - das sind zumeist die Fotografen - ihre Stadt in Einzelheiten auf das Bild gebannt. Aber, was ist denn im Grunde ihr Stolz gewesen? Es war oft nicht so sehr die mittelalterliche Stadt, es waren mehr die neuen Bauten und es war die aufstrebende, sich vergrößernde, den Anschluß an die Moderne gewin-

nende Stadt, die sie zeigen wollten. Sie waren ja auch moderne Menschen und es ging ihnen darum, nicht nur das Altertümliche zu bewahren, sondern sie wollten dartun, was sich an Neuem hervorwagte, präsentierte und zu würdigen sich lohnte. Ist das von der Gesinnung her löblich, so mag diese Vorherrschaft des Modernen, die dem Freunde des älteren Altertums enttäuschend erscheint, dem Lebenden, der dieser neueren Umwelt entstammt oder der in ihr lebt, nicht unwillkommen sein. Denn der Lebende und sich Erinnernde ist in der vorgezeigten Umwelt groß geworden, und so können es mancherlei Erinnerungen sein, die uns die alten Fotografien in diesen aus einem großen Fundus des Lüneburger Museums mit Bedacht ausgewählten Bildern bescheren.

Der die Auswahl getroffen und die Erklärungen zu den Bildern geliefert hat, ist ein Kenner seiner Vaterstadt, A. Brebbermann. Beides, Auswahl und Beschreibung, ist ihm nicht leicht gefallen. Merkt man die Mühe dem fertigen Werk nicht an, so ist das der schönste Lohn, der dem Verfasser zuteil wird. Er hat sich mancherleier Hilfsmittel bedienen müssen und freundlichen Rates zu erfreuen gehabt. Erinnerung und Befragung, Adreßbücher, Reineckes Straßennamenbuch und andere Literatur haben Pate gestanden, um jedes Bild erklärend begleiten zu können. So ist diese umfängliche Dokumentation erwachsen, die sich nun nicht nur an den gebürtigen Lüneburger wendet, sondern auch an die, die sich hier zu Hause fühlen und die, die Lüneburg lieben.

G. Körner

Oberst Dessaix, Chef des 27. Regimeuts leichter Infanterie, wünschte als französischer Stadtkommandant im August 1803 vom Magistrat der Stadt Lüneburg im Hinblick auf notwendige Einquartierungen jedes Haus bezeichnet zu wissen. So wurden aus verzinktem Eisenblech Schilder angefertigt, auf die der Name der Straße, die betreffende Hausnummer und das Stadtviertel gemalt waren. Damals waren nicht - wie seit 1866 - die Häuser in den Straßen nurnmeriert, sondern innerhalb der Stadtviertel alle Häuser gezählt. Das einzige aus dieser Zeit erhaltene Schild befindet sich seit 1970 im Museum für das Fürstentum Lüneburg, Es war am Hotel Braskamp (siehe Nummer 130) angebracht. B auf der Inschrift ist das Wasserviertel, 1-2 meint das Grundstück, die Straße heißt Im Schießgraben.

1. Die von Osten in die Stadt hinabführende Dahlenburger Landstraße gibt den Bliek frei auf die um 1897 etwa 25 000 Einwohner zählende Stadt Lüneburg an der Ilmenau. Die Stadt liegt in einer weiten Senke, eingefaßt von allrnählich ansteigenden Hängen. Von welcher Seite man früher auch auf die Stadt zukam, man sah von ihr oft nichts als die Spitzen ihrer hohen Kirchtürme. Diese Mulde, die einst die mittelalterliche Stadt ausfüllte, ist heute längst zu klein geworden. Das auf der Aufnahme noch freie Gelände ist jetzt rechts der Straße hinter der Auffahrt zum Schützenplatz mit den Gebäuden der Strickwarenfabrik Lucia und links mit Wohnhäusern und den Gebäuden der Gewerbeförderungsstelle bebaut.

2. Die um 1865 entstandene Aufnahme zeigt die vom Stadtbaumeister Georg Schulz 1720 beendete Neuordnung der Rathausfront. Unter Beibehaltung wesentlicher Elemente der Renaissancefassade von 1605 und ihrer gotischen Vorgängerin wurde hauptsächlich nur der obere Mitteltrakt mit den gotischen Türmen und die Schaufront der Seitenflügel geändert. Dafür entstand durch den Turm mit der zweigeschossigen Laterne über dem großen Portikus und den mit Mansardendächern bedeekten Anbauten eine angenehm gegliederte Schauseite des Rathauses, die erst 1870 geändert wurde (siehe Nummer 3). Links der alte Giebel der heutigen Stadtsparkasse und am Rathaus links der Anbau für die Wache mit dem angetretenen Wachpersonal (siehe Nummer 9).

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3. Die frische Schöpfung der Rathausfassade des Stadtbaumeisters Schulz von 1720 (siehe Nummer 2) wurde um 1870 dadurch verändert, daß mit der gleichmäßigen Verteilung des Figurenschmuckes auf den Mitteltrakt, der Einbeziehung der Oberlichter in die Fensterbrüstungen und der Gliederung der Pfeiler in Rustika aus Zement das Barock in eine völlig nachgemachte Renaissance verwandelt wurde. Unter diesen Zwang zur Ordnung fiel auch der Markt mit der Neuanlage der Fußsteige, der ausgerichteten Baumreihen, der Versetzung der Brunnenschale zur Achse und ihrer Verkleidung durch eine steinerne Renaissancefassung. Die neu errichtete Post ist über der Wache sichtbar und die Stadtsparkasse besitzt einen neuen Giebel.

4. An der Stelle früherer Patrizierhäuser ließ Herzog Georg Wilhelm von Celle und Lüneburg am Markt 1695/98 ein Schloß als Witwensitz für seine Gemahlin Eleonore d'Olbreuse erbauen. Die Herzogin ist die Ahnfrau des hannoverschen, englischen und preußischen Königshauses, die Urgroßmutter Friedrichs des Großen. Rechts die Häuser an der Ostseite der Bardowicker Straße. Gleich vorne der ehernalige Schütting (jetzt Grote), dem man noch ansicht, daß er wie so viele alte Giebelhäuser einst einen Staffelgiebel trug. Der Turm der Nikolaikirche ist mit einern Notdach abgedeckt. Im Vordergrund Marktfrauen aus Bardowick,

Lüneburg

R3thal..s""aT~t rnit J.<aserne:

5. Das Schloß am Markt (siehe Nummer 4) hat wechselnde Schicksale gehabt. Der französische Marschall Richelieu hat hier vorübergehend gewohnt. Wiederholt waren fremde Truppen einquartiert. König Ernst August von Hannover bezog in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhundert dort Wohnung. Nach 1866 wurde es Kaserne. Auf unserer Ansicht rückt gerade eine Schwadron des Dragoner-Regimerits NI. 16 aus, Nach dem Ersten Weltkrieg waren im Hauptgebäude Behörden und in den Stallungen Kraftfahrzeugwerkstätten und Garagen der Omnibus- und Verkehrs AG untergebracht. Schließlich übernahm es die Justizverwaltung als Land- und Amtsgericht.

6. Der Bliek fällt in die Straße An den Brodbänken, zeigt links davon den alten Schütting (jetzt Grote) und rechts einen Staffelgiebel der Renaissance an der Stelle des späteren Neubaues der Drogerie Hinkelmann. Im Vordergrund der Marktbrurmen mit der vom Lüneburger Altertumsverein gestifteten eisernen Schale. Sie war das erste Werk der 1850 gegründeten Eisengießerei Wellenkamp. Ausgangs des vorigen Jahrhunderts wurde die Eisenschale mit einer Sandsteinfassung im Stile der Renaissance verkleidet. Der Brunnen und der in Verlängerung der Straße An den Brodbänken stehende Kandelaber sind später zur Mitte der Rathausfront gerückt worden. Der Platz ist heute noch mit Kopfsteinen gepflastert.

7. Die um 1880 entstandene Aufnahme umfaßt die Ostseite des Marktes vom reizvollen Renaissancegiebel Ecke An den Brodbänken (jetzt Hinkelmann) bis zum zweiten Haus der Südfront (heute Radtke). Das schöne Traufenhaus der Ostseite (früher Hotel Wellenkamp, dann Bernhard Meyer und heute Karstadt) ist, wie der Nerdgiebel erkennen läßt, bereits in gotischer Zeit errichtet. Dieser Ziergiebel kann auf eine ältere schmale Gasse entlang seiner Front oder auf die ehemals breitere Straße An den Brodbänken hindeuten. Das Eckhaus an der Großen Bäckerstraße mit der Papierhandlung Behrens wich ausgangs des vorigen Jahrhunderts dem Neubau der Firma Arnold J acobson. Nach 1945 war dort das britische Soldatencafé (heute Modehof).

8. Bliek auf die Südseite des Marktplatzes um 1880 von der Mitte des Eckhauses an der Großen Bäckerstraße (Papierhandlung Behrens) über den außer der Ratsapotheke noch erhaltenen höchsten Staffelgiebel Nummer 5 (Radtke) bis zu Nummer 2. Eine Inschrift auf dem von einern Engel gehaltenen Stein auf der rechten Giebelstaffel dieses Hauses besagt, daß die baufällige Front 1709 durch Hartwig von Dassei erneuert worden ist. Die Reste des einst mächtigen Renaissancegiebels und der Aufbau von 1709 sind deutlich erkennbar. 1873 wurde die Vorderfront von Grund auf erneuert (Größner). 1963 entstand hier der schlichte Neubau für die Stadtsparkasse. Die Häuser Nummer 3 und 4 besitzen Fassaden des ausgehenden 18. Jahrhunderts.

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