Loccum in alten Ansichten

Loccum in alten Ansichten

Auteur
:   Konrad Droste
Gemeente
:   Loccum
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5710-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Loccum in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

'Loccum ist die einzige vollständig erhaltene mittelalterliche Klosteranlage in Norddeutschland. Aber es handelt sich nicht nur um ein Gemäuer, das geschichtlich überwintert hat, sondern Loccum spielte in der heimatlichen Geschichte immer eine besondere Rolle.' Dreißig Jahre ist es jetzt her, seitdem Johannes Lilje, der verstorbene Landesbischof und Abt des Klosters Loccum, mit diesen Worten zur 800-Jahrfeier die Bedeutung des ehemals 'Kayserlich freyen Stifes Loccum' würdigte.

Was im Jahre 1163 den Grafen Wulbrand von Hallermund veranlaßte, in der Domkirche zu Minden die Gründung des Kloster zu proklamieren, entzieht sich heute der genauen Feststellung. Aber es war nicht zufällig, daß der Zisterzienserorden Träger dieses Klosters wurde, gehörte er doch zu jenen Reformorden, die im 12. Jahrhundert in Europa eine beispiellose klösterliche Gründungswelle auf den Weg brachten. Nicht von den Grundrenten der Fronhöfe und von der Arbeit der hörigen Bauern wollten die Zisterzienser leben, sondern von eigener Hände Arbeit. In der Institution der Laienbrüder schufen sie einen klösterlichen Arbeitsdienst, um sowohl den strengen Klausurvorschriften als auch der Forderung nach Selbstbewirtschaftung gerecht werden zu können. Doch aus dem gepredigten Ideal wurde im Laufe der Jahrhunderte ein Mönchsorden des florierenden Wirtschaftslebens, der weltlichen Wohlhabenheit und des politischen Einflusses.

Wo der Zwang auftaucht, Reichtum zu verwalten und Macht auszuüben, treten ursprüngliche Ideale leicht in den Hintergrund. Auch in Loccum setzt sich im 15. Jahrhundert die Abkehr von der klösterlichen Eigenwirtschaft und die Wiedereinführung des Pachtsystems durch. Sie führen wieder zur

feudalen Ordnung zurück, leiten aber gleichzeitig zur eigenständigeren Entwicklung des Dorfes Loccum über.

Die dorfgeschichtliche Entwicklung in Loccum vordergründig nur im Spannungsverhältnis von Dorf und Kloster sehen zu wollen, gäbe sicher ein falsches Bild. Die Frage, ob das Geistliche Fürstentum Loccum früher ein strengeres obrigkeitliches Regiment ausgeübt hat, als zur damaligen Zeit vergleichsweise üblich, muß nach den bisher bekannt gewordenen Tatsachen verneint werden. 'Stil und Ergebnis der Verhandlungen beim Bau der Loccumer Waldschule, die auf ehemals klösterlichem Grund steht, sind Zeichen dafür, daß man gelernt hat, einander ohne Scheu als mündige Partner zu behandeln. ' Das stellte der ehemalige Stiftsprediger und heutige Bischof von Berlin, Martin Kruse, zur 800-Jahrfeier von Dorf und Kloster 1963 fest.

Die angehenden Theologen des Prediger-Seminars im Kloster sah man früher im Dorf weniger als Kandidaten einer Religionswissenschaft, sondern eher als herausgehobene Gruppe, die einmal für höhere Kirchenämter vorgesehen war. Kein Wunder also, daß man sie 'Klosterheern' (Klosterherren) nannte. Und das' Loccumer Bewußtsein' , jenes früher von den Kandidaten oft getragene Barett mit dem stoffbezogenen Knopf, mag einiges zur dörflichen und sicher gern verteilten Wertschätzung beigetragen haben. Jedenfalls waren es allesamt Respektspersonen, denen man dieselbe Achtung entgegenbrachte wie auch dem Pastor.

Hierher gehörte dann auch jene amüsante Begebenheit, die sich im Sommer des Jahres 1901 in Loccums bekarmten Klosterpark, dem Sünnern, zugetragen hat. August Droste, Vater des Chronisten und jüngster Sproß in der damaligen Genera-

tion des Dörgerschen Hofes, kommt mit seiner Schwester Marie am Sonntagnachmittag von der Luccaberg. Am 'Backdieke' begegnet ihnen der Pastor in Begleitung dreier Klosterherren. Natürlich hatte August Droste bei Lehrer Nacke gelernt, daß man den Pastor grüßt, nicht nur mit 'Guten Tag', sondern eben 'Guten Tag, Herr Pastor'. Aber, was nun, wenn der Pastor nicht allein daherkommt, sondern in ebenfalls respektabler Begleitung? An und für sich war dieser Fall laut Stundenplan wohl nicht vorgesehen, und einen Augenblick soll der junge Spaziergänger auch gezögert haben, dann aber tönt es forsch: 'Go'en Dag, Herr Pastor - und dräe Klosterheem.'

In solche Verlegenheit kommt heute in Loccum niemand mehr, manchmal wohl durchaus zum Bedauern der älteren Generation. Dazu ist folgender Ausspruch einer alten Loccumerin verbürgt: 'Jao, freuher wörn dat use Klosterheern, van Daoge lopet se alle inne Manschesterböxen rümme.'

Die Zeiten ändern sich - und wir mit ihnen. Aber noch immer bewahren die mächtigen Klostermauern einen weithin bekannten kulturellen Mittelpunkt in Niedersachsen, der jährlich mehr als 40 000 Besucher anzieht, in eine ehrwürdige Klosteranlage, einen grünen Landschaftspark und ein gastliches Dorf. Im Jahre 1820 schuf Abt Salfeld hier das erste moderne Prediger-Seminar der Evangelischen Kirche. Es wies damit dem Kloster Loccum eine Aufgabe zu, die es befähigte, trotz aller Verweltlichungsbestrebungen seine historische Substanz in das neue Jahrhundert zu tragen. Längst hat das Kloster als immer noch eigene Institution seinen festen Platz in der Evangelischen Landeskirche gefunden. Die Gründungen jedoch, die Loccum neben dem Kloster zu einem Begriff in der Ausein-

andersetzung zwischen kirchlicher Tradition und modernem Leben gemacht haben, entstammen der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Evangelische Akademie, die MahrahrensHeimvolkshochschule, das Pastoral-Kolleg, sowie das Religionspädagogische Institut sind Ausdruck des Bemühens, das kulturelle Erbe Loccums für Gegenwart und Zukunft fruchtbar zu machen. Für die heutige Auspendlergemeinde sind dabei die 278 von der Evangelischen Landeskirche zur Verfügung gestellten Arbeitsplätze keine Nebensache. Seit dem hohen Mittelalter ist in Loccum die Kirche der größte Arbeitgeber. Loccumer Ortsgeschichte auch im größeren kommunalen Verband der neuen Stadt Rehburg-Loccum lebendig zu erhalten, ist gleichzeitig auch eine Möglichkeit, jene Gemeinsamkeit zu betonen, die gerade durch das ehemalige Kloster Loccum alle Ortsteile der Stadt historisch und geographisch miteinander verbindet.

Dieser kleine Band kann und will keine Loccumer Ortschronik sein, wohl aber Aufblende und Erinnerung an Zeiten, die viele noch erlebt haben oder aus der Überlieferung kennen. Er wäre ohne die uneigennützige Hilfe vieler ungenannter Loccumer nicht zustande gekommen. Ursula Schumacher-Jordan, Hildegard Endewardt, Rudolf Keding und das Kloster stellten darüberhinaus bereitwillig Material ihrer Sammlungen zur Verfügung. Ohne die großen Ortskenntnisse von Frau Charlotte Krogemarm hätten sich viele längst verstorbene Loccumer namentlich gar nicht einordnen lassen. Allen Mitarbeitern gilt der herzliche Dank des Autors.

Loccum, im Sommer 1993

Konrad Droste

1. 'Korb- und Stuhlflechterei von A. Ruhe' stand auf dem kleinen Schild des Fachwerkhauses Ruhe am Svenbrink, der heute Weserstraße heißt. Ganze Generationen von Loccumern bezogen hier ihre Körbe und die in der weiten Umgebung beliebten Flechtstühle. In vielen Haushalten findet man sie auch heute noch, obschon der Betrieb längst nicht mehr besteht. Das Hochzeitsfoto von 1892 entstand, als Marie Distelhorst, eine Stieftochter von A. Ruhe (2. links neben der Braut) mit Kar! Erksmeier die Ehe einging.

2. 'Die Grazien am Brunnen' nennt man im Dorf gern dieses Gruppenbild von 1917 mit (von links) Minna Stahlgut geb. Albers-Wiebke, Line Wiebke geb. Knop, Minna Ehlerding und Marie Kramer geb. Wesemann. Man erkennt noch gut die Staffage des Stolzenauer Fotografen, der zur besseren Betonung der ländlichen Idylle auch drei ausgestopfte Tauben mit auf das Foto zauberte.

3. Zu beiden Seiten der inzwischen abgerissenen Fachwerkscheune von Kramer verlief 1885 am Svenbrink (heute Weserstraße) die Straßenführung. Die Misthaufen entwässerten noch direkt zur Straße, die damals eher einer Berg- und Talbahn glich. Vor zwanzig Jahren kam die alte Scheune noch einmal zu Ehren, als hier ein Filmteam für die in Loccum spielende Fernsehserie 'Geschichten aus dem Uhlenbusch' eine passende Kulisse benötigte.

4. Dörgers Rauchhaus war in Loccum wohlbekannt. Es stand neben dem Gasthaus Hilbrecht an der Weserstraße, wo man am zugehörigen Garten noch gut die Umrisse der alten Hoffläche ablesen kann. Rauchhaus hieß es deswegen, weil der Rauch des offenen Herdfeuers unter der Decke entlang zur großen Dielentür hinauszog. Daß so die Schinken (siehe Foto) besonders gut gerieten, läßt sich denken. Auf der großen Diele hatten sechs vollbeladene Erntewagen Platz. 1908 wurde das seit 1684 bestehende strohgedeckte Fachwerkhaus abgerissen und die Familie bezog ihren neuen Hof an der Mindener Straße.

Gruss aus boccum.

Gasthof .Deutsches Haus:'.

5. Nach dem Hotel Rode und der Gastwirtschaft Seele war das 'Deutsche Haus' das dritte Loccumer Anwesen, dem eine Schankkonzession erteilt wurde. Wilhelm Heumann erhielt sie 1842. Im Jahre 1896 übernahm der aus Heimsen stammende Gastwirt Heinrich Hilbrecht den Betrieb, den nach seinem Tode Erna Hilbrecht weiterführte, ehe unter der Bezeichnung 'Loc' hier eine neue Seite im dörflichen Gaststättenwesen aufgeschlagen wurde. Zahlreiche bekannte Bands gastierten inzwischen hier, wo vor rund 130 Jahren noch eine Königlich Hannoversche Poststation den Straßenverkehr nach Preußen überwachte.

6. Einer der ersten Loccumer Gewerbebetriebe, der noch vor der sogenannten Bauernbefreiung seine Tätigkeit aufnahm, war die Färberei Hormann. Gegründet von Christian Heinrich Hormann aus Leese, beging sie 1927 ihr 100jähriges Bestehen. Als 1929 der damalige Besitzer Hermann Hormann starb, gab man den Betrieb auf. Neben Leinen und Baumwolle wurde hier auch Wolle für die BückeburgerTrachten gefärbt und im Ladengeschäft verkauft. Heute steht an dieser Stelle die Zahnarztpraxis Seele. Rechts erkennt man August Hormann, der den Betrieb in zweiter Generation führte.

7. Schon bevor die großen Touristenströme der neuesten Zeit Dorf und Kloster Loccum ansteuerten, gab es hier einen kleinen Pavillon, der unter dem Namen 'Café Niedlich' bekannt war und vom Bäcker Wiegrebe betrieben wurde. Leider hielt sich der Cafébetrieb nur bis 1928. Die Bäckerei an der Marktstraße besteht als modernes Ladengeschäft noch heute. Im Hintergrund sieht man die Schule, damals bekannt als 'Neue Schule', weil es auch im Klosterbereich noch Klassenräume gab.

8. So sah es noch 1928 auf dem Holzplatz einer dörflichen Tischlerei und Stellmacherei aus. Stellmachermeister Wilhelm Droste- KIenen ist gerade am Hebekran beschäftigt, während Schwägerin Lene Kartoffel schält. Neben ihr sieht man auf dem länglichen Transportwagen einen schon aufgeschnittenen Baumstamm, denn angegliedert war auch ein kleines Sägewerk. Heute hat hier die Tischlerei Marthes ihren Betrieb.

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