Luckenwalde in alten Ansichten

Luckenwalde in alten Ansichten

Auteur
:   Roman Schmidt
Gemeente
:   Luckenwalde
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5964-7
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Luckenwalde in alten Ansichten'

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VORWORT

Für die Deutung des Ortsnamens 'Luckenwalde ' finden wir in Vergangenheit und Gegenwart eine ganze Reihe von verschiedenen Auffassungen. Im 1991 erschienenen Brandenburgischen Namensbuch (Teil 7) finden wir, daß ein slawischer, altpolabischer, altsorbischer Ortsname Lukov als mittelniederdeutsch Luckenwolde eingedeutscht wurde, wobei Lukov sowohl slawisch Luk = Lauch, Zwiebel als auch Luk = Wiese zugrunde liegen kann.

Über die Entstehung Luckenwaldes gibt es unterschiedliche Theorien. Nach einer ersten entstand es aus den beiden Dörfern Dieke (1173/1183) und Rothe, die sich zusammen mit der Burg zu Luckenwalde vereinigten. Nach einer zweiten entwickelte sich die Siedlung um die Burg planlos und wuchs mit dieser später zusammen. Dabei werden Dieke und Rothe in die Nähe von Werder (bei Jüterbog) verlegt. Bisher konnte jedoch kein Nachweis hierfür gefunden werden. Ein Streit über die Anfänge Luckenwaldes lohnt sich aber nach dem bisherigen Erkenntnisstand kaum. Vielleicht erhellt auch hier der Zufall. wie so oft in der regionalgeschichtlichen Forschung, die noch im Dunklen liegende Vergangenheit.

Bleiben wir also bei den Fakten. Bischoff Siegfried 11. von Brandenburg bestimmt in einer Urkunde von 1216 die Grenzen des Brandenburger Archidiakonats. Bei dieser Aufzählung wird auch der 'Burgward Luckenwalde' genannt.

Eine weitere Nachricht bringt das Jahr 1285. Das nahegele-

gene Kloster Zinna kommt in den Besitz Luckenwaldes und berichtet im Fragment einer Zinnaer Klosterchronik (1471): ' ... Im Jahre 1285 kauften wir Stadt und Burg (oppidum et castrum) Luckenwalde van den edlen Baronen Olzan und Wedegan, genannt von Richow .. .' Leider ist dieses Fragment nicht mehr im Original erhalten. Es existiert jedoch eine Abschrift von etwa 1550 die von allen Fachleuten anerkannt wird. Erstaunlicherweise wird Luckenwalde in dieser schriftlichen Quelle als 'Stadt' bezeichnet, obwohl es kein Stadtrecht hatte.

Einen Schritt näher hin zur Stadt kam Luckenwalde durch einen Streit zwischen Jüterbog und dem Klostergebiet. In diesem ging es um das Braurecht. Jüterbog beanspruchte für unsere Gegend das alleinige Recht Bier zu brauen. Der Erzbischof Günter von Magdeburg entschied 1430 diesen Streit: ' ... Die Krüger auf des Abts Dörfern mögen brauen und das Bier in ihren Dörfern schenken und verkaufen, doch nicht auswärts und nicht über halbe Tonnen. Ausgeschlossen ist das Dorf Luckenwalde. Die mögen brauen, wenn sie wollen. verkaufen und allerlei Handwerksleute haben. in aller Maße, als die Städtc, umlang gelegen, haben und thun mögen ... · Nicht zu unrecht wird diese Urkunde als 'Iandesfürstliche Verleihuug eines unvollkommenen Stadtrechts' bezeichnet. Die Luckenwalder begehen sogar auf Grund dieser 'Stadtartigen Rechte' ihr Stadtjubiläum (1980).

Doch lange Zeit mußte vergehen, viele Höhen und Tiefen

durchlebte der 'Marktflecken', bis er endlich durch die Städteordnung (19. Oktober 1808) volles Stadtrecht bekam. Die ersten 36 Stadtverordneten wurden am 5. März 1809 gewählt. Sie bestimmten aus ihrer Mitte den Bürgermeister und sieben Magistratsmitglieder.

Über die Anfänge der Tuch- und Hutindustrie sowie die Zeugweberei, die ganz entscheidend die Entwicklung zur Industriestadt beeinflußten, werden Sie einiges in den Bilduntertexten finden. Deshalb werden sie hier nicht weiter ausgeführt. Eindrucksvoll zeigen uns die Einwohnerzahlen das Stadtwachstum. 1600: 700: 1775: 2233: 1837: 5709: 1858: 9011; 1871: etwa 15 800; 1895: etwa 19 100; 1905: etwa 21 800; 1925: etwa 24 800 (die erste Zahl gibt das Jahr und die zweite die Einwohnerzahl an).

Nach den Anschluß an die Eisenbahn dehnte sich die Stadt enorm aus. Viele neue Straßen entstanden so in der Mitte des vorigen Jahrhunderts. Auch wurde Luckenwalde durch einige Erfindungen berühmt. Der Papierfabrikant Hermann Henschel erfand den Pappteller (1867) und die Firma Neuhaus & Co. produzierte die ersten Pulsometer der Welt. Bedingt durch die vielfältige Industrie war eine zahlenrnäßig starke Arbeiterschaft vorhanden. Die Bezeichnung 'Rotes Luckenwalde ist nicht etwa in der DDR-Zeit entstanden, sondern bereits im ersten Jahrzehnt unseres Jahrhunderts. Die Deutsche Sozialdemokratie hatte hier eine ihrer Hochburgen. In dieser Zeit entstand eine Reihe von Wohnsiedlungen in reformierter Bauweise.

Soweit ein kleiner Streifzug durch die Geschichte.

Im vorliegenden Bildband wird nun insbesondere die Zeit der Jahrhundertwende (1880-1930) Beachtung finden. An dieser Stelle sei ganz ausdrücklch darauf hingewiesen, daß dieses Buch nicht als Chronik oder ähnliches zu betrachten ist. Es wiJl vielmehr ein längst vergangenes Zeitalter beleuchten und uns die Menschen dieser Zeit näherbringen. Der Besucher unserer Stadt und auch die Bewohner können in ihm manch Wissenswertes erfahren und sich so ein besseres Bild von Luckenwalde machen. Die älteren Einwohner der Stadt werden sich vielleicht an nicht mehr vorhandene Gebäude oder an Ereignisse, die beschrieben werden, erinnern.

Sämtliches Bildmaterial in diesem Buch stammt aus dem reichhaltigen Fundus des Kreisheimatmuseums Luckenwalde. Alle verwendeten Jahreszahlen sind durch Quellen bezeugt, deren Aufzählung den Rahmen dieses Buches sprengen würde. Ein großteil von ihnen befindet sich in der Museumsbibliothek.

Der Verfasser bedankt sich insbesondere bei Herrn Henrik Schulze, Jüterbog, der den Anstoß für dieses Buch gab und die ersten Kontakte mit dem Verleger herstellte. Weiterhin wird meiner Familie und Frau Christa Rothenburg. die auf verschiedenste Weise mit dazu beitrugen, daß dieses Buch erscheinen konnte, herzlichst gedankt.

Roman Schmidt

1. ' ... Luckenwalde ist eine Stadt mit 11 000 Einwohnern und etwa 50 Fabrikschornsteinen. Hier liegt die Geschichte seines Ruhmes verzeichnet... Nicht mehr die Kirche bildet den Mittelpunkt geistigen Lebens, städtischer Interessen, sondern der Schornstein, der "Stehler des Gewerbefleißes". Die Mönche von Zinna würden alles sehr verändert finden. Man ruft keine Heiligen mehr an, man schwört nicht mehr bei Peter und Paul; die Namen die laut werden, die längst Haushaltworte geworden sind, heißcn Emisch und Steinberg, oder Pariserund Compagnie .. .' So sah Theodor Fontane in seinem Aufsatz 'Luch um Wald', der am 16.117. Juli 1864 im 'Wochenblatt" veröffentlicht wurde, Luckenwalde.

2. Diese Ansicht von Luckenwalde stammt von 1920. Aus dem Ackerbürgerstädtchen harte sich eine bedeutende Industriestadt entwickelt. Oftmals wurde Luckenwalde als Tuch- und Hutstadt bezeichnet. Wie die Zusammensetzung der Industrie (Anfang der zwanziger Jahre) zeigte. waren die Produktionszweige vielfältiger. Hutindustrie: 9 Betriebe, 3 000 Beschäftigte; Metallindustrie: 30 Betriebe, 2 300 Beschäftigte; Tuchindustrie: 8 Betriebe, 1 700 Beschäftigte; Holzindustrie: 1 200 Beschäftigte; Papierindustrie: 7 Betriebe, 450 Beschäftigte: Feuerlöschgeräte: 238 Beschättigte: Schuhherstellung: 350 Beschäftigte und 250 Heimarbeiter.

3. In den Wintermonaten 1843/44 wurde das Rathausgebäude von Luckenwalde fertiggestellt. Zum Tag der feierlichen Einweihung wurde der 15. Oktober 1844 bestimmt. Dieser Tag war der Geburtstag des Landesvaters, König Friedrich Wilhelm IV. Bauinspektor Wilmanns übergab den Rathausschlüssel an Bürgermeister Karsch und Stadtverordneten-Vorsteher Bossart. Danach sprach Landrat Hausehteck über den Sinn der Einigkeit unter Behörden und Bürgern. Die Festrede hielt Superintendent Beek. Die Luckenwalder Zeitung berichtet: ' ... Ein großer Jubel erfüllt die versarnmelte Bürgerschaft als der Bürgerrneister bekanntgab, daß der König sein Bild und das seines Vaters dem Rathause geschenkt hat..'

4. Das Denkmal für die Gefallenen von 1848 und 1864 hatte bis 1905 ein anderes Aussehen als auf dieser Ansichtskarte von 1910. Der Kriegerverein Luckenwalde, beging am 18. April 1904 die vierzigjährige Wiederkehr der Schlacht von Düppel. Den Veteranen und Vereinsmitgliedern gefiel ihr 'schmuckloser Stein' nicht mehr. Sie beschlossen noch am selben Tag, das Denkmal zu erhöhen. Die alte Sandsteinpyramide wurde auf einen mächtigen Sockel gestellt, dessen vier Seiten die Bronze-Reliefbilder Kaiser Wilheims 1., des Kronprinzen, des Prinzen Friedrich Karl und Moltkes trugen. Die Spitze wurde mit dem preußischen Adler gekrönt, Am 30. April 1905 übergab der Kriegerverein das Denkmal an die städtischen Behörden.

5. Zu Ehren der gefallenen Luckenwalder in den Kriegen 1866 und 1870/71 wurde dieses Denkmal auf dem Haag errichtet. Am Geburtstag des Kaisers, dem 22. März 1876. wurde es enthüllt. Die Luckenwalder Zeitung berichtete: ' ... Nachdem ein patriotisohes Lied gesungen war, bestieg Herr Superintendent Peiffer die Rednerbühne. Indem er in begeisternder Rede auf Gottes wunderbare Wege, auf Gottes wunderbaren Segen, auf denen der Vater zur Einheit geführt, mit dem er die Taten unseres Heeres überschüttete, hinwies, segnete er das Denkmal. als ein Zeichen der Erinnerung an die Gefallenen, die in Treue für König und Vaterland, für Heimat und Herd den Tod gefunden ... '

6. Der Marktplatz anläßlich der Siegesfeier von1871 (Bliek in Richtung Burg). DieserTeil des Marktes bis zur Brennerei Falkenthal erhielt sein Steinpfiaster bereits im Jahre 1828. Der heutige Marktplatz am Turm dagegen wurde erst 1876 mit Steinen gepflastert, also fast 50 Jahre später. Bis 1808 befand sich auf dem heutigen Marktplatz ein Friedhof (um die Kirche herum- genaue Lage steht nicht fest), dessen Mauern im Jahre 1811 abgerissen wurden. Der sogenannte Schulsteig, der vom Markt über die 'Schulbrücke ' zum Haag führte, war in dieser Zeit noch ein Feldweg und wurde erst 1832 zur Straße erweitert.

7. Das Haus vorn links. auf dieser Postkarte von 1898. wurde 1707 vom Hofmedicus Koblentz als Gasthof mit einer Brauerei erbaut. Christian Wilhelm Falkenthai erwarb das Grundstück Trebbiner Straße 15 am 8. Januar 1759. Unter seinem neucn Besitzer entwickelte es sich zu einer Spirituosenfabrik. Hier wurde der weit über die Stadtgrenzen bekannte und beliebte 'Zinnaer Klosterbruder erfunden. Die Firma Falkenthai ist eine der wenigen Unternehmen der Stadt, die allen politischen Systemen widerstehen konnte und noch heute, am selben Standort, ihre Produktion betreibt. Sie stellt als einziges Unternehmen Deutschlands Whisky her.

8. Vor dem Mühlenweg, der zur Wasserrnühle führte, befand sich das städtische Mühlen- Waage-Haus. Es war bis zur Übernahme durch die Königliche Regierung (1817) ein wichtiges Steuereinnahmeobjekt der Stadt. Dazu lesen wir in den Akten: ' ... Dem Accise-Arnt Luckenwalde wird hierdurch aufgegeben, dem dortigen Magistrat die bisherige Entschädigungs-Summe wegen Übernahme der Mühlenwaage mit 33 Thalern 19 Groschen 11 Pfennigen jährlich in Tertial-Raten postnume rando auch in das Jahr 1819 hinein zu zahlen. Potsdam, den 15. Dezember J 818 .. .' Durch Neuordnung der Steuern, wodurch die Kontrolle der Mühlen aufhörte, bekam die Stadt das 'Mühlen-Waage-Haus' zurück. 1913 wurde es abgebrochen.

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