Magdeburg in alten Ansichten

Magdeburg in alten Ansichten

Auteur
:   Ingelore Buchholz, Maren Ballerstedt und Konstanze Buchholz
Gemeente
:   Magdeburg
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5481-9
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Magdeburg in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Das vorliegende Buch enthält im wesentlichen Bilder aus dem Leben Magdeburgs zwischen 1880 und 1930. Es wurden sowohl Fotos ernsten als auch teils humoristischen Inhalts ausgewählt. Die überwiegende Anzahl der zeitgenössischen Abbildungen konnte der Fotosammlung des Stadtarchivs Magdeburg entnommen werden. Andere stammen aus Privatbesitz.

Am Ende des 19. Jahrhunderts hatte sich Magdeburg zur Großstadt entwickelt. Ein wesentlicher Schritt dazu war die 1869 von Oberbürgermeister earl Gustav Friedrich Hasselbach eingeleitete Stadterweiterung nach Norden, Süden und Westen. Diese zog sich über Jahrzehnte hin. Der die Stadt einschnürende Festungsgürtel wurde beseitigt und so Raum geschaffen für Industriebauten, Wohngebiete, Sportstätten und Verkehrsanlagen. Magdeburg wurde im Laufe des 19. Jahrhunderts zu einer Hochburg des Maschinenbaus. Die Lage an der Eibe und das fruchtbare Hinterland Magdeburger Börde boten seit jeher günstige Voraussetzungen für Handel und Wirtschaft. Bereits im frühen 9. Jahrhundert wurde hier Handel getrieben, was im Diedenhofer Kapitular Karls des Großen von 805 deutlich wird. In diesem Kapitular fand der Ort magadoburg seine erste Erwähnung.

Mit der industriellen Revolution wuchs die Bevölkerung innerhalb der Altstadt sprunghaft an. Allein von 1812 bis 1880 stieg die Einwohnerzahl von 28 317 auf

82368. Darunter befand sich eine große Zahl von Soldaten, da Magdeburg Garnisonsstadt war.

In dem hier dargestellten Zeitraum fanden viele Eingemeindungen statt. Sie begannen 1867 mit der Stadt Sudenburg und endeten zunächst 1926 mit der Gemeinde Diesdorf. Zusammen mit den eingemeindeten Orten lebten in Magdeburg im Jahre 1926 ca. 297000 Menschen.

In dem Buch soll nicht in erster Linie das alte architektonische Bild unserer Stadt im Mittelpunkt stehen, sondern das in ihren Mauern pulsierende Leben. Gleichwohl bietet eine Anzahl der Abbildungen einen Eindruck vom Aussehen einstiger Straßen und Plätze mit ihren Häusern und auch Wohnungen. Andere Schwerpunkte sind Festungsanlagen, Fabriken und ihre Produkte , die Entwicklung im Verkehrswesen, das Leben an der Eibe, das Gesundheits- und Sozialwesen, Schulen, Theater, beliebte Ausflugsziele sowie das vielfältige Vereinsleben. Die meisten der abgebildeten Objekte sind heute nicht mehr vorhanden. Am 16. Januar 1945 fiel die Stadt einem grausamen Bombenhagel zum Opfer. Das vorliegende Buch versteht sich deshalb um so mehr als Zeuge einer vergangenen Zeit und möchte Erinnerungen wachhalten.

J. Der Breite Weg war von jeher die Hauptstraße Magdeburgs. Seine Barockbauten gehörten zu den schönsten in Deutschland. Reger Verkehr bestimmte hier zu allen Zeiten das Straßenbild. Oberbürgermeister Carl Gustav Friedrich Hasselbach schrieb 1868: 'Auf dem Breitenwege conzentrirt sich beinahe der ganze Fuhrwerksverkehr und namentlich bewegen sich auf demselben zu allen Jahreszeiten ganze Colonnen von Fuhrwerken, welche theils Getreide, theils Zucker zur Stadt bringen, theils Heu durch dieselbe fahren, zu diesen treten die Züge der Artillerie und die Leichenzüge.' 1877 hielt in Magdeburg ein neues Verkehrsmittel Einzug, die Pferdeeisenbahn. Pferdedroschken waren noch bis weit in unser Jahrhundert hinein im Straßenbild zu sehen. Die Droschkenordnung vom 14. Februar 1928 bestimmte jedoch, daß eine Erlaubnis zum Pferdedroschken-Fuhrbetrieb nicht mehr erteilt wird. Die Kraftdroschken hatten sich endgültig durchgesetzt.

2. Die Magdeburger Hauptpost, ein neogotischer Bau, befindet sich noch heute auf dem Breiten Weg. Sie wurde 1899 bezogen. An etwa der gleichen Stelle, Breiter Weg 205, befand sich der hier abgebildete Vorgängerbau. Seit 1812 wurden hier die Geschäfte der Post abgewickelt. Daneben standen das Rochsche Haus, eines der schönsten Barockbauten am Breiten Weg, und die deutschreformierte Kirche. In dieser Kirche wurde am 24. September 1730 Friedrich Wilhelm von Steuben getauft. Er leistete als Generalmajor und Generalinspektor der nordamerikanischen Armee im Unabhängigkeitskrieg Bedeutendes. Beim Neubau der Post (1895-1899) wurden beide Gebäude abgerissen. Diesem Neubau fielen auch der Gasthof 'Zur Stadt Petersburg' (Breiter Weg 206) sowie die Häuser Prälatenstraße 3, 5 und 6 und Friedhof 1 und 2 zum Opfer.

3. Eines der schönsten Häuser am Breiten Weg war das Schloßcafé in Nummer 30. 1745 wurde das Haus in prächtiger Barockarchitektur mit zahlreichen Rokokoelementen erbaut. Eine mit Statuen gekrönte Dachbrüstung ersetzte den sonst ortsüblichen Giebelaufbau. Auf der Dachbalustrade des Gebäudes befand sich eine Figur mit einem Fernrohr. Um sie rankte sich die Sage vom eifersüchtigen Bauherrn, dessen Haus das prächtigste werden sollte. Mit Hilfe des Fernrohrs beobachtete er den Bau seines ehemaligen Freundes. Aus Neid, Eifersucht und Prunksucht hielt man die Baupläne voreinander geheim. Als Café diente das Gebäude seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts bis zu seiner Zerstörung 1945. Sein herrliches Barockportal konnte aus den Ruinen geborgen werden. Es befindet sich heute am Eckgebäude Breiter WeglLeiterstraße.

4. Im Jahre 1867 wurde das ehemalige Magdeburger Hotel 'Stadt London' am Breiten Weg 7, das seit fünfzig Jahren bestand, an die Magdeburger Feuerversicherungs-Gesellschaft verkauft. Diese Gesellschaft wurde am 2. September 1844 gegründet. Zu diesem Zeitpunkt besaß sie ein Aktienkapital von einer Million Taler und war die elfte Feuerversicherungs-Aktiengesellschaft in Deutschland. Sie dehnte ihren Wirkungskreis nicht allein auf Deutschland, sondern auch auf Europa und die übrigen Erdteile aus. Das Haus behielt mit wenigen Veränderungen bis zur Zerstörung Magdeburgs 1945 sein Aussehen.

5. Auf dem Breiten Weg 191 befand sich die Schuh- und Stiefelfabrik W.A. Pape. Die 1855 gegründete Firma bezeichnete sich um 1900 als 'größtes Detail-Geschäft der Branche in Deutschland'. Sie fertigte Schuhe und Stiefel aller Sorten für Damen, Herren und Kinder an. Die Firma bestand bis 1937. Wie aus privaten Aufzeichnungen über die Familie Pape hervorgeht, waren 1870/71 einige französische Kriegsgefangene in der Schuhfabrik tätig. Sie besaßen die Fertigkeit, die Schuhsohlen mit Holzstiften auf eine besondere Weise herzustellen - ein handwerkliches Verfahren, das damals in Magdeburg noch nahezu unbekannt war und zum Aufschwung der Schuhfabrik Pape beigetragen hat. Im Breiten Weg 191 hatte auch die Glas-, Porzellan- und Luxuswarenhandlung Georg Bissen ihr Domizil. In einem großen Raum waren die schönsten Glas- und Porzellanerzeugnisse zur Schau gestellt.

6. In den zwanziger Jahren wurden Passanten auf dem Breiten Weg nicht selten mit dem Ausruf 'Sie wurden soeben gefilmt!' angesprochen. Gegen ein geringes Entgelt konnten sie eine Aufnahme - wie die nebenstehende aus dem Jahre 1927 - erwerben.

7. In den zwanziger Jahren war ein enormer Anstieg der Verkehrsdichte zu verzeichnen. Ein sehr belebter Ort war die Einfahrt vom Breiten Weg zum Alten Markt. Allein am 30. Januar 1926 wurden hier zwischen 13.30 Uhr und 14.30 Uhr 127 Kraftwagen, 177 Pferdefuhrwerke und Handwagen, 782 Radfahrer sowie etliche Straßenbahnwagen gezählt. Das Foto entstand im Jahre 1930. Die hier abgebildete Straßenbahn verkehrte zwischen Rathaus und Herrenkrug. Am 22. März 1900 war auf dieser Linie, der späteren Linie 6, der elektrische Straßenbahnbetrieb aufgenommen worden. Die Elektrifizierung des Straßenbahnverkehrs begann in unserer Stadt jedoch schon früher. Irn Juli 1899 fuhr die erste elektrische Straßenbahn zwischen Friedrichstadt und Westfriedhof.

...

8. Im Jahre 1880 waren zweihundert Jahre seit dem Anfall der Stadt Magdeburg an Kurbrandenburg vergangen. Anläßlich dieses Ereignisses besuchte der Kaiser in Begleitung des Kronprinzen und weiterer hochgestellter Persönlichkeiten die Stadt. Geplant war ein Fest mit historischern Umzug im Stil des 17. Jahrhunderts. Dazu waren Straßen und Plätze mit Kränzen und Fahnen geschmückt. Auf dem Balkon des Rathauses standen überlebensgroße Figuren der Borussia und der Magdeburger Jungfrau, die sich unter einer Kolossalbüste des Großen Kurfürsten die Hand reichten. Die Feier begann am 3. Juni abends mit dem Geläut sämtlicher Glocken der Stadt und einem Festgottesdienst in der Johanniskirche. Am frühen Morgen des 4. Juni wurde die Feier rnit einem 'vom Johannisturm herabgeblasenen Choral' eingeleitet. Der Kaiser traf mit seiner Begleitung pünktlich um 10 Uhr auf dem Bahnhof ein und wurde von den Magdeburgern jubelnd begrüßt.

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