Malchow (Meckl.) in alten Ansichten

Malchow (Meckl.) in alten Ansichten

Auteur
:   Sabine Schöbel und Eberhard Fromhold-Treu
Gemeente
:   Malchow (Meckl.)
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6354-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Malchow (Meckl.) in alten Ansichten'

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Einleitung

Malchow gehört mit seinen etwa 8 000 Einwohnern zum Müritzkreis und liegt in der westlichen Hälfte der Mecklenburgischen Seenplatte. Das Städtchen hat sich durch seine ungewöhnlich schöne Lage inmitten von Seen, Wäldern und landwirtschaftlichen Nutzflächen aber

auch durch seine wirtschaftliche Struktur seitjahrhunderten einen Namen gemacht. Malchow war bis 1723 eine vollkommen von Wasser umgebene Insel. Ausgrabungsfunde deuten daraufhin, daß auf der niedrigliegenden versumpften Insel schon in vorgeschichtlicher Zeit pfahlbauten gestanden haben. Malchow war nur über Brücken zu erreichen. Der nachweislich älteste Teil des heutigen Malchow war eine Ansiedlung von Wenden auf dem Südufer des Malchower Sees und soll ein Marktort gewesen sein. Das Kloster Malchow wurde hier 1298 gegründet und beherbergte Nonnen des Ordens der Büßerinnen. Es war bis 1935 eine selbständige Gemeinde. Unweit davon befand sich am Südufer des 'Malchowschen Wassers' die slawische Werleburg, wahrscheinlich eine Fluchtburg. Der Burgwall ist heute noch zu erkennen. Wo heute das Kloster steht, soll in der wendischen Zeit ein 'Heiligtum mit Götzenbildern' gestanden haben. Es wurde in den Kreuzzügen des 12. Jahrhundert (1147) zerstört. Das Schwerinsche Stadtrecht erhielt Malchow 1235 durch den Fürsten Nikolaus von Werle.

Die Stadtinsel war sumpfig; die leichten Häuser wurden auf in den Boden gerammten pfählen errichtet. Die Stadt bestand aus dem Marktplatz mit einer kleinen Kirche und zwei Straßen, die ohne Namen waren. Die Häuser wurden durchgehend numeriert. Die Verbindung zum Festland bestand in zwei Brücken, der Stadtbrücke - die heutige Drehbrücke - und der 800 Fuß langen Brücke zur Klosterseite. Zwei Tore gaben der Bevölkerung Schutz. Die lange Brücke wurde nach 400jähriger Benutzung im Dreißigjährigen Krieg zerstört und durch eine Fähre ersetzt. 1848 entstand ein fester Erddamm. 1697 traf die Stadt ein ' ent-

setzliches Unglück'; sie brannte ab. Dem Brand fielen das Rathaus, die Kirche, die Tore und sämtliche Häuser zum Opfer. Nach mühsamem Aufbau durch die total verarmte Bevölkerung, zerstörte 1721 ein weiterer Brand 7 0 Prozent der Stadt. Erst jetzt gestattete Fürst Carl Leopold die Erweiterung des Stadtgebietes auf dem Festland. Ab 1723 begann der Aufbau Malchows auf dem Festland 'Beim Mühlenberg' und 'Zwi schen den Gärten'. Es entstand die Neustadt.

Mit der Geschichte der Stadt Malchow ist das Kloster in Alten-Malchow auf das engste verbunden. Die Nonnen vom Orden der Büßerinnen, die bis 1298 ein Kloster in Röbel bewohnt hatten, wurden aufVeranlassung des Fürsten Nikolaus H. und mit Zustimmung der Bischöfe von Schwerin und Havelberg im Dörfchen Alten-Malchow angesiedelt, um dort ein Kloster zu bauen. Der Grundbesitz wurde durch Güter, Mühlen und Gewässer vermehrt und gab dem Kloster die materielle Sicherheit, allen Gefahren, insbesondere während des Dreißigjährigen Krieges, zu trotzen. Dem Kloster stand bis zur Reformation eine Priorin vor; als erste wird 13 00 Elisabeth von Werle, Tochter des Fürsten Nikolaus, genannt. Es wird berichtet, daß die Reformation sich im Kloster Malchow 'ziernlich reibungslos' durchgesetzt hat. Das sei der einflußreichen Familie von Flotow zuzuschreiben gewesen. Das Kloster Malchow fiel durch den Ruppin'schen Machtspruch dem Adel zu, 'als des Adels Hospital'. Aus dem katholischen Kloster entstand so ein lutherisches Stift für unverheiratete adlige Damen. Sie wurden jetzt Konventualinnen genannt und wählten aus ihrer Mitte auflebenszeit die Domina. Nach und nach entstand ein stattlicher Komplex aus Wohnhäusern, Verwaltungs- und Wirtschaftsgebäuden. Das Kloster verfügte über eine eigene Kirche. Das Verhältnis zwischen Kloster und Stadt ist stets gut gewesen. Respekt, ja Verehrung prägten das Verhältnis. Das Kloster war aber auch ein bemerkenswerterWirtschaftsfaktor und gab zahlreichen

MalchowernArbeit und Brot. Als 1918 dasVermögen dem mecklenburgischen Staat zufiel, umfaßte es 'außer einem großen Kapitalstande' zehn Güter und sechs Dörfer mit 15 556 ha. Hiervon entfielen 4 500 ha aufWaId und 2 730 ha auf Gewässer.

Malchow war jahrhundertelang durch seine geographische Lage verkehrsmäßig isoliert. Enge Straßen und Brücken begrenzten den Straßenverkehr und auch die Transporte auf dem Wasserwege waren beschwerlich und langsam. Das änderte sich mit dem Anschluß an die Südbahn, dem Bau von Chausseen und den aufkommenden Dampfschiffen. Auch die Landwirtschaft auf unergiebigen mageren Sandböden, vorwiegend durch Ackerbürger betrieben, erlebte im 19. Jahrhundert einen deutlichen Aufschwung. Vor allem aber wuchsen Handwerk, Handel und Gewerbe über die sehr bescheidenen Umsätze hinaus. In schneller Folge entstanden Tuchfabriken, eine Genossenschaftsmolkerei, Sägereien, Mühlen, eine Brauerei, Ziegeleien und erstaunlich viele traditionelle Handwerks- und Handelsbetriebe. Die Bürger gelangten allmählich zu bescheidenem Wohlstand. Allein im 19. Jahrhundert war der Bau von drei Kirchen erforderlich. Besondere Erwähnung verdient jedoch die Tuchmacherei, welcher die Stadt den Ehrennamen 'Manchester des Nordens' verdankt.

Das handwerkliche Herstellen von Tuchen hat eine viele Jahrhunderte alteTradition. So gehörte das MalchowerTuchmacher-Amt schon vor dem Dreißigjährigen Krieg zu den angesehensten Zünften des Landes. In der Mühlenstraße wohnten und produzierten beinahe Haus an Haus die Tuchmacher, Weber, Spinner, Bleicher, Tuchscherer und sogar ein Schönfärber. Von etwa 300 Tuchmachermeistern in ganz Mecklenburg waren zirka ein drittel Malchower. Produziert wurde nicht nur für deutsche Märkte sondern auch für den Export. Im Zuge der Industrialisierung entstand 1843 unter Leitung von Johann Hallwachs die

dampfgetriebene Maschinen-Lohn-Anstalt. Es folgten zwei weitere Fabriken. Darüber hinaus befaßten sich weitere zwölfFirmen mitTuchfabrikation und profitierten Handel, Handwerk und Gewerbe davon. In den siebziger und achtziger Jahren unseres Jahrhunderts entstand auf dieser Basis eine Teppichfabrik mit bis zu 800 Beschäftigten.

Malchow zieht seit etwa 100 Jahren erholungssuchende 'Sornmerfrischler' an. Seit 1850 wurde investiert, um das Städtchen durch den Bau der Eisenbahnlinie, von Straßen und Schiffahrtslinien besser zu erschließen. Um 1900 entstanden drei Kurhäuser, die gemeinsam mit gepflegten Gaststätten um anspruchsvolle Gäste warben. Schon damals wurden Wanderwege angelegt und luden Dampfer, später auch Motorschiffe, zu Vergnügungsfahrten nach Plau, Waren und Röbel ein. Das gastronomische, sportliche und kulturelle Angebot war für die damalige Zeit erstaunlich vielseitig und niveauvoll. Für Gäste mit bescheidnerem Anspruch wurden Privatquartiere bereitgestellt.

Dieser historische Überblick über die Entstehung und Entwicklung einer ungewöhnlichen mecklenburgischen Kleinstadt soll dem lesenden Betrachter der' Ansichten' helfen, sich durch das Büchlein hindurchzufinden. Die Geschichte der Stadt und die sie umgebende Landschaft haben das Gesicht Malchows geprägt, haben politische, kulturelle und wirtschaftliche Strukturen geschaffen und einen prächtigen Menschenschlag hervorgebracht. Unser Anliegen ist es, für unsere Stadt neue Freunde zu gewinnen und bei alten Freunden Erinnerungen zu wekken.

1 Der Grundplan der Stadt und des Klosters Malchow wurde 1884 von G. Drecoll gezeichnet. Er führt dem Betrachter die einmalig schöne Einbettung der Stadt in die seenreiche Landschaft vor Augen. Die Insel in der Mitte der Karte, schon durch den Erddamm und die Drehbrücke mit dem Festland verbunden, gab Malchow den Namen 'Inselstadt' . Sie ist der älteste und bis zum großen Brand

1 72 1 ausschließliche Teil der Stadt. Erst danach durfte Malchow am nördlichen Ufer des Sees (Mühlenstraße, Kirchenstraße, Güstrower Straße) erweitert werden.

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2 Die Mehrbilderkarte trägt einen Poststempel von 1899. Wenn auch etwas klein, so sind doch einige typische Ansichten van Malchow zu erkennen. In der Mitte ein Panoramabild der Malchower Neustadt, rechts oben die Klosterkirche, in der Mitte die Stadtkirche, links im Bild die 1887 erbaute Post.

3 Die Inselstadt Malchow war seit ihrer Entstehung auf eine Verbindung zum Festland angewiesen. Schon seit dem 13. April 1 292 hatte es die hölzerne 'Lange Brücke' gegeben, welche die Insel mit dem Kloster verband. Sie wurde zum Lebensnerv der Stadt. Erst 1637 ist sie zerstört und durch eine Fähre ersetzt worden. AufInitiative des Malchower Bürgermeisters Friedrich Meyer entstand in den [ahren 1844-1846 ein fester Erddamm durch den Malchower See. Die Wassertiefe wurde mit 60 Fuß gemessen. Im Winter 1844/ 45 wurden entlang der Mittellinie Löcher ins Eis gehackt, in welche das Erd-

reich geschüttet wurde. Pferdefuhrwerke transportierten es. Am 26. Februar 1846 war die feierliche Einweihung des mit Linden bepflanzten Dammes.

4 Am 23.April 1697 brannte die gesamte Inselstadt restlos ab. Auch die Kirche, die beiden Tore und das Rathaus wurden ein Opfer der Flammen. In seiner jetzigen Architektur entstand 182 1 am Alten Markt das Rathaus. Es hat sich seither baulich kaum verändert. Auch das Fachwerk ist vollständig erhalten geblieben. Eine vielbeachtete Modernisierung war die 1874 montierte Rathausuhr mit einem 'Transparent-Zifferblatt' . Rechts im Hintergrund erkenrit man einen Teil des Amtsgerichtsgebäudes. Der Bauplatz, das alte Kirchengelände, wurde 1877 'zwecks Baues eines Amtsgerichtsgebäudes ' verkauft.

5 1877 wurde das Malchower Amtsgerichtsgebäude erbaut. Bei den Ausschachtungsarbeiten für das Fundament wurde ein Paar Hörner eines Urstieres gefunden. Der Ur, auchAuerochse, die ursprüngliche Wildrinderart in ganz Europa, ist schon im 17. [ahrhundert ausgestorben. Diese Hörner wurden auf einen kunstgeschnitzten hölzernen Kopf aufgesetzt. Sie schmückten als eine Art Symbolfigur den Eingang zum Grundbuchamt im Malchower Rathaus. 1945 ist das Kunstwerk mit den wertvollen Hörnern verschwunden.

6 Der Bürgermeister Malchows in den [ahren 1841 bis 1849 hieß Friedrich Meyer. Der energische, tatkräftige Mann mag politisch umstritten gewesen sein. Einen 'Denkstein am Damm' hat er sich jedoch unzweifelhaft verdient. Gemeinsam mit dem damaligen weitsichtigen Magistrat ist es vor allem ihm zu verdanken, daß die Stadtinsel Malchow 1846 eine feste Landverbindung zur Klosterseite und damit ungehinderten Verkehr nach Waren, Röbel usw. erhielt. Es wurde ein 'Dammzoll' erhoben und alle fremden Fußgänger, Fuhrwerke und Viehtransporte mußten von 1848 bis 1888 einen festgesetzten Zoll entrichten.

Jv1ALCHOW

Am Damm mit Denkstein,

7 Die Drehbrücke am Nordufer der Malchower Stadtinsel und ihre Vorläufer waren und sind das Nadelöhr für den Straßenverkehr zum Festland. Hier liegen seit dem Mittelalter die Äkker und Gärten der 'Insulaner '. Zunächst verband die Insel mit dem Festland eine einfache Holzbrücke, 1845 eine Hubbrücke und 1863/64 eine hölzerne Drehbrücke. 1 911 schließlich wurde die Eisenbrücke gebaut. Die Abbildung zeigt Reparaturarbeiten in 1 92 9 durch die Firma Karl Rademacher.

8 Die Kurze Straße biegt hinter dem Amtsgericht (im Hintergrund) rechts ab und mündet dann in den Erddamm ein. Auf dem Foto von 1906 ist rechts die Gaststätte 'Inselkrug' zu erkennen. Gleich dahinter biegt der Bäckergang ab, der in die Lange Straße mündet. Das Haus links vom Bäckergang wurde abgerissen. Im Backsteingebäude auf der linken Bildhälfte befand sich die Bäckerei und Konditorei Müller.

Hier soll auf ein Kuriosum aufmerksam gemacht werden, das für das alte Malchow typisch, vielleicht einmalig ist. Es gab in der Inselstadt zunächst - bis 1876 - keine Straßenna-

men. Vielmehr wurden alle Häuser fortlaufend durchnumeriert, auch dann noch, als die Stadt aufs Festland ausgedehnt wurde. (Kirchen-, Mühlen-, Güstrower Straße.)

9 Das Bild gestattet einen Einblick in die Lange Straße, von welcher vorne ganz links die Kurze Straße abbiegt.Abgesehen van kleinen Seiten- und Wasserstraßen sind dies die beiden einzigen Straßen der ursprünglichen Stadtinsel. Alle Außengrundstücke haben Anschluß an den See. Zwischen den beiden 'Hauptstraßen' befindet sich der Markt mit Rathaus und Amtsgericht. Auf der Abbildung aus dem [ahr 1911 ist links das Mode-, Tuch- und Manufakturwarengeschäft von Kaufmann Carl Schmidt zu sehen.

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MALCHOW i. M.

Lengestrasse

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