Markt Bruck i.d. OPf. in alten Ansichten

Markt Bruck i.d. OPf. in alten Ansichten

Auteur
:   Joachim Hanisch
Gemeente
:   Markt Bruck i.d.OPf.
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1835-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Markt Bruck i.d. OPf. in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Wer sich mit Bruck Ld. OPf., den Bürgern dieses Marktes und der Tradition verbunden fühlt, muß die Herausgabe des Bildbandes 'Markt Bruck i.d , OPf. in alten Ansichten' begrüßen. Hier erlebt der Leser unseren Ort so, wie ihn unsere Eltern, Großeltern und Urgroßeltern kannten und schätzten.

Mit diesern Bildband wollen wir unsere Verbundenheit mit der Vergangenheit dokumentieren und einen Rückblick auf die Lebensweise der 'Brucker' in der Zeit von 1880 bis 1930 geben. Selbstverständlich war es nicht möglich, eine komplette Bildersammlung aus jener Zeit zusammenzustellen und es konnten auch nicht alle uns überlassenen Fotos und Ansichtskarten berücksichtigt werden. Trotzdem möchte ich mich bei all jenen herzlichst bedanken, die durch die Überlassung des Bildmaterials zum Entstehen dieses Buches beigetragen haben.

Ich bin überzeugt davon, daß unsere Heimatgemeinde mit den in liebevoller Kleinarbeit zusammengetragenen Bildern aus vergangenen Zeiten unter den Lesern des Buches weitere Freunde gewinnen wird.

Den Bewohnern von Bruck möchte ich ans Herz legen, daß die Verwurzelung mit Geschichte und Tradition eine wesentliche Voraussetzung für die Bereitschaft ist, sich mit unserer Gemeinde zu identifizie-

ren, Verantwortung zu übernehmen und für den Bestand des Erworbenen einzutreten. Dazu sollte dieses Buch mit eine Anregung sein.

Geschichtlicher Überblick ,

Im Wappen von Bruck schreitet ein goldener Löwe über eine Brücke. Dies deutet auf den Namen Bruck hin, der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von dem Namen Brücke kommt. Das läßt sich auch aus der Schreibweise folgern: Brugge, Pruck, Prukk, Pruckh und heute Bruck in der Oberpfalz.

Die Leute aus Bruck mußten seinerzeit ihre Zinsen, heute Steuern, in die Bischofsstadt nach Bamberg zahlen. Die um 1140 erbaute Ägidienkirche wurde daher auch vom Bischof Egilbert aus Bamberg eingeweiht. Später schenkte Bischof Otto von Bamberg dieses Gebiet dem neugegründeten Kloster Ensdorf. Auch Kloster Prüfening war schon 1156 hier begütert und hatte in dem Gebiet Tourne einen eigenen Richter. Erstaunlich, daß früher Thürn mehr Bedeutung hatte als Bruck. Die Marktgerechtigkeiten dürften aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts datieren. Bruck war Markt geworden mit allen Rechten, und das hatte auch für die weitere Umgebung eine gewichtige Bedeutung.

Noch größere Bedeutung erhielt Bruck, als es sich mit 'plankhen, mauern, halbthürmen, thürmen, zwingern, gräben, thorhäusern und anderer nottdurft' befestigen durfte. Dies erlaubte Pfalzgraf Otto 1489 in einem Privilegienbrief, ebenso wie das Abhalten von vier Wochenmärkten. Die Marktmauer war '5 Fuß hoch-

also etwa fünf Meter - hatte 12 Halbtürme und drei Tore. Leider sind die Tore schon abgebrochen. Drei Halbtürme sind noch erhalten. Auch vom ehemaligen Burggut, einem 'freien Eigentum', dessen jeweilige Besitzer Edelmannsfreiheit besaßen, ist nichts mehr übriggeblieben.

Um das Jahr 1345 gehörten zum Brucker Forst die heutigen Forstbereiche Taxöldern, Bruck, Penting, Bodenwöhr, Neubäu, Einsiedel und Roding. Um 1760jl780 bestand der nunmehr 'kurfürstliche Brucker Forst' aus den vier Forstbezirken Bruck, Neubäu, Einsiedei und Roding. Davon hatte allein der Brucker Forstbezirk ein Flächenausmaß von 7 240 Tagwerk. Dieses riesige Waldgebiet war für den damaligen Jagdherrn ein unerschöpflicher Quell, so daß Kurfürst Karl Albrecht, der spätere Kaiser Kar! VII., ab dem Jahre 1773 des öfteren hier zur Jagd weilte. Weiter ging der Aufstieg von Bruck. 1493 kam in den Markt das Pflegegericht. Damit erhielt Bruck auch die Gerichtsbarkeit. Um 1740 entstand das Getreidernaß der 'Prucker', das sich über den Pflegeamtsbezirk hinaus über 400 Jahre als gesetzliches Maß hielt. Nach Schrecknissen des Dreißigjährigen Krieges, wo Bruck fast gänzlich zerstört wurde, kam auch eine Zeit des Wiederaufbaus. Sichtbares Zeichen ist die Kirche St. Ägidius, in der ältesten Form ein gotischer Bau, die 1889 um sieben Meter verlängert wurde. In diesem Jahr wurde dem Turm auch die neugotische Spitze aufgesetzt. Bis dahin trug der Turm eine sogenannte Welsche Haube. Doch trotz all des Elends blühte nach dem Dreißigjährigen Krieg das Handwerksleben wie-

der gewaltig auf. Es bestanden sieben Zünfte im Markt und die Brucker Handwerkstätigkeit wurde weit über das Pflegeamt hinaus bekannt.

Der Markt wurde auch von den Folgen des Ersten und Zweiten Weltkrieges nicht verschont. Doch brachte der wirtschaftliche Aufstieg nach dem letzten Krieg auch für Bruck neue Betriebe und damit Arbeitsplätze wie überhaupt Wirtschaftskraft. Dem Aufwärtstrend in verschiedenen Bereichen entspricht auch die Bevölkerungsentwicklung. Im Jahre 1833 hatte Bruck '173 Hausnummern, 191 Familien und 1 287 Seelen', wie der Chronist schreibt. Heute hat der Markt 3 788 Einwohner. Seinen altertümlichen Charakter hat der Markt leider durch die vielen Brandkatastrophen verloren. Trotzdem kunden noch manche Zeugen von dieser alten Zeit.

Bruck hat ein reiches Vereinsleben, auf das es im Vergleich zu seiner Größe wirklich stolz sein kann. Einen Einblick in das Kulturleben des Marktes gibt auch das Bürgerfest, das jährlich stattfindet. Für die Gäste ebenso wie für den Einheimischen ist das Heirnat- und Bauernmuseum in Mappach interessant. Die gesunde Luft und die günstige klimatische Lage sorgen dafür, daß man in Bruck mit seiner reich bewaldeten Urngebung vorzüglich leben, aber auch genausogut Urlaub machen kann.

J oachirn Hanisch 1. Bürgermeister

1. Der Bauer Wolfgang Hartl hatte die erste Dampfmaschine von Bruck. Für viele Landwirte war damit die mühevolle Arbeit vorbei, das Getreide mit der Hand dreschen zu müssen, denn Hartl drosch nicht nur für den eigenen Bedarf, sondern auch für andere. Vor allem Kleinlandwirte kamen, um die 'neumodische' Einrichtung auszunutzen. Wolfgang Hartls Anwesen hieß die Sulzmühle. Dieser Name war von der Mühle übernommen, die etwa 500 Meter weit vom Bauernhof am Sulzbach stand. Die Mühle wurde abgerissen - der Bauernhof, von dem auf dem Bild ein Teil zu sehen ist, steht noch. Wolfgang Hartl ließ seinen 'Stolz', die Dreschmaschine, 1917 fotografieren. Der Bauer ist der einzige auf dem Bild mit Hut. Der Erste von links ist sein Sohn.

2. Früher hatte Bruck zwei Eisenbahn-Haltestellen. Der Geheimrat Taucher hatte die Sonderhaltestelle durchgesetzt. Sie hieß Haltestelle Hubertus. Geheimrat Taucher war Advokat in Arnberg. Der Jurist hatte außerhalb von Bruck, in der Nähe des Hartl-Bauernhofes, ein großes Anwesen mit eigener Jagd gekauft. So lag die Haltestelle auch beim Hartl-Hof, Unser Bild zeigt den einfahrenden Zug aus Richtung Nittenau kommend. Rechts vom Hof war die Haltestelle. Die Eisenbahnstrecke NittenauBodenwöhr, die an Bruck vorbeiführt, wurde 1906 und 1907 gebaut. Die Hubertus-Haltestelle wurde 1925 aufgelöst. Der Personenverkehr auf der Strecke Nittenau-Bodenwöhr wurde zwischenzeitlich ebenfalls eingestellt. Jetzt rollt nur noch Güterverkehr auf den Schienen.

3. Eines der schönsten Anwesen der Gemeinde Bruck war zu Anfang des Jahrhunderts die Villa Hubertus, etwas außerhalb des Ortskernes gelegen. Die Villa hieß allerdings im Volksmund das 'Fischhäusl'. Das kam von den vielen Fischweihern rund um die Villa her. Sie machten eine Gesamtfläche von rund 270 Tagwerk aus. Es wurden viele Fische gefangen und bei 'Hubertus' roch es immer ein wenig nach diesen Tieren. Daher der etwas despektierliche Name für so eine schmucke Villa. In einer Hütte beim Haus war eine Bierwirtschaft eingerichtet. Ein Mädchen auf dem Bild trägt zwei Krüge. Ließ sich da eine lustige Gesellschaft aus der Wirtschaft fotografieren? Das Foto dürfte kurz nach dem Ersten Weltkrieg gemacht worden sein. Die Villa, allerdings etwas umgebaut, steht heute noch.

4. Beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges mußten auch viele Männer aus Bruck an die Front. Bevor der Zug abfuhr, ließen sie sich auf dem Gelände des Bahnhofes Bruck vor dem Geleise fotografieren. Die hinteren Männer stehen auf den Schienen. Das Bild macht einen fast friedlichen Eindruck - das täuscht aber sehr. Hinter den Männern und auch sonst auf dem Bahnhofsgelände standen die weinenden Frauen und Kinder, die von den Ehegatten und Vätern Abschied nehmen mußten. Ihre bittere Ahnung trog nicht: 100 Soldaten aus Bruck sind im Ersten Weltkrieg gefallen oder als vermißt gemeldet worden. Das war für so eine kleine Gemeinde ein erstaunlich hoher Blutzoll.

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5. Viele Erinnerungen weckt diese Ansichtskarte aus dem Jahr 1912. Was hat sich nicht alles geändert. Das alte Kriegerdenkmal steht nicht mehr. Der Teil der Ummauerung, der abgebildet ist, weist auf die Bedeutung des Marktes Bruck in früheren Zeiten hin. Er war befestigt und das war nur mit Orten der Fall, die eine zentrale Stellung für die Umgebung einnahmen. Das alte Rathaus mußte seinen 'Rang' an das neue abtreten. Ähnlich erging es dem alten Pfarrhof. So ändern sich eben die Zeiten! Interessant ist auch der Blick auf die Kunstmühle Kolb. Ganz rechts ist die Totalansicht des Marktes. Die Ansicht in der Mitte zeigt das ehemalige Bruck mit seiner Ummauerung; es war ein wehrhafter Ort!

Gruss aus BRUCK (Oberpfalz)

6. Dieses Bild, aufgenommen etwa um 1907/08, zeigt uns das damalige Bruck vom Norden her. In der Mitte sehen wir das seinerzeit neu erbaute Bahnhofsgebäude. Im linken unteren Bild ist noch der Brunnenkasten vor der Metzgerei Gleixner (Danhauser) und im unteren rechten Bild der Marktbrurmen ersichtlich.

7. Neben der Totalansicht von Bruck vorn Nordosten her zeigt uns diese Postkarte die Windischbachmühle, die ehemalige Grubmühle, die damalige Hoffeldsiedlung, das alte Rathaus, das alte Kriegerdenkmal 1870/71, die St.-Sebastianskirche sowie Bruck/OPf. aus dem Jahre 1630. Auf dem Gelände der zwischenzeitlich verschwundenen Grubmühle entsteht derzeit das Freizeitzentrum für Bruck. Das alte Rathaus wird derzeit teils für gemeindliche Zwecke (Freibank und so weiter) und teils für Wohnzwecke genutzt. Das alte Kriegerdenkmal aus den Kriegen 1870/71 und 1914/1918 wurde im Zuge der Neugestaltung des Denkmals entfernt.

8. Einen besonders achtbaren Rang unter den Brucker Vereinen hat der Kriegerverein. 1886 war die erste Fahnenweihe. Gegründet wurde der Verein schon 1873. Gründungsvorstand war Johann Wohlfarth, der sein Amt 52 Jahre inne hatte. Franz Lippert und Karl Senft waren jeweils 17 Jahre Vorsitzende. Seit 1971 leitet Hans Lanzl den Verein, der 283 Mitglieder zählt und besonders stolz auf seinen 'Nachwuchs' ist: Die Reservisten erzielten 1980 auf dem Gebiet der Militärpatrouille große Erfolge und kamen in der Oberpfalz auf den ersten und dann auf Bayern-Ebene auf den zweiten Platz. Im Wettbewerb, der für das ganze Bundesgebiet galt, wurden die Reservisten, Ortsverband Bruck, fünfter Deutscher Meister.

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