Markt Schwaben in alten Ansichten Band 1

Markt Schwaben in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Irmgard Köhler
Gemeente
:   Markt Schwaben
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5211-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Markt Schwaben in alten Ansichten Band 1'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

EINLEITUNG

'Schwaben' - dies war der ursprüngliche Name unserer Gerneinde, die schon 1310 ein urkundlich verbürgtes Marktrecht besaß. 1922 bekam der Ort den offiziellen Namen 'Markt Schwaben', Über die Herkunft des Namens Schwaben ist man sich nicht einig, er könnte abgeleitet sein von einer schwäbischen Siedlung, oder bei den Leuten des Namens Schwab bedeuten. 1046-1048 wurde als Zeuge in Ebersberg ein 'Harnit Suevus' genannt.

Durch die Schenkung einer Mühle und zweier Leibeigener nach Ebersberg, wurde der Name Schwaben erstmals urkundlich festgehalten. Dies fällt in die Amtszeit des Abtes Ruppert (1085-1115) im Kloster Ebersberg. Das eigentliche Jahr der ersten Nennung ist also nicht erkennbar.

1242 gehörte Schwaben zu Wasserburg und Konrad, der letzte Wasserburger Graf, setzte Otto 11. als Erben ein, 1247 wurde er von den Wittelsbachern vertrieben. 1283 erhielt Schwaben die Dorfgerichtsbarkeit und gleichzeitig baute Herzog Ludwig der Strenge eine Burg, die ein Pfleger als höchster Beamter verwaltete. Sie sollte die mit Gewalt erworbene Herrschaft sichern.

Von da an war der Ort Schwaben unlösbar mit der Burg verbunden. Bruder-, Erbfolge-, und Teilungsstreitigkei ten folgten in den kommenden Jahren.

Eine Kirche in Schwaben wird erstmals 1315 genannt als Filialkirche von Landsham. Ihr Standort war ungefähr an der Stelle des heutigen Maibaums.

St. Margaret, unsere jetzige Kirche, steht auf herzogli-

chem Grund und wurde 1672 eingeweiht. Für sie wurden nicht nur freiwillige Opfer erbracht, es mußten die nachbarlichen Kirchengemeinden Geld zur Verfügung stellen.

Am Heiligen Abend 1394 wurde der Ort von zwei Münchner Herzögen niedergebrannt, dabei wurden alle Urkunden vernichtet und erst 1409 die wichtigsten erneuert. Gleichzeitig erhielt Schwaben vom Herzog Stephan ein Wappen. (Weißer Falke auf einem schwarzem Berg mit aufgehenden Flügeln.) Der Markt hatte einen Bürgermeister und Räte.

1557 wurden die Jahrmärkte bewilligt und 1604 festgelegt, daß im Markt nur die bürgerlichen Verfehlungen geahndet werden dürfen.

1638, im Dreißigjährigen Krieg, wurden von den Schweden die Burg, das Eisenamtshaus (Gefängnis), wie teilweise der Ort niedergebrannt. Das Gefängnis mit den Steinen der Burg neu aufgebaut.

1650 ließ Maria Anna von Österreich, Gattin von Maximilian 1., ein Schloß in Schwaben erbauen, das auf einem Kupferstich von M. Wening zu sehen ist. Die alte Burg kannte er nur durch Überlieferung. Über den Markt schreibt er: 'Die Bürger dort leben meist von gewöhnlicher Hantierung.' 'Joseph Hazi' schrieb über den Markt er sei von Steinen erbaut, aber dort gäbe es nur arme Handwerker, Ausnahme seien die zwei Bräuer, denen es durch die quatemberlichen (l/4 jährlich) Viehmärkte und den dadurch erzielten Bierkonsum

besser gehe. Davon zeugt der Wiederaufbau der MariaHilf-Kapelle 1720 durch Joh. Gerstlacher , Oberbräu.

Ein festlicher Anlaß auch für den Markt war sicher die Priesterweihe von Clemens August, Sohn des Kurfürsten Max Emanuels, in der Schloßkapelle 1725.

1749 brannten im Ort 33 Häuser und zwei Stadel nieder, verursacht durch Spiel mit Granaten.

Ab 1770 sank das Interesse am Schloß, da der Hof in München kräftig sparen mußte. Der Kurfürst kam nicht mehr nach Schwaben, um von da im Anzinger Forst seiner Jagdleidenschaft zu frönen.

Durch den Bau des Schulhauses 1803, entwickelte sich das Schulwesen erfreulich. Eine Lehrtätigkeit ist schon seit 1490 nachweisbar.

Nur für Pfleger (der Landrichter wurde) und Landgericht, war das Schloß zu kostspielig geworden, dazu kam eine Neugliederung der Bezirke. So wurden Landrichter und Landgericht nach Ebersberg verlegt. Schwaben wurde ein 'nahrungsloser öder Ort', wie man nachlesen kann. Das Schloß wurde an den Meistbietenden versteigert.

1868 gab es dann wieder einen Aufschwung durch den Eisenbahnbau München-Simbach und später noch, Schwaben-Erding. Es kam wieder Leben in den Markt, auch wenn die Polizei verstärkt werden mußte. Es wurde das Bahngebäude, wie auch die Bahnhofrestauration, gebaut. Am 30. Juni 1871 war Eröffnung der Strecke München-Neuötting. Die Post wurde der Bahn ange-

gliedert und die Postkutsche sorgte für die Verbindung Schwaben-Anzing-Ebersberg. Nun war es nötig, die heutige Bahnhofstraße zu erweitern. 1895 wurde ein 'Posthaus' gebaut und 1909 elektrifiziert.

Der Erste Weltkrieg hatte auch in Schwaben seine tiefen Spuren hinterlassen.

Der nächste scheinbare Aufschwung endete wieder mit Krieg, Not , Leid und viele gewaltsam aus der Heimat Vertriebenen und Geflohenen. Es war eine schlimme Zeit, die sich nur ganz langsam mit viel Arbeit und Mühe beruhigte. Heute leben wir, in unserer, immer größer werdenden Gemeinde Markt Schwaben, friedlich neben- und miteinander. Möge es so bleiben.

Im Einvernehmen mit dem Heimatmuseum Markt Schwaben wurde dieses Bändchen zusammengestellt. Ich möchte mich für diese Möglichkeit bedanken, so war es leicht, an Bildmaterial heranzukommen,das ich selbst noch nicht besaß. Bei allen, die meine Fragen so freundlich beantworteten, möchte ich mich besonders bedanken. Vergessen sei nicht Herr Knadler mit einem Dank, er war mir sehr behilflich. Mein besonderer Dank gebührt Herrn Blasi, der rnir mit viel Geduld und seinem Wissen zur Seite stand. So hoffe ich, daß dieses Bändchen bei Alt- und Neubürgern etwas aus der Vergangenheit übermitteln kann.

Irmgard Köhler geb. Brenner

SCHWABEN

1. Dieses Rathaus - von einem Wohnhaus und einem Gasthaus flankiert - ist das dritte und letzte an dieser Stelle. 1893 wurde es unter dem Bürgermeister Josef Heilmaier vom Baumeister Haydn für 22 355 Mark und 27 Pfennige erbaut, Zur Tilgung dieser Summe wurde ein Bierpfennig erhoben. Ehedem waren vor dem Rathaus ein Schöpfbrunnen und eine Linde. Auf diesem Bild ist vor dem Rathaus und der kleinen Anlage mit Rotdornbäumchen die Marktwaage für die Fuhrwerke. Nachdem der Anbau am Schloß die Aufgabe des Rathauses übernommen hatte, wurde dieses Gebäude abgebrochen. Der entstandene freie Platz dient nun als Treffpunkt für die Markt Schwabener.

2. Das war Bürgermeiser Heilmaier, von Beruf ein Färber. Er lenkte die Geschicke Markt Schwabens ab 1857 im alten Rathaus. 1893 wurde an derselben Stelle unter seiner Regie das dritte Rathaus gebaut. Dieser Bürgermeister konnte die Vorteile eines Neubaues kaum genießen, denn er starb - noch in Amt und Würden - im selben Jahr. Den meisten unter uns ist dieses Rathaus bekannt. (Siehe voriges Bild.) Joseph Heilmaier war nicht nur ein guter Bürgermeister für unseren Ort, er kümmerte sich auch um die Vergangenheit und schrieb alle Vorkommnisse, soweit er sie durch Unterlagen oder Reeherehen festhalten konnte, in einer Chronik nieder. Wir besitzen diese leider nicht, aber unsere Väter konnten noch reichlich aus ihr schöpfen.

3. Die Hermann-Göring-Straße wurde doch wieder die Ebersberger Straße. Hier von Süden nach Norden mit der St-Margareten-Kirche als Blickpunkt. Rechts im Vordergrund die zwei Häuser mit den Vordächern, getrennt von einer kleinen Tankstelle, sind das Kaufhaus Stacheter. Inzwischen ist alles zu einem Block zusammengewachsen. Die steilen Dächer sind gewichen und machten einer besseren Nutzung Platz. Aus diesem Haus stammte der Bürgermeister Lippert. Das anschließende Haus war der Neuwirt, beim Stocker genannt, hier schon zur Kreissparkasse umgebaut. Links das Wandlhaus ehemals Austragshaus der Oberbräuer, heute Peter Widmann. Die auf dem Bild sichtbare Einfriedung mußte der Straßenverbreiterung weichen.

4. Unsere Pfarrkirche wurde 1669-1672 erbaut und steht auf herzoglichem Grund. Das Hochaltarbild zeigt die Kirchenpatronin St. Margaret. Bei der Renovierung 1856-1860 wurden die gewundenen Säulen entfernt und die Altarbilder, durch Bilder der Nazarenerschule, ersetzt. Wie das ehemalige Altarbild 'St. Margaret' aussah, ist unbekannt. Heute stehen ihr die Patrone der damaligen Filialkirchen zur Seite, wie auch unsere Nebenpatrone Philippus und Jakobus. Aus der alten Kirche wurde eine sehr schöne gotische Margaretenfigur herübergerettet. Der Marienaltar, wie alle weiteren Altäre , auch Kanzel, Tabernakel, Gitter und vieles rnehr, stammen aus Schenkungen, die weit in das 19. Jahrhundert reichen.

5. Erste heilige Kommunion 1909/10 in Markt Schwaben - mit Hut. Für uns ist dies heute ganz ungewohnt und auch kaum vorstellbar. Bei näherer Betrachtung sieht man, wie individuell jeder Bub seinen Hut trägt. Keek in den Nacken geschoben, verwegen in die Stirne gedrückt, oder ganz brav und erwachsen. Die Mädchenkleidung hat sich kaum geändert bzw. man kommt wieder auf diese Mode zurück. Jedes Kleid könnte übernommen werden wie es ist, auch die Haartracht und die Kränzchen. Lieb sehen sie aus. aber sicher waren sie nicht immernur lieb und brav.

6. Im Jahre 1911 schenkte Maria Hundseder, Hausname Sedlbauer (heute Glasi), der Margaretenkirche in Markt Schwaben drei neue Glocken. Mit prächtig geschmücktem Vierergespann wurden sie vom Bahnhof abgeholt und mit großer Begleitung an ihren Bestimmungsort gebracht. Dies war ein Freudentag für alle. Leider erklangen ihre Stimmen nur 31 Jahre, denn 1942 mußten sie dem Krieg geopfert werden. Erst im Jahre 1948 erhielt die Kirche wieder ein neues Geläut. Auch diese Glocken wurden von einem Sedlbauer-Gespann (Glasl/Hundseder) vom Bahnhof abgeholt und zur Kirche gebracht.

7. Eine Persönlichkeit, weit gereist und hoch dekoriert, das war Pfarrer Korbinian Ostermayr aus Haus bei Markt Schwaben. Am 29. Juli 1894 hielt er hier sein erstes heiliges Meßopfer. Nach einigen Stationen seiner priesterlichen Laufbahn wurde ihm auf dem Wendelstein 1 738 m hoch, das Kirchlein anvertraut, in dem er 43 Jahre lang wirkte. Wieder einmal am 11. Oktober 1927 war kein Meßdiener zugegen, da frug ein Herr, ob er dienen dürfe. Pfarrer Ostermayr bejahte dankbar. Erst am Ende der heiligen Messe wurde dem Pfarrer bewußt, daß es der Erzbischof Eugenio Pacelli war, damaliger apost. Nuntius in Deutschland. Seine Reaktion: 'Aber Euer Excellenz, wie konnten Sie nur. .. ' 'Wieso Hochwürden, habe ich es nicht richtig gemacht?' WendelsteinPfarrer, das war und ist sein Attribut.

8. Mit dieser Karte von 1898 wird zum Namenstag gratuliert und zugleich getröstet 'Wenn Du Zeitlang hast, schau die Karte an - das ist Schwaben! Deine Rosi.' Ganz links auf dieser Karte ist das Wappen von Markt Schwaben. Darüber das Schloß mit dem Turm - der erst 1879 angebaut wurde - eine Süd-West Ansicht. Der ganze Westtrakt mit einem Teil des Südflügeis wurde 1972 bis ungefähr zum 'Südknick' abgetragen und an dessen Stelle das Rathaus angebaut. Der verbleibende Rest beherbergt heute die Gemeindebibliothek. Das Bild daneben zeigt das Postgebäude und anschließend den Bahnhof, von dem ein Zug nach München fährt. Die Totalansicht zeigt den Ort von Nordwesten.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek