Mücheln in alten Ansichten Band 2

Mücheln in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Hans Schmidt
Gemeente
:   Mücheln
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5829-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Mücheln in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Anlaß für die Erarbeitung des Buches 'Mücheln in alten Ansichten Band 2', gab die freudige Aufnahme des ersten Bandes durch eine Vielzahl Müchelner Bürger und Interessenten von nah und fern. Herzlichen Dank all den Heimatfreunden, den Bekannten und Verwandten, die im Rahmen der Sammlung von Bildmaterialien, besonders alte Postkarten zur Verfügung stellten und ihre Einwilligung zu vorliegender Form der Veröffentlichung gaben.

Bekanntes aus dem ersten Band wird hier und dort im Band 2 aus älterer Ansicht, beziehungsweise aus einer anderen räumlichen Perspektive, dargestellt. Der geschichtliche Inhalt der einzelnen Texte sollte, wie im Band 1 auch, für den heimatkundlichen Unterricht in den Schulen Verwendung finden.

Im vorliegenden Band 2 wird ein Zeitabschnitt zwischen 1875 und nach 1930 erfaßt. Einzelne wenige Bilddokumente fallen in spätere Zeitabschnitte. Besondere Einflüsse auf die Entwicklung der Stadt Mücheln nahmen zwei Ereignisse aus der Vergangenheit, zum einen die Prozesse der umfangreichen Bergbaumaßnahmen im Braunkohlentagebau des Geiseltales, zwischen 1698, vom ersten Kohlefund,

bis hin zum Ende der Braunkohleförderung (1993) und der anschließenden, planmäßigen Rekultivierungsaufgaben, zum anderen der Prozeß der Eingemeindung von neun Nachbargemeinden (Wenden, Gehüfte, Zorbau, Zöbigker, Eptingen, Möckerling, St. Micheln, St. Ulrich und Stöbnitz) einschließlich der Vereinigung, Auflösung und des Anschlusses von vier Gutsbezirken (St. Ulrich, Stöbnitz, Eptingen und Zöbigker), im Zeitabschnitt von 1927 bis 1939.

Der Braunkohleabbau hatte große und vielseitige Auswirkungen auf die Menschen im Umland der großen Gruben und Brikettfabriken. Das Ausmaß des Kohlevorkommens des Geiseltales wurde in einer Zeitungsnotiz am 24. November 1927 folgendermaßen dargestellt: 'Nach Mitteilung des Oberbergamts, Halle, besitzt das Geiseltal noch 1,36 Milliarden Tonnen abbaufähige Braunkohle , also Kohle für eine Million Eisenbahnzüge. Würden täglich 33 Kohlenzüge aus dem Geiseltal abfahren, also jährlich 10 000 Züge, so würde das festgestellte Kohlenvorkommen noch hundert Jahre reichen.'

In Erweiterung zum ersten Band werden im Band 2 eine Mehrzahl von Bau- und Kunstdenkmälern, ins-

besondere auch Kleinode. vorgestellt und erläutert. Durch das Bestehen einer Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Mücheln mit umliegenden Nachbargemeinden. wurde zusätzlich die Möglichkeit genutzt, an fast Unbekanntes zu erinnern.

Der vorliegende Band 2 zeigt wiederum eine Reihe Aufnahmen, vorwiegend Fotos des bekannten Fotografenmeisters Herrn Oskar Hippe, der wohl in Mücheln erfolgreichste Fotograf um die Zeit der Jahrhundertwende, der für eine gute Qualität seiner Arbeitsergebnisse bürgte. Sein Nachfolger war Herr Rudolf Martini aus Mücheln, der die Tradition fortsetzte. Hauptanliegen war, Erinnerungen im Bild festzuhalten, um den Menschen der Zukunft zu zeigen, welche Natur-, Kultur- und Gesellschaftsformen üblich waren. Die Aufnahme von Fotos der alten privilegierten Schützengilde Müchelns (1475 in Form einer Bürgerwehr gegründet) soll im Rahmen der Traditionspflege (die Wiedergründung der Schützengilde '1475' erfolgte vor zwei Jahren) an die Höhepunkte von Schützenfesten der Vergangenheit erinnern. Die über Jahrhunderte jährlich durchgeführten Schützenfeste sprechen für sich, sie waren der absolute Höhepunkt im kulturellen Stadtge-

schehen, Ausnahme bildeten die Kriegszeiten. Einiges im Band 2 Vorgestelltes ist entweder heute nicht mehr vorhanden, beziehungsweise ist es inzwischen Veränderungen unterworfen.

Bedeutende Persönlichkeiten nehmen, wie im ersten Band mit ihrer Biographie, den vorderen Teil des Buches ein. Ältere Bürger unserer Stadt werden sich hier und dort an diese bekannten Persönlichkeiten erinnern können, den jüngeren Menschen werden dieselben vorgestellt und ein kurzer Einblick in ihr Leben und Wirken ermöglicht.

Es wäre erfreulich, wenn dieser Band 2 ebensolches Interesse finden würde wie das erste Buch 'Mücheln in alten Ansichten'.

Quellennachweis:

Archiv der Stadt Mücheln: Nr. 1,3,8-10,12,16-18, 22,23,28,39,46-49,52,56,58,61-63,67,72 und 76. Persönlicher Besitz: Titelbild, Nr. 2, 4-8,11,13-15, 19-21,24-27,29-38,40-43,45,50,51,53-55,57,59, 60,64-66,68-71,73-75, 77-80.

I. Eine der ältesten fotografischen Aufnahmen der Nordseite des Marktplatzes Mücheln veranschaulicht den baulichen Zustand der Gebäude etwa um das Jahr 1875. Das heutige Postamt, rechts neben dem Rathaus, war zu jener Zeit noch eine Bäckerei mit Hofdurchfahrt (rechtsseitig). Am Rathaus fällt auf, daß am großen Treppenturm das untere Schrägfenster noch fehlt. Neben dem Rathaus links, das Gebäude der heutigen Sparkasse, zeigt rechtsseitig eine 'Restauration' mit einer Conditorei.

2. Professor Dr. med. vet .. Dr. med. vet h.c. multi Martin Lerche (1892-1980), in Mücheln geboren als zweiter Sohn des Baumeisters Ludwig Lerche und dessen Ehefrau Ottilie geborene Elbert. Große Verdienste und hohes Ansehen erarbeitete sich Professor Martin Lerche auf seinem Lebensweg in den Wissenschaftsgebieten der Veterinärmedizin. Als Hochschullehrer und Institutsdirektor in Berlin entwickelte er zum Beispiel zukunftsweisend das Lehr-, Forschungs- und Tätigkeitsgebiet 'Tierärztliche Lebensmittelhygiene'. Im In- und Ausland hochgeschätzt als der 'Nestor der Lebensmittelhygiene " war er außerdem der Gründer und Herausgeber des 'Zentralblattes für Veterinärmedizin' und, etwa zeitlich gleich (1953), Mitgründer der 'Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft' (DVG), deren Ehrenvorsitzender er auf Lebenszeit war.

3. Professor Carl Friedemann, 1862 geboren, Musikdirektor und Komponist, gebürtiger Müchelner als der sechste Sohn von elf Kindern der Familie. Nach musikalischer Vorbildung in der Privatmusikschule des Vaterhauses (Vater Robert Friedemann) auf dem Ölberg in Mücheln, studierte er von 1877 bis 1881 anden Musikhochschulen in Weimar, Halle und Leipzig. Nach seiner Militärzeit als Musiker in einer Regimentskapelle in Erfurt erweiterte Friedemann sein Studium in Meiningen beim Hofkapellmeister Büchner der HerzoglichMeiningenschen Hofkapelle. 1908 wurde er durch den akademisehen Senat in Berlin zum Königlichen Musikdirektor befördert, besonders in Anerkennung seiner kompositorischen Arbeiten. In Freiburg im Breisgau erwarb er sich durch seine Dirigententätigkeit hohe Anerkennung. Konzertreisen führten ihn nach Frankreich, Spanien und Italien. Rund 330 Kompositionen sind in seinen Lebensjahren entstanden. von Konzertstücken, Symphonien bis hin zu Liedern für Männer- und gemischte Chöre und einer berühmten 3. slawischen Rhapsodie.

4. Dr. phi!. Adolf Holst (1867-1945), geboren in Branderoda, am Schreibtisch seines Arbeitszimmers in Bückeburg. Adolf Holfst studierte in Tübingen, Leipzig und Berlin. Im Ausland erweiterte er sein Wissen. Danach war er als Hauslehrer, besonders als Direktor an den deutschen Schulen in Italien, aber auch als Privaterzieher am Fürstenhaus zu Bückeburg, tätig. Er pflegte ständig seine heimatlichen Beziehungen zu den Schülern und Lehrern der Müchelner Volksschule. Besonders waren seine Gedichte, Erzählungen, Bilderbuchtexte, Lieder und Märchen für die Welt der Kinder beliebter Lese- und Vortragsstoff. Nicht zu vergessen ist der Inhalt des durch ihn herausgegebenen' Auerbachs Deutscher Kinderkalender . Holst verstarb kurz vor seinem 78. Geburtstag.

5. Johannes Schlaf (1862-1941) Schriftsteller und Dichter unserer näheren Heirnat, aus der Stadt Querfurt , seinem Geburts- und Sterbeort. Er studierte in Halle und Berlin, wo auch 1889 die erste Novellensammlung 'Papa Hamiet' als erstes Zeugnis des 'konsequenten Naturalismus' entstand. Im Jahr darauf folgte das Drama' Die Familie Selicke, das in der 'Freien Bühne' in Berlin aufgeführt wurde. J. Schlaf schrieb noch weitere Bühnenstücke (zum Beispiel Meister Oelze), dramatische Dichtungen, Prosaschriften und lyrische Stimmungsbilder aus der Heimat (1892) unter dem Begriff 'In Dingsda'. Auch Gedichte seiner Zuneigung zum Kosmos und seiner Verbundenheit mit der Natur werden in seinen Spätwerken, zwischen 1920 und 1930 über einen Querfurter Verlag veröffentlicht. An sein heimatliches Wirken erinnert eine Straße in Mücheln, die seinen Namen trägt.

6. Herr DL JUL Kar! Roderich van Helldorff, 1848 geboren und 1913 gestorben, war Königlich Preußischer Kammerherr und Fedeikomissherr auf den Gütern St. Ulrich, Stöbnitz, Öchlitz sowie Gröst und auf dem Gut in Zingst bei VitzenburglUnstrut. Seine Verdienste lagen unter anderem in der Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft der Zuckerfabrik Müchelnl Stöbnitz in der Zeit vom Februar 1906 bis zu seinem Tode im Jahre 1913. Auf dem Bildnis, einem Ölgemälde von Henry Luyten aus dem Jahre 1911, wird er im Gewand des Rechtsritters des Johanniterordens dargestellt.

7. Die Hochzeit im Wasserschloß in St. Ulrich, ein Höhepunkt in Mücheln, am 12. Mai 1907. Die Heirat der ältesten Tochter des Herrn Baron Kar! Roderich von Helldorff, Elise-Pauline , mit Herrn Hans von PIessen, machte Geschichte. Über hundert Gäste waren von nah und fern aufEinladung zur großen Feier angereist. Ein großes Festzeit wurde am Vortag auf dem Gutshoffür die Feierlichkeiten aufgestellt.

8. Links: Das Richtfest zum Umbau des Wasserschlosses St. Ulrich im Jahre 1924. Der Fideikommißherr Kar! Roderich von Helldorff als Bauherr gestaltete J 924 und 1925 das Schloß am Mittelteil der Hauptfassade (im Bild), den Südwestteil und den Turm um. Die letzte größere Erneuerung führte der U rgroßvater des Bauherren, der Kursächsische Stiftshauptmann und Domherr zu Merseburg (rechtes Bild), Ferdinand Heinrich von Helldorff in den letzten Jahren des 18. Jahrhunderts aus. Er wird auf einem Gemälde des berühmten Malers Anton Graff dargestellt. Das Gemälde hing unter anderen wertvollen Stücken im Schloß St. Ulrich.

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