Meersburg in alten Ansichten

Meersburg in alten Ansichten

Auteur
:   Suzanne Satzer-Spree
Gemeente
:   Meersburg
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5409-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Meersburg in alten Ansichten'

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VORWORT

Schon recht bald nach der Erfindung der Fotografie 1839 entstanden im Bodenseegebiet Fotoateliers. Zu den ersten Fotografen, die den Bodensee und damit auch Meersburg im Bild festhielten, gehörten German Wolf aus Konstanz und Alexander Lauterwasser aus Überlingen. Aus dieser Frühphase der Fotografie sind aber in Meersburg nur wenige Fotos erhalten. Denn Fotografieren war damals noch sehr aufwendig und kostspielig und vor allem Landschaftsaufnahmen entstanden, wegen des großen technischen Aufwandes, nur selten.

Mit dem stetig wachsenden Fremdenverkehr wuchs die Nachfrage nach Fotografien und Postkarten ständig und neue Techniken ermöglichten, daß dieser Bedarf gedeckt werden konnte. Zacharias Marschall und Emil Rösch gehörten zu den Fotografen, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Meersburg auf Fotos und vor allem auf Postkarten festhielten .

Besonders die Sehenswürdigkeiten der Stadt Meersburg dienten den Fotografen als Motive. Aber nicht nur Gebäude wurden aufgenommen, es wurden auch Gruppen- oder Porträtaufnahmen hergestellt. So dokumentieren die Fotos nicht nur die Bausubstanz der früheren Jahre, es wer-

den auch immer wieder Einblicke in das Kleinstadtieben am Bodensee gegeben. Eher zufällig vor die Kamera geratene Menschen geben Zeugnis von der Lebens- und Arbeitswelt der hiesigen Bevölkerung. Daneben gibt es zahlreiche Aufnahmen, die die Entwicklung Meersburgs zur Fremdenverkehrsgemeinde seit dem frühen 20. Jahrhundert verdeutlichen. Neben den Bewohnern bevölkern nach und nach auch Sommerfrischler das Stadtbild.

Das vom Kulturamt der Stadt Meersburg zusammengestellte Fotobuch 'Meersburg in alten Ansichten' läßt erahnen, wie die Stadt zu Beginn der Fremdenverkehrszeit ausgesehen hat. Der fotografische Rundgang durch die Stadt dokumentiert, wenn auch nicht alle, so doch die wichtigsten Gebäude in der Altstadt. Daneben soll auch gezeigt werden, daß Meersburg gerade in der Anfangsphase des Fremdenverkehrs stark ländlich geprägt war, daß Handwerk und Landwirtschaft die Haupterwerbsquellen der Bevölkerung darstellten. Von der Pracht der Fürstbischöfe, die Meersburg im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts verließen, zeugen die Prachtbauten Alte Burg, Neues Schloß, Seminar sowie Reithof. Ne-

ben den Bauernhöfen und Handwerksbetrieben gab es noch etliche Gasthäuser, einige Kaufleute, zwei Verlagshäuser und sogar eine richtige Fabrik mit Dampfmaschinen. Dies alles wurde fotografisch festgehalten und so können wir uns heute ein Bild von Meersburgs vergangenen Tagen machen.

Die in diesem Band gezeigten Fotos stammen zum überwiegenden Teil aus dem Stadtarchiv Meersburg. Dennoch wäre der Band ohne die Hilfe aus der Bevölkerung und vor allem des Meersburger Museumsvereins und dessen Vorstand Heinrich Frey nicht zustande gekommen. Hierfür möchten wir uns herzlich bedanken.

Nun laden wir Sie, lieber Leser, ein, uns auf unserem Spaziergang durch das Meersburg der Jahrhundertwende zu folgen und vielleicht nimmt der eine oder die andere das Buch als kleinen Führer durch das heutige Meersburg zur Hand und vergleicht das Alte mit dem Neuen.

Fotonachweis:

Amt für Geschichte und Kultur des Bodenseekreises, Markdorf: 75

Benz, Michael, Meersburg: 54

Frey, Heinrich, Meersburg: 38,69 MuseumsvereinMeersburg: 11, 19,33,35,48,59 Seyfried, Maximilian, Meersburg: 15,70 Winkier , Peter, Meersburg: 72

Zeitschrift Glaserhäusle, Meersburg: 25

Stadtarchiv Meersburg, Fotosammlung: alle anderen.

Literaturhinweise:

Fischer, Steven R., Meersburg im Mittelalter. Aus der Geschichte einer Bodenseestadt und ihrer nächsten Umgebung. Meersburg 1988.

Gramm, Brigitte, Meersburg, Von der Bischofsresidenz zur Fremdenverkehrsstadt. Konstanz 1988. Lupke, Nadja, und Schulz, Eveline , Meersburg:

Wanderstation und Wanderziel durch die Jahrhunderte. Konstanz 1992.

Staat!. Aufbaugymnasium Meersburg (Hg.), Beiträge zur 250-Jahrfeier. Stock ach 1985.

Trapp, Werner, Der Traum vom Nabel der Welt. Das Projekt 'Bodenseefiihre' im Spannungsfeld regionaler Verkehrsinteressen, in: Leben am See 8 (1990). S. 62-75.

1. Besucher, die nach Meersburg kommen, erreichen die Stadt häufig per Schiff. Schon von weitem fällt der Bliek auf die historische Silhouette der malerischen Stadt am Bodensee: die Alte Burg aus dem Mittelalter, die fürstbischöflichen Barockgebäude Neues Schloß, Reit- und Stallhof und Priesterseminar. Darunter ist die Unterstadt mil ihren zahlreichen Häusern zu sehen. Auf der Fotografie aus dem Jahre 1880 erkennen wir noch unterhalb der Alten Burg den Schornstein der Mechanischen Baumwollweberei Honegger.

Meersburg.

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2. Unser Rundgang durch Meersburg beginnt beim Haten, der erst in den 1850er Jahren gebaut wurde. Allerdings gilt der Platz schon seit dem frühen 16. Jahrhundert als Hauptumschlagplatz von Waren verschiedenster Art. Das dreigeschossige mit Treppengiebeln verzierte 'Gredhaus' wurde von Fürstbischof Hugo von Hohenlandenberg 1509 als Kauf- und Kornhaus eingerichtet und blieb bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts Sitz des Korn- und Weinhandels in Meersburg. Danach wurde es als Zollhaus genutzt und 1924 richtete hier der Kur- und Verkehrsverein das erste Verkehrsbüro von Meersburg ein. Auch um 1900 wurden am Hafen noch zahlreiche Produkte urngeschlagen, wovon die Waren im Vordergrund der Postkarte Zeugnis geben.

3. Im Zuge der Aufhebung des Hochstifts Meersburg 1802/03 sank die Stadt zu einer unbedeutenden badischen Landstadt herab. Erst um die Wende zum 20. Jahrhundert entwickelte sich Meersburg zur Frerndenverkehrsgemeinde. Vor allem der 1919 gewählte Bürgermeister Dr. Karl Moll setzte sich für eine intensive Förderung des Fremdenverkehrs ein. Ein Hauptproblern der damaligen Zeit war der Mangel an Fremdenbetten im Hinblick auf die große Zahl der Reisenden. Dennoch gab es auch schon 1920 einige Hotels, so zum Beispiel das Hotel 'Seehof' am Hafen neben dem Gredhaus. Die Dachgauben mit den Treppengiebeln, die auf dem Foto von 1920 zu sehen sind, wurden erst in den 1910er Jahren angebracht.

Innenhafen - Le. rerseminar

4. Werfen wir noch einen kurzen Bliek hinauf über den 'Rieschen' auf das Gebäude der Weinbaudomäne, den sogenannten Reit- und Stallhof, heute Staatsweingut. Die Aufnahme zeigt den Bauzustand vor dem großangelegten Umbau von 1907/08. Der 'Rieschen' gilt übrigens als eine der besten Weinlagen, die Meersburg und die Region zu bieten haben.

5. Setzen wir unseren Rundgang am Gredhaus vorbei in westliche Richtung über die Seepromenade fort. Bis in die siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts standen die Häuser der heutigen Seepromenade unmittelbar am Wasser. Erst 1872 wurde die damals sogenannte Uferstraße durch eine Aufschüttung dem See abgerungen und erhielt sie ihr heutiges Aussehen. Lediglich das vom Gredhaus bis zum Hotel 'Schiff' durchgehende Geländer wurde erst später installiert.

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6. Das Hexengäßle, eine kleine Seitengasse der Seepromenade, wurde auch Bachgasse genannt, denn hier floß ein kleiner Bach, der in früheren Zeiten die Hauptwasserversorgung der Oberstadt war, in den See. Neben einem der beiden städtischen Waschhäuser, rechts vorn im Bild, waren im Hexengäßle auch einige kleinere Handwerksbetriebe angesiedelt. Auf der um 1920 entstandenen Aufnahme sehen wir , daß der Küfer einen Teil seiner Werkstatt auf die Gasse ausgelagert hatte. Diese Behinderung des Durchgangsverkehrs führte häufig zu Klagen, was in einem Leserbrief in der hiesigen Gemeindepost von 1919 nachzulesen ist.

7. Durch das Hexengäßle hindurch gelangen wir zur Burgweganlage. 1846 kaufte Johann Honegger die aus dem Mittelalter stammende Oedenrnühle unterhalb der Alten Burg, und legte damit den Grundstein für die Maschinenweberei Honegger & Cie. Honegger baute die Mühle zur Fabrik urn, kaufte 1852 cin angrenzendes Grundstück , auf welchem er ein weiteres Fabrikgebäude errichten ließ. Dazu kamen noch zwei Wohnhäuser an der Unterstadtstraße: die 'Untere Mühle und der 'Untere Schussenrieder Hof'. Zeitweilig standen in den sechs Websä!en 180 Webstühle, die von ca. 100 Beschäftigten bedient wurden. Auf dem Foto aus den 1880er Jahren sehen wir links die Untere Mühle , dahinter das Fabrikgebäude und rechts den Schussenrieder Hof, der von den Honeggers als Wohnhaus genutzt wurde.

8. Diese Aufnahme zeigt den Maschinenraum (?) der Fabrik von innen. Die Dampfrnaschine, die die Webstühle antrieb, hatte beachtliche 12 PS.

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