Meißen in alten Ansichten

Meißen in alten Ansichten

Auteur
:   Helmut Reibig
Gemeente
:   Meißen
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5242-6
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Meißen in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Meißen - die tausendjährige, älteste deutsche Gründung östlich von Saale und Elbe, Stadt des edelsten Porzellans, Stadt eines gerühmten Weines, Stadt unvergleichlicher Bau- und Kunstdenkmale und Stadt mit großer, bewegter Vergangenheit, die 'weitberühmete', wie sie ein Chronist 1588 nennt, immer noch weltweit bekannt, alljährlich von hunderttausenden Menschen aus allen Ländern der Erde besucht - Meißen ist nun auch aufgenommen in die Buchreihe ' ... in alten Ansichten' der Europäischen Bibliethek. Die Bücher dieser Sammlung beschränken sich auf den Zeitabschnitt von 1880 bis 1930, und obwohl sich Charakter und Bild der Stadt im Mittelalter formten und der Höhepunkt der Entwicklung Meißens im 16. Jahrhundert lag, ist es doch gerade dieses halbe Jahrhundert gewesen, in dem aus der bis weit in das 19. Jahrhundert hinein noch beinahe mittelalterlichen Stadt eine moderne, mittlere Industriestadt wurde. Ein für die wirtschaftliche Entwicklung Meißens recht ungünstiger Umstand verhinderte dabei allzu schädigende Eingriffe der neuen Zeit in das alte Bild der Stadt. Die Lage Meißens im Mündungskessel der Triebisch, zwischen den steil zu ihr abfallenden Hängen von Burg- und Afraberg, Jüdenberg, Plassen und Martinsberg. behinderte die städtische Erweiterung und die Anlage bequemer Verkehrswege. Wohl bot der Elbstrom dafür einen Ersatz, der jedoch nicht immer brauchbar war. Noch heute stehen die Verkehrsplaner vor großen Schwierigkeiten, wenn Durch- und Zufahrtsprobleme für Meißen zu lösen sind.

Als König Heinrich I. im Jahre 929 während der Vorbereitungen für einen Kampf gegen die Ungarn die Burg Meißen (Misni) am Rand des Sorbengaues Glomaci-Daleminze bauen Iieß, war das für ihn nur ein rein militärisches Anliegen ohne die Absicht, von hier aus neues Gebiet zu erwerben. Erst sein Sohn, Otto I., machte das Land um die Burg zur Mark Meißen und gründete das Bisturn Meißen. Doch bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts gab es in den slawisenen

Gauen, die die Mark bildeten, nur die notwendigsten kirchlichen und militärischen Einrichtungen. Dann begarm in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts die große West-OstWanderung deutscher Siedler in die Länder östlich von Saale und Elbe, und unser Gebiet füllte sich mit Bauern und Handwetkern aus Flandern, Sachsen, Schwaben, Franken und Baiern. Sie legten neue Dörfer und Städte an, und auch die Bürgerstadt Meißen entstand damals nach dem Schema dieser kolonialistischen Gründungen. Doch nach einem ersten Aufschwung stagnierte die Entwicklung, Freiberg, Leipzig, später auch Dresden, hatten für die Mark größere wirtschaftliche Bedeutung erlangt als die kleine, enge Stadt Meißen zwischen den Hügeln, die gegen Ende des 15. Jahrhunderts auch noch ihre Stellung als politischer Mittelpunkt an Dresden abgeben mußte.

1423 hatte der deutsche Kaiser den Markgrafen von Meißen mit dem Kurfürsten- und Herzogtum Sachsen belehnt, und für die Mark Meißen wurde nun allmählich der Name Sachsen gebräuchlich. Dieses (Ober- )Sachsen war eines der reichsten Länder des Deutschen Reiches. Um der Rangerhöhung auch äußeren Glanz zu verleihen. ließen die Enkel des ersten Kurfürsten, die Brüder Ernst und Albrecht, die gemeinsam regierten, durch ihren Landbaurneister Arnold von Westfalen ein neues Schloß anstelle der alten Meißner Burg errichten. Dieser Bau wurde zu einem der bemerkenswertesten Baudenkmale deutscher Architektur. In einer Zeit, in der in Deutschland die Gotik ihre letzten und höchsten Triumphe feierte , als in Sachsen die prachtigsten spätgotischen Hallenkirchen entstanden, schuf Arnold vielleicht von französischen Schloßbauten angeregt - mit ausschließlich gotischen Stilelementen. die er allerdings eigenwillig umformte, einen Schloßbau, in dern schon der Geist der erst einige Jahrzehnte später in Deutschland einziehenden Renaissance atmet.

In ähnlicher Art, doch etwas bescheidener, ließ auch der

Bischof seine Meißner Residenz erneuern. Doch die Meißner Prachtbauten dienten nie ihren Zwecken. Der Meißner Burgberg war zu eng geworden für das Repräsentationsbedürfnis eines Renaissancefürsten. Das weiträumige Dresden wurde ständige sächsische Residenz, und Meißen versank in stilles Kleinstadtleben. Es blieb wohl noch Verwaltungssitz des Amtes Meißen, und die Meißner Handwerker sicherten noch ein reichliches Jahrhundert lang Ansehen und Wohlleben der Stadt, aber zu Anfang des 17. Jahrhunderts ging die Wirtschaftskraft der Stadt ihrem Ende zu, und der Dreißigjährige Krieg setzte mit seinen schlimmen Zerstörungen einen Schlußpunkt.

Als 1710 August der Starke in den leerstehenden Räumen des Meißner Schlosses die erste Porzellanmanufaktur Europas einrichten ließ, gewann der Name Meißen neuen Glanz, doch ehe Bürgerstadt und Manufaktur zusammenfanden und die neue Gründung auch der Stadt Nutzen brachte, vergingen Jahrzehnte. Neue Rückschläge für Meißen bedeuteten die Kriege Friedrichs 11. von Preußen und die Napoleons, selbst noch Bismarcks Krieg gegen Österreich zog Meißen in Mitleidenschaft.

Ein zaghafter Beginn neuen Lebens zeigte sich nach der Gründung des deutschen Zollvereins im Jahre 1834, aber entscheidende Veränderungen im Leben und im Bild der Stadt gab es erst nach der Mitte des Jahrhunderts, als sich immer mehr Wirtschaftsunternehmen in Meißen niederließen. Während die meisten der neuen Fabriken noch nahe vor den Mauern der Stadt blieben - etwa die Nährnaschinenfabrik Biesolt und Locke, die Ofenfabrik von Teichert, die Felsenkellerbrauerei, eine Stockfabrik, die Maschinenfabrik Windisch und Kunze - so hatten doch schon 1834 die Gebrüder Jacobi ihre Eisengießerei weit vor der Stadt im Triebischtal angelegt, in dem bis dahin nur Wassermühlen gearbeitet hatten, das aber in den kommenden Jahrzehnten zum Industriegebiet werden sollte. So wurde 1863 die Porzellanma-

nufaktur ins Triebischtal verlegt, später kamen noch keramische Werke, eine große Jutespinnerei und andere Fabriken dazu. Als sich 1901 mehrere der rechtselbischen Gemeinden an Meißen angeschlossen hatten, wuchsen aus deren Feldern bald neue Wohnstätten und Fabriken hervor.

Das Bild der Altstadt erfuhr zu Anfang des 20. Jahrhunderts eine bedeutsame Ergänzung, die damals heftig umstritten war, dann aber als Vollendung des gotischen Charakters unserer Stadt allgemeine Anerkennung fand: Der auf alten Stadtbildern kaum bemerkbare Westturm des Domes erhielt ein weiteres Geschoß mit zwei Türmen. Selten sind in der Architekturgeschichte Ergänzungen und Eingriffe in bestehende Baugruppen so vollkommen dern Charakter des Ergänzten entsprechend und ihm zuträglich gewesen wie die neuen Domtürme dem Meißner Stadtbild, das mit ihnen zu einem der schönsten deutschen Städtebilder wurde.

Die Meißner Altstadt hat sich auch einige mit viel Ungeschmack hergestellte Gründerzeithäuser gefallen lassen müssen, behielt aber doch noch viel von ihrer schönen Romantik. Daß das Gemütvolle der engen, winkligen Gassen und der steilen Dächer, der kleinen Weinstuben, die Ludwig-Richter-Atmosphäre der Altstadt nicht ins allzu Spießige ausartete, dafür sorgte die Aufgeschlossenheit der Meißner gegenüber allem Neuen, dem Fortschritt, den Forderungen der Zeit und vor allem gegenüber echter geistiger Kultur. Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit haben der Stadt viel Reizvolles genommen. Unsere Bilder wollen einiges davon in die Erinnerung zurückrufen, sic wollen den Meißnern mithelfen, den Traditionen ihrer Stadt treu zu bleiben, die unvergleichlichen Schönheiten Meißens zu bewahren und ihrem Ruf 'Rettet Meißeu' Gehör zu verschaffen.

1. Das Wappen der Stadt Meißen wurde amtlich 1898 in dieser Form mit Stechhelm, Helmzier und Helmdecke bestätigt, nachdem es schon seit dem 16. Jahrhundert in ähnlicher Form in Gebrauch war. Die Helmzier, der 'Judenkopf', ist dem markgräflichen Wappen entnommen. Heute verwendet man nur noch den Schild als Hoheitszeichen der Stadt, der auf goldenem Grund den schwarzen wettiner Löwen mit roter Zunge und roten Krallen zeigt. Diese Farben bilden auch die Meißner Stadtflagge Schwarz-Gold-Rot, eine der ganz seltenen dreifarbigen Stadtflaggen.

WiUJlJtn brr Stabt ffiriácu 1898.

2. Zu Beginn unserer Spaziergänge durch vergangene Zeiten und verwandelte Räume lassen wir uns von dem verschneiten Meißen an einem Wintertag des Jahres 1890 grüßen. Meißen ist noch heute am schönsten im Winter unter dicker Schneedecke oder im Frühling, eingerahmt vom goldenen Grün seiner Hügel und von blühenden Fliederbüschen. Auf der zugefrorenen Eibe laufen Kinder und Erwachsene Schlittschuh. Ein Schneemann trägt im Korb zur Begrüßung eine Flasche Wein aus Meißen, und Kinder fahren auf 'Käsehitschen' , kleinen, meist selbstgemachten Holzschlitten, die Hänge hinab. (St.&B. - um 1890)

3. Wir sind noch im 19. Jahrhundert, sind eben mit dem Dampfschiff angekommen und stehen auf dem breiten Elbufer zwischen den Brücken. Dieses linke Elbufer war damals ein belebter Platz, Fischer trockneten ihre Netze, Zillen (Frachtkähne) wurden be- oder entladen, Fuhrleute haben ihre Wagen abgestellt. Zu Jahrmarktszeiten machte man aber den Karussells und dem lustigen Kaspertheater Platz. Über allem lagert massig der Burgberg. (Römmler & Jonas, Dsdn. um 1890)

4. Wir blieken noch einmal auf das Ufer zwischen den Brücken und auf die 1866 gebaute Eisenbahnbrücke, über die die Züge der Strecke Dresden-Meißen-Döbeln-Leipzig rollen. Eben schwimmt ein Floß durch die Brücke. Wenn es seine Stämme zur Stadt bringt, wird es bei der Straßenbrücke anlegen, wo es auseinandergenommen wird. Zwischen der Kapelle auf dem Martinsberg und der Zille am Ufer steht eine helle Häusergruppe, die längst abgetragen ist und der Fernverkehrsstraße nach Dresden Platz gemacht hat. (u. - vor 1890)

5. Wir haben immer noch das linke Elbufer vor uns, sehen auf die Altstadt mit dem Turm der Frauenkirche und dem hohen Dach der ehemaligen Franziskanerklosterkirche und wir sehen die Triebischmündung, vor der zwei Elbbäder im Strom verankert sind. Später lagen diese Bäder am anderen Ufer oberhalb der Eisenbahnbrücke. Zwischen Triebisch und Straßenbrücke wurden oft von Baubetrieben Dachstühle und andere Holzkonstruktionen vormontiert. Die kleine Häusergruppe hinter dieser Stelle, das 'Hom', ist 1934 und 1945 abgetragen worden. (u. - vor 1900)

6. Dieser Bliek auf Meißen zeigt, wie klein die Stadt noch um die lahrhundertwende war. Der Burgberg liegt als schwere, horizontale Masse über der Stadt. Die wenigen vertikalen Linien ordnen sich der Baugruppe unter. Wir werden sehen, wie bald sich der Charakter des Burgberges ändert. Der Zeichner unseres Bildes, Arthur Barth, ein bekarmter Künstler, zeigt auf der Karte noch einen Meißner Teller mit dem 'Zwiebelmuster', dem bekarmtesten Dekor des Meißner Porzellans. Laßt uns noch den kleinen Vers des Kartenschreibers lesen: In Bozen sind wir momentan, Doch als wir dieses Bildehen sah'n, Da sprachen wir: Schön ist's zu reisen, Jedoch am Schonsten ist's in Meißen. (Meißner & Buch, Lpz. - um 1900)

7. Hier haben wir den Afraberg mit einigen Resten der Stadtbefestigung vor uns. In der Mitte des Bildes, an der Maner, ist noch der letzte der mittelalterlichen Wehrtürme zu sehen. Der Hügel wird beherrscht vom Neubau der 'Fürstenschule' (1877-1879). Der rechte Bildteil verdeutlicht, wie hoch sich die Burganlagen über die aus der Tiefe mit ihren Dächern herausragenden Bürgerhäusererheben. (H. Poy, Dsdn. - 1898)

8. Vom Burgberg aus schauen wir am Ende des 19. Jahrhunderts auf die romantische, recht bewegte Meißner 'Dachlandschaft' hinunter, in deren Mitte als Wahrzeichen der Altstadt und als ihr Wächter der Frauenkirchturm steht. Im Hintergrund schließt der 'Plassen' das Bild ab. (u. - um 1890)

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