Melsungen in alten Ansichten

Melsungen in alten Ansichten

Auteur
:   Otto Wiegand
Gemeente
:   Melsungen
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6488-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Melsungen in alten Ansichten'

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Einleitung

Es verwundert schon, daß der gewaltige Fortschritt unserer Zeit und das scheint's unaufhaltsame Tempo neuer Erkenntnisse und Entwicklungen von ungeheuererTragweite einhergehen mit der so ernsthaften Bewahrung von Zeugnissen der Vergangenheit. Man denke nur an die manchmal obskure Sammelwut von alt und jung. Begrüßenswert allerdings, daß solcherart vieles, wenn auch nur vorübergehend, vor der Vergänglichkeit bewahrt wird. Die schrecklichen Kriege mit ihren verheerenden Folgen unseres Jahrhunderts mögen dazu beitragen, das Verhältnis zum Sachbezug zu verstärken, bei wenig Verbliebenem dem Bewährten eine neue Stellung im Lebensalltag einzuräumen. Erinnerungen, auch persönlicher Art, wird besonderer Platz gewährt, beim einzelnen wie in der Gesellschaft. Zu belegen, wie das denn in der Vergangenheit gewesen ist oder gehandhabt wurde, ob daraus Lehren und Nutzen gezogen und wie es in die Kultur- und Heimatgeschichte transponiert, darüber ist zu befinden. Fragen, die sich immer aufs Neue stellen.

Und wo ließen sich geeignetere Vergleichsnormen finden, als im Bild, in der Fotografie. Was drücken Fotos nicht alles aus. Höhen und Tiefen des einzelnen sind festzuschreiben, Lebensschicksale zu bestimmen, die erfreuen, bedrücken oder mahnen, die den Nachfahren den Blick in das Gestern ermöglichen. Fotos also als ein Stück eigener Familiengeschichte, Fotos als ein Stück Geschichte im Gemeinschaftsleben der Bürger.

Die rund 85 Bilder in diesem schlichten Büchlein stehen für Vergangenheit, sind Historie und für viele Betrachter liebenswerte Erinnerung. Sie können auch als Dank für die Bewältigung von Aufgaben, die wir noch nach Jahrhunderten als großartig einstufen müssen, gesehen werden. Man denke an die oft aus Not heraus diktierten Lösungen von bürgerschaftlichen Aufgaben. Anzusprechen etwa städtebauliche Maßnahmen. Wir erfreuen uns an bemerkenswerten Gebäuden, an kühnen Brückenbauten, vorausschauend errichtet, oder an stolzen Häusern im Fachwerkstil. Wer baut heute noch ein so fein gegliedertes Balkenwerk? Stahl, Glas und Beton bestimmen das Bauhandwerk. Und dennoch blättern die Besitzer moderner Haustypen gern in Archivalien der Vergangenheit.

In diesem Büchlein soll nur angesprochen werden, wie es früher gewesen ist, wertfrei und ohne Benotung. Einfach Darstellung, bescheidene Aussage zum Bild, nichts mehr!

Wer könnte auch schlüssig beurteilen, was früher von weitsichtigen Menschen so oder so aus der Zeit heraus entschieden worden ist. Zwar ohne betonte Systematik zusammengestellt, läßt sich doch schnell erkennen, was gewollt ist. Der Bogen wird weit geschlagen. Vom Hinweis auf die Stadtgründung bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Bemerkenswerten Leistungen unserer Vorfahren in der kleinen Ackerbürgerstadt wird Raum gegeben. Bild und Wort führen hin zu Landwirtschaft,

Handwerk und Handel, die Grundlagen der Stadtentwicklung über einen Zeitabschnitt waren. Fragmentarisch angesprochen die großen Umwälzungen zur industriellen Fertigung beispielsweise im Tuchmachergewerbe. MancherTeilabschnitt der Geschichte schließt dem Staunenden Lücken, hellt Zusammenhänge auf, fordert zur Dankbarkeit heraus.

Das heute IS 000 Einwohner zählende, 800jährige Melsungen ist geschichtlich nie in besonderes Blickfeld getreten. Keine exponierte Lage, keine stürmische Entwicklung, keine kulturoder kriegsgeschichtlichen Besonderheiten. Der allmähliche Aufstieg der Stadt aus dem frühen Mittelalter heraus vollzog sich in Ruhe und gleichmäßig. Den Menschen wuchs allein schon aus dem kargen Boden der Mittelgebirgslandschaft heraus nicht, wie wir heute sagen würden, die schnelle Mark zu. Die Bürger blieben einfach und schlicht in den Dingen des Lebens; sie hoben sich aber heraus durch Fleiß, Gläubigkeit, Tüchtigkeit, durch Geschicklichkeit und klaren Blick für das Wesentliche.

Wir können heute noch davon zehren. Dieses Büchlein will ein wenig mithelfen, den Blick zu schärfen für das, was Hochachtung abnötigt über die Zeit hinaus.

Danksagung

Herzlich Dank den bekannten oder unbekannten Fotografen, an deren Bildern wir uns erfreuen. Als Quellen seien die 'Iahrbücher des Kreises Melsungen', das 'MelsungerTageblatt' und die Geschichte der Stadt von Jürgen Schmidt angeführt.

1 Stadtsiegel. Melsungen, im mittleren Fuldatal, Luftkurort, Industriestandort mit guter Infrastruktur, floriendem Handel und Handwerk und einem voll ausgebauten Schulwesen, besitzt seit 800 [ahren Stadtrechte. Erstmalig wird der Ort urkundlich in der ersten Hälfte des 9. [ahrhunderts erwähnt. Das Fachwerkrathaus stammt aus 1955/56, die Stadtkirche wurde van 141 5 bis 1425 erbaut, das Landgräf1iche Schloß von 1550 bis 1557. Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehören noch die 400 [ahre alte Steinbrücke von 1596, zwei Wehrtürme der einstigen Stadtbefestigung und 450 gepflegte Fachwerkhäuser. Melsungens Symbolfigur, der Bartenwetzer, geht auf 1928 zurück. Damals bekam er beim Rathausum-

bau seinen Platz im Uhrenturm. Täglich um 1 2 und 1 8 Uhr tritt er als mechanische Figur aus seinem Türmchen hervor und wetzt die Barte (Axt). Den Spottnamen 'Bartenwetzer' bekamen die Melsunger, weil sie auf dem Weg zum Stadtwald an dem weichen Sandstein der historischen Brücke ihre Barten (Äxte) schärften. Das älteste noch vorhandene Stadtsiegel stammt aus demjahre 1267. Es stellt ein Stadttor mit zinnengekrönten Mauerteilen dar. Die Umschrift lautet: 'Siegel der Bürger von Melsungen.'

Weil der Stempelschneider die vollständige Umschrift nicht auf den Rand verteilen konnte, setzte er die beiden letzten Buchstaben in das Bild neben den Torturm und auf die andere Seite, der Gleich-

mäßigkeit wegen, zwei Sterne. Das große Stadtsiegel blieb bis Ende des 16. [ahrhunderts in Gebrauch. Das

heutige Stadtwappen ist aus diesem Siegel von 1267 hergeleitet.

2 Historische Fuldabrücke von 1596, wie sie der Zeichner gesehen hat. Links die beiden Mühlen am westlichen Flußufer mit vier unterschlächtigen Wasserrädern. Es handelte sich um eine Wagmühle und eine Walkemühle, zwischen beiden befand sich der Mühlgraben als Wasserabfluß. Als die Stadt in 1906 hier ein kleines Elektrizitätswerk zur Gewinnung von Gleichstrom unterbrachte, mußte das Gebäude der Walkemühle teilweise abgebrochen und den neuen Erfordernissen angeglichen werden. FürTurbine und Generator wurde Platz benötigt. Melsungen war in die Reihe der Orte eingereiht, die selbst elektrischen Strom erzeugten.

Die Stadt versorgte von da ab auch noch die kleinen Nachbargemeinden Obermelsungen und Schwarzenberg mit elektrischer Energie.

3 Jast Moers, Geograph im Dienste van LandgrafMoritz, zeichnete in 1597 diese Stromkarte von der Fulda. Man bediente sich ihrer bei der Schiffbarmachung des Flusses. Die erste Schleuse stammt ebenfalls aus dieser Zeit. In der Bildmitte die

1596 errichtete sechsbogige Fuldabrücke. Die Fulda war flußaufwärts bis 1848 schiffbar. Die Inbetriebnahme der Kurfürst -Friedrich- WilhelmNordbahn bedeutete das Ende der Schiffahrt.

4 Der Lithograph]. D. Rauert aus Sorau / Niederlausitz hat sich das mittelalterliche Städtchen so vorgestellt. Das vom Künstler stilisierte Stadtwappen verdient Beachtung.

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5 Viehmarkt, erstmalig gehalten am 30. April1823 an der Fulda. Großvieh und Schweine werden aufgetrieben. Unser Künstler hat sich wohl auch an der herrlichen Pyramidenpappelallee und der Apfelbaumkulisse am Horizont erfreut. Im Bild auch gut zu erkennen Lastkähne auf dem Wasser. Melsungen war damals mit sieben öffentlichen Jahrmärkten und einem Wochenmarkt privilegiert. Von der Stadt ging eine lebhafte Geschäftstätigkeit aus. Roh- und Fertigprodukte wurden auf der Fulda transportiert.

6 Blick vom Lindenberg auf die Stadt und die unbebauten Höhen. In der Bildmitte der Schornstein derTuchfabrik Gebr. Gleim in der Vorstadt. Der Schlot rechts stammt von einer damals im Spangerweg ansässigen Ziegelei. Die örtliche Firma B. Braun kaufte sie in 1918, baute sie gänzlich um und fügte einen Neubau an, entsprechend den betrieblichen Notwendigkeiten. Es war der eigentliche Beginn der Industrieproduktion des heutigen Krankenhausversorgers B. Braun Melsungen AG mit rund 27 000 Beschäftigten.

7 Noch einmal Melsungen vom Lindenberg aus gesehen. Im Vordergrund das schöne Bahnhofsgebäude von 1 848 der 'Kurfürst - Friedrich- Wilhelm-Nordbahn' mit Güter-

schuppen und Holzverladeplatz. Mehrere Güterwagen lassen sich im Verladebereich ausmachen. Das Foto datiert um 1890.

8 Die Stadt nach dem Ersten Weltkrieg. Unterhalb des Waldgürtels die schon teilweise bebaute Franz-GleimStraße mit der katholischen Kirche. Auch das Waldhotel 'Lindenlust' ist zu erkennen. Vorn mitte das am 30. [anuar 1914 in Betrieb genommene Stadtkrankenhaus mit 1 6 Betten, das innerhalb weniger [ahre sein Bettenangebot kräftig aufstocken mußte. Zwei Brücken überspannen die Fulda, die historische von 1596 und im Vordergrund ein kleiner Holzsteg zu den Sportplätzen auf der Freundschaftsinsel.

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