Memmelsdorf in alten Ansichten

Memmelsdorf in alten Ansichten

Auteur
:   Hans Müller
Gemeente
:   Memmelsdorf
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1814-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Memmelsdorf in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

van

Hans Müller

Europäische Bibliothek - ZaltbommellNiederlande MCMLXXXII

'" niE ""0ÄMALS

REIHE

rSBNlO: 90 28818146 rSBN13: 978 90 288 18149

© 1982 Europäische Bibliothek - Zaltbomme1/Nieder1ande © 2011 Reproduktion des ursprünglichen Druckes aus 1982

Nachdruck und Vervie1fältigung jeglicher Art von Bild und Text nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlegers.

Europäische Bibliothek Postfach 49

NL - 5300 AAZaltbommel/Niederlande Telefon: 0031418513144

Telefax: 0031418 515515

E-mail: pub1isher@eurobib.n1

EINLEITUNG

Memmelsdorf, vor den Toren Bambergs, war schon seit jeher ein Dorf der Kleinbauern, Handwerker und Arbeiter. Wegen der Nähe des fürstbischöflichen Jagdschlosses Seehof konnten die Bauern ihren Grundbesitz kaum vergrößern, denn die Fürstbischöfe kauften in den Jahren von 1395 bis 1800 alle in der Nähe ihrer Sommerresidenz liegenden Grundstücke auf. Als das Schloß 1840 vorn jungen bayerischen Staat an die preußische Offiziersfamilie von Zandt verkauft wurde, war der Grundbesitz auf fast 300 Hektar angewachsen. Der Hauptsmoorwald mit seinen berühmten Kiefern - mit ehemals 4 000 Hektar Waldfläche, blieb im Besitz des Bayerisehen Staates.

Den ältesten Beweis menschlicher Siedlung finden wir in der Lichteneiche, wo man 1949 auf ein Urnengräberfeld stieß, das vor mehr als 3000 Jahren angelegt wurde. Die erste 'Geschichte der kath. Pfarrei Memmelsdorf' verfaßte 1887 Pfarrer Heinrich Karl. Oberlehrer Konrad Schrott hat dies weitergeführt mit der 'Zent Memmelsdorf' (1970) und der 'Ortsgeschichte Memmelsdorf' (1975). Der Name 'Mernensdorf' wird 1127 zum ersten Male urkundlich erwähnt. Ab 1143 sind Urkunden von einem Conrad, Pillunc, Ulrich und Gundeloch de Memensdorf unterzeichnet. Diese Herren von Memensdorf bezeichnen sich selbst als 'ministeriales ecclesiae Bambergensis', das heißt, sie waren Dienstmannen der Bamberger Fürstbischöfe.

Der Abbruch der ehemaligen Schule - neben der Kirche (unter dem damaligen Bürgermeister Gick) hinterließ eine Lücke in dem Barockensemble Vogtei (heute 3 Kronen)/ Schule/Kirche. Dort stand bis 1525 ein Schloß, das das ganze Terrain, auf dem gegenwärtig die Kirche, das Pfarrhaus und ehemalige Schulhaus, der Schulgarten und die alte Fronfeste

liegen, umfaßte. Bauherren dürften Fürstbischöfe des 14. Jahrhunderts gewesen sein. Sie schätzten diesen in waldiger Gegend gelegenen und doch der Stadt so nahen Landsitz sicher ebenso, wie ihre Nachfolger das spätere Schloß Seehof. Das alte Schloß wurde im Bauernkrieg zerstört und nicht wieder aufgebaut.

Die Bamberger Fürstbischöfe waren stets darauf bedacht ihren Grundbesitz um Seehof zu erweitern. So wird bereits 1395 'dy preytenawe' (die Breitenau) als Eigentum der Bischöfe erwähnt. 1419 gestattete Fürstbischof Albrecht, daß aus einem Stück Feld eine Wiese gemacht würde (zwischen unserem großen See bei Memelstorf und dem Hautsmorde gelegen'. Die Seen, die später Altensee, Stocksee, Figurensee, Straßen-Weiherlein, Pulver- und Ottensee heißen, sind schon damals als flirstliches Eigentum erwännt. An einem dieser Seen stand ein Haus, das dem 'Seernann' zur Wohnung diente und 1426 urkundlich erwähnt wurde. 1489 kaufte Bischof Heinrich lIL Groß von Trockau das alte Seehaus, das im Besitz der Familie von Rotenhan aus Rentweinsdorf war, mit einigen Weihern, Wiesen und Feldern um 30 Gulden. 1489 kommt in einer Urkunde neben der Benennung Seehaus auch der Name 'Sehehoff' vor. 1579 ließ Fürstbischof Zobel von Giebelstadt Seehof in einen Garten umgestalten und reich verzierte Wassergrotten anlegen. Als 1683 Marquard Sebastian Schenk von Stauffenberg an die Regierung kam, faßte er sofort den Entschluß, an Stelle des alten Seehof einen Neubau zu errichten, die nach ihm benannte 'Marquardsburg', das heutige Schloß Seehof. Mit diesem Schloß blieb Memmelsdorf stets eng verbunden, brachte es doch für viele Einwohner Arbeit und Brot. Aber auch bei den vielen Festen, die in Seehof gefeiert wurden, bot das nahe Memmelsdorf für Gäste,

Künstler und Bedienstete Nahrung und Quartier. Nach der Säkularisation verlor Memmelsdorf völlig an Bedeutung.

Um 1400 war die 'Villa Memmelsdorf' schon zu einem stattlichen Flecken herangewachsen, war schon von der Mutterpfarrei Hallstadt getrennt, hatte neben dem Pfarrer einen Benefiziaten, der so früh zelebrieren mußte 'daß die Arbeiter vor ihrem Ausgange eine hl. Messe anhören könnten', Mehr als eine Wegstunde hatten sie nach Bamberg zu laufen. Erst 1908 kam mit der Bahn eine Erleichterung, sofern das Geld für diese Bequemlichkeit reichte.

Nach Joseph Heller hatte Memmelsdorf um 1831 512 Einwohner. 1900 waren es 600, 1930: 700, 1939: 960, 1946: 1 750, 1960: 3000, 1973: (durch die Eingemeindung) 7000 und seit 1978 mehr als 8000 Einwohner. Georg Rudel, Pödeldorfer Straße (90 Jahre alt), kann sich gut erinnern: Um 1900 gab es in Memmelsdorf viele Arbeiter, einige Bauern und viele Handwerker, die nebenbei Kleinlandwirte waren. Die Arbeiter besaßen meist ein Feld (1 Tagwerk = 0,33 Hektar) und pachteten dazu eines von Seehof. Die Frauen gingen kaum zur Arbeit, sie blieben zuhause, hielten sich zwei oder drei Ziegen und waren geschickt im Tragen von Gras oder Holz, das sie im Huckelkorb heimbrachten. Das Gras holten sie von den Feldrainen 'Gemeindeteilen' oder im Wald. Das ganze Jahr über wurde Holz gelesen. Unter den Bauern gab es nur einen mit 20 Hektar Grundbesitz, die meisten hatten sieben bis zehn Hektar und es gab auch einige, die sich auf drei bis vier Hektar ernährten. An Handwerkern gab es drei Schuster, zwei Schneider, je einen Schreiner und Schlosser, drei Bäcker und acht Metzger. Viele Bäcker und vor allem die Metzger hielten ihre Ware in Bamberg feil, denn bei nur 600 Einwohnern und dem geringen Verdienst der Arbeiter be-

stand am Ort keine Erwerbsmöglichkeit.

Starkausgeprägt war - und ist - in Memmelsdorf das Vereinsleben. 1866 wurde der St.-Josefs-Verein gegründet, der schon um 1900 Theater spielte, 1913 folgte der Radfahrerverein 'Windthorst', nach dem Ersten Weltkrieg der Sportverein 1923, der Gesangverein 1924, der Jungmännerverein 1929 sowie der Jungfrauenverein.

Während in den später eingemeindeten Ortsteilen noch dörflicher Charakter vorherrscht, ist in Memmelsdorf selbst hiervon nicht mehr viel zu spüren. Manche der vielen Neubauten haben leider wenig Rücksicht auf die einst herrliche Landschaft in diesem schönen Talkessel genommen. Mit der Bebauung des 'Gehaid' finden die Baurnaßnahmen in Mernmelsdorf ihr Ende.

Für Auskunft und Bildmaterial danke ich sehr herzlich: Gg. Rudel, Familie Loch, M. Dippold, K. Bayer, M. Pitzer, H. Möhrlein, alle Memmelsdorf, sowie dem Gesang- und Sportverein Memmelsdorf, außerdem R. Hofmann und H. Pfister aus Weichendorf, K. Bleier und meiner Schwester G. Müllich aus Drosendorf, P. Müller und M. Winkier aus Meedensdorf und Josef Oßwald aus Barnberg.

Quellennachweis: A.J. Schirt 'Schloß Seehof' 1863, Pfarrer Hch. Karl 'Geschichte der Kath. Pfarrei Memmelsdorf' 1887, K. Schrott 'Die Zent Memmelsdorf' 1970, K. Schrott 'Memmelsdorf' 1975, Dr. Max Miller 'Zwei alte Jagdtrophäen aus dem Hochstift Bamberg' - Festschrift Jägerverein Bamberg 1978.

1. Die Kirchenanlage, der im Ursprung gotische Kirchturm mit dem 1707 erweiterten Langhaus und der herrlichen Barockfassade wurde 1773 durch den in Seehof tätigen Rokokokünstler Ferdinand Dietz und seine Gesellen, unter ihnen besonders der Memmelsdorfer Joharm Baumgärtner, mit zwölf Heiligenfiguren geziert. Neben der Kirche das barocke Schulhaus, 1945 leider abgerissen. Links oben: Gesamtansicht von Memmelsdorf, nach dem Dreißigjährigen Krieg als Straßendorf entstanden. Mittleres Bild: Die Orangerie von Seehof mit dem 'Mernmelsdorfer' Tor in einer Aufnahme aus dem Jahre 1900. In den letzten Jahren wurden sämtliche Dächer neu eingedeckt und zur Zeit werden Orangerie, Feigenhaus, Treibhaus, Gartensaal und Gartenschlößchen vom Bayerischen Staat renoviert und dienen dem Landesamt für Denkmalpflege, das seit 1975 Eigentümer ist. Unten: Von den einst vier alteingesessenen Brauereien stellen noch drei ein echtes fränkisches Bier her. Das einstige Vogteigebäude dient heute der Brauerei 'Drei Kronen' (die drei Könige sind die Schutzheiligen der Reisenden). Das Haus bietet sich noch heute im alten Stil dar.

2. Die wohl älteste fotografische Aufnahme von Memmelsdorf stammt aus dem Jahre 1887, als Pfarrer Karl die erste Ortschronik schrieb. Die Uhr am Kirchturm befindet sich noch unter dem rechten Ecktürmchen. Links neben der Kirche das alte Schulhaus, ein wichtiger Bestandteil der barocken Kirchenanlage, die zu den schönsten eines fränkischen Dorfes gehörte. Rechts das kleine Häuschen der heutigen Bäckerei Loch.

.1<ir(1)e.

3. Links oben: Auch diese Darstellung von 1900 zeigt, wie wichtig das alte Schulgebäude für das Gesamtbild der Kirchenanlage war. Der hölzerne Dorfbrunnen wurde später durch einen gußeisernen ersetzt. Links unten: Eines der vielen Barockhäuser von Memmelsdorf sehen wir links unten. An seiner Stelle steht der Neubau der Brauerei Höhn. An Stelle der alten Gastwirtschaft steht der Neubau der Kreissparkasse. Mitte: In Memmelsdorf ist die Welt noch in Ordnung. Drei Brauereien stellen noch ihr eigenes Bier her. Von ehemals vier Felsenkellern ist nur dieser übriggeblieben. Der mit uralten Eichen bewachsene Biergarten wurde nun zum Schutzgebiet erklärt, Die Memmelsdorfer und auch Gäste aus der Umgebung kommen im Sommer gerne, um dort zur Brotzeit eine kellerfrische Maß Bier zu trinken,

?...

4. Links unten: der letzte Besitzer der Brauerei 'Zum Ochsen' (damals von Joharm Baptist Nüßlein bewirtschaftet) war ein unvergessenes Memmelsdorfer Original, der 'Ochsenwirtsschorsch', Heute ist aus der Wirtsstube ein Büro geworden. Links erkennen wir das Stallgebäude in Fachwerkbau, in dem die viehtreibenden Händler ihr Vieh unterbrachten. Der rückwärtige Tanzsaal, nach den beiden Weltkriegen besonders fleißig benutzt, diente auch vielen Vereinen für ihre Theateraufführungen. Der Bierkeller unterhalb des Hohenstein mit seinen vielen schattigen Bäumen war einst ein beliebtes Ausflugsziel an heißen Sommertagen (Bild mitte). (postkarte 1900.)

5. Bereits vor dem Dreißigjährigen Krieg stand an dieser Stelle eine Schule. Hier sehen wir das 1737 errichtete Schulhaus von Memmelsdorf, mit zwei großen Schulsälen und einer Lehrerwohnung. Durch eine Sprenggranate wurde das rechte vordere Dach am 12. April 1945 beschadigt. 'Urn den ewigen Streit zwischen Kirche und Gemeinde zu beenden', ließ es Bürgermeister Gick 1945 von den ehernaligen Memmelsdorfer Nazi-Mitgliedern abreißen. Eine große Baulücke zwischen der Brauerei 'Drei Kronen' und der barocken Kirchenanlage hinterließ dieser für das Ortsbild wo wichtige Bau.

I:nllruu~ ;,r. tSRSntAUS ZUR KRONE

GRUSS AUS MEMMELSOORF

KIRCHE

6. Die Postkarte aus dem Jahre 1906 zeigt links oben Brauerei und Gasthaus 'Zur Krone'. Der große Kamin fiel, Fenster und Fensterläden sind verändert, aber im Inneren sitzt man noch immer so gemütlich wie einst. Links unten: Straßenpartie in der heutigen Bahnhofstraße. Die vier Kastanienbäume mußten beim Brücken-Neubau gefällt werden - neue Bäume wurden bisher leider noch nicht gepflanzt. Mitte: Die Kirche mit ihrer berühmten figurengeschmückten Friedhofsmauer war und ist die Zierde des Ortes. Der höfische Glanz von Seehof hat sich auf diese Kirche und ihre Ausstattung übertragen. Rechts oben: Schon ganz im Wald liegt der FelsenkeIler der Brauerei 'Drei Kronen'. Weit verzweigt sind die Stollen tief in die Jurafelsen eingegraben. Rechts unten: Stark gelichtet ist heute der Park von Seehof, von diesem Unterwuchs an Bäumen ist nichts mehr zu sehen. Während man in Bamberg für zwei Kirchen Barock-Kuppeln geplant hatte, sie aber aus Geldmangel nicht ausführte, erhielt Seehof vier Kuppeln, die dem Schloß etwas 'Orientalisches' geben.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek