Mering in alten Ansichten

Mering in alten Ansichten

Auteur
:   Franz Knittel
Gemeente
:   Mering
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5986-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Mering in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Mering ist heute eine Marktgemeinde. die jeden Besucher mit ihrem Charme umfängt, Eine Mischung aus ländlicher Gegend mit alten Bauernhöfen, Wäldern und Ausblicken bis zu den Alpen, und moderner Neubauten strahlt eine angenehme idyllische Atmosphäre aus.

Wer die Geduld aufbringt, die nachfolgenden Seiten nicht nur rasch zu überflicgen, sondern etwas aufmerksamer zu betrachten, der findet darin den Schlüssel zu mancher Meringer Eigenart

Bereits zur Zeit der Welfen und Hohenstaufern war Mering, dessen Name sich im Laufe der Jahrhunderte aus Moringa, Möringen und Möring gebildet hat, eine der bedeutendsten Ansiedlungen am Lechrain, und führende Herrscherhäuser stritten um seinen Besitz, Die Zeiten haben sich inzwischen stahilisiert. Um Mering ist es ruhiger geworden, Nach einer langen Zeitspanne, die für das Dorf neben seinem immerwährenden Aufstreben auch verheerende Schläge brachte, war Mering stark genug geworden, um sich wirtschaftlich ungehemmt zu entwickeln.

Die Bildung einer Posthalterei und nicht zuletzt der Bau der ersten Eisenbahnlinie von München nach Augsburg weckte in vielen die Lust, sich in Mering niederzulassen.

Ein denkwürdiger Augenblick und zugleich der Anlaß zu einem späteren Fest, aber auch eine bedeutungsvolle Tatsache für die strukturmäßige Weiterentwicklung Merings wurde der 1. Oktober des Jahres 1911. An diesem Tag beschlossen Merings Gemeindeväter, das bisherige Dorf zum

Markt erheben zu lassen. Dies war ein schwerwiegender Schritt, der sich gelohnt hat. So wurde dann am 18. November des gleichen Jahres von allerhöchster Stelle aus die Genehmigung erteilt, Mering in die Klasse der Märkte mit städtischer Verfassung einzureihen. Feierlich vollzog sich ebenfalls die Übergabe des Amtes des letzten Bürgermeisters der Gerneinde, Joharm Lipp, an den ersten Bürgerrneister der frischgebackenen Marktgemeinde, Clemens Wohlgeschaffen.

Das Gesamtbild der Bevölkerung hatte sich in Mering, dessen Haupteinnahmequelle zunächst die Landwirtschaft bildete, indessen zusehens gewandelt. Handwerk, Gewerbe und Industrie bestimmten die nunmehrige Struktur und einer Weiterentwicklung sind bis heute noch keine Grenzen gesetzt.

Neben den alten, auf eine jahrhundertelange Tradition zurückblickenden Vereinen, bildeten sich zu dieser Zeit tragende Gemeinschaften, die sich vor allem der Pflege des Sportes, der Erhaltung der Heirnat- und Volkstrachten sowie dem Gesang widmeten. Heute zählt Mering über neunzig Vereine - ein Zeichen blühenden Lebens, das immer wieder Beweise der Zusammengehörigkeit aller in einem mit den unterschiedlichsten sozialen Schichten und Ständen bevölkerten Raum, der Marktgerneinde, crbringt.

Wie sah es in Mering eigentlich in der Zeit der Jahrhundertwende aus?

Ansichtskarten gab es von jedem kleinen Dorf. In Mering

stellte die Kirche, die auf vielen Postkarten und Zeichnungen abgebildet wurde, das beliebteste Motiv dar. Abbildungen von alten Gebäuden sind als Dokumente und Sammlerobjekte bis heute sehr gefragt. Die ersten Familienfotos tauchen in Mering bereits um 1870 auf. Von diesem Zeitpunkt an werden neben der Kirche auch immer mehr Privathäuser fotografiert. Die Hochblüte der Bildpostkarte, die ab 1895 einsetzt, erreicht Mering erst ab 1920, was zur Folge hat, daß Fotos in diesem Büchlein dominieren.

Der Markt Mering besteht aus den Ortsteilen Mering. St. Afra, Baierberg, Meringerzell, Reifersbrunn, Rabusmühle und Harthof. Nach der ersten protokollierten Volkszählung am 1. Dezember 1840 wohnten in diesen Ortsteilen 1 609 Einwohner, laut dem letzten Einwohnerstand von 1994 gibt es heute bereits 12000 Bürger.

Der Hauptort Mering und die Siedlung St. Afra besitzen überwiegend Wohnsiedlungsstruktur. Durch die günstigen Verkehrsanbindungen weisen diese beiden Ortsteile einen starken Einwohnerzugang auf.

Die steigende Entwicklung der Einwohnerzahl in den letzten zwanzig Jahren führte natürlich zu einer regen Bautätigkeit. Mering ist dennoch ein in die Landschaft hineingewachsenes Gemeinwesen gebtieben. das jedoch ein durchgängiges Wege- und Grünflächennetz besitzt.

Der größte Arbeitgeber im Marktbereich ist die Firma Ludwig, die Beleuchtungskörper produziert. Darüber hinaus gibt es weitere Arbeitsplätze in Klein- und Handwerks-

betrieben. Der überwiegende Teil der berufstätigen Gemeindebürger pendelt jedoch zu den Arbeitsplätzen in den Ballungsräumen München und Augsburg. Die Verkehrserschließung des Gemeindegebietes ist optimal, da Mering Bundesbahnanschluß an die Hauptverkehrslinie MünchenAugsburg hat, und außerdem eine Verbindung nach Weilheim-Garmisch besteht.

Eine historische Bilderreise will Interesse für Merings Vergangenheit wecken sowie dazu ermuntern, die Marktgemeinde näher kennenzulernen. Alte Fotos sowie erklärender Text rücken die Vergangenheit kurz ins Blickfeld, und immer dort, wo es sinnvoll erscheint und möglich ist, soll eine Verbindung zur Gegenwart geschaffen werden. Es konnten jedoch nicht alle Ereignisse in Wort und Bild festgehalten werden, sondern nur ein kleiner Ausschnitt.

Ein besonderer Dank gebührt Frau Hilde Hörning für die Mitbeschaffung der Bilder. Die hier veröffentlichten Bilder stammen zum größten Teil aus Privatbeständen, dessen Besitzern ich nochmals herzlich danken möchte.

Mering im Herbst 1994

Franz Knittel

1. Kommt man aus der Richtung München auf der B2 folgend nach Meting, so empfängt uns am südlichen Ortsanfang eine Baumallee, die von Wiesen und Ackerland umgeben ist. Am linken Straßenrand steht das erste Wohnhaus der Familie Bauz. Auf der rechten Seite liegt etwas zurückgesctzt das Wohnhaus der Zirnmerei Schelle mit angegliederter Werkstatt. An ihrem Hausgiebel befand sich eine Schrift mit folgendem Text: 'Verachter mir die Meister nicht und ehret ihren Stand. solang das Deutsche Handwerk blüht, blüht auch das Deutsche Land.' Beide Häuser existieren heute noch, allerdings wurden sie im Laufe der Zeit umgebaut. Die Baumallee gibt es heute nicht mehr, da sic den Straßenverbreiterungen und Wohnungsneubauten weichen mußte. In den sechziger Jahren entstand auf der rechten Seite der Bundesstraße ein neues Gewerbegebiet.

2. Eine Familie hatte meistens zahlreiche Kinder. fünf oder mchr waren da keine Seltenheit. Wir sehen hier abgebildet die Großfamilie Nikolaus Schelle, die sich um eine Weihnachtszeit im Ersten Weltkrieg fotografieren ließ, Nikolaus Schelle übte den Beruf eines Zimmerermeisters aus und besaß einen eigenen Betrieb, der heute nicht mehr als Familienbetrieb weitergeführt wird. Durch Vergrößerung des Betriebes war es notwendig, die Werkstatt vom Wohnhaus zu trennen. Nikolaus Schelle übte als vierter Bürgermeister von Mering dieses Amt in den .Jahren 1937-1938 aus.

3. Seit über hundert Jahren ist die Firma Georg und Karl Steber, deren Haus an der Münchener Straße liegt, das erste Landmaschinengeschäft der Marktgemeinde Mering. Der Betrieb wurde von H. Bürger gegründet. Er fing allein an und arbeitete später mit drei Hilfskräften. Im Jahre 1906 übernahm sein Schwiegersohn Georg Steber das Unternehmen. Seit dem Jahre 1946 wird die Firma vom zuständigen Fachverband als Landmaschinenfachbetrieb geführt. Das Geschäft. das im Laufe der Zeit vollständig renoviert wurde, ist noch heute ein Familienbetrieb.

4. Zwischen der Münchener Straße und der Unterbergerstraße liegt der Aßfalg/Wank-Hof. Für die damalige Zeit war dieses Anwesen schon fast ein Herrenhof. denn nur die größeren Bauern konnten es sich leisten, mehrere Pferde im Stall zu haben. Außergewöhnlich für die damalige Zeit war der Eingang zum Wohnbereich, der über eine Treppe führte. Die meisten Bauernhöfe besaßen einen ebenerdigen Eingang. Die Stallungen befanden sich unmittelbar neben dem Wohnbereich. Als Zierde des Hauses war über dem Eingang ein Balkon angebracht. Darüber hinaus hatte das Dach bereits eine Gaube. Auf dem Bild ist die Familie Aßfalg abgebildet, die das Anwesen später aus finanziellen Gründen an die Familie Wank verkaufen mußte.

5. Auf der rechten Seite des Bildes sieht man ein Wohnhaus, in dem die Familie Ullmann ein kleines Gernischtwarengeschäft führte. Dieses Gebäude liegt an der Münchener Straße. Es wurde bekannt und heliebt als 'Café Reißle', nachdem es umgebaut worden war. In der Nachkriegszeit war dies ein beliebter Treffpunkt, und besonders in der Faschingszeit wurden hier rauschende Feste für Alt und Jung gefeiert. Daher wurde im Volksmund das Café als 'Klein Paris' bezeichnet. Heute befindct sich eine Pizzeria in diesem Gebäude,

6. Gegenüber vom Café Reißle stand die Lederhandlung und Rothgerberei der Familie Anton Huber, die bekannt war unter dem Namen Lederer Huber. Vor etwa hundert Jahren war hier schon der Lederer Alois Spieker tätig. Das Haus stand damals alleine jenseits der Paar. Gleich anschließend begannen die Meringer Krautäcker und die geschichtlichen Falltoräcker. Die Gerberei war im rückwärtigen Stadel, der heute als Lager eines Fahrradgeschäfts dient, untergebracht. Die vorderen Stallungen mit Scheune wurden abgebrochen und in einem neuen, flachen Anbau werden heute mehrere Geschäfte geführt. Der spätere Besitzer, Georg Elfinger, war jahrelang Vorstand des Meringer Turnvereins. Der groß angelegte Garten vor dem Haus wurde als Parkplatz für die Kunden urnfunktioniert.

7. Unmittelbar an der Paar befindet sich die Gastwirtschaft 'Zur Neuen Welt'. Dieses Gebäude besteht noch heute unter dem gleichen Namen und führt türkische Spezialitäten. Unsere Großeltern erinnern sich noch genau an die gewaltige Paarüberschwemmung im Jahre 1929. Alle Häuser an der Münchener Straße standen unter Wasser, und nachdem die Häuser damals ebenerdig gebaut waren, stand das Wasser bis in den Wohnbereich. Für die Kinder war dies natürlich eine lustige Abwechslung. In den Jahren 1939/40, 1969, 1987 und 1994 trat die Paar erneut sehr stark über das Flußbett und überschwemmte die Straße.

8. Auf einer kleinen Anhöhe, links vor der Bahnunterführung, aus Richtung Merching kommend, wurde der erste Meringer Bahnhof errichtet. Am 4. August 1840 wurde die Eisenbahnstrecke München-Augsburg eröffnet. Die Dampfkraft hatte somit seinen Siegeszug angetreten. Der Reiscverkehr, der immer größeren Umfang annahm, trug dazu bei, daß man diese Strecke tagsüber dreimal hin- und zurückfahren konnte. Auf dem Bild sind der damalige Amtsvorsteher mit seinen Beamten und Arbeitern abgebildet. Im Jahre 1910 wurde das neue jetzige Bahnhofsgebäude errichtet. Mering erhielt einen Knotenbahnhof. Der erste Zug nach Weilheim fuhr im Jahre 1898.

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