Mesum in alten Ansichten

Mesum in alten Ansichten

Auteur
:   Franz Greiwe
Gemeente
:   Mesum
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3104-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Mesum in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Bevor Mesum 1975 im Zuge der kommunalen Neugliederung mit den drei Gemeinden Elte, Rheine rechts und links der Ems und der Stadt Rheine zur neuen Stadt Rheine zusammengeschlossen wurde, war der Ort über viele Jahrhunderte eine eigenständige Gemeinde mit einer langen und reichen Geschichte. Heute ist Mesum ein Stadtteil von Rheine mit einem regen, starken Eigenleben.

Der Bildband 'Mesum in alten Ansichten' kann nur einen kleinen Ausschnitt aus der unerschöpflichen Mesumer Geschichte zeigen. Bei der Auswahl des Bildmaterials und beim Zusammenstellen des Bandes ließen sich mühelos die alten Fotos und Bilder wie kleine Mosaiksteinchen zu einem bunten, informativen Bild der jüngeren Mesumer Geschichte komponieren, so daß beim Lesen und Beschauen vor den Augen des Betrachters Entstehung und Entwicklung des Dorfes wie in einem Film ablaufen.

Das gesamte, umfangreiche BildmateriaJ wurde nach acht Themenschwerpunkten gegliedert und angeordnet. An den Anfang gestellt wurden Bilddokumente von den beiden Mesumer Kirchen, Städtebaulich wurde die erste, die alte Kirche auf dem Friedhof, um 1350 erbaut, nicht zum zentralen Bauwerk des Dorfes. Erst um die neue Kirche, die von 1887 bis 1890 errichtet wurde, entwickelte sich in den letzten hundert Jahren der eigentliche, heutige Ortskern. Diese Entwicklung soll in die neuesten städtebaulichen Planungsarbeiten einfließen und dort noch verstärkt werden.

Der zweite Abschnitt (Bild 11-20) ist den Bauernhöfen gewidmet. Mesum entstand nämlich aus vier Bauerschaften. Über Jahrhunderte hinweg dominierte hier die Landwirtschaft und prägte das Ortsbild. Von ihr bezogen kommunales und geistiges Leben, Politik, Kultur und Gesellschaft ihre Impulse. Begüterte Hof- und Grundbesitzer bestimmten epochenJang die Geschicke der Gemeinde und standen bis in die jüngste Vergangenheit als Ortsvorsteher oder Bürgermeister an der Spitze.

Der Landwirtschaft sehr nahe standen die Heuer- und Köttersleute, deren Geschichte in Mesum etwa im 16. und 17. Jahrhundert begonnen haben mag und die den Dorfraum besiedelten. Sie lebten von den kargen Erträgen ihrer kleinen, mageren Äcker und Gärten, waren auf den Bauernhöfen unentbehrliche Arbeitskräfte und übten zahlreiche Nebenerwerbe wie Tagelohnarbeit, Heimweberei und Hollandgängerei aus. Die Bilder dieses Themenbereiches (21-25) veranschaulichen einiges über Lebensweise, Wohnen und Arbeit dieser Bevölkerungsschicht.

Nicht selten stiegen Kötter durch zähe, fleißige Arbeit und Geschick, gepaart mit kaufmännischer Intellegenz, zu Handwerkern und Gewerbetreibenden auf und bildeten später die Schicht der Dorfbürger, auch wohl 'Poahlbürger' geheißen. Handwerk und Gewerbe, aber auch der Handel hatten, wie die Bildfolge (26-35) zeigt, um die Jahrhundertwende ihren festen, gesicherten Anteil an der Bürgerschaft. Sie sind es, die

fortan das Ortsbild architektonisch und in Grundzügen städtebaulich gestalten.

Die Heimweberei war die Basis für die Entwicklung der Textilindustrie, die vor allem genügend Arbeitskräfte hergab. Das für Textilverarbeitung günstige Klima (Verarbeitung von Baumwolle, später Jute) und vor allem der Eisenbahnbau 1856, wo Mesum einen Bahnhof erhielt, waren die Grundvoraussetzungen für den schwungvollen Aufbau der Industrie im Ort. In Bahnnähe entstanden in rascher Folge zwischen 1870 und 1920 sechs Fabriken. Der fünfte Themenschwerpunkt dokumentiert somit (Bilder 36-45) die lebhafte Gründerzeit und erste Fase der Industrialisierung in Mesurn. Ansatzweise wird auch versucht, den arbeitcnden Mensenen aus der Anonymität der Arbeitermasse herauszuholen und ihn in seiner Arbeitswelt zu zeigen.

Das Thema 'Frühe Verkehrsmittel' darf in einem Bildband zur Geschichte nicht fehlen (Bilder 46-50). Eines der ältesten Verkehrsrnittel war das Pferdefuhrwerk. Im vorigen Jahrhundert karnen die Fahrräder auf, und lange Zeit galt es auch noch in Mesurn als Sensation, ein Fahrrad zu besitzen. Die Ems machte Wasserfahrzeuge notwendig, vor allem zum Überqueren nach Elte hin, aber auch zum Lastentransport; zum Beispiel: Steine wurden vom Sandsteinwerk in Rheine per Boot herangeschafft. Verkehr setzt Verkehrswege wie Straßen, Chausseen und Plätze, aber auch Verkehrsbauwerke wie Brücken voraus (Bilder zu diesem Schwerpunkt 51-62). An den Hauptverkehrsstraßen wie Rheiner Straße, Münsterstraße und Bahnhofstraße ließen sich alsbald Handwerk, Ge-

werbe, Handel und Industrie nieder und formten so die ersten Mesumer Geschäftsstraßen, die vor 50 Jahren natürlich noch einen recht geruhsamen Eindruck hinterließen.

Mit 'Öffentliche Einrichtung' könnte man vielleicht am treffendsten den letzten Bildbandteil (Bilder 63-76) überschreiben. Jedes Gemeinwesen benötigt zum Wohl seiner Bürger zahlreiche Einrichtungen wie Schulen, Post, Krankenhaus, Rathaus, Bad, Feuerwehr und Vereine. Von deren Vorhandensein und Ausstattung hingen auch schon damals Wohnwert und Lebensqualität ab. Die Mesumer hatten vor Jahrzehnten schon, wenn auch bescheiden, einiges aufzuweisen.

Vieles von dem, was zwischen 1880 und 1930 in Alt-Mesurn noch zum Ortsbild gehörte und es liebenswert bestimrnte, ist unwiederbringlich verschwunden und lebt heute nur noch im Bild weiter. Es ist in diesem Bildband für die Nachwelt erhalten. Es war nicht immer leicht, die selten gewordenen Bilder zu beschaffen. Alle, die mitgeholfen haben, besonders Rudolf Breuing, Bernhard Bürgers und das Laudesdenkmalamt Westfalen-Lippe in Münster (Nummer 2, 4, 5, 6), sei dafür Dank gesagt. Wer sich ausführlicher mit Mesums Geschichte befassen möehte, dem sei als vertiefendes Schrifttum genannt: Franz Greiwe, 100 Jahre Bank in Mesurn , 1984; ders., Christliches Denken und soziales Handeln , 75 Jahre KAB Mesum, 1986; ders., Mesum im Spiegel der Geschichte, 1987; Heft 1190 der Schriftenreihe "Rheine.-gestern , heutc, morgen": 100 Jahre Kirche Mesum.

1. Wie kein anderes altes Bilddokument zeigt diese alte Postkarte aus dem Jahre 1900 ein vielfältiges, informatives Portrait des alten Dorfes an der Jahrhundertwende. Jedes Detail ist wichtig und interessant. Der obere Bildteil wird beherrscht von einem Mesumer Panorama, gesehen von Westen her. Links am Bildrand steht die noch kleine Fabrik Gröning, überragt vom Schornstein und Mesums Windmühle. Bürger- und Kötterhäuser schließen die Kirche ein. Die vier weiteren Bildteile zeichnen die Iiebenswerte Dorfidylle der guten, alten Zeit: Kirche und Dorfplatz ebenso wie den behaglich-gemütlichen Gasthof und den Bahnhof mit qualmender Lokomotive. Eine Besonderheit stellt das rechte Einzelbild dar. Dort ist an der alten Kirche an der Nordseite noch die um 1900 abgebrochene Sakristei zu sehen, von der es sonst kein Bild gibt.

2. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, wahrscheinlich 1373, wurde Mesum zur selbständigen Pfarrei erhoben. Bis dahin gehörte die schon einige Jahre früher errichtete - etwa um 1350 - Kapelle zum Pfarrsprengel von St. Dionysius in Rheine. Das schlichte, einschiffige Bauwerk entstand inmitten des Friedhofes auf dem Grund des Haupthofes Schulte-Mesum. Während sich das Kirchlein seit unserem Foto aus dem Jahre 1893 kaum noch veränderte, hat sich der Friedhof stark gewandelt. Der für die damalige Zeit charakteristische Kranz eng die Kirche umschließender, weißgestrichener Steinund Holzkreuze ist heute einer großzügigen, individuellen Friedhofsanlage gewichen.

3. Als die Gemeinde Mesum im Jahre 1887 an den Neubau einer größeren Pfarrkirche ging, wollten die Mesumer die alte Kirche auf dem Friedhof abreißen, um so billiges Baumaterial zu bekommen. Erst im letzten Augenblick wurde der totale Abbruch verhindert, nachdem der wuchtige Turm schon fast ganz abgetragen war. Einige Zeit lag die Ruine still, dann begann die Gemeinde, das altehrwürdige Kirchlein wieder herzurichten. Die Turmreste wurden völlig entfernt. Unser Foto aus dem Jahre 1900 zeigt, daß gerade die notwendigen Bauarbeiten beendet wurden. Wo der Turm stand, wurde eine neue Eingangstür gemauert. Gerüst und Bauschutt liegen noch vor der Kirche. Turmlos steht die alte Kirche noch heute inmitten des Friedhofes.

4. Wer die alte Kirche heute betritt, staunt über einen erstaunlichen Reichtum an Ausstattungstücken aus verschiedenen Jahrhunderten. Und doch war die Einrichtung, wie das Foto von 1893 zeigt, früher noch wesentlich reicher und schöner. Blickfang ist der bis oben an das Gewölbe reichende Hochaltar des Bildhauers Bernd Meiering aus der Zeit um 1690. Links hinter der inzwischen abgebauten Kanzel lag die Tür zur Sakristei, von der man auch die Kanzel betreten konnte. Die Kreuzgruppe rechts kam bei ersten Renovierungsarbeiten auf die gegenüberliegende Seite. 1959 wurde die Kirche umfassend restauriert. Seither ist das Gotteshaus auch eine Stätte zum Gedächtnis der Toten.

5. Das Foto aus dem Jahre 1893 zeigt genauso wie das auf der nächsten Seite einen der ehemaligen Seitenaltare aus der alten Mesumer Kirche. Als man 1699 im Dom zu Münster zwei überflüssige Seitenaltäre beseitigte, kamen die großen Aufsätze zur Verschönerung in die Mesumer Kirche, Der Altar an der Evangelienseite enthält im Mittelteil ein herrliches Steinrelief mit der Anbetung des Kindes durch die heilige drei Könige und den Domkantor Melchior von Büren. Das großartige Kunstwerk aus der Renaissancezeit wurde 1537 in der Werkstatt des bedeutenden münster'schen Bildhauers Johann Brabender, genannt Beldensnyder, gearbeitet. Im Oberteil sieht man die Figur des römischen Martyrers Johannes vom gleichen Meister.

6. Als die Handwerker 1699 die beiden Altäre in der Mesumer Kirche zusammensetzten, gerieten einige Werkstücke an die falsche Stelle. So steht im oberen Teil des Seitena1tares auf der Epistelseite die Figur des Apostels Paulus, die ebenfalls von Beldensnyder gearbeitet wurde. Der untere Teil mit dem Relief der Bekehrung des Saulus stammt von einem jüngeren Bildhauer, wahrscheinlich von Albert Reining aus Münster, der 1583 starb. Beide Seitena1täre vervollständigten erst das barocke Bild des Altarraumes und ließen ihn wie eine große Theaterbühne erscheinen.

7. Vor der alten Kirche auf dem Friedhof, gleich am Eingangstor, erheben sich zwei prachtige Linden. Auf dem Foto, etwa um 1920 aufgenommen, erkennt man deutlich, wie sich zwischen den mächtigen Stämmen ein schmales Bauwerk versteekt. Es handelt sich dabei um eine kleine Kapelle, von der in einem alten Kirchenregister von 1861 zu lesen ist:

Liegt an der westseite auf dem Kirchhofe, dem Turm gegenûber, ist klein, im Rundbogenstil mit Satteldach. Dieselbe war frûher großer, und wurde darin jährlicb unter der Johannes-Prozession nach Aussage alter Eingesessener laut verloren gegangener Fundationsurkunde eine hl. Messe gelesen.

8. Das Foto zeigt deutlich, wie die dieken Linden die kleine Kapelle zusammendrücken. In dem sehr schlichten, feinen Gebäude stand der Bildstock der schmerzhaften Mutter. Dieses massige, stark bewegte Bild entstand vermutlich um 1750 und kam 1811 aus dem Franziskanerkloster Rheine nach Mesum. Vor allem zur Johannesprozession schmückten die Anlieger mit vielen Blumen und Kerzen das kleine Kapellchen. 1941 wurde es abgerissen, und die Marienklage kam in die alte Kirche, wo sie heute noch an der westlichen Giebelwand steht. An Stelle der Kapelle errichteten die Burger ein schlichtes Holzkreuz aus der Werkstatt des münster'schen Bildhauers Bäumer. Das Holzkreuz wurde 1942 aufgestellt.

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