Mühldorf am Inn in alten Ansichten Band 2

Mühldorf am Inn in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Rudolf Angermeier
Gemeente
:   Mühldorf am Inn
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5238-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Mühldorf am Inn in alten Ansichten Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Das Buch 'Mühldorf in alten Ansichten' hat bei der Bevölkerung dieser Stadt viele Liebhaber gefunden und war innerhalb weniger Jahre vergriffen. Viele haben darin persönliche Erinnerungen gefunden, wurden an längst verstorbene Persönlichkeiten gemahnt, an gesellschaftliche Ereignisse, an denen sie teilgenommen hatten, oder haben es einfach amüsant gefunden, die Entwicklung ihrer Stadt anhand von historischen Aufnahmen zu verfolgen. Aus diesem Grund soll nun ein zweiter Band mit alten Ansichten vorgelegt werden, wiederum für alteingesessene und junge Mühldorfer gleichermaßen interessant, für die einen, um sich und ihre erlebte Zeit darin wiederzufinden, für die anderen, um zu erfahren wie es war, bevor nach dem Zweiten Weltkrieg Friede und Wohlstand unser aller Leben veränderte.

Es gibt aber auch noch einen anderen Grund, durch den sich der Autor zur Veröffentlichung und Kommentierung dieser Bilder veranlaßt sah. Im Allgemeinen werden alte Fotografien und Postkarten immer seltener, sie werden auf Flohmärkten und bei Antiquaren zu sündteueren Preisen gehandelt und verschwinden dann auf immer in

privaten Sammlungen oder in kommunalen Archiven. Damit sind solche Dokumente zwar gesichert und vor dem Verschwinden bzw. der Veruntreuung gerettet, sie sind aber leider auch der Betrachtung durch eine breite Öffentlichkeit entzogen. Mit diesem Buch soll dies zumindest für den Bereich der Stadt Mühldorf vermieden werden, diese Bilder sind so etwas wie ein Allgemeingut und können heute durch ausgezeichnete Reproduktionsmethoden problemlos einem größeren Publikum zugänglich gemacht werden.

Der Bogen dieses Buches ist weit gespannt. Er beginnt mit fotografischen Raritäten aus dem vorigen Jahrhundert, die sich naturgemäß damals mehr auf unbewegliche Objekte beschränken mußten, also Stadtansichten, Einzelgebäuden und Plätzen, bei denen im Vordergrund des Interesses stehen dürfte, was sich alles zu seinem Gunsten oder zu seinem Ungunsten verändert hat. In der Zeit um die Jahrhundertwende wurden die technischen Möglichkeiten der Fotografie dann ständig verbessert, die Porträtaufnahmen wurden zur großen Mode, fortschrittliche Handelsfirmen nutzten geschickt die Werbewirksamkeit von

Postkarten und illustrierten Ankündigungen und selbst Musikgruppen, Sportvereine, Schulklassen oder Wirtshausgesellschaften ließen sich im Gruppenbild ablichten, um ein bleibendes Erinnerungsfoto zu bekommen.

Nach Krieg und Inflation kam der Fotoapparat dann erst richtig unters Volk, unzählige Amateure wurden zu untrüglichen Zeugen aller kleinen und großen Ereignisse, sie begleiteten uns durch das tausendjährige Reich mit seinen Apellen und Großkundgebungen, sie haben die Schrecken des Krieges und die Angst der Bombennächte für immer festgehalten, auch Szenen, die wir längst hinteruns gelassen zu haben glaubten.

Doch Bilder allein haben nicht für Jedermann die selbe Aussagekraft, sie bedürfen vielfach eines genaueren Hinweises oder Kommentars, um sich allen verständlich zu machen. Und so hat der Herausgeber seine Hauptaufgabe darin gesehen, ein bißchen nachzuhelfen, dem Betrachter die nötigen Zusammenhänge aufzuzeigen oder auf Personen und Gruppen zu verweisen, die nicht mehr im Gedächtnis des Lesers haften geblieben sind. Das Leben einer Stadt wird ja vielfach von einzelnen

Persönlichkeiten bestimmt, von geistlichen oder weltlichen Herren, mitunter auch von Frauen, die im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses standen. Auch seltene Originale sollen nicht vergessen sein, die wie die biederen Bürger ihre Handschrift hinterlassen haben.

So wurde das Buch mit den alten Ansichten zu einem echten Querschnitt dieser Stadt am Inn, der sich über einen Zeitraum von etwa zwei Generationen hinzieht, es berichtet von lustigen und traurigen Ereignissen, das, was die Bürger bewegt und aufgeregt hat und jenes, was scheinbar spurlos an ihnen vorübergangen ist. Mancher mag sich selbst oder einen seiner Vorfahren darin wiederfinden, diese oder jene Begebenheit, die einem nur noch aus dem Hörensagen bekannt ist, immer aber ist die Stadt Mühldorf der Schauplatz der Geschichten, der gemeinsame Lebensraum und die selbe Vergangenheit.

Rudolf Angermeier

1. Wie verschlafen sieht der Stadtplatz von Mühldorf aus in seiner bürgerlichen Ruhe und Beschaulichkeit. Das alte Kriegerdenkmal in der Mirte, das schon 1874 eingeweiht worden war, ein Maibaum und die Baumgruppe um den Hochbrunnen des Fürstbischofs Johannes Ernestus Graf von Thun. Auf der rechten Seite sieht man das dekorative Hotel 'Zum Schwan' des Josef Riedl, der Durchgang zur Luitpoldallee ist noch von einem Bürgerhaus verstellt und im Franziskanerkloster neben der Kirche ist die Knabenschule untergebracht. Nur ein paar Fuhrwerke stehen wie verloren neben der Straße und die träge Mittagshitze, die über dem Platz liegt, hat jede Geschäftigkeit ersterben lassen. Später hat sich dann der Fortschritt über die Stadt hergemacht, statt Ruhe ist permanente Hektik eingekehrt und derjenige , der heute von einer Seite zur anderen will, riskiert Kopf und Kragen.

2. So hat die Katharinenvorstadt um 1910 ausgesehen. Automobile waren damals noch eine Seltenheit, wenn ein Bauer zum Amtsgericht geladen war, konnte er sein Fuhrwerk neben der Straße abstellen und sein Rößl an der Planke anbinden. Hernach stand ihm der 'Himmel' offen für Bier und Brotzeit, oder er zog es vor in der 'Höll' seine Einkehr zu halten. Es war noch richtig gemütlich auf dem kleinen Platz vor der Katharinenkirche, vom Höllschmied wehte einem der beißende Geruch gebrannter Pferdehufe um die Nase, der Wagner Sattler hat seine Fuhrwerke auf der Straße repariert und in den Höhenzug am Stadtberg hatten die großen Brauereien ihre Bierkeller eingegraben. Um diese Zeit hatte sich der Verschönerungsverein schon aktiv um eine Bepflanzung des Berges gekümmert, hat schöne Spazierwege anlegen lassen und nach Feierabend ist man zum Schwaigerkeller oder zur Post in den SommerkelIer gegangen.

3. Der Inn ist seinem Charakter nach ein Hochgebirgsfluß, der in Folge jahreszeitlicher Unterschiede auch seine Wasserführung ständig verändert. Schneeschmelze und Gletscherwasser tragen zu ungewöhnlichen Anschwellungen im Frühjahr bei, während in den Wintermonaten der geringe Wasserstand sogar die Schiffahrt zum Erliegen brachte. Während seines 510 km langen Laufes vom Malojapaß zur Donaueinmündung bei Passau weist er ein überdurchschnittliches Gefälle auf, das ihm auch eine hohe Fließgeschwindigkeit verleiht. Zudem bringt er aus dem Gebirge beträchtliche Mengen an Gestein mit, was zu einer ständigen Verlagerung des Flußbettes führt. Deshalb konnte er immer nur bedingt als Schiffahrtsweg genutzt werden. Trotz dieser vielen Gefahren und Unwägbarkeiten haben viele Städte ihr Wohl und Wehe auf dieses Wasser gebaut und sind, wie das Beispiel Mühldorf zeigt, nicht schlecht dabei gefahren.

- ?....

?? .oi __

.. -[: - ~-

M-hldorf a. Inn

stadtp'at.

4. Das aufwendige Wirtshausschild mit dem Schwan und die gemächliche Ruhe über dem weiten Platz passen gut zusammen, keine Eile, keine hetzenden Vehikel, nur ein paar Fußgänger und ein Bierfuhrwerk, das sich um den Nachschub sorgt. Es ist eine gezeichnete Postkarte aus dem Jahr 1913, als Kronprinz Luitpold die Zügel des Landes noch sehr locker in der Hand hielt, als das altrenommierte Haus der Gaigl und Riedl an den Baron Michl von Tüssling verkauft worden war und man sich mit dem Gedanken trug, das Hotel Schwan in die Nähe des Bahnhofs zu verlegen. Es muß ein Schock gewesen sein, diesen Mittelpunkt des bürgerlichen Lebens an das neue Viertel auf dem Berg zu verlieren und es scheint, als ob ein wenig von der Traurigkeit über diesen Verlust in das Bild übergegangen sei.

5. Schwibbögen sind eine architektonische Besonderheit der Inn- und Salzachstädte. Abgesehen von ihrem Ziercharakter haben sie aber auch eine ganz wichtige Funktion zu erfüllen. Während sich innerhalb einer Häuserzeile die hohen Hausmauern gegenseitig stützen, bedarf es bei Unterbrechungen, wie sie sich durch die einzelnen Gassen ergeben, einer zusätzlichen Stütze. Deshalb hat man an den Engstellen der Gassen diese Bögen von einer Mauer zur anderen gespannt. In Mühldorf sind die Hausmauern zudem nicht aus reinem Ziegelwerk errichtet, sondern man hat sie mit dem billigen und irn Überfluß vorhandenen Innbummerln ausgefüllt. Das verlieh den Mauern weit weniger StabiIität, als wenn sie aus kompaktem Ziegelwerk hochgezogen wären. Das Beispiel Mühldorf zeigt, daß das Nützliche auch einen ästhetischen Effekt haben kann.

6. Diese Familiendokurnentation aus Anlaß der Hundertjahrfeier der Familie Rambold stellt die wichtigsten Stationen und Persönlichkeiten einer Mühldorfer Bürgersfamilie dar, die sich dem Ledererhandwerk und der Kaufmannschaft verschrieben hatte. Solche Jubiläumskarten waren beliebte Reklameträger, sie verwiesen zugleich nicht ohne Stolz auf die Kontinuierlichkeit einer alteingesessenen Bürgerfamilie. Wer sich aber die Mühe macht hinter die gerahmten Bilder zu schauen, findet ein dichtgefülltes Kapitel Mühldorfer Stadtgeschichte, ein stetiges Engagiertsein in Magistrat und Kirchenverwaitung, in Vereinen und Gesellschaften, in allen Angelegenheiten des öffentlichen Lebens dieser Stadt bis zum heutigen Tag. Leider fehlt auf diesem Foto der Schulmeister, Heimatdichter und Literat Franz Xaver Rambold (1883-1938), der der Stadt und seiner Familie eine heitere, besinnlich-romantische Facette hinzugefügt hat.

7. Idyllische Plätzchen gibt es genug in Mühldorf und sie haben alle ihren besonderen Reiz. Wenn es auch heute nur noch an wenigen Stellen spürbar ist, es hat doch immer ein Drinnen und ein Draußen in dieser Stadt gegeben, die Mauer hat sie deutlich vom Umland getrennt. Auch heute empfindet dies der Besucher noch, wenn er sein Auto am Stadtwall abgestellt hat, er muß erst in die Stadt hinein, sei es durch ein Tor oder eine der vielen Gassen. Erst auf dem Stadtplatz ist man richtig in Mühldorf. Unmittelbar außerhalb der Mauer waren Wurzgärten und Krautgärten, Kleinviehställe oder Schuppen, Bleichplätze und Wäschaufhäng, in jedern Falle aber abenteuerliche Spielplätze für Kinder. Man har sich zu allen Zeiten engagiert mit dem Unvermeidlichen, hat es, so weit als rnöglich, genutzt, wenn auch nur als sonniges oder schattiges Plätzchen im Freien.

8. Dieses Bild ist eine äußerst interessante Panorama-Postkarte aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Sie geht auf eine gezeichnete Vorlage zurück und wäre aus diesem Bliekwinkel fotografisch auch gar nicht möglich. Man könnte sie als eine vorweggenommene Luftaufnahme sehen, der Standpunkt des Betrachters befindet sich jedenfalls hoch über dem Bahnhof und dann schweift der Bliek aber nicht nach Süden, sondern landet auf der Westseite des Stadtplatzes mit der genauen Wiedergabe der vollständigen Häuserfront zwischen den Toren. Nur mit Hilfe der Zeichnung konnte eine derartige Montage überhaupt entstehen. Man muß sich viel Zeit nehrnen, um sich im Häusergewirr zurechtzufinden, aber trotz der Fülle ist die Stadt bis ins kleinste Detail exakt dargestellt, es ist, als ob man beide Tore, das Münchener und das Altöttinger, gleichzeitig passieren könnte.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek