Mühlheim am Main in alten Ansichten

Mühlheim am Main in alten Ansichten

Auteur
:   Kornelia Schild-Kreuziger und Richard Krug
Gemeente
:   Mühlheim am Main
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2307-5
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Mühlheim am Main in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  >  |  >>

van

Richard Krug und

Kornelia Schild-Kreuziger

Europäische Bibliothek - ZaltbommellNiederlande

'" niE ""0ÄMALS

REIHE

rSBNlO: 90 288 2307 7 rSBN13: 978 90 28823075

© 1983 Europäische Bibliothek - Zaltbommel/Niederlande © 2011 Reproduktion vom 2. Druck aus 1993

Nachdruck und Vervielfältigung jeglicher Art von Bild und Text nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlegers.

Europäische Bibliothek Postfach 49

NL - 5300 AAZaltbommel/Niederlande Telefon: 0031418513144

Telefax: 0031418 515515

E-mail: publisher@eurobib.nl

EINLEITUNG

Zur Geschichte der Stadt

In alten Urkunden wird das Nachbardorf Meielsheim im Jahre 793 nach Christus erstmals genannt.f Aus ihnen geht hervor, daß damals unsere engere Heimat bereits besiedelt, christianisiert und landwirtschaftlich genutzt war. Mühlheim selbst wird erst 22 Jahre später in einer Urkunde erwähnt, als Kaiser Ludwig der Fromme dem Laienabt Einhard vier Hufen Land mit Zubehör schenkt."

Menschenleer war dieses Gebiet jedoch auch vorher nicht, obwohl davon keine Schriftstücke zeugen. 1976/77 durchgeführte Ausgrabungen haben ergeben, daß bereits vor mehr als 10000 Jahren, also am Ende der Altsteinzeit, Menschen am Dietesheimer Mainufer Wohnplätze suchten. Andere prähistorische Funde beweisen, daß unsere Heimat in allen früheren Kulturepochen, wie Stein-, Bronze- und Eisenzeit bewohnt war.

Einige Jahrhunderte schweigen die Urkunden. Erst im Jahre 1239 wird Mühlheim wieder genannt. Nun besitzt es eine Kirche, ist religiöser Mittelpunkt für 12 Nachbargemeinden einschließlich Offenbach und Heusenstamm, hat bedeutende Rechte in der Bieger Mark und besitzt mehrere Mühlen. An Rodau und Bieber entstehen in der Folgezeit zehn Mahlmühlen, eine echte Mühlenindustrie für die damalige Zeit.2

Im Jahre 1425 kauft der Kurfürst und Erzbischof von Mainz Burg und Stadt Steinheim und unter anderem auch die Vogteirechte über das Gebiet der heutigen Stadt (Mühlheim, Dietesheim, Meielsheim und Lämrnerspiel). Eine Urkunde aus dem Jahre "1576 sagt uns, daß damals hier 99 Familien und 47 Leibeigene gelebt haben. Nie haben diese vier Dörfer in all den Zeiten große Geschichte gemacht; sie haben sie erlebt, durchlitten und letzlioh bestanden. Meielsheim allerdings blieb auf der Strecke, es verschwand lautlos, wurde wüst."

Erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts hatten sich die restlichen drei Dörfer soweit erholt und gekräftigt, daß sie ihre Mauern im wahrsten Sinne des Wortes sprengen konnten, ja mußten. Mühlheim wuchs. Nachteilig für unsere Heimat wirkte sich das Mainzer Erbrecht aus, das die gleichmäßige Aufteilung jedes Besitzteils unter allen Erben vorsah, was eine Zerteilung der Äcker im Zeitenlaufe zu 'Handtuchäckern' zur Folge hatte, die schließlich nur noch als 'Baumstücker' genutzt werden konnten. Aus ursprünglich Pferdebauern wurden Ochsen-, dann Kuh- und Ziegenbauern, schließlich Kaninchen-, Hunde- und Kleintierzüchter. 2

Gut an die 1 000 Jahre lang waren und blieben die Menschen hier Landwirte und ernährten sich und ihre Familien schlecht und recht von den Erträgen ihrer

sandigen Äcker und sumpfigen Wiesen. Das über Europa hinwegfegende napoleonische Inferno hatte hier an den feudalen Privilegien und Vorrechten ganz kräftig gerüttelt. Die freier gewordenen Menschen, die der karge Boden nun nicht mehr ernähren konnte, wanderten in die Nachbarstädte ab. Andere, Männer wie Frauen, pendelten täglich in die dort aufblühenden Manufakturen. Bei einern mehr als zehnstündigen Arbeitstag legten sie den Hin- und Heimweg in der Regel zu Fuß zurück.

Zwei große Industrialisierungswellen schwappten in den verflossenen 100 Jahren über Mühlheim hinweg. Die erste begann mit dem Bau der Eisenbahn Frankfurt-Offenbach-Hanau (1873) und brachte uns im Gefolge die Ansiedlung einiger Großbetriebe, wie das Chemie werk A. Leonhardt & Co. (l880), die Offenbacher-Schrauben-Industrie (OSI), die Gerbereien Thomson, Mayer & Sohn, sowie Nahm & Löwenstein, Außerdem siedelten sich Zernent- und Schuhfabriken an. Die Wirtschaftsdepression Ende der zwanziger Jahre brachte sie alle zum Stillstand.

In der Mitte der dreißiger Jahre blühen neue Werke auf. Die Fabrikation von Kleinlederwaren begann ihren Siegeszug. Stahl-Schanz übernahm die OS!. Allein die Rodgau-Gummiwerke beschäftigten mehr als 200 Arbeiter. Dienes kaufte Thomson. 1970 zählte Mühlheim 933 Arbeitsstätten, in denen 8 112

Menschen Arbeit fanden. Leider konnte ein Großteil der Fabriken die Wirtschaftskrise der endsiebziger Jahre nicht durchstehen.

Eingebettet in diese Perioden waren zwei unmenschliche Weltkriege mit unermeßlichen Opfern an Gut und Blut. Die geschilderten Ereignisse sowie das Hereinströmen von Millionen bettelarmer Flüchtlinge und Vertriebener in das infolge des verlorenes Krieges zerteilte und klein gewordenen Rumpfdeutschland veränderten Gesellschaft und Wirtschaft unserer Heimatstadt, veränderten aber auch ihr äußeres Bild, änderten auch ihre Menschen. Geblieben sind deren Anspruchslosigkeit, Sparsamkeit, Zielstrebigkeit, harter Wille und zäher Fleiß. Mit nie geahnter Dynamik gingen sie an den Wiederaufbau, krallten sich fest in dem enger gewordenen Land und schufen ein neues, ein größeres, ein schöneres, und wie wir meinen, auch ein liebenswürdigeres Mühlheim.

Darum, geneigter Leser, blicke zurück auf das Mühlheim Deiner Großväter und versuche, in der Differenz zwischen einst und jetzt deren echte Aufbauleistung zu erkennen!

Die Ziffern 1 bis 8 beziehen sich auf die im 'Literaturnachweis' (letzte Seite) angegebenen Werke.

RUND UM ST. MARKUS

1. DIE STADT MÜHLHEIM AM MAIN kann weder flächenmäßig als Ganzes noch als historische Einheit betrachtet werden. Versuchen wir also, vom alten Dorfkern rings um die katholische SanktMarkus-Kirche auszugehen und anschließend unsere Stadt in ihren zeitlichen und räumlichen Weiterungen zu betrachten und zu beschreiben.' (Alte Ansichtskarte um 1910.)

2. DER ALTE KIRCHHOF. Rings um den Kirchhof lief früher eine mit Zinnen und Schießscharten versehene, befestigte Mauer. Sie diente wohl als letzter Zufluchtsort vor räuberischen Horden und marodierenden Soldaten. Auf unserem Bild ist sie auf der Westseite durch einen schmiedeeisernen Zaun ersetzt, welcher heute auch nicht mehr existiert. Wer wohl zur Zeit der Aufnahme unter dem Säulendach des Wachthäuschens noch Wache hielt? 5 (Foto unbekannt.)

3. ST. MARKUS. Schon 1356 wird dieses Gotteshaus in alten Urkunden erwähnt, Der schießschartenbewehrte massive Glockenturm stammt in seinen unteren Teilen noch aus dieser Zeit. Kirche und Turm wurden mehrmals erweitert und umgebaut. Der heutige spitze, gotisierte Turmhelm wurde unter Pfarrer Johannes Dickerscheid 1900 errichtet. Das hier sichtbare Langhans war zwischen 1878 und 1888 unter Pfarrer Heinrich Doppheimer erbaut worden. Letzter Umbau erfolgte 1955.7 (Foto Krug.)

4. DIE GERICHTSLINDE. Vor der Kirche stand eine uralte Linde, unter der einst das Sendgericht tagte, das meist unter Leitung des Archidiakons Vergehen gegen die kirchliche oder sittliche Ordnung aburteilte. Sie steht nicht mehr. Neben dem Glock'schen Haus vor dem Zugang zur Kirchborngasse ist der alte Schuppen zu sehen, in welchem noch im Zweiten Weltkrieg der Leichenwagen untergebracht war.' (Foto Rau.)

5. MARTINIKERB. Jean Hess (1886-1965), der mit Feder und Pinsel das Mühll1eim der Jahrhundertwende festhielt, zeichnete ein einprägsames Bild der Mühlheimer Martinikerb, Karussell, Verkaufsbuden und viele Menschen unter der Linde. Vor der Kirche (noch mit dem bis 1900 vorhandenen romanischen Turmhelm) zeigt er uns das uralte Schulhans. Sicherlich konnte er es nur auf Grund von Schilderungen alter Leute so darstellen, da es nach Urkunden schon 1839 zum Abriß verkauft worden war.7

.-.-

~ .. -::: ...------

--.

--

-----

--- .-~-

-----

--

--

.--

6. FRONLEICHNAM UM 1900. Mühlheim war katholisch und war es trotz Reformation und Dreißigjährigem Krieg geblieben, da es 1425 schon an das kurmainzische Erzbistum kam und bis 1803 blieb. 'Cuius regio, eius religie", die Augsburger Religionsformel von 1555, (wessen das Land ist, der auch die Religion bestimmt) hatte hier keinerlei Änderungen zur Folge. Im Laufe der Jahrhunderte hatte sich hier eine tiefe Religiosität eingebürgert, die sich insbesondere am Fronleichnamstage in oft kilometerlangen Umzügen auch nach außen darstellte. Das Bild zeigt den Fronleichnamszug von der Kirche (noch niedriger Glockenturm) kommend, durch die Marktstraße ziehend, vorne die weißen Mädchen, in der Mitte der Straße der 'Himmel' mit dem Priester. Der Zug biegt eben um das Rathaus nach links ab. An der rechten Seite ist die neuerbaute Gastwirtschaft 'Zur Brezel' zu erkennen, welche in den sechziger Jahren dem heutigen Neubau weichen mußte. Im Vordergrund sieht man die Grundmauern der im Umbau befindlichen Wirtschaft 'Zur Post'. (Foto K.H. Kaiser.)

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek