Mirow in alten Ansichten

Mirow in alten Ansichten

Auteur
:   Hans-Werner Hardow
Gemeente
:   Mirow
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5426-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Mirow in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Heinrich Borwin, Herr zu Rostock , hatte im Jahr 1226 dem Johanniterorden 60 Hufen im Land Turne gegen Zahlung von 100 Mark Silber geschenkt. Das Land Turne umfaßte damals etwa die Orte Zechlin, Schwarz, Fleeth, Peetsch, Mirow, Starsow und Lärz. Im folgenden Jahr bestätigten die brandenburgischen Markgrafen Johann und Otto diese Schenkung. Das war am 5. August. Am 3. Dezember 1227 bestätigten die vier Söhne Johann, Nikolaus, Heinrich und Pribislav die Schenkung ihres Vaters. Heinrich Borwin, ebenfalls. In diesen Urkunden wird der Ortsname Mirow als 'villa mirowe' erstmalig genannt. Deshalb beging Mirow im Jahr 1927 seine Siebenhundert- und 1977 seine Siebenhundertfünfzig-J ahrfeier.

Wie in vielen Orten in unserer Gegend handelt es sich nicht um eine 'Gründungsurkunde', das Gründungsdatum ist unbekannt, sondern um eine 'urkundliche Ersterwähnung'.

Die Johanniter-Niederlassung auf der ehemaligen Halbinsel an der Südostseite des Mirower Sees wurde anfangs von einem Magister geleiter. später von einern Kommendator. Daneben befinden sich ein Prior, ein Diakon und auch ein Fischermeister (magister piscatorum). Daraus läßt sich schließen, daß der Fischreichturn der zum Landbesitz des Ordens gehörenden Seen eine bedeutende Einnahmequelle gcbildet haben dürfte.

Von diesen Anfängen wuchs der Besitz des Ordens von Jahrzehnt zu Jahrzehnt an Hufenzahl und Rechten. Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts hatten die in Mirow ansässigen Johanniter fast das ganze Land Turne an sich gebracht. Handwerker und Geschäftsleute faßten nach und nach ebenfalls Fuß und bildeten neben der Komturei einen Ort. Von etwas größerer Bedeutung für Mirow und dessen Entwicklung war der als Komtur eingesetzte Herzog Karl (nach Krüger war er dies von 1564 bis 1610). Er ließ die Halbinsel durch den noch heute vorhandenen Wall und den davorliegenden Graben befestigen - aus der Halbinsel wurde eine Insel.

Im Hamburger Erbverglcich vom 8. März 1701 erhiclt Herzog Adolf-Friedrich H. nach über fünfjährigem Streit mit seinem Neffen Friedrich Wilhelm die Komturei Mirow als einen nicht unwesentlichen Bestandteil des mit dem Vergleich neu entstandenen Herzogtums Mecklenburg-Strelitz.

Dieser Erbstreit hatte viele Gelder verschlungen. Das neu entstandene Herzogtum hatte sich von den Folgen des Dreißigjährigen Krieges auch noch nicht erholen können.

Ab 1704 wurde in Mirow und Zirtow Tabak angebaut, mit dem man von den mageren Sandäckern ganz andere Erträge erzielte als mit dem Anbau von Roggen. 1703-1705 wurde in Mirow ein Manufakturhaus (Färberei) errichtet und 1706 die Walkmühle (Tuchveredelung) von Krüselin nach Mirow verlegt. 1705 wurden eine Ziegelei und ein neues Brauhaus, das mit einer Brennerei verbunden wurde , errichtet. Auch das Vcrhandensein einer Salpeterfabrik (Pulvermühle) wird 1706 erwähnt.

Forsehungen der Numisrnatiker in den letzten Jahren haben ergeben, daß sich in den Jahren von 1703 bis 1705 vermutlich auf dem zum Schloß gehörenden Gelände eine Münzprägestätte befunden hat.

Kurz vor der Beendigung des Erbstreites, am 18. Januar 1701, war dem späteren Herzog Adolf Friedrich H. seine Frau verstorben. Bis zu seinem Tod am 12. Mai 1708 heirarete er noch zweimal. Seine zweite Frau starb nach zweijähriger Ehe. Die dritte Frau, Christiane Emilie Antonie von Schwarzburg-Sondershausen, erhielt als Witwensitz das Schloß in Mirow. Aus dieser Ehe stammte eine Prinzessin Sophie, die im Alter von gerade zwei Jahren verstarb, und der am 23. Februari 1708 gebotene Prinz Ca rl Ludwig. Dieser Prinz lebte bei seiner Mutter in Mirow und war der Vater des spateren Herzogs Adolf Friedrich IV., des durch Fritz Reuter unsterblich gewordenen 'Durchläuchting. Er war aber auch der Vater von dessen Nachfolger, dem Herzog Carl (1794-1816). 1815 wurde er vom Wiener Kongreß in den Stand eines Großherzogs erhoben. Der Prinz Carl Ludwig

war auch der Vater der Prinzessin Sophie Charlotte, die mit Georg Ill.. König von England , verheiratet war.

In diese Zeit der 'Hofhaltung' hier in Mirow fiel der Zwangsaufenthalt des preußischen Kronprinzen und späteren Preußenkönigs Friedrich Il., der Große genannt, in Rheinsberg. Über seinen ersten Besuch in Mirow schreibt der Kronprinz in seinem Brief vom 26. Oktober 1736 an seinen Vater , daß er in Mirow niemanden angetroffen habe und deshalb nach Neustrelitz weitergeritten sei, aber auch dort habe er den Prinzen Carl Ludwig nicht angetroffen, erst auf dem Rückweg traf er den 'Prinzen Mirow' in Canow im herzoglichen Jagdhaus. Bis zum Regierungsantritt des preußischen Kronprinzen erfolgten noch mehrere Besuche und Gegenbesuche, über die er seinem Vater anfangs mehr, später weniger berichtete.

Bezeichnend war, daß der Kronprinz diesen 'Besuch im Nachbarland' nicht allein unternahm. Er war in Begleitung eines preußischen Werbeoffiziers, des Leutnants von Buddenbrock , der hier schon so manchen 'Langen Kerl' für des Kronprinzen Vater 'geworben' hatte.

Kurz vor dieser Zeit , 1730, war der Flecken Mirow bis auf zwei Häuser völlig niedergebrannt.

Noch einen großen Brand erlebte Mirow: Am 4. September 1742 schlug ein Blitz in den Turm der Mirower Kirche , die Flammen griffen um sich, und alle Gebäude auf der Schloßinsel brannten nieder. Schon 1744 konnte die neue Kirche eingeweiht werden. Der Turm wurde erst 1747 fertig, für sein Kupferdach schenkte Friedrich Il.. nunmchr schon als König von Preußen, das Kupfer. Die 'Hofhaltung' hörte auf', als 1761 die Frau des 'Prinzen Mirow starb. Er selbst war schon 1752 im Alter von 44 Jahren verstorben. Die verbliebenen Familienmitglieder siedelten nach Neustrelitz über , und das Mirower Schloß führte fortan ein stilles Dasein. Es erwachte nur für Stunden zum Leben, wenn ein Mitglied der herzoglichen Familie in der an die Kirche angebauten Gruft beigesetzt wurde.

1654 wird im Mirower Amtsbuch erstmals erwähnt, daß Mi-

row ein Flecken ist , dem das Recht zuerkannt war, zweimal jährlich einen Jahrmarkt abzuhalten. Nach dem Ersten Weltkrieg, 1919, wird Mirow Stadt. Am 2. August 1919 beschloß der erste gcwählte Landtag von MeekienburgStrelitz in seiner 20. Sitzung die Städteordnung für den Freistaat Mecklenburg-Strelitz. In dieser Sitzung war der § 69 um folgenden Zusatz ergänzt worden: 'Diese Städteordnung findet vom 1. Oktober d.J. ab auf die Flecken Feldberg und Mirow Andwendung.' Mit diesem Zusatz sollte zum Ausdruck gebracht werden, daß den Flecken Feldberg und Mirow die gleichen Rechte zustehen wie den anderen Städten des Freistaates. Ganz in Ordnung war dieser Weg nicht, hatte doch der Landtag im § 21 des Landesgrundgesetzes vom 29. Januar 1919 selbst festgelegt: 'Die Flecken Mirow und Feldberg sollen den Stadten gleichgestellt werden; die Regelung erfolgt durch besonderes Gcsetz.'

Warum hielt man sich nicht an den im Grundgesetz festgelegten Weg? Mit dem Weg über den Zusatz in der Städteordnung wurden die beiden Flecken Feldberg und Mirow gewissermaßen 'ncbenbei' Städtc, und man brauchte zu vielen anderen Fragen, die in einern Gesetz hätten geregelt werden müssen, nicht Stellung zu nehmen, z.B. zur Finanzierung der Verwaltung. Diese Fragen wurden erst viel später geregelt.

Als Verfasser möchte ich mich bei allen, die mir geholfen haben und mich unterstützten, recht herzlich bedanken. Ich möchte ganz bewußt keine Namen hervorheben. Der Leser ist cingeladen zu einem Rundgang durch Mirow zur Zeit der Jahrhundertwende ...

Quellen [ûr die Einleitung sind hauptsdchlich:

Kunst- und Geschichtsdenkmälcr des Freistaates Mecklenburg-Strelitz, bearbeitet von Georg Krüger , Neubrandenburg 1921.

Erzählungen aus der neueren Geschichte Mecklenburgs von A. Bredow, Neustrclitz 1892.

I. Mirow - eine Luftaufnahme aus der Zeit um 1930. Deutlich erkermbar ist das Kurhotel Seestern im Vordergrund, gelegen unmittelbar am Mirower See. Darüber die Mühlenbrücke über den Kanal, der die Müritz - nach dem Bodensee der zweitgrößte See Deutschlands - mit der kanalisierten Havel über eine Schleuse und weitere Seen verbindet. An die Mühlenbrücke schließt sich die Mühlenstraße an. Oben links die Schloßinsel mit der Johanniter-Kirche und, direkt am See, die alte Brauerei, in der noch 1927 anläßlich der 700-1ahrfeier Mirow's der Bierverleger M. Lusch das in Neubrandenburg gebraute lohanniter-Bräu auf Flaschen abzog und Fässer in die Gaststätte zum feierlichen Anlaß auslieferte. Das Flugzeug befand sich bei der Aufnahme südwestlich von Mirow.

2. Noch eine Luftaufnahme: diesmal die Schloßinsel, fast genau vom Westen aus gesehen. Deutlich zu erkennen die Johanniter-Kirche mit der Kirchturmspitze , die für Mirow ein Wahrzeichen war. Die grüne Patina der kupfernen Eindeckung leuchtete dem Besucher schon von weitem entgegen. Die achteckige Glockenstube des Turmes hatte eine welsche Haube mit Laterne und dreimal geschwungenem Helm. Das Kupfer war ein Geschenk des Preußenkönigs, Friedrich Il., genannt der Große. Er hatte in der Zeit seines vom Vater befohlenen Aufenthaltes in Rheinsberg - nur 25 km Luftlinie von Mirow entfernt seine in Mirow wohnende Verwandtschaft gelegentlich besucht und seinem Vater in mehreren Briefen darüber berichtet. Oben links die sogenannte 'Liebesinsel' mit den noch heute stehenden hohen Bäumen.

3. Noch ein Bliek aus der Luft auf die Schloßinsel, diesmal fast genau von Norden in südlicher Blickrichtung. Nicht mehr erkermbar am linken Bildrand die 'Liebesinsel' . Die beiden Gebäude sind das 1751 fertiggestellte barocke Schloßgebäude mit einer bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges erhaltenen Rokoko-Inneneinrichtung. Dieses Gebäude lugt nur mit einem Teil seines Daches und dem oberen dreieckigen Abschluß des Mittelrisaliten aus den Bäumen hervor. Besser zu sehen ist das Kavalier- und Kuchengebäude. Auch die Kirche mit dem charakteristischen Turm ist gut erkennbar. Rechts daneben, aus dieser Sicht gesehen, fast auf gleicher Höhe die schon erwähnte frühere Brauerei. Das darunter zu erkennende zweistöckige Gebäude ist das frühere Amtsgericht (am Kriegsende zerstört und nicht wieder aufgebaut).

4. Mirow in einer damals nahezu vollständigen Übersicht. Gut zu erkennen der südliche Teil des Mirower Sees und die mit Bäumen bestandene SchJoßinsel mit der Johanniter-Kirche. Fast am Bildrand rechts das Kavalier- und Küchengebäude. Etwa von der Bildmitte nach links oben zieht sich die Mühlenstraße hin, an deren Anfang das 'untere Schloß', das spätere Landeslehrerseminar, zu erkennen ist. Nach unten links bis zum Markt (Straßenkreuzung) die Schloßstraße, anschließend die Strelitzer Straße. Vom Markt nach links die Töpferstraße und nach rechts die Amtsstraße. Am oberen Bildrand die helle nierenförmige Fläche ist der Gründlow-See in Mirowdorf.

5. Ein typisohes Bild aus früheren Jahren: Die in der Waschküche des Hauses gekochte und gewaschene , oft noch handgewebte Leinenwäsche wurde auf die Karre - 'de Kurnrnkar' - geladen, an den See gefahren und hier gespült. Die auf dem Steg stehende Schubkarre ist typisch für diese Gegend: keine Stützbeine, geschwungene Holme. Im Hintergrund die sogenannte Liebesinsel und ein Segelboot auf dem Mirower See. Nach der Kleidung, insbesondere der Mütze des mithelfenden Jungen, zu urteilen wurde die Aufnahme zum Anfang der zwanziger Jahre gemacht.

6. Ein malerischer Bliek auf die 'Liebesinsel' mit stimmungsvollen Wolkengebilden. Offensichtlich stand der Fotograf im heutigen Ärztehaus. In der Festausgabe der Mirower Zeitung vom 17. Juli 1927 anläßlich der Siebenhundert-Jahrfeier ist über dieses Gebäude zu lesen: 'Am Eingang zur Amtsstraße sind Maurer- und Zimmerleute beschäftigt, in emsiger Arbeit einen Neubau aufzuführen.' Es war ein Wohnhaus mit sechs, für Mirower Verhältnisse recht großen Wohnungen. Am jenseitigen Ufer sind Mirowdorfer Wohnhäuser und Stallgebäude zu erkennen.

7. Die im Zusammenhang mit dem ersten Luftbild genannte Mühlenbrücke in der wohl ältesten Ausführung. Die technisch sehr interessante Hebelvorrichtung diente zum Hochklappen der Mittelteile der Brückenfahrbahn. So brauchten Segelboote und Frachtkähne mit Masten für Hilfssegel nicht die Masten umzulegen.

ÇrU3S aus Jlfirow JWü~/enbrücke unà 1}ampJsägerei

8. Nochmals die Mühlenbrücke , so wie sie bis zum 1. Mai 1945 bestanden hat. Die sich vor der Roten Armee zurückziehenden deutschen Truppen sprengten sie in letzter Minute. Es war ebenfalls eine interessante technische Lösung: Die Brückenfahrbahn war in ihrer ganzen Länge auf der Mirower - also der Ostseite des Kanals - horizontal drehbar gelagert. Zur Öffnung wurde sie zum Mirower See hin gedreht. Die Sägemühle, das Gebäude mit flachem Dach hinter der Mühlenstraße , wurde 1945 auch zerstört und nicht wieder aufgebaut. Brücke und Straße haben nach dieser Sägemühle ihren Namen.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek