Montabaur in alten Ansichten

Montabaur in alten Ansichten

Auteur
:   Hermann Josef Roth
Gemeente
:   Montabaur
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1907-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Montabaur in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

In der tausendjährigen Geschichte der Stadt Montabaur im Westerwald ist es nur ein winziger Abschnitt, der von den alten Bildern dieses Büchleins festgehalten wird - die letzten fünf Jahrzehnte des ersten Millenniums. Dennoch hat man den Eindruck, als seien die Jahre von 1880 bis 1933 nur zäh dahingeflossen, als blicke man auf eine unerdenklich weit zurückliegende Zeit, wenn man - wie es der Verfasser getan hat - mit den vergilbten Ansichtskarten oder Fotos in der Hand die Bürger über Bauten und Personen befragt. Unglaublich, wieviel selbst den Älteren bereits aus dem Gedächtnis entschwunden ist!

Aus diesem Umstand bezieht die Publikation ihre Berechtigung. Vor einigen Jahren hatte bereits FranzJosef Löwenguth ein Buch über Alt-Montabaur zusammengestellt und dadurch erstmals auf die Gefahr des Vergessens aufmerksam gemacht. Wie er durch familiäre Bande eng mit den Schicksalen der Stadt verbunden, soll die hier getroffene Auswahl seine Sammlung durch neue Motive oder durch zusätzliche

Textinformationen erweitern. Etwaige Überschneidungen sind also nur scheinbare!

Von einer Burg Humbach und ihrer Vorstadt ist 959 urkundlich zum ersten Mal die Rede. Zur Zeit der Kreuzzüge nannte man sie nach dem biblischen Berg Tabor (= mons Tabor), woraus sich der heutige Name entwiekelt hat. Die Verleihung der Stadtrechte 1291 bestätigte den Aufschwung der jungen Siedlung, die schon damals zu Kurtrier gehörte. Den Kurfürsten verdankt die Stadt stattliche Bauwerke, allen voran das burgartige Schloß. Innerhalb des Kurstaates fanden Kaufleute und Gewerbetreibende die nötige Stabilität und entsprechende Absatzmöglichkeiten. Eisen-, Textil- und Ledergewerbe bildeten bis ins 19. Jahrhundert wichtige Wirtschaftszweige, was den Bürgern den Spitznamen 'Montabäurer Schuster' eintrug.

Zum Zeitpunkt, da unsere Bildauswahl ansetzt, war der Kurstaat schon fast achtzig Jahre aufgelöst. Doch auch der Nachfolgestaat, das Herzogtum Nassau, war

1866 an das Königreich Preußen gefallen. In nassauischer Zeit waren eine Realschule und ein Lehrerseminar eröffnet worden. Anknüpfend an die alte Lateinschule hatte eine Oberschule ihren Lehrbetrieb aufgenommen. Anfangs noch von Hadamar abhängig, wuchs sie zum Gymnasium heran, dem der in Bad Ems zur Kur weilende Preußische König und Deutsche Kaiser Wilhelm 1. seinen Namen lieh. Montabaur hatte bald als 'Westerwald-Athen' einen weiteren Spitznamen.

Schon Mittelpunkt eines kurtrierischen Amtes, waren unter Nassau wie unter Preußen die Grenzen höchstens neu umschrieben, die Funktionen neu definiert worden. Auch als Kreisstadt (seit 1867) im Regierungsbezirk Wiesbaden blieb Montabaur Verwaltungszentrum.

Mit dem Wegfall der nassauisch-preußischen Grenze war wieder der freie Zugang zum Rhein, zur ehemaligen kurtrierischen Heimat offen. Der Bau der Eisenbahn 1884 und bessere Straßen schlossen die

Stadt enger an die weite Welt an und bescherten ihr einen wirtschaftlichen Aufschwung, wie man ihn seit Generationen nicht mehr erlebt hatte. Die kleinbürgerliche Welt der Beamten und Kaufleute schöpfte neue Zuversicht, bis der Erste Weltkrieg auch ihr unerbittlich Tribut abforderte. Die Goldenen Zwanziger trübten Besatzung und Separatisten. Die Tausendjahrfeier 1930 war ein letztes Atemholen, bevor der Unmensch auch ihre Akteure in Fesseln schlug.

Die hier vorgelegte Bilddokumentation ist nur durch die Mithilfe meiner Mitbürger in dieser Ausführlichkeit möglich gewesen. Ich danke herzlich tolgenden Damen und Herren: Barbara Baldus, Dr. Heinz Beier, Hanne Busch-Siebert, Katharina Bollentin, Anna Braun, Ferdinand Ebert, Gertrud und Hedwig Hoffmann, Lotte Kadesch, Martha Kraulich geborene Thull, Gertrud Roth geborene Ebert, Grete Spielmann geborene Schardt, Franziska Stillger und Else Wagner geborene Bopp.

1. Im Jahre 1904 wurde dieser 'Gruss aus Montabaur' zur Post gegeben. Die Ansichtskarte wurde bei W. Kunst verlegt und zeigt sich gleichermaßen vaterländisch und bildungsbewußt. Neben dem Panorama der Stadt prangt stolz 'Wilhelm der Große', dessen Standbild am 6. Mai 1900 auf dem Sockel des Denkmals in der Bahnhofstraße enthüllt wurde. Daneben sieht man die beiden überörtlich wichtigen Bildungsanstalten, das Kaiser-Wilhelm-Gyrnnasium und das Konvikt beim Brüderhaus.

2. Die im März 1905 abgestempelte Karte, die im Atelier Meister hergestellt worden war, gibt sich freundlicher als die zuvor gezeigte. Montabaur bietet sich gastfreundlich zur Erholung an. Die imposante Front des Hotels 'Zur goldenen Krone' steht im Kontrast zur gepflasterten Straße mit der breiten Abflußrinne. Das Hirschbildnis soll offenbar an die wildreichen Forsten in Stadtnähe erinnern, Die Jagd galt damals noch als herrschaftliches Vergniigen.

3. Die wichtigste Zufahrtstraße nach Montabaur ist seit Jahrhunderten der von Koblenz über Limburg bis nach Thüringen führende Fernweg, dem die Stadt im Grunde ihre Entstehung verdankt. Damals noch außerhalb des Wohngebietes lag der 'Jugendspielplatz', den später das moderne Stadion abgelöst hat. Dort befand sich seit der Gewerbeausstellung 1902 dieses hübsche Westerwälder Bauernhaus. Der oberste Balkenzug trug die Inschrift 'Das Alte ehrt, Neuem nicht wehrt'. Über der Tür waren in blauer Farbe Vögel aufgemalt. Darunter las man: Wenn diese Vögel fort tun fliegen, horen die alten Weiber auf zu lügen.

4. Der Jugendspielplatz war Mittelpunkt des sportlichen Lebens in Montabaur. Das Foto aus dern Jahre 1930 läßt von links nach rechts erkennen: Andreas Hoffmann, 'Will' Paulus, Joseph Weimer, 'Herzebauers', ein Unbekannter, Philip pi, Gottfried Ringer, ein Unbekannter, Hermann Nebgen (Tormann), Schlösser, Heinz Rüter, Wolf, Glöckner, Keil, Heinrich Michel, Valentin Homann und Roßmann.

5. Anfang der dreißiger Jahre wurde ein Schützenverein gegründet. Dem Fotografen stellten sich in der vorderen Reihe von links: Salzrnann, Thull, Maria Meudt (verheiratete Christe), Tilch, Erika Thull (verheiratete Krolikowski), Jupp Germann und Franz Spielmann. Hinten stehen: Walter Thiel, ein Unbekannter, Kurt Lotz, Kuhl, loser King und Imand.

6. Für die auswärtigen Schüler des Gymnasiums war im Jahre 1866 ein bischöfliches Konvikt (Internat) gegründet worden, das im Raum des alten Krankenhauses der Barmherzigen Brüder untergebracht war. Erst 1910 wurde nach zweijähriger Bauzeit der mächtige Neubau fertig, in dem sich seit 1978 die Verwaltung des Westerwaldkreises befindet. Die Schüler wurden von zwei Geistlichen, dem Regens und dem Subregens. betreut. Den Hanshalt versahen Ordensschwestern aus Dernbach.

7. In Notzeiten traten nicht selten Sport und Spiel, sogar Lehren und Lernen in den Hintergrund. Diese Schülerinnen wurden während des Ersten Weltkrieges in den Stadtwald geführt, um 'Laubheu' oder 'Wildheu' als Viehfutter und Streu zu sammeln. Von links: Anneliese Hisgen, Erika Busch, Hilde Foß, Minni Markgraf, Mia Stracke, Aenny König, EI. Philippi und Maria Metternich. Vorne sitzen:

Maria Gerharz ('Schnatze Didi'), Irma Ullmann und Anna Wiesemann.

8. Seit 1861 besteht in Montabaur das Mutterhaus der Barmherzigen Brüder, einer 1856 gegründeten religiösen Genossenschaft. Neben ihrer Tätigkeit in der Krankenpflege oder im kirchlichen Dienst unterhielten sie zahlreiche Werkstätten und eine gut geführte Landwirtschaft. Unterhalb des Mutterhauses erstreckte sich ein Ökonomiekomplex mit dem Arbeiterhaus,

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