Munster in alten Ansichten

Munster in alten Ansichten

Auteur
:   Wilhelm Wolter
Gemeente
:   Munster
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0800-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Munster in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Der neue vorliegende Bildband aus alten Tagen Munsters wendet sich naturgemäß zunächst an alle Bewohner in und um den Ort denen noch der größte Teil der gezeigten Ansichten bekannt ist. Möge ihnen diese Sammlung beim Betrachten in einer Mußestunde liebe Erinnerungen auffrischen und - 'ja, ja, so war es einmal!' - Freude dabei bereiten, ohne dass Wetmutsund Wehmutstropfen zu fallen brauchen. Doch es wendet sich auch und im besonderen an die vielen Einwohner, die erst nach dem Zweiten Weltkrieg und durch die Bundeswehr nach Munster verschlagen worden sind und hier ihre Heimat beziehungsweise ihren Wohnsitz gefunden haben. Vornehmlich ist dabei aber an die Jugend gedacht, die nicht die stürmische, geradezu explosionsartige Entwicklung Munsters miterlebt hat. Kann dieser Band nicht auch einen kleinen Beitrag leisten, ihnen in ihrem Geschichtsbewusstsein weiterzuhelfen? Da es gerade in der Heimatgeschichte erste fassbare Ansatz- und Ausgangspunkte gibt, ist hier eine Gelegenheit gegeben, sich zu orientieren, Vergleiche zu ziehen und das Alte mit dem Neuen kritisch abzuwägen, aber nicht nur, um das Wirken und Geschaffene der vorausgegangenen Generation abwertend abzutun, sondern in dem von den Vätern und Großvätern Erreichten einen Grundpfeiler für das heute Bestehende und morgen Mögliche zu sehen.
'Sah es einmal so aus?' 'Wie mag es damals gewesen sein, wie sich gelebt haben? Solche Fragen können zu Gesprächen und schließlich zu Erkenntnissen führen, aus denen man Verständnis auch für Fehler erwarten und Lehren für zukünftiges Handeln ziehen kann.

Vorangestellt sei nun ein kurzer Überblick über die bewegte Entwicklungszeit Munsters bis zum Zweiten Weltkrieg, um damit jene Zeit ins Gedächtnis zu rufen, aus der die Ansichten stammen. Munster war ursprünglich ein kleines Kirchdorf mit zehn Bauernhöfen, das urkundlich 1303 zuerst genannt wird. Es ist aber wesentlich älter, denn die alte St.-UrbaniKirche muss schon in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts gebaut worden sein. Da der Boden um Munster nur sandig und dürftig ist und die weite Heideflur bis ins 19. Jahrhundert hinein in Gemeinschaftsnutzung der zehn Bauern stand, verhinderte man mit allen Mitteln, dass weitere Hofstellen, die den Ertrag des einzelnen mindern würden, hinzukamen. Erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts konnte die Ansiedlung von Handwerkern und Anbauen nicht mehr aufgehalten werden. Seitdem vergrößerte sich der um die alte Dorfstraße (heute Kirchgarten) gebildete Dorfkern und wuchs nach Süden und Nordosten hinaus. Aber erst mit den Jahren 1892/1893 trat die entscheidende Wende in der Entwicklung des Ortes ein, die das gesamte Leben des Dorfes fundamental veränderte.
Nachdem Munster Standort des neueingerichteten Schießplatzes des X. Armee-Korps geworden war, bestimmte das Militär das Wirtschaftsleben des Ortes. Munster verlor das Gepräge eines verträumten Heidedorfes. Die bäuerlichen Betriebe gaben bis auf wenige Ausnahmen den größten Teil ihrer Ländereien her.

Dafür erschlossen sich aber zahlreiche andere Erwerbs- und Arbeitsmöglichkeiten. Gastwirte, Handwerker und Händler ließen sich nieder und gründeten erforderliche Betriebe, bauten Werkstätten und Häuser. Die Strohdächer der Bauernhäuser verschwanden, es dominierten nunmehr die roten Ziegeldächer der neuen Wohnhäuser für die vielen im Lager beschäftigten und zu einem gewissen Wohlstand gekommenen Arbeitskräfte. Für strukturelle Verbesserungen sorgten Gemeinde und Behörden. Straßen wurden neu angelegt, Brücken gebaut, Telefon und Straßenbeleuchtung eingeführt, Post- und Bahndienste erweitert und soziale Einrichtungen geschaffen. Das Vereinsleben blühte auf, neue Vereine wurden ins Leben gerufen, wie Sportverein, Gesangverein, Kriegerverein, kirchliche und karitative Gruppierungen und wirtschaftliche Interessengemeinschaften. Von Ärmlichkeit früherer Jahre blieben keine Spuren mehr übrig.

Der Aufschwung wurde aber gehemmt, als nach Beendigung des Ersten Weltkrieges mit der Demilitarisierung die Soldaten ausblieben und sich das Truppenlager leerte. Dadurch wurde eine trostlose, geradezu katastrophale Wirtschaftlage verursacht, denn das Wirtschaftsleben Munsters war schon damals und ist noch heute weitgehend abhängig vom pulsierenden Leben auf dem Truppenübungsplatz und im Truppenlager.
Nach der tiefen Depression der dreißiger Jahre änderte sich plötzlich alles wieder, als mit Einführung der Wehrpflicht 1935 der Übungsplatz und das Lager zu neuem Leben größer und schöner erweckt wurden. Es

gab wieder Arbeit für alle, die Einwohnerzahl stieg auf über 3 600, modernere Geschäftshäuser entstanden, die Straßen, vor allem der Platz vor dem 'Deutschen Hause', wurden verbessert und dem größeren Verkehr angepasst und überall Wohnsiedlungen gebaut, damit die vielen zugezogenen Arbeitskräfte, vornehmlich diejenigen des neu geschaffenen Raubkammer-Übungsplatzes Munster-Nerd, mit ihren Familien Unterkunft fanden. Es begann eine zweite Blütezeit, bis sich dann das Geschehen des Weltkrieges mit seinen verhängnisvollen Auswirkungen für Munster noch einmal in den Jahren 1939/1945 und den Jahren danach in ähnlich katastrophaler Weise wiederholte.
Nach dieser informativen Übersicht möchte ich Sie nun, liebe Leser, mit den alten Ansichten und Bildern zurück durch die jüngst vergangene Zeit Munsters führen. Der Gang durch das Büchlein beginnt bei den Straßen und setzt sich darauf fort mit den Gebäuden und den weiteren Bildthemen: Mühlenteich, Verschiedenes, Gruppenbilder, Truppenlager und Einiges aus der Umgebung Munsters.

Aber bevor wir den Gang antreten, möchte ich nicht versäumen, allen denen zu danken, die mir bei der Beschaffung des Bildmaterials behilflich waren, insbesondere Herrn Dietrich Breuer von der Stadtverwaltung, und nicht zuletzt denen, die so freundlich waren, mir alte Ansichtskarten zur Verfügung zu stellen.

1. Die Dorfstraße, heute Kirchgarten, war dereinst die einzige Straße Munsters. Von hier aus waren alle zehn Bauernhöfe zugänglich, an ihrem Ende lagen Kirche und Schule. In dieser heute unscheinbaren Straße spielte sich das dörfliche Leben ab. Hier wohnten Höker und Bäcker, hier gab es einen Schnack nach Feierabend. Das Kopfsteinpflaster erinnert noch an alte Zeiten, als die Ochsenkarren durchrumpelten. Das Bauernhaus in der Mitte, das 1798 erbaut wurde, ist als einziges von den zehn ehemaligen Bauernhäuser noch erhalten. Es ist inzwischen zum Heimathaus umgestaltet, Im Hintergrund ist das alte Schmiedegebäude von Schmied Schenk zu sehen.

2. 'Es war einmal!' So kann man diese Ansicht unterschreiben. Kinder spielen ungestört mitten auf der Fahrbahn der heute beleibtesten Straße Munsters. Nur wenig erinnert noch an die Zeit vor siebzig Jahren. Wo sind die hohen Birken, wo die freundlich grünen Vorgärten geblieben! Hinter dem Lühring' sehen Hause (das zweite von rechts), das 1903 gebaut wurde, dehnen sich noch freie Flächen aus. Die Bebauung dieses Stückes begarm erst wesentlich später. Abgesehen von dem Bocke1mann'schen Haus (ganz links), das schon 1878 entstand, sind alle Gebäude der Straße in der Zeit nach Eröffnung des Truppen1agers errichtet worden, nachdem der Weg vom Dorf zum Lager ausgebaut worden war.

3. Nachdem die Verbindungsstraße vom Dorf zum Lager, ein ehemals sandiger und unbebauter Weg, 1893 erhöhte Bedeutung gewonnen hatte, fanden sich viele Interessenten, darunter mehrere Geschäftsleute, die sich an dieser Straße ansiedelten. Mit der Bebauung rückte natürlich das Dorf näher an das Lager heran. Zunächst war es nur die linke Seite, die bebaut wurde. Da erkennt man wohl noch das linke Haus als den Vorläufer des Marquardt'schen Hauses 'Lady M'. Die rechte Seite blieb bis auf wenige Ausnahmen noch viele Jahre frei. Erst in den dreißiger Jahren fielen die schlanken Birken, als die letzten Lücken geschlossen wurden und sich die Straße im Zuge einer Neugestaltung zur größten Geschäftsstrafse entwickelte,

4. Auf dieser Ansichtskarte haben wir einen Blick auf das süd-östliche Ende der einstigen Soltauer Straße in Richtung auf den Platz vor dem Deutschen Haus, Aber nichts erinnert mehr daran, wie es hier einmal zwischen den beiden Weltkriegen ausgesehen hat. Bäume, Zäune und Leitungsmasten mussten dem inzwischen gewachsenen Verkehr weichen und die Häuser (Maler Rabe und Schlachter Cordes) neuen moderneren Geschäftshäusern Platz machen. Leer wirkt hier auf dem Bilde noch die Straße. Ganz in der Ferne tauchen nur zwei Radfahrer auf. Und das ist heute die Wilhelm-Bockelmann-Straße, auf der Tausende von Kraftwagen täglich durchfahren.

5. Hier sehen wir vom Hauptplatz des Ortes mit dem Ehrenmal auf den Eingang zur früheren Soltauer, jetzt Wilhelm-Bockelmann-Straße. An der linken Seite erscheint noch der Giebel des Winkelmann' schon Gasthauses, wie er vor dem Umbau ausgesehen hat. Das Gebäude rechts war ein typisches altes Bauernhaus, das zum Teeshof gehörte. Tees (von Mathias) ist ein Hofname, so wie alle Höfe Munsters einen von Generation zu Generation überlieferten Namen trugen, ganz abgesehen von dem Namen des jeweiligen Besitzers. Wie mehrere der alten Häuser wurde auch dieses 1911 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Leider verlor damit dieser Platz viel von dem bäuerlichen Charakter des einstigen Dorfmittelpunktes.

6. Nachdem das alte Bauernhaus vom Teeshof verschwunden und an seine Stelle das neue Gebäude rechts im Bilde erbaut worden war, bekam der Eingang zur heutigen Wilhelm-Bockelmann-Straße, hier noch Lagerstraße genannt, ein völlig verändertes Aussehen. Die Straße hatte obendrein festes Pflaster und Bürgersteige bekommen und bildete die wichtigste Verbindung zum Truppenlager, das aber noch völlig außerhalb des Dorfes lag. Soldaten belebten aber schon damals, vielleicht sogar in größerem Maße als heute, das Straßenbild. Das Winkelmann'sche Gasthaus war allerdings um diese Zeit noch nicht umgebaut gewesen (ganz links).

7. So wie hier zogen schon seit 1893 die Soldaten durch Munster, allerdings heute in der motorisierten Zeit nicht mehr. Zu dem Bild ist aber besonders zu sagen, dass der im Hintergrund stehende schöne Giebel ein Anbau an das alte Wohnhaus des Flüggenhofes ist. Am tief herabgezogenen Dach und dem langen Dachfirst erkennt man noch die ursprüngliche Gestalt des einst mit Stroh gedeckten Bauerhauses, Haus, Denkmal (links zu erkennen) und Bäume fielen, teils erst in den letzten Jahren, dem stetig an diesem Platz wachsenden Verkehr zum Opfer. Sie wurden 1961 bei Begradigung der Straße als Durchfahrt der B 71 dem Erdboden gleichgemacht. Das heute dort stehende Schuhgeschäft Meyer wurde weiter zurückgesetzt.

8. Das Hotel 'Deutsches Haus' ist aus einem der vier Vollhöfe, dem Meikenhof, hervorgegangen. Der Hof, der nachweislich bereits 1689 mit einem Krug verbunden und schon damals im Besitz der Familie Behrens war, lag ursprünglich in den Wiesen nördlich des Pfarrhauses, wurde aber 1813 bei der Hofübergabe an den jungen Bauern aus dem feuchten Wiesengrund an seinen heutigen Standort verlegt. Ein stattliches Bauernhaus, das natürlich mit Stroh gedeckt war, entstand an dieser damals noch am Rande des Dorfes gelegenen Stelle. 1860 wurden die Ländereien größtenteils an den Staat zur Aufforstung verkauft. Das Gasthaus blieb. Es erhielt später, nach einem Umbau, die uns heute bekannte Gestalt.

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