Murrhardt in alten Ansichten

Murrhardt in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Gerhard Fritz und Hans Dieter Bienert
Gemeente
:   Murrhardt
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4617-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Murrhardt in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Murrhardt feiert im Jahre 1988 den 1200. Jahrestag seiner urkundlichen Erstnennung, den 700. Jahrestag seiner Erhebung zur Stadt und den 600. Jahrestag seines Übergangs an das Haus und Land Württemberg. In den vergangenen Jahren ist einiges an Literatur zur Geschichte Murrhardts erschienen - angefangen von genauen Untersuchungen über die Römer in Murrhardt bis hin zu Arbeiten über die Klostergeschichte. Mit der Heimatbeilage 'einst + jetzt' der Murrhardter Zeitung liegt seit mehreren Jahren eine Publikationsreihe vor, die Einzelaspekte der Ortsgeschichte auch der großen Masse der Bevölkerung nahebringen kann. Wie groß die Nachfrage nach Informationen über Murrhardter Geschichte ist, zeigt nicht nur das Entstehen von 'einst + jetzt'. Geradezu reißenden Absatz fand das 'Bilderbuch der Erinnerung', das im Jahre 1976 im Gaildorfer Schwend- Verlag erschienen ist. Dieser erste Bildband über das alte Murrhardt ist kaum mehr erhältlich, so daß es sich angesichts des Stadtjubiläums anbot, einen neuen Bildband erscheinen zu lassen. Der niederländische Verlag 'Europäische Bibliothek' bot dazu in seiner Reihe 'in alten Ansichten' eine gute Gelegenheit.

Wir haben uns bemüht, aus dem reichhaltigen Bildmaterial zur Murrhardter Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts einen möglichst charakteristischen Querschnitt auszuwählen. Andererseits haben wir es vermieden, irgendwelche Bilder aufzunehmen, die im 'Bilderbuch der Erinnerung' bereits erschienen sind. 'Murrhardt in alten Ansichten' ist also etwas völlig Neues - es gibt zu viele Bilder aus der Stadtgeschichte, die es wert sind, veröffentlicht zu werden, als daß man sich wiederholenmüßte.

Ein Überblick durch möglichst viele Lebensbereiche soll geboten werden. Was wir nicht liefern wollen, ist eine tiefere historische Analyse Murrhardts. Dazu gibt es genügend andere Literatur. Wer sich genauer informieren will, kann dort suchen wir haben eine kurze Literaturliste nachgestellt. Dort muß

auch suchen, wer etwas über das noch ältere und das ganz alte Murrhardt wissen will. Über das Jahr 1850 reichen unsere Bilder nicht zurück. Ältere Abbildungen von Murrhardt zusammenzustellen, bleibt eine lohnende und noch zu bewältigende Aufgabe.

Daß wir überhaupt in der Lage sind, so viele Bilder vorzustellen, verdanken wir in erster Linie einem Mann - dem Murrhardter Fotografen Friedrich Weber. Er hat viele tausend Fotografien aus der Zeit nach der Jahrhundertwende bis nach dem Zweiten Weltkrieg hinterlassen. Leider sind nach seinem Tod viele Bildervernichtet worden, vieles ist auch zugrundegegangen, als am 18. April 1945 sein Fotogeschäft zusammen mit vielen anderen Häusern der Stadt im amerikanischen Artilleriefeuer zerstört wurde. Weber hat mit Bliek für das sozialgeschichtliche Detail und für architektonische und landschaftliche Schönheit Murrhardt aus allen Perspektiven fotografiert. Die Murrhardter haben es ihm nicht gedankt und seine Arbeit nur allzuoft mit Kopfschütteln und Schlimmeren kommentiert. Von den Kopfschüttlern redet heute keiner mehr; ohne Friedrich Weber dagegen wüßten wir vom alten Murrhardt und seinem Aussehen so gut wie nichts mehr. Von den Vorgängern Webers in Murrhardt, etwa dem Fotografen Karl Loos, sind so gut wie keine Fotos mehr erhalten geblieben - jedenfalls wissen wir nicht, wem die wenigen Fotografien aus der Zeit vor Weber zuzuschreiben sind. Auch die Schöpfer der relativ wenigen Bilder von den 1971 nach Murrhardt eingemeindeten Orten Kirchenkirnberg und Fornsbach sind nicht bekannt. In Kirchenkirnberg und Fornsbach war gewiß die Zahl der ursprüngliche vorhandenen Bilder, der im Vergleich mit Murrhardt geringeren Bedeutung der Orte entsprechend, sehr viel kleiner als in Murrhardt selbst. Von dieser von vorneherein kleineren Bilderzahl sind dann am Kriegsende im April 1945 bei der Zerstörung Kirchenkirnbergs und Fornsbach auch noch viele verlorengegangen. Trotzdem haben wir uns be-

müht, wenigstens einige Bilder der beiden Murrhardter Stadtbezirke wiederzugeben.

Insgesamt liegt der Gliederung unserer Bilder folgendes System zugrunde: 1. Allgemeine Ansichten von Murrhardt oder von größeren Teilen Murrhardts (einschließlich Fabriken und Betrieben): Nr. 1-23.2. Gastwirtschaften: Nr. 24-33. 3. Sonstige Einzelobjekte, v.a. Gebäude: Nr. 34-47. 4. Besondere Ereignisse in Murrhardt: Märkte, Feste , Erster Weltkrieg, Römerfestspiele: Nr. 48-62. 5. Murrhardter Weiler: Nr. 63-64. 6. Ansichten van Kirchenkirnberg: Nr. 65-71. 7. Ansichten van Fornsbach: Nr. 72-76.

Wir haben vielen Personen zu danken, die uns die Vorlagen für die Fotografien zur Verfügung stellten: Herrn Willy Dreikauß und seiner Frau Esther geborene Weber, der Tochter des Fotografen Weber; Herrn Hans Quayzin; Herrn Eugen Scholl; Frau Elisabeth Heinz, der Tochter des ehemaligen Murrhardter Stadtschultheißen und Bürgermeisters Blum; Herrn Eberhard Bohn aus Kirchenkirnberg, der seit Jahren die wenigen erhaltenen Aufnahmen von Kirchenkirnberg systematisch sammelt und erschließt; Herrn Karl Wahl vom Murrhardter Rathaus, der die Negativsammlung der Altregistratur geschatfen und kommentiert hat; Herrn Wilhelm Bofinger von der Sonne-Post und Wolfgang Gauß; Frau K. Mangold, Frau A. Müller und Frau E. Müller, alle aus Fornsbach. Nicht zuletzt danken wir auch den Herren Friedrich Geist, Albert Rappold und Dr. Rolf Schweizer, die mit vielen Hinweisen bei der Idenrifikation schwer deutbarer Bilder halfen.

Hans -Dieter Bienert und Gerhard Fritz, im Sommer 1987

Literatur zur Geschichte Murrhardts (Auswahl)

Karl Blum (Hrsg.): Das Murrhardter Buch. Pfullingen 1925; Bodo Cichy: Murrhardt - Sagen, Steine, Geschichten. Murr-

hardt 1963; Gerhard Fritz: Kloster Murrhardt im Frûh- und Hochmittelalter. Sigmaringen 1982 (=Forschungen aus Württembergisch Franken 18); ders.: Kirchenkirnberger Geschichte im 12. und 13. Jahrhundert. In: Jahrbuch des Histor. Vereins f. Württ. Franken 66, 1982, S. 127-140 (auch als Sonderdruck bei der Stadtverwaltung Murrhardt erhältlich); ders: Die Murrhardter Festspiele von 1925-1928. In: ebenda, S. 167-202; ders.:

Murrhardter Bürgeraufstände des 16. Iahrhunderts. In: Jahrbuch des Histor. Vereins f. Württ. Franken 67,1983, S. 55-72; ders.: Mühlen in Murrhardt. In: Jahrbuch des Histor. Vereins f. Württ. Franken 68, 1984, S. 97-112; ders.: Stadt und Kloster Murrhardt im Spätmittelalter und in der Reformationszeit (Erscheinen steht 1988 bevor); H.L. Walter Hotz: Die Walterichskapelle in Murrhardt. Leipzig 1935; Emil Kost: Walterichsüberlieferungen in Murrhardt. In: Jahrbuch des Historischen Vereins f. Württ. Franken 26/27, 1951/52, S. 170-197; Rüdiger Krause: Neue Untersuchungen am romischen Kohortenkastell in Murrhardt, Rems-Murr-Kreis. In: Fundberichte aus BadenWürttemberg 9, 1984, S. 289-358; Adolf Schahl: Die neuere Geschichte der kirchlichen Baudenkmale von Murrhardt in archivalischer Sicht. In: Jahrbuch des Historischen Vereins f. Württ. Franken 60,1976, S. 214-263; ders.: Murrhardt. In: Die Kunstdenkmäler des Rems-Murr-Kreises. Bearb. v. Adolf Schahl u. Johannes Gromer. München, Berlin 1983, S. 551680; Reinhold Schöpfer:Geschichte Murrhardts. Backnang 1930; Dietward Schwäble und Rolf Schweizer: Bilderbuch der Erinnerung. Gaildorf 1976.

Ferner berichtet die Heimatbeilage der Murrhardter Zeitung ('einst+jetzt')seitI982 inzumTeil austührlichen.Aufsätzenmonatlich über verschiedene Themen aus der Murrhardter Geschichte.

1. Das älteste Foto vom Westeingang Murrhardts: Die Ochsenbrücke und der Bliek auf den Marktplatz - alles feierlich geschmückt anläßlich der Eröffnung der Murrtalbahn 1878. Das Gasthaus Ochsen wurde im April 1945 zerstört, bald nach Kriegsende jedoch in ähnlicher Form wieder aufgebaut. Das große Gebäude rechts (zuletzt Bäckerei Wanner-Rauch) überstand den Zweiten Weltkrieg, wurde jedoch in den siebziger Jahren abgebrochen und durch einen wenig sensiblen Flachdachbau ersetzt. Die Ochsenbrücke wurde 1929 verbreitert, in den letzten Kriegstagen 1945 von der abrückende Wehrmacht gesprengt und nach dem Krieg - nachdem lange Zeit nur eine Notbrücke vorhanden war - wiederaufgebaut. Zwischenzeitlich hat man sie erneut verbreitert.

2. Winterszene in Murrhardt um 1910: Dort, wo die Frau und die Kinder sich aufgestellt haben, erheben sich heute die Gebäude der Lederfabrik Schweizer. Im Hintergrund sieht man den Doppelbau der Gerberei Oettinger am Graben, in den später die Möbelwerkstätten einzogen. Alle hier sichtbaren Gebäude sind beim Beschuß Murrhardts durch amerikanische Artillerie am 18. April 1945 niedergebrannt. Die Möbelwerkstätten wurden nach dem Krieg neu erbaut. Nachdem lange Jahrzehnte hier wieder Möbel hergestellt worden waren, wurden die Gebäude kurz vor ihrem Abriß 1986 vorübergehend von der Post und vom Jugendzentrum genutzt. Jetzt erhebt sich hier das Parkhaus Graben.

6russ aus murrbardt.

3. Der Murrhardter Kloster- und Altstadtbereich um 1910 von Südwesten her: Rechts die Walterichskirche, in der Mitte die doppeltürmige Stadt- bzw. Klosterkirche, links im Hintergrund Murrhardts Hausberg, der Linderst. Im Vordergrund sieht man die damals unbebauten Spitalwiesen und Spitalgärten, Heute erheben sich hier die Gebäude der Walterich- und der Herzog-Christoph-Schule und die SchuIturnhalle. Die früher grüne Wiesenfläche rechts im Vordergrund ist heute ein - wenig urnweltfreundlich - fest versiegelter und asphaltierter Sportplatz; das hier noch 1910 fließende Spitalbächle ist verdolt.

4. Eine Weitwinkelaufnahme Murrhardts um 1910: Links die Walterichskirche mit Feuersee, davor die Häuser an der Gartenstraße, in der Mitte die Stadtkirche mit Klosterbezirk und rechts daran anschließend den Altstadtkern. Die Häuser ganz rechts vorne stellen die damalige Bebauung der Riesbergstraße dar, die Gärten vor diesen Häusern sind die anno 1910 noch unbebaute Bürg. Am Sonnenhang nördlich der Murr im Hintergrund erkennt man die verschiedenen, um die Jahrhundertwende erbauten Villen, insbesondere rechts die Villa Hohenstein. Genau unterhalb des Hohenstein am Eingang des Dentelbachtals sieht man die Gebäude der Firma Elsas (heute Schumm).

5. Bliek in die 'Calabrie' (mundartlich 'Galabre') im Jahre 1916. Die Calabrie existierte als Teil der unteren Vorstadt nachweislich schon im 18. Jahrhundert, sie mag aber noch um einiges älter sein. Ihr Name kommt von der süditalienischen Landschaft Kalabrien. Offenbar assoziierten die alten Murrhardter mit diesem Namen Armut und Bedürftigkeit und italienische Armutsverhältnisse - denn die direkt neben der Murr liegende Calabrie galt lange Zeit als das Armeleuteviertel der Stadt.

6. Die Walterichskirche und der Feuersee in den zwanziger Jahren von Süden. Beachtenswert ist vor allem die heute völlig veränderte Landschaft hinter der Kirche talabwärts: Wo damals die Murr und die Sulzbacher Straße sich durch die idyllische Landschaft aus Obstbaumwiesen schlängelten, wo nicht viel weiter unterhalb die Sumpflandschaft des Rieds begann, drängen sich heute die Häuser der Weststadt; der sonnendurchflutete Hang des Hofbergs dahinter ist heute ebenfalls zum großen Teil bebaut.

7. Bliek auf Bahnhof und entstehende Weststadt um 1925. Die in dieser Gegend sichtbare Bebauung ist im wesentlichen erst in den zwanziger Jahren entstanden, ausgenommen die weitgehend von den Kastanienbäumen verdeckte, aus der Zeit um 1900 stammende Häuserzeile entlang der Bahnhofstraße. Die weitere Bebauung talabwärts erfolgte mit den 'Finnenhäusern' in der oberen Hörschbachstraße 1943/44 und dann geradezu explosionsartig schnell seit den fünfziger Jahren. Wo sich auf dem Bild noch die unberührte Ried- und Sumpflandschaft des Tals ausdehnt, befindet sich heute - bis hinunter an den Hasenhof (eines der Häuser fern im Hintergrund links) - der bandwurmartige Siedlungsbrei der Weststadt.

8. Ecke Maienweg / Lindersthalde (Vordergrund) mit Bliek auf den Hofberg (Hintergrund) in den zwanziger Jahren. Die Fachwerkhäusergruppe im Vordergrund ist die alte historische Bebauung rund um die Ziegelhütte, alle übrigen Häuser sind erst Ende des 19.1 Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden. Das zweite Haus von links ist die eigentliche Ziegelhütte. Die Ziegelhüttentradition in dieser Gegend läßt sich bis 1471 zurückverfolgen. Ziegelhütten befanden sich nicht nur an dieser Stelle, sondern auch weiter bergabwärts am heutigen Mönchsrain.

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