Naila in alten Ansichten

Naila in alten Ansichten

Auteur
:   Willie Schmeisser
Gemeente
:   Naila
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3414-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Naila in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

In diesem Bändchen ist Bildmaterial über die Stadt Naila aus der Zeit von etwa 1880 bis 1930 zusammengefaßt. Es erhebt nicht den Anspruch, die Entwicklung des Ortes in diesem Zeitraum von fünfzig Jahren aufzeigen zu können, auch wenn vieles davon zu sehen sein wird. Es will vielmehr darstellen, wie die Menschen im Ort gelebt haben und sich das Ortsbild gewandelt hat. Dabei handelt es sich allgemein gesehen um einen interessanten Zeitraum, denn in diesen Jahrzehnten wurde das äußere Bild unserer Orte entscheidend mitgeprägt. Außerdem begann damals das Fotozeitalter für die Ortsansichten. Die Fotografie selbst ist zwar noch älter, beschränkte sich bis dahin jedoch im wesentlichen auf die Wiedergabe von Personengruppen und Einzelporträts.

Darüber hinaus ist diese Zeit für Naila selbst noch in mehrfacher Hinsicht interessant und wichtig. Der Ort war damals eine Stadt mit überwiegend neu erbauten Häusern, nachdem eine Brandkatastrophe größten Ausmaßes am 3. August 1862 den größten Teil von Naila völlig zerstört hatte. Dazu begann für Naila um diese Zeit die Entwicklung zum industriell orientierten Ort, wozu 1886-1887 der Anschluß an das Eisenbahnnetz wesentlich beigetragen hatte.

Über das Aussehen Nailas aus der Zeit vor dem großen Brand gibt es so gut wie kein Bildmaterial. Im Bild teil können lediglich eine Zeichnung und eine Lithographie abgebildet werden,

die einen kleinen Eindruck davon vermitteln. Erst nach 1880 fand der Ort das Interesse von Fotografen. Da es in Naila noch keinen Fotografen gab, stammen die ersten Bilder von Fotografen aus anderen, größeren Orten. Hier muß besonders E. Rudolph aus Hof genannt werden, von dem einige aufschlußreiche Aufnahmen erhalten sind.

In Naila selbst hat dann als erster noch vor der Jahrhundertwende der Glasermeister Wilhelm Rank das Fotohandwerk im Nebenberuf ausgeübt, bis wenige Jahre nach 1900 dessen Sohn Heinrich Rank nach Lehre und Ausbildung sich als Fotograf in Naila niedergelassen hat. Am 28. November 1908 verlegte er sein Atelier in den Neubau Haus Nummer 316 (jetzt Ringstraße 2). Es ist nicht möglich, die mit großer Wahrscheinlichkeit von Vater und Sohn Rank stammenden zahlreichen noch vorhandenen Aufnahmen als ihr Werk zu identifizieren. Aus der Fülle der namentlich um die Jahrhundertwende für Ansichtspostkarten entstandenen Aufnahmen, dürften ihnen die meisten zuzuschreiben sein, auch wenn dafür keine präzisen Hinweise vorhanden sind.

Die Fotos und Ansichten aus dieser Zeit befinden sich nahezu ausschließlich im Privatbesitz und sind auf zahlreiche Familien und Personen verstreut. Da der Verfasser schon seit Jahrzehnten neben dem schriftlichen Quellenmaterial versucht hat, auch alte Bilder und sonstige wichtige Dokumente

zur Geschichte des Ortes aufzuspüren und durch Reproduktionen festzuhalten, war es möglich, die hier wiedergegebenen Bilder ohne längere Sucharbeiten zusammenzustellen. Soweit die Originale zu den Karten oder Fotos nicht kurzfristig zu beschaffen waren oder diese für den Abdruck nicht geeignet erschienen, wurde auf diese Reproduktionen zurückgegriffen. Die Angaben zur Herkunft der Bilder enthalten allerdings keinen Hinweis darauf, ob für die Abbildungen die Originale oder Reproduktionen Verwendung fanden.

Wesentlich schwieriger gestaltete sich die Einordnung der Bildrnotive auf einen festen Zeitpunkt oder einigermaßen bestimmbaren Zeitraurn. Die Datierung der Bilder wurde, soweit nicht wenigstens das Jahr genau feststellbar war, nach folgendem Schlüssel vorgenommen:

1900 =' genaue Datierung

wohl 1900 =' Unsicherheitsfaktor +/- 2 Jahre um 1900 =' Unsicherheitsfaktor +/- 5 Jahre etwa 1900 =' Unsicherheitsfaktor +/- 10 Jahre

Die Bildtexte wurden, nachdem einschlägige verwertbare Quellen oder ein ähnliches Werk über Naila nicht zur Verfügung standen, nach eigenen Ermittlungen selbst erarbeitet, Auch hier kamen dem Verfasser seine langjährigen Forschungsarbeiten zur Geschichte von Naila zugute, da aus dem

vorhandenen Quellenrnaterial die Bestimmung und Beschreibung zahlreicher Bilder möglich war oder doch wesentlich erleichtert wurde.

Mein Dank gilt dem Verlag für das Angebot zur Herausgabe, und allen die, teilweise zum wiederholten Male, die in ihrern Besitz befindlichen Bilder zu diesem Zweck bereitwillig ausgeliehen haben. Es darf dazu noch dankbar vermerkt werden, daß ein Teil der Reproduktionen von Herrn Willi Feldrapp stammt.

1. Dieses Bild dürfte die älteste Darstellung Nailas oder eines Teils von Naila sein. Es ist im Jahre 1785 entstanden und trägt den Titel 'Dorf Neila, ohnweid Hof im Bayreut'schen', Die Zeichnung im Format 30 x 36 cm mit schwarzer Kreide und Stiftvorzeichnung stammt von dem Hofer Kunstmaler Johann Christian Reinhart und befindet sich im Angermuseum in Erfurt. Von Naila, das heißt etwas für diesen Ort typischern oder heute noch erkennbarem, bringt das Bild jedoch nichts. Es ist nicht möglich zu sagen, welche Häuser abgebildet sind oder um welche Gruppe von Häusern beziehungsweise Straße es sich handelt. Lediglich aus dem Titel geht eindeutig hervor, daß es sich um ein Motivaus Naila gehandelt haben muß.

2. Die eingangs bereits erwähnte einzige bildliehe Darstellung Nailas vor dem Brand des Jahres 1862 zeigt im Vordergrund den Teil des Ortes am Anger, der von den Flammen verschont geblieben ist, Herausgestellt sind die im Jahr 1841 erbaute Fronfeste (jetzt Wohnhaus Anger 26), das große Borgers Haus (Anger 28), das Popps Häuschen (Angergraben 1) und das frûhere Distriktskrankenhaus (jetzt Anger 40). Gut zu erkennen ist auch die abgebrannte Kirche mit dem in einiger Entfernung davon stehenden Turm sowie die vollständig abgebrannte Häuserreihe des Marktplatzes. Der Erlös aus dem Verkauf des Bildes kam dem Rettungshaus Martin sb erg zugute.

Lithographie 'Naila von der Nordseite' von Th. Rothbarth, Nürnberg: 1853.

3. Das 'neue' Naila auf dem wohl ersten Foto, das vom Ort gefertigt worden ist, zeigt dieses Bild. Das dreistöckige Gebäude in der Ortsmitte ist das 1871 fertiggestellte Rathaus, während die Häuser des Ortskerns von der ebenfalls 1871 eingeweihten evangelisch-Iutherischen Kirche überragt werden. Um einen Gesamteindruck vom Ort zu bekommen genügte im allgemeinen dieser Bliek von der Leithe, der auf zahlreichen Fotos bis in unsere Zeit zu finden ist. Infolge der ständigen Ausdehnung des Stadtgebiets ist allerdings das gesamte Ortsbild neuerdings nicht mehr auf einer Aufnahme zu erfassen.

Aufnahme: Christoph Müller, Nürnberg; wohl (eher vor) 1880.

4. Als wollte er unsere vorige Behauptung entkräften, hat hier der Fotograf offensichtlich zwei Aufnahmen benötigt und zusammengesetzt um das ganze Naila auf einem Bild zu zeigen. Er ist dabei jedoch sehr weit gegangen und hat auch die äußersten Punkte des bebauten Stadtgebiets mit auf das Bild gebracht. Ganz links erkennen wir sogar den damaligen außerhalb der Stadt liegenden Ortsteil Ziegelhütte mit dem Anstaltsgebäude des Rettungshauses Martinsberg. Rechts reichen die Häuser weit den langgestreckten Anger hinunter.

Aufnahme: unbekannt; wohl1885.

5. Diese Darstellung zeigt Naila aus einer anderen Sicht, vom Hofer Berg. Das langgestreckte Dach auf der linken Seite gehört zur Marmormühle. Rechts ist die Weggabel Hofer Straße-Selbitzer Berg zu erkennen. Am Marrnorweg standen in Holzbauweise die Anlagen der Schützengesellschaft und rechts davon ist der Steigerturm der 1869 gegründeten Freiwilligen Feuerwehr Naila zu sehen, der 1888 dem Bahnbau weichen mußte. Bei der Selbitzbrücke in der Bildmitte handelt es sich um die 1768 erbaute Marmorbrücke. Der Ort selbst im Hintergrund wirkt klein und unbedeutend, weil seine dichtgedrängten Häuser auf dem Bild einander verdecken.

Aufnahme: E. Rudolph, Hof; woh11883.

6. Zu diesen Gesamtansichten gibt es etwa aus der gleichen Zeit noch einige Aufnahmen, die uns Einzelheiten zum Aussehen von Naila vermitteln. Mittelpunkt des Ortes war von jeher der Marktplatz. Dieses Bild gewährt einen guten Überblick, wobei die freie Sicht auf die Kirche auffällt. Als Marktbrunnen diente der Röhrenkastenbrunnen, dessen Wasserftihrung nicht immer zufriedenstellend war. Die große Rinne leitete seinen Überlauf mit dem Regenwasser und anderen Flüssigkeiten zur Culmitz. Das Anwesen Lommer (jetzt Marktplatz 7) beherbergte den PoststalI, deshalb sind auch zwei Postkutschen vor dem Gebäude abgestellt.

Aufnahme: E. Rudolph, Hof; um 1885.

7. Oben am Marktplatz, gegenüber der Kirche, stand das Bezirksamtsgebäude (jetzt Marktplatz 12). Es wurde im Jahre 1825 als Landgerichtsgebäude errichtet, erhielt 1861-1862 zur Aufnahme des neugebildeten Bezirksamts ein drittes Stockwerk und brannte beim Brand des Jahres 1862 bis auf die Grundmauern nieder. Lediglich der Schlußstein im Torbogen mit der Jahreszahl 1825 erinnert heute noch an das alte Gebäude. Nach dem Wiederaufbau diente es lange Jahre dem Bezirksamt und späteren Landratsamt als Dienstgebäude bis es 1960 von der Stadt angekauft und 1962 zum neuen Rathaus umgebaut wurde, das im Jahre 1964 bezogen und eingeweiht worden ist.

Aufnahme: E. Rudolph, Hof; um 1890.

8. Im Nordwesten wird der Marktplatz von der evangelisch-lutherischen Kirche begrenzt. Sie wurde nach dem Brand neu aufgebaut und 1871 eingeweiht, Während ihr Äußeres bis heute nahezu unverändert blieb, ist sie im Innern bei der Renovierung 1935 grundlegend umgestaltet worden. Im Schiff der Kirche war die Orgelempore über dem Mittelschiff zwischen den beiden Emporen angeordnet. Sie wurde von zwei Eisensäulen getragen. Die Orgel war von der Firma Stemmeyer in Oettingen geliefert und von einem dem Baustil der Kirche entsprechenden Gehäuse in Eichenholz- und Nußbaumlackierung mit Goldverzierungen auf rotem, grünem und violettem Hintergrund umschlossen.

Aufnahme: unbekannt (Pfarrarchiv): vor 1935.

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