Namborn in alten Ansichten

Namborn in alten Ansichten

Auteur
:   Karl Massing
Gemeente
:   Namborn
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1676-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Namborn in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Liegt dir gestern klar und offen, wirkst du heute kräftig frei,

kannst auch auf ein morgen hoffen. das nicht minder glücklich sei. Diese Verse aus dem vierten Buch der Xenien von Johann Wolfgang von Goethe seien als Leitgedanke unserem 'Bilderbuch' vorangestellt. Das 'Gestern', hier versucht darzustellen durch alte Bilder, Fotos und Postkarten aus Großvaters Zeiten. verleiht dem Buch seinen Titel: 'Namborn in alten Ansichten'. Das 'Heute', das sind wir in unserem gegenwärtigen, täglichen Wirken, in unserer heutigen Umgebung, vielfach und vielfältig befreit von Großvaters Sorgen und Großmutters Nöten, Aber auch wir hoffen, genau wie unsere Vorfahren, auf ein noch besseres, glücklicheres 'Morgen'. 'Namborn in alten Ansichten', damit ist das neue Gemeinwesen, die Einheitsgemeinde Nambarn gemeint, die sich nach der Gebietsreform am 1. Januar 1974 aus ehemals zehn selbständigen Gemeinden gebildet hat. Der mit Abstand größte Ortsteil (fast 1900 Einwohner) gab der neuen Gemeinde ihren Namen, deren Verwaltungssitz sich allerdings im geographischen Mittelpunkt, im Ortsteil Hofeld-Mauschbach, befindet. Die Ortsteile Baltersweiler, Roschberg, Furschweiler, Gehweiler, Hirstein, Pinsweiler, Eisweiler, Nambarn und Heisterberg liegen in einer Entfernung von 1 bis 4 Kilometer um das Gemeindezentrum herum. Sie alle gehörten auch schon vor der Gebietsreform zur damaligen Amtsbürgermeisterei Oberkirchen-Namborn, So gehören denn Aufnahmen aus allen Ortsteilen in dieses Buch, was aber zu Schwierigkeiten bei der Auswahl der Bilder geführt hat, denn viele Abbildungen sind sich in Art und Aussage sehr ähnlich. Doch für den Betrachter aus Gehweiler zum Beispiel ist es nicht so wichtig, ob von einem anderen Ortsteil fast das gleiche Bild erscheint, er möchte an sein Dorf und seine Vorfahren erinnert werden.

In der Erinnerung verblasst so vieles, dass die meisten von uns Älteren bereits Schwierigkeiten haben, ihre heimatliche Umgebung und die Menschen von damals genau zu beschreiben. Den älteren Einwohnern unserer Gemeinde soll darum dieses Buch Hilfe sein die Erinnerung aufzufrischen. Für unsere jungen Bürger zeigt es schon ein Stück Heimatgeschichte und soll durch Bild und Text Verständnis und Urteilsvermögen wecken für das Leben der Generationen vor ihnen. Unsere Vorfahren und unsere Dörfer waren nie reich gesegnet mit Glücksgütern, besonders in der Zeitspanne, die hier erfasst wird, nämlich von 1880 bis 1930. Aus Tagelöhnern, Handwerkern und Kleinbauern wurden Industriearbeiter und Eisenbahner mit einem Minimaleinkommen. Der Erste Weltkrieg und alle seine Folgeerscheinungen verhinderten erst recht das Aufkommen eines gediegenen Wohlstandes. Wer hatte in dieser Zeit schon einen Fotoapparat oder wer konnte es sich leisten, sich fotografieren zu lassen?

Zwei Fragen, die sieh heute so nicht mehr stellen lassen! Natürlich gab es einige Amateurfotografen, in Nambarn zum Beispiel Adolf Ditzler, Jakob Nix und Reinhard Seiler. Viele Bilder entstanden auch in Fotoateliers in St. Wendel und Neunkirchen, andere wiederum sind von unbekannten Wanderfotografen aufgenommen, die, von Dorf zu Dorf ziehend, sich damit ihr Geld verdienten. Auch darin ist ein Grund zu finden für die Ähnlichkeit vieler Bilder. Alles in allem wird das Büchlein keine geschlossene Bilderreihe der neuen Gemeinde bringen können, aber mit Hilfe des Begleittextes, so hoffe ich, wird vieles aus der damaligen Zeit wieder erstehen. Zu alten Bildern gehören auch alte Sprachweisen. Es ist in unseren Dörfern eine alte Gewohnheit, dass man den Vornamen einer Person nach dem Familiennamen nennt, wobei der Familienname oft durch den Hausnamen ersetzt wird. Man sagt also nicht: 'Das ist der Josef Naumann', sondern man spricht mit oder von 'Schetze Josepp'. Beruf, Herkunft oder Abstammung haben oft den Familiennamen verdrängt und die sogenannten Haus- oder Sippennamen geschaffen, zum Beispiel: Matzebauer, Rawersch, Filpe, Hennsjes, Milljobs, Fräsemerseh, Fawersch, Horre, Schmidhennese, Kolle, Bahne, Neipels, und viele andere. Die Deutung solcher Hausnamen ist oftmals schwierig. Dazu ein Beispiel aus Namborn: Hier gibt es die Familiensippe Lismann mit dem Hausnamen 'Klutsches'. Wer vermutet hinter diesem Namen den Beruf eines Nagelschmiedes? Aus dem französischen 'cloutier' = Nagelschmied wurde in unserem Dialekt 'Klutsches'. Eine zweite Art der Benennung oder auch Charakterisierung einer Person ist der sogenannte Spitzname. Es ist weit gefehlt wenn man glaubt, die Spitznamen wären irgendwie bösartig oder hämisch gemeint. Nein, es ist fasst immer eine gutmütige, oft sogar liebevolle oder auch humorvoll verschmitzte Bezeichnung und stellt in keinem Falle eine Beleidigung dar. Eine ganze Anzahl dieser 'Spitznamen' habe ieh in unseren Ortsteilen sammeln können. Die meisten 'Namensträger' sind mir persönlich unbekannt, viele leben nieht mehr. Die noch Lebenden aber werden es mir nachsehen, wenn ich um der Sache willen einige Namen hier nenne. Da gab es oder es gibt noch: die Borregret, de Schnorres, de Strosebabbe, die gudd Anna, de Wernerbub, de Biewes, die Berzele, de Milljobs Diek, et Josche, de Träner, de Lapp, de Held und noch viele wären zu nennen. Einige dieser Namen werden denn auch im Begleittext mancher Bilder wiederkehren, um so die Erinnerung richtig zu wecken. Doch es ist nur eine Frage der Zeit und die nachrückende Generation wird hiervon nichts mehr wissen. Diesen Prozess zu verlangsamen, soll mit eine Aufgabe des Buches sein. Allen Betrachtern und Lesern wünsche ich viel Freude.

Meinen Mitbürgern, die mir das notwendige Bildmaterial zur Verfügung stellten, danke ich recht herzlich.

K. Massing

1. Die alten Namborner haben das Dorf und seine Umgebung so in Erinnerung wie man es auf der Luftaufnahme sieht, die um 1930 entstanden ist. Das Bild, das ein Stück Heimat und ihre Vergangenheit darstellt, hat so viel Aussagekraft, dass sich viele Worte und Erläuterungen erübrigen,

2. Baltersweiler gehört, wie Furschweiler und Hirstein, zu den ältesten Siedlungsstätten im Bereich unserer Gemeinde. Zahlreiche Funde aus gallo-römischer Zeit beweisen dies. Unsere Aufnahme zeigt uns das alte 'Straßendorf" und unten rechts die Bäckerei und Kolonialwarenhandlung Peter Meier, so wie sie sich vor 50 Jahren dem Besucher darboten. Das alte Dorfkreuz hat in modernerer Form einen neuen Standort gefunden.

3. Eine alte Ansicht des Dorfes Gehweiler; aus welchem Jahr sie stammt, konnte nicht ermittelt werden. Insgesamt 30 Gebäude sind zu erkennen. In der Waldstraße jenseits des Eichertsbaches, dem ehemaligen pfalz-zweibrückischen Ortsteil und dem früheren kurtrierischen Ortskern im Vordergrund des Bildes, wohnten um die Jahrhundertwende etwa 300 Menschen. Nach der Bausubstanz zu urteilen, dürfte die Aufnahme etwa vor 60 Jahren gemacht worden sein.

4. In Hirstein stand bis vor einigen Jahren eine große Scheune mit Stallungen, in deren Mauerwerk rundum Be1üftungsluken angebracht waren. Anfang des vorigen Jahrhunderts wurde dieses Gebäude als Pferdewechselstation erbaut. Baumaterial der ehemaligen Zehentscheune der Pfalz zweibrückischen Amtskellerei zu Nohfelden fand vermutlich dabei Verwendung. Das Bild zeigt den östlichen Scheunengiebel mit seinen in Sandsteinen gehauenen, kunstvollen Belüftungsluken, Zeugnisse meisterlicher Steinmetzarbeit unserer Vorfahren.Das sicher erhaltenswerte Bauwerk fiel dem Straßenbau zum Opfer.

5. Nur sechs Häuser bildeten vor 60 Jahren das Dörfchen Pinsweiler, ein französisches Zollhaus kam 1923 hinzu. An der B 41 liegend wurde Pinsweiler als französische Straßenzollstation in der Zeit von 1923 bis 1935 bekannt. Unsere Aufnahme zeigt das Wohnhaus der französischen Zöllner und das Zollhaus kurz vor der Saarabstimmung 1935.

6. Hirstein, ebenfalls an der B 41 gelegen und nur 400 Meter von Pinsweiler entfernt, war ebenfalls bis 1935 Straßenzollstation, allerdings eine deutsche. Der Ort gehörte bis 1946 zu 'Oldenburg ', das heißt zum Kreis Birkenfeld. Unser Bild zeigt die Hirsteiner Zollhäuser, die, was für unsere Gegend ungewohnt, ganz mit Schiefer verkleidet waren. Die Straße ist durch die Zollschranke gesperrt.

7. Namborn war von 1923 bis 1935 französische Zollstation. An dem bis dahin bestehenden kleinen Dienstgebäude wurde 1922{23 eine große Zollhalle angebaut und ein Bahnhofsrestaurant eröffnet. Es herrschte ein reger Güter- und Personenverkehr und die Frage der Zöllner: 'Aben sie nix su versollen? ' versetzte manchen Grenzgänger in Angst und Schrecken. Diese Frage stellte ein Zöllner auch einmal an einen Bergmann von 'drüben' und deutete dabei auf seinen Rucksack. 'Hundsforz.', war dessen Antwort, worauf der Zöllner vergeblich in seinem Register suchte und den Bergmann passieren ließ. Unser Bild zeigt französische Zöllner und Gendarmen, den ersten Bahnhofswirt F. Schneider und Namborner Eisenbahner. Leider wurde der Bahnhof ein Opfer der Spitzhacke,

8. Heisterberg, eines der kleinsten Dörfer im Kreis St. Wendel, ist weit und breit als 'auf der Mauer' bekannt. Vor 55 Jahren, als diese Aufnahme gemacht wurde, bestand das Dörfchen aus sechs Häusern und einer Mühle und hatte 53 Einwohner. Unser Bild zeigt das alte Anwesen von Jakob Gillen, in der ganzen Umgebung als der 'Maurer Jäb' bekannt. Er betrieb eine Land- und Gastwirtschaft, war lange Jahre Bürgermeister und nebenbei noch Jäger. Seine Gastwirtschaft war in den Sommermonaten ein beliebtes Ausflugsziel.

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