Neuenburg am Rhein in alten Ansichten

Neuenburg am Rhein in alten Ansichten

Auteur
:   Winfried Studer
Gemeente
:   Neuenburg am Rhein
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2894-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neuenburg am Rhein in alten Ansichten'

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VORWORT

'Wer würde dem lebensfrischen Städtchen mit seinen sauberen Straßen und seinen gepflegten Häusern ansehen, durch was für eine lange, leidvolle Geschichte es das Schicksal geführt hat. Von all dem, was die frühere freie Reichsstadt einst an Schönheit ausgezeichnet hatte, ist ihr nichts geblieben.'

Der mittelalterliche Baubestand der Zähringergründung ging bereits im Holländischen Krieg und im Spanischen Erbfolgekrieg zugrunde. Nahezu die gesamte Weststadt und das gotische Münster versanken in den Fluten des Rheines. 1805,1817,1840,1857,1870,1880 sind die Jahreszahlen einer Handvoll Häuser im alten Stadtkern, die die vollständige Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg überstanden haben.

Unseren alten Ansichten aus Neuenburg am Rhein fügen wir deshalb einige historische Ansichten und Aufnahmen über die trostlosen Zerstörungen im Jahre 1940 bei, 'damit die Leser vnnd jhre Nachkommen erkennen vnd bedeneken mögen, was es für einen Vnterscheyd zwischen dem Krieg und Frieden hat', wie Matthaeus Merian in seiner Vorrede zur Topographia A1satiae von 1643 schreibt.

EINLEITUNG

Inmitten des Städtedreiecks Basel, Freiburg im Breisgau und Mülhausen im Elsaß gelegen, ist die Zähringergründung Neuenburg am Rhein der historische Mittelpunkt dieser Landschaft.

Nur die Kriege, die mit zerstörerischer Gewalt über die Stadt hereinbrachen, und die reißenden Wasser des Rheines, die im 15. und 16. Jahrhundert nahezu die Hälfte des Stadtgebietes wegrissen, konnten ihr diese Mittelpunktfunktion rauben.

Schon kurze Zeit nach ihrer Gründung um das Jahr 1175 durch Berthold IV. von Zähringen, wurde die Stadt Neuenburg am Rhein, die 1219 von Friedrich Il. erstmals zur Reichsstadt erhoben wurde, in der Fehde zwischen dem Kaiser und König Heinrich zum ersten Male verheert. 1254 kam die Stadt unter die Herrschaft des Grafen Konrad von Freiburg. Gegen dessen anmaßenden Sohn kam es 1272 zum Neuenburger Krieg, in dem auch Graf Rudolf von Habsburg gegen die Stadt stand. Als Rudolf zum Kaiser gewählt worden war, änderte sich die Lage. Neuenburg wurde zum zweitenmal Reichsstadt. 1292 verlieh König Adolf von Nassau der Rheinstadt im Ratssaal einen weitgehenden Freibrief.

Auch die zweite Reichsfreiheit endete früh. 1331 wurde die Stadt von Ludwig IV. (der Bayer) an die Herzöge von Österreich verpfändet. Neuenburg am Rhein wurde vorderösterreichische Stadt und blieb es für nahezu 500 Jahre. Die neuen Herren führten hier regelmäßig die Münztage des Rappenmünzbundes durch. Auch die Landtage wurden in die Stadt Neuenburg am Rhein einberufen.

Während des Dreißigjährigen Krieges nahmen 1632 die Schweden die Stadt ein, Nach Kriegsende waren von den 4000 Einwohnern noch 76 übriggeblieben. Der folgende Holländische Krieg brachte für die Stadt die völlige Vernichtung (1675). 1678 begann der Wiederaufbau, 1690 erneute Plünderung, 1697 der Friede von Rijswijk und fünf Jahre später der Spanische Erbfolgekrieg. 1704 wird die Stadt erneut total eingeebnet. Für die Bürger beginnt die Zeit eines zehnjährigen Exils. Nach dem Frieden zu Rastatt, 1714, stehen die 46 überlebenden und heimkehrwilligen Neuenburger in ihrer Stadt vor dem völligen Nichts.

In der Zeit ihrer größten Not fiel man von vielen Seiten in die Gemarkung der Stadt und in ihre Rechte ein, um sich auf Kosten des scheinbar ausgelöschten Gemeinwesens schadlos zu halten. Wo ein toter Körper liegt, versammeln sich die Vögel. Aber dieser Tote war nur ohnmäch tig, scheintot, er ist aufgestanden und sucht die Vögel zu vertreiben. Die erstandene

Stadt greift niemanden an, sie verteidigt sicb nur. Sie zeigt mit dem Rest ihrer Urkunden in der Hand, was man ihr genommen habe, aber niemand kann urkundlich beweisen, die Stadt hätte ihm etwas genommen, formuliert 1831 voller Erbitterung über das der Stadt zugefügte Unrecht der Dekan des Kapitels Neuenburg am Rhein, Stadtpfarrer Konrad Martin.

Im ausgehenden 18. und 19. Jahrhundert konnte sich die geschundene Stadt nicht von dem ihr von außen aufgezwungenen Niedergang erholen. Die ersten Ansätze einer kleinen und langsamen Aufwärtsentwicklung wurden ein Opfer des Zweiten Weltkrieges. Wieder lag Neuenburg am Rhein ausgelöscht am Boden. Nur mühsam und schleppend löste sich die Stadt aus der tödlichen Erstarrung. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts setzte die große Wende ein.

Die hervorragende Lage der Stadt an den großen europäischen Verkehrsadern, der Bundesautobahn Karlsruhe-Basel mit dem Anschluß beim Autobahndreieck Neuenburg an das Netz der französischen Autobahnen und am alten historischen Rheinübergang unmittelbar im Vorfeld der Stadt, eine moderne Infrastruktur und Industrieansiedlung und eine weitsichtige Baulanderschließung, haben die alte Zähringergründung auf den Weg gebracht, der sie wieder zu ihrer früheren Bedeutung zurückführen wird.

1. Um 1175 von Berthold IV. von Zähringen gegründet, wurde Neuenburg am Rhein unter Kaiser Friedrich Il, 1219 erstmals Reichsstadt. Einer Stadtbeschreibung ausjener Zeit entnehmen wir: Außer dem großen Münster mit seinen 15 Seitenaltären erhoben sich ûber die Diicher der Stadt der Turm der St. Johanniskirche, das Dachreitertürmchen der Franziskaner-Klosterkirche, die Spitalkirche, die Pilgrimskapelle, die Niedere Kapelle in der Niederstadt, außerhalb der Mauern lagen die St. Georgenkapelle im Sondersiechenhaus und südlich die Heilig-Kreuz-Kapelle. Stattliche Tortûrme schützten die Eingänge in die Stadt an den vier Enden des Zähringerkreuzes:

Jalfu; 1.5500

2. Als mit der Kupferstichtechnik künstlerisch und baugeschichtlich wichtige Stadtansichten geschaffen wurden, war die Stadt Neuenburg am Rhein durch die Überschwemmungen des Rheines bereits stark dezimiert. So versank ein Großteil der Weststadt mitsamt dem Münster um 1525 in den reißen-. den Fluten des Stromes. 1550 finden wir in Sebastian Münsters 'Cosmographie' eine gute Ansicht der Nordstadt, die große Ähnlichkeit mit der Stadtansicht der Lagekarte von 1668 aus 'Spiegel der Ehren des Hoechstlöblichsten Kaiser- und Koeniglichen Erzhauses Oesterreich' aufweist.

3. In Merians 'Topographia Alsatiae, Completa' von 1643, 'eine vollkoemliche Beschreibung und eygentliche Abbildung der vornehmbsten Staedt', finden wir die wohl bekannteste Stadtansicht von Neuenburg am Rhein. Merians 'Prospect der Statt Newenburg' zeigt den Chor des 1525 vom Rhein hinweggerissenen Münsters, und zwar im Zuge der zurückgenommenen Stadtmauer auf der Rheinseite. 32 Jahre nach dem Entstehen dieses Bildes wurde die Stadt im Holländischen Krieg, 1675, von den Soldaten Ludwigs XIV. völlig niedergebrannt und zerstört. Der letzte Rest des schon 1292 erwähnten Münsters verschwand im Spanischen Erbfolgekrieg, 1704, bei der totalen Vernichtung der Stadt durch den französischen Marschall Tallard.

4. Das Kruzifix von Neuenburg aus dem Jahre 1520, heute Mittelpunkt des Gefallenenehrenmals auf dem Franziskanerplatz, hat nach der Vernichtung der Stadt am 1. Mai 1704 allein noch aufrecht stehend die Trümmer die unglücklichen Stadt überragt, Später wurde es in die Chor-Außenwand der Pfarrkirche eingemauert, wo es durch die abermalige Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg in seinen jetzigen Zustand versetzt wurde.

Neuenburg (Baden) R &instra6e mit Post

5. Am 17. Juni 1904 kam der bekannte Volksschriftsteller Heinrich Hansjakob in die geschundene Rheinstadt. In seinen Reiseerinnerungen schildert er seine Eindrücke: Gegen sechs Uhr kam ich nach Neuenburg, der Niobe unter den alten Städten am Oberrhein. Sie war einst die bedeutendste Stadt zwischen Fretburg und Basel und wie das erste eine Grûndung eines Herzogs von Zähringen. Mitleidsvoll wanderte ich heute abend durch ihre einsame, armselige Hauptstraße, aber auch von Ingrimm ergriffen darûber, wie man früher mit Biirgem und Bauem umging, wenn die edlen Fûrsten sicn in selbstsûchtigem Interesse bekämpften. Was hätte Hansjakob wohl gesagt, wäre er 36 Jahre später nochmals nach Neuenburg gekommen?

6. Westansicht zwischen den beiden Weltkriegen. Im Vordergrund der Altrhein, das 'Wuhrloch', in dem das alte Neuenburger Münster versunken sein soll. 'In besonderen Nächten hört man die tief auf dem Grunde des Altrheins ruhenden alten Münsterglocken klagen und rufen' erzählt eine alte Sage. Das Land wird gegen den Schwarzwald hin rauher und oder, die Aussicht auf die Berge aber immer schoner. Dem Rhein zu haben die Bewohner dieser Gegend in den einstigen tiefen Rheinbetten ûppige Gärten und Felder mit Wäldern von Obstbäumen angelegt; nur die Pappeln, die sie begrenzen, machen das Ganze melancholisch entnehmen wir Hansjakobs Reiseerinnerungen.

7. Um 1737 wurde auf dem Keller des Franziskanerklosters das Pfarrhaus erbaut. Im Franziskanerkloster, das 1704 geschleift wurde, starb im Dreißigjährigen Krieg, am 18. Juli 1639, der Heerführer Herzog Bernhard von Weimar. 1415 nahm Papst Johannes XXIII. auf seiner Flucht vom Konstanzer Konzil im Franziskanerkloster Quartier.

8. Das alte Schulhaus in den zwanziger Jahren. Im Verein mit den wohlthättgen Wirkungen einer verbesserten Gemeindeordnung und einer wachsamen Controlle des Haushalts von Oben, wurde die Stadt, seitdem sie Baden angehort, im Zeitraum von gar nicht vielen Jahren, als von 1818 an günstigere Verhältnisse gegen früher eintraten, nicht nur von den Schulden nach und befreit, sondem sie war auch im Stande, die Gehalte ihrer Angestellten und Diener zu erhöhen, lhre zwei Hauptlehrer besser zu stellen, sondann auch zugleidt noch ein geräumiges, zweckmäßig eingerichtetes Schulhaus, nebst einem soliden gut aussehenden Rathhause zu erbauen, lesen wir in der Stadtgeschichte von Huggle.

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