Neuenhaus in alten Ansichten Band 2

Neuenhaus in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Dr. O. Wiarda
Gemeente
:   Neuenhaus
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1634-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neuenhaus in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Schon 1740 stand in 'Zedlers National Lexikon' zu lesen 'Nienhujs, ein feines Städtlein an der Vechte.' Fein waren aber nicht nur die Straßen und Häuser, sondern auch die Bürger. Und alle liebten ihre Vaterstadt. Und so ist es auch kein Wunder, daß der Bildband 'Neuenhaus in alten Ansichten' so günstig aufgenommen wurde, daß schon bald eine Neuauflage fällig wurde. Und von vielen Seiten kommt der Wunsch, bald den in Aussicht gestellten zweiten Band herauszubringen. Diesem Wunsch komme ich schon deshalb gerne nach, weil ich nun manches schönes Bild, das zunächst aus Platzmangel zurückgestellt war, doch zeigen kann. Das Echo nach Erscheinen des ersten Bandes mündete in mancherlei Diskussionen, worüber ich mich sehr freute. Zeigte sich doch dadurch, wie aufmerksam die Neuenhäuser Bilder und Texte studiert haben. Dabei konnten die meisten der dabei aufgetretenen Fragen anhand der Unterlagen leicht geklärt werden. Einiges aber bedarf der Berichtigung oder Ergänzung. So machte mich eine Leserin aus Bremen darauf aufmerksam, daß es sich bei Bild Nr. 64 um ein Schulbild von 1907 handelt. Sie fügte auch gleich eine Namensliste der Personen, an die sie sich erinnern konnte, bei. Sie schreibt: Obere Reihe.

von links nach rechts: Lehrer Vahle, Gerrit Pannenborg, Hans Arends und Arnold Timmer. Mittlere Reihe von links nach rechts: Hauptmann Staehle, Leonhard Stockmann, unbekannt, ganz rechts Willy Kaaps und Fräulein Prenzler. Vordere Reihe, von links nach rechts: Ida Regenbogen (verheiratet Miilder), Henny Kip, Hanni Harger (verheiratet Ibershoff), Hanni Arends, Eva Liese (verheiratet Schey }, und Marie Nyhuis (verheiratet mit Fritz Marold].

In einigen Zuschriften wurde bedauert, daß kein Bild an die alte Tradition der Neuenhäuser Wacht erinnert. Aber ich konnte kein Bild aus der Zeit um die Jahrhundertwende finden. Auf die Wiedergabe einer sehr schönen Karte des nach Zürich verzogenen Hana zu Sylvester 1899 verzichtete ich, weil die abgebildeten Personen keine Neuenhäuser darstellten und das Neuenhäuser Wachtlied darauf so verblaßt ist, daß man es kaum entziffern kann.

Es sollen noch einige kleine Anmerkungen folgen. So wird berichtet, daß das Bild Nr. 39 das Stammhaus der Familie Mack zeigt, Und einer, der den Zusammenbruch der letzten Reste des Teichtores, Bild Nr. 55, selbst mitangesehen hat, erzählt, daß es nicht der Möbelwagen von Schornaker, sondern ein soge-

nannter Kökelwagen (Zigeunerwagen) war, der den Todesstoß versetzte.

Es bestand zunächst Unklarheit, von welchem Standort aus das Bild Nr. 58 entstanden ist. Die Frage ist geklärt. Die Aufnahme wurde in Richtung auf das Flutwerk gemacht.

Die Unterschrift zu Bild Nr. 68 muß so lauten: Obere Reihe: Gerhard Temme, Gerrit Pannen borg, unbekannter Soldat, Hendrik Pannenborg, Erich Pannenborg, August Hilbrink und Johann Schomaker.

In der Einleitung zum ersten Band war auf Häuser hingewiesen worden, aus denen berühmt gewordene Neuenhäuser stammten. Es bleibt nachzutragen, daß das heutige Haus Tharner mit dem schönen Giebel das Stammhaus der Familie Bening war.

Dann soll hier noch erwähnt werden, daß Neuenhaus verschiedentlich bedeutende Männer zu Besuch hatte, wobei besonders der blinde König Georg V. von Hannover genannt werden muß. Er wurde 1861 an der Stadtgrenze von zwei Hoogklimrner-Töchtern mit Blumen und Gedicht willkommen geheißen und frühstückte danach bei Sickermann. Die offizielle Begrüßung erfolgte vor dem Hilfsamt durch Pastor Hugenholtz. Unvergessen ist hier auch der Besuch des

berühmten Malers Wilhelm von Kaulbach (1805-1874) und seines Sohnes. Letzterer war ein Studienkamerad des hochtalentierten jungen Bonke von hier auf der Malerakademie in München. Wer nun von den beiden, Vater oder Sohn, die beiden Schwestern Harmsen gemalt hat, ist nicht geklärt. Der Qualität der Bilder nach kann es durchaus der Vater gewesen sein, der ja nicht nur durch seine Geschichtsbilder, sondern auch durch seine meisterlichen Portraits bekannt war.

Wie sehr die Neuenhäuser die Erinnerungen an frühere Zeiten pflegen, zeigte sich vor kurzem bei der Errichtung eines Neubaus an der Stelle, wo früher das Haus Schalten stand. Der Nachbar Peters hatte bei dessen Abbruch die Sandsteinplatte über der Haustür gerettet. Sie ist jetzt in die Seitenwand des Neubaus eingemauert und lautet:

Ach Gott las Dir befolen sein Dis Haus und die dar wone ein.

Auf das Dei almechtige Hand Dasselb bewar fiir Raub und Brand

Anno DNI1658

1. Dieses Bild zeigt oben den alten Bahnhof Neuenhaus, auf dem früher ein lebhafter Verkehr herrschte. Neben der Abwicklung des Personenverkehrs war auch ein beachtlicher Güterverkehr zu bewältigen. Ganz hoch ging es hier an den Markttagen her. So wurden, um nur eine Zahl zu nennen, im Jahre 1925 hier 77 000 Stück Vieh verladen.

Und es ist klar, daß die dem Bahnhof benachbarte Gastwirtschaft Schievink, unten im Bilde, aus diesem Verkehr viel Nutzen zog. Unter den vor dem Gasthof stehenden Personen erkenrit man Josef Teismann, den Vater von Clemens Teismann. Das Bild ist wahrscheinlich im Hochwasserjahr 1918 entstanden, wie man an der Überschwemmung bis zur Morsstraße hin erkennen kann.

2. Dieser Stein met der Inschrift 1813-1913 stand früher an der Ecke Bahnhofstraße-Dackhorstweg. Er erinnerte an die Befreiung von der napoleonischen Herrschaft. Der Platz war von kleineren Findlingen umgeben und wurde durch eine Kastanie verziert. Um die Einfahrt zum Dackhorstweg zu erweitern, mußte das Denkmal hier weichen. Man verpflanzte den Stein an den Fuß des Spöllberges. Das wurde allgemein bedauert. Hatten doch verschiedene Neuenhäuser an den Befreiungskriegen teilgenommen, so der Oberförster Carl Bril!, der Waterlookämpfer Gerrit van Dorsten und Johan Geerligs, der, eben aus Rußland heimgekehrt, sich sofort wieder als Freiwilliger meldete. Man sollte einmal überlegen, wie man den Stein aus seinem vergessenen Dasein befreien könnte, indem man ihm einen würdigen Platz in Neuenhaus zuweist.

3. Im Jahre 1918 wurde diese Karte an den in Königberg stationierten Landsturmmann Satink gesandt, also in dem Jahre, in dem Neuenhaus von Hochwasser heimgesucht wurde. Hier sehen wir, wie Johann Stülen aus der Stadt kommend nachhause strebt und sich die einigermaßen noch begehbaren Stellen auf der Bahnhofstraße aussucht. Rechts sehen wir den Gasthof Randers, davor das dazuhörige Stallgebäude. In diesem nahmen die Ferkelhändler die aufgekauften Ferkel in Empfang, um sie dort an die Großhändler zu übergeben. Auch wurden hier oft die Brieftauben für den Start zu ihren Flügen verladen. Der Gasthof nannte sich daher auch 'Brieftaubenklause', Heute befindet sich in diesem Stallgebäude eine Vogelhausstellung der Gebrüder Börgeling.

Neuenhaus.

Hochwasser 1918.

4. Das Jahr 1918 ist den Neuenhäusern nicht nur als das letzte Jahr des Weltkrieges 1914-1918 im Gedächtnis geblieben, sondern auch als das Jahr des großen Hochwassers. Die überfluteten Straßen, die entstandenen Wasserschäden, sowie die Hilfe durch das Militär rechtfertigen, auch in diesem zweiten Band ein Bild von der Flutkatastrophe zu bringen. Links im Bild erkennt man das Winter-Arends-Haus. Die damaligen Erlebnisse haben dafür gesorgt, daß der Ruf nach Abhilfe in Neuenhaus niemals verstummt ist und die Behörden durch verschiedene Dinkelrequlierungen die Flutgefahr beseitigten. Heute ist Neuenhaus nach menschlichem Errnessen eine hochwasserfreie Stadt. Die Dinkel schafft das Wasser in flottem Fluß in die Vechte und bildet, gut eingedeicht, keine Gefahr mehr.

5. Dieses Bild aus den Anfängen der ehemaligen Bahnhofstraße verdeutlicht den früheren Zustand. Im Hintergrund sehen wir das 'Teerhuischen', in dem die Firma F.W. Nijhuis, die seit 1822 in Neuenhaus ansässig war und das Gelände auf dieser Seite der Straße besaß, vornehmlich das vielbegehrte, aber feuergefährliche Karbid bewahrte. Das Haus stand links von dem heutigen Denkmalsplatz. In der Mitte des Bildes sieht man einen Steinsockel, der an die verschwundene 'Velthuiser Poorte' erinnern sollte. Im Vordergrund ist das Holz der Sägemühle gestapelt, die dort stand, wo heute die Kreissparkasse ist. Diese Karte zeigt auf, wie notwendig die Verlagerung der Sägemühle an ihren neuen Standort jenseits der Bahn war.

Katb. Kircbe

K~th. Kr~e'Oh3.us

6. Die Postkarte (oben) wurde Neujahr 1909 verschickt und zeigt die katholische Kirche und das am 15. Februar 1907 eröffnete St.-Vinzenzhospital, wie es bei der Gründung aussah. Betreut wird es von Thuiner Schwestern und ist mit einer ambulanten Krankenstation verbunden.

Das evangelische Krankenhaus, unteres Bild, ist 1909 erbaut und am 15. August 1910 in Betrieb genommen worden. Als Wohltäter dieses Hauses sind auf einer Ehrentafel vermerkt: Willem E. Hana (Zürich), Chr. L. Buddenberg (Neuenhaus), C. und S. v.d, Linde (Veldhausen), J.H. und I. Boerwinkel (Grasdorf), Fr. Keller (Neuenhaus), J. Arends (Neuenhaus), Dr. H. Buddenberg (Lemgo), Jan Toenhake (Velsen) und C. und M. v.d. Bosch (Hilten). Die vor einigen Jahren erfolgte Aufhebung des Krankenhauses wurde allgemein bedauert. Es wurde zum 'Altenpflegeheim Hilten' umgebaut.

7. üben sehen wir links das ehemalige Schwesternheim, in dem Schwester Scholastika vielen Neuenhäuser Töchtern das Nähen beibrachte; rechts davon stand das alte unten abgebildete katholische Pfarramt. Dieses Haus, ursprünglich in gräflichem Besitz, diente im Mittelalter den Frensweger Klosterbrüdern als ZufIuchtstätte, wovon in ihm gefundene Klosterakten Zeugnis geben. Die Nachricht, daß auch das Gericht zeitweise in diesem Haus tagte, bezieht sich wahrscheinlich auf die Zeit, bevor Sickermann, aus Quakenbrück kommend, das Haus erwarb und ein Hotel daraus machte. Die Hotelzeit dauerte bis 1853. An sie erinnerte noch das große Zimmer und der geräumige Weinkeller. Von 1853 an diente das Haus als katholisches Pfarramt bis zu dem vor einigen Jahren erfolgten Abbruch.

8. Rechts im Bild sehen wir die alte katholische Volksschule von 1830, in der später der Lehrer Nollmann wohnte, während sein Nachfolger Gröninger schon die Dienstwohnung am Wall (heute:

Pietsch) benutzte. Links sehen wir die Volksschule, die durch die Initiative des Pfarrers Kerckhoff in den Jahren 1878/79 erbaut wurde. Sie hatte zwei Klassenzimmer von je 40 Quadratmeter. Diese Schule hat, abgesehen von den Jahren 1939-1946, in denen sie Teil der Gemeinschaftsschule war, bis zum Jahre 1954 als katholische Volksschule bestanden. Dann aber reichten die Räume nicht mehr aus. Nachdem der erste Plan, sie zum Grünen Weg hin zu erweitern, fallengelassen worden war, wurde der Neubau auf der Bosthorst errichtet, in dem am 12. Oktober 1954 der Unterricht aufgenommen werden konnte.

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