Neuenkirchen in alten Ansichten Band 1

Neuenkirchen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Heinrich Fischer
Gemeente
:   Neuenkirchen
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1331-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neuenkirchen in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

'N euenkirchen in alten Ansichten', man könnte auch sagen, 'Neuenkirchen, wie es unsere Großeltern oder Urgroßeltern kannten und erlebten', Vieles hat sich inzwischen hier geändert. Von den alten Straßenbildern im Ortskern ist nicht mehr viel geblieben. Verblaßt ist auch schon so manches in der Erinnerung unserer Eltern und Großeltern, so daß es sicherlich an der Zeit ist, in Form einer Bildersammlung die 'gute alte Zeit' wieder erstehen zu lassen.

Beim Zusammentragen der alten Postkarten und Fotos war es nicht möglich, eine komplette Sammlung zusammenzustellen. Es schlummern sicher noch irgendwo alte Fotos und Postkarten in Familienalben und Kommodenladen, die auch für die Öffentlichkeit interessant sein dürften. Deshalb kann dieses Buch auch kein geschlossenes Panorama über das Leben und Treiben der damaligen Zeit bringen.

Soweit wie möglich, sind auch Bilder und Fotos von den Vereinen berücksichtigt worden, die das gesellschaftliche Leben bestimmten. Leider gibt es nur 'wenige Fotos über die Tätigkeiten dieser Vereine. Das Fotografieren war damals relativ teuer und in Neuenkirchen gab es zudem keinen Fotografen. So war es zum Beispiel nicht möglich, von allen traditionsreichen Schützenvereinen Bilder zu erhalten.

Allen, die durch die Überlassung der alten Fotos und

Postkarten zum Entstehen dieses Buches beigetragen haben, sei herzlich gedankt.

Über die erste Besiedlung in unserem Raum liegen keine genauen Nachrichten vor. Aus dem Penningsberg (Landersurn) wurden im Jahre 1938 einige sehr gut erhaltene Gefäße aus der Trichterbecherkultur Steinkistenkultur - geborgen (2000-3000 vor Christus). Die schönsten Gefäße hiervon sind heute im Landesmuseum Münster ausgestellt. Verhältnismäßig viele Funde wurden aus der jüngeren Bronzezeit in fast allen Teilen Neuenkirchens gemacht. Sie lassen darauf schließen, daß hier zumindest einige Streusiedlungen bestanden haben.

Die ältesten Schriftstücke datieren um das Jahr 1000. Danach gab es um diese Zeit die Bauerschaften Snedwinkela, Uffenhem (Offlum), Harhem (Harum), Suthrem (Sutrum) und Landrikashem (Landersurn), sowie einige Einzelhöfe, die kirchlich und politisch zu Rheine gehörten. Erst durch die Erbauung der ersten Kirche in Snedwinkela im Jahre 1247 bildete sich im Laufe der Zeit in der Nähe der Kirche ein Ortskern. Ab 1268 wurde dieser Ort bereits 'nova ecclesia' oder 'Nyenkerken' genannt. Im Laufe der Jahrhunderte nahm die Bevölkerung, die fast ausschließlich von den Erträgen der Landwirtschaft lebte, nur langsam zu.

Ein Wandel machte sich erst im vorigen Jahrhundert bemerkbar. Durch den Betrieb des Max-ClemensKanals erhielten manche Landwirte und Kötter Fuhraufträge, so daß sie nicht mehr ausschließlich auf die Erträge ihrer Äcker und Heimweberei angewiesen waren. Nachdem aber der Max-Clemens-Kanal stillgelegt worden war und gegen Mitte des vorigen Jahrhunderts eine allgemeine Wirtschaftskrise auftrat, gab es viele arme Leute in der Gemeinde und es war kein Wunder, daß gerade um diese Zeit viele Bürger ins Ausland, vor allem nach Amerika, abwanderten.

Als sich dann in den fünfziger Jahren die Textilindustrie hier ansiedelte, verbesserten sich die Lebensbedingungen nach und nach. Und wenn heute noch hin und wieder von der 'guten alten Zeit' gesproehen wird, so ist wohl der Zeitabschnitt um die Jahrhundertwende gemeint, also die Zeit unserer Großeltern und Urgroßeltern.

Neuenkirchen war nie mit Glücksgütern gesegnet. Es gibt hier keine Bodenschätze, weder Flüsse noch Berge oder sonstige Naturdenkmäler. Auch können wir hier keine Burgen, Schlösser oder andere historische Bauten vorweisen. Und doch hat sich Neuenkirchen ein eigenes Fluidum bewahrt, so daß es sich lohnt hier zu wohnen und zu leben.

Seit dem Jahre 1900 ist uns durch den Bau der St.

Anna-Pfarrkirche ein neues Wahrzeichen entstanden und wir haben unseren Großeltern zu danken, daß sie durch ihre großzügigen Spenden den Bau dieser großen neuromanischen Kirche ermöglichten.

Um diese Zeit beginnt unser Buch. Es ist kein wissenschaftliches Dokument; es soll unterhalten und alte Erinnerungen wieder auffrischen.

Benutzte Literatur:

BreuingjMengels: Der grüne Kreis, Evers: Das Dorf entlang. Staatsarchiv Münster. Wehmschulte: Unser Dorf.

Wehmschulte: Chronik der Pfarrgemeinde St. Anna.

Fotos und Repros:

Evers, J., Emsdetten 40. Kinscheck, Osnabrück 76. Kiepker, Burgsteinfurt 57.

Kerkhoff, Neuenkirchen 41, 52, 64, 67, 68, 69. Landesdenkmalamt Westfalen-Lippe in Münster 1, 3, 18,73.

Negwer, Neuenkirchen 50, 54, 55, 71, 72.

Platow, Düsseldorf 11, IS, 24, 26, 32, 37,39, 43, 48. Wenning, Burgsteinfurt 10,33,36,46,47.

1. Wie aus der Ortsgeschichte zu entnehmen ist, wurde Neuenkirchen im 17. und 18. Jahrhundert dreimal von Großbränden betroffen. Am schlimmsten war es wohl am 7. Juli 1742. In wemgen Stunden fielen insgesamt neunundsiebzig Häuser den Flammen zum Opfer. Auch die gotische Kirche wurde stark beschadigt und konnte nicht wieder im ursprünglichen Stil aufgebaut werden. Die Einwohner, zum großen Teil selbst durch das Brandunglück schwer getroffen, konnten nur wenig zum Neubau der Kirche beisteuern. Der damalige Pfarrer Kuipers erhielt deshalb die Genehmigung, in anderen Orten und in Holland für die neue Kirche zu kollektieren. Die Kirche wurde im Renaissancestil erbaut, war nicht sehr groß und ziernlich einfach gehalten. Der Turm konnte nicht vollständig ausgebaut werden; das Chor wurde später hinzugefügt. Im Jahre 1748 konnte das neue Gotteshaus eingeweiht werden.

2. Nachdem die Bauarbeiten abgeschlossen waren, ging man daran, die Kirche nach und nach auszustatten. Das Glockengeläut konnte noch im Jahre 1748 beschafft werden. Von den drei Glocken hatte die größte - Maria Anna - einen Durchmesser von 107 Zentimetern, die mittlere Glocke Andreas - hatte einen Durchmesser von 92 Zentimetem. Von der kleinsten Glocke sind Name und Durchmesser nicht bekannt. Mit der weiteren Innenausstattung hatte man eine glückliche Hand, denn es wurde eine Reihe von Skulpturen aufgestellt, die von einem bis jetzt unbekannten Künstler, dem sogenannten 'Meister der Neuenkirchener Josephsfigur' (Rheine) geschaffen wurde.

3. Von den vier Evangelisten, die sich in der alten Kirche befanden, sind noch drei vorhanden. Nach den Attributen, die man früher den Heiligen-Abbildungen beigab, sind es von links nach rechts gesehen, folgende Evangelisten: St. Lukas (Stier), St. Markus (Löwe), und St. Johannes (Adler). Diese Halbreliefs stammen wahrscheinlich von der alten Kanzel. Es ist nicht bekannt, wann diese Kanzel errichtet wurde und welcher Künstler die Figuren geschnitzt hat. Zur Zeit werden diese Plastiken im Pfarrhaus aufbewahrt.

4. Wenn vor der Jahrhundertwende ein Fotograf erschien, so war das etwas besonderes und viele Anwohner, vor allem die Kinder, liefen auf die Straße, um fotografiert zu werden. Auf der Postkarte erkennen wir, von der Gastwirtschaft Schmitz-Laubuhr (Lorenbeck) aus gesehen, die Hauptstraïse mit dem Bliek auf die alte Pfarrkirche. Von den Häusern steht nur noch das sogenannte 'Albers'sche Haus' vorn rechts. Alle anderen Häuser wurden inzwischen abgebrochen. Diese Aufnahme muß vor 1898 entstanden sein, denn bis zum 10. September 1898 waren die Turmdächer der neuen Kirche bereits eingedeckt.

5. Dieses alte Foto zeigt uns die Hauptstraße aus Richtung Rheine. Im Hintergrund ist, wenn auch etwas schemenhaft, der Turm der alten Kirche zu erkennen. Vorn links steht das Haus Frieling. Die auf der rechten Seite abgebildeten Häuser sind längst abgerissen. An dieser Stelle stehen heute von rechts nach links die Gastwirtschaft Jörling, das Geschäft Ross und das Foto-Atelier Kerkhoff. Das an der rechten Straßenseite lagernde Stamrnholz gehört wahrscheinlich dem Schreiner Ross,

?

6. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war die Kirche sehr reparaturbedürftig und wegen der gestiegenen Einwohnerzahl auch viel zu klein geworden. Man plante deshalb, nur die notwendigen Reparaturen durchzuflihren und einen Baufond anzulegen, um dann eine Erweiterung vorzunehmen. Die Kollekten brachten sehr gute Ergebnisse. Bald ließ man den Plan einer Erweiterung fallen und gelangte zu der Auffassung, eine neue Kirche zu bauen. Unter Pfarrer Bette wurde der Neubauplan energisch vorangetrieben und so konnte Weihbischof Dr. Cramer, der früher als Kaplan hier tätig war, am 28. Mai 1896 die Grundsteinlegung vornehmen. Nach einer Bauzeit von gut drei Jahren wurde die feierliche Einweihung am 27. September 1899 vorgenommen. Unser Bild muß um diese Zeit entstanden sein, denn die alte Kirche wurde im Jahre 1900 abgerissen.

7. Der Marktplatz erstrahlt in festlichem Glanz. Wir wissen nicht, um welches Fest es sich handelt. Verrnutlich wurde die Ausschmückung aus Anlaß der Einweihung der neuen Kirche vorgenommen, denn in einem Bericht heißt es, daß an beiden Seiten der Hauptstraße in Abständen von zehn Metern weiß gestrichene Masten aufgestellt wären, die durch Fichtengrün-Girlanden verbunden und umkränzt seien. Außerdem waren die Häuser mit Wacholdersträuchern, die mit künstlichen Rosen verziert wurden, geschmückt. Wir blieken von der Hauptstraße auf die Dienstwohnung des Amtmanns, in der damals Amtmann Kalvelage mit seiner Familie wohnte. Links daneben steht das Haus von Schneidermeister Hopp. Rechts ist noch soeben ein Haus zu erkennen, das sich zuletzt im Besitz der Familie Rohling-Hagemann befand. Alle Häuser wurden schon vor längerer Zeit abgebrochen und durch Neubauten ersetzt.

8. Nach unserem heutigen Geschmack sind diese Art von Postkarten wohl nicht; sie waren aber Ausdruck der damaligen Zeit und vermitteln uns einige sehr interessante Bilder. Gedruckt wurden die Karten kurz nach 1900. Historische Gebäude waren in Neuenkirchen nicht vorhanden, so nahm man die nach der damaligen Auffassung wichtigsten Gebäude und Straßenzüge. Oben ein Panorama von Neuenkirchen, darunter von links, der Marktplatz (Steinsträter), die Thiestraße (Hauptstraße von Lorenbeck aus gesehen), das Pastorat, die Kirche und die Schilkenburg (Villa Wilking). Unten links die Schulstraße (Friedenstraße) und der Thie (Villen Veitman und Hecking). Alle Bilder sind gezeichnet und nicht ganz maßstabgerecht. Zu erwähnen ist noch, daß der Kartenabsender schreibt: Heute fängt man mit dem Bahnbau an. (Poststempel: 27. Juli 1903.)

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