Neuenkirchen in alten Ansichten Band 2

Neuenkirchen in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Heinrich Fischer
Gemeente
:   Neuenkirchen
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5799-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neuenkirchen in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Neuenkirchen in alten Ansichten Band 2 ist als Ergänzung zum ersten Band gedacht. Seit Erscheinen des ersten Bandes sind noch viele Fotos aus der sogenannten guten alten Zeit aufgefunden worden. Sie runden das Gesamtbild über unsere Gemeinde noch mehr ab. Komplett ist damit die Sammlung noch nicht und es gibt immer noch einige Lücken, die vielleicht eines Tages aufgefüllt werden können. Es fehlen zum Beispiel Bilder oder Fotos von der Mädchenschule, vom Gebäude der alten Vorschule, von Zigarrenmachern, von verschiedenen Vereinen usw.

Das vorige Jahrhundert war durch einige grundlegende Strukturänderungen in unserer Gemeinde gekennzeichnet. Angefangen hat es mit der sogenannten Bauernbefreiung unter Napoleon, denn 1809 ordnete er die Abschaffung der Hörigkeit der Bauern an. Die Bauern wurden, ohne daß sie eine Entschädigung zahlen mußten, frei und Eigentümer ihres Grund und Bodens. Die Teilung der Neuenkirchener Marken, die zwischen 1829 und 1864 erfolgte, brachte den Landwirten und Köttern weiteren Grundbesitz. Die meisten Bauern rodeten die Flächen und machten sie urbar und sorgten

somit für die Steigerung der landwirtschaftlichen Erträge.

Durch die Einstellung der Schiffahrt auf dem MaxClemens-Kanal im Jahre 1840 verloren einige Fuhrleute ihre Arbeit und mehrere Landwirte ihre Nebenverdienste. Um die gleiche Zeit zeichnete sich infolge des vermehrten Aufkommens der Baumwollgewebe in Verbindung mit den Erfindungen der Spinnmaschinen und der mechanischen Webstühle der Niedergang der Leinen-Hausweber und des Leinenhandels mit Holland ab. Der Höhepunkt der Krise wurde zwischen 1845 und 1860 erreicht. Damals kam es zudem zu einer Absatzkrise in der noch jungen Textilindustrie, so daß in unserer Gemeinde etwa fünfhundert Arbeiter zeitweise arbeitslos waren. Das führte letztendlich dazu, daß gerade in diesem Zeitraum viele Neuenkirchener nach Holland oder Nordamerika auswanderten, in der Hoffnung, dort bessere Lebensmöglichkeiten zu finden. Nach 1870 ging es in der Textilindustrie stetig aufwärts. In unserer Gemeinde kam es zu weiteren Gründungen und Vergrößerungen einiger Betriebe. Zudem nahmen in diesem Zeitraum mehrere kleinere Tabak- und Zigarrenmacherbetriebe, sowie

Holzschuhfabriken die Produktion auf. Leider konnten sich nicht alle Betriebe über einen längeren Zeitraum halten.

Dankbar wurde 1905 die Eröffnung der Eisenbahnstrecke Rheine-Ochtrup begrüßt. Man brauchte nunmehr Baumwolle, Kohlen und andere Güter nicht mehr per Pferdefuhrwerke von Rheine abholen. Die Postkutsche hatte nun ebenfalls ausgedient. Seit 1892 gab es zwar bereits eine Eisenbahnhaltestelle in Neuenkirchen-Land. Die Entfernung zum Ortskern betrug immerhin 4 km und der Weg war, je nach der Jahreszeit, mehr oder minder beschwerlich. Die positive Entwicklung zeigte sich auch in der Zunahme der Einwohnerzahl und in der regen Bautätigkeit bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Nachdem die Folgen des Krieges und der nachfolgenden Inflation überstanden waren, ging es langsam wieder bergauf. Allerdings gab es damals bis zu den dreißiger Jahren verhältnismäßig viele Arbeitslose.

Die im vorliegenden Büchlein abgebildeten Fotos und Postkarten sind, bis auf wenige Ausnahmen, vor 1930 aufgenommen worden.

Danken möchte ich allen, die durch die Überlassung

von Fotos oder Postkarten dazu beigetragen haben, die Herausgabe des zweiten Bandes zu ermöglichen.

Benutzte Literatur:

Evers: Das Dorf entlang Gemeindearchiv

Stadtwerke Rheine: 75 Jahre Trinkwasser Wehmschulte: Unser Dorf

Fotos und Repros:

Altehenger, Ernst: 57,60,64

Altenhülsing, Bernhard: 6, 11,30,33,36,37,42,55, 58,59,74

Evers, Wemer: 23, 54, 65 Gemeindearchiv: 812 Hesseling, Salzbergen: 76 Hueske, Heinrich: 29,39,61

Keizer Foto: 9, 10, 13, 14, 16, 17,21,24,26,27,40, 43,45,46,47,49,72

Kruse, H. Wwe.: 5

Lauscher, Willy: 15,25,51,52

Westfälisches Amt für Denkmalpflege, Münster: 12

1. Die auf dieser alten Postkarte abgebildeten Fotos sind vor 1899 aufgenommen worden. Von links oben nach rechts sind folgende Gebäude oder Straßenzüge zu erkennen: die alte Kirche, die frühere Thiestraße (Hauptstraße, von Lorenbeck aus gesehen) und die Villen Hecking und Veltman; darunter die Schilkenburg (Villa Wilking). In der zweiten Reihe von links sehen wir die Bergstraße (Hauptstraße, von der Rheiner Straße aus gesehen), in der Mitte ein Panorama des Ortskerns und unten links das Haus der Firma C.&A. Helmken (heute Liebig), die die Postkarten drucken ließ.

2. Älteren Bürgern ist der 'Lange Jammer' noch bekannt. Die beiden Doppelhäuser standen an der Wettringer Straße in Richtung Maxhafen, hinter der Kreuzung Wettringer StraßelWestfalenring. Das Bauholz für diese beiden Häuser soll nach mündlichen Überlieferungen von Bleichhütten aus Leer bei Burgsteinfurt stammen. Auf diesem Grundstück befand sich vorher ein Pferdestall des Schmiedemeisters Joseph Zurloh (heute Adick, Hauptstraße 31). Das Doppelhaus von Georg Bröker, Offlum 86, brannte am 13. Juli 1930 ab. Das der Familie Kelle gehörende Haus ist nach der Errichtung eines Neubaus im dahinter liegenden Garten abgebrochen worden.

3. Die Aufnahme zeigt das Wohnhaus Floth, Mühlendamm, vor dem Abbruch. Hier befand sich bis zum 19. Jahrhundert die sogenannte Klepphütte. Klepphütte bedeutet soviel wie Siechenhaus. Früher waren die Dorfbewohner, die wegen ansteckender Krankheiten aus der Dorfgemeinschaft ausgeschlossen wurden, in der Klepphütte untergebracht. Sie durften das Haus nicht verlassen. Die Dorfbewohner versorgten sie mit Lebensmitteln. Wenn nun einmal die Lebensmittel ausgegangen waren, durften sie sich durch Klappern bemerkbar machen. Dann wußten die Dorfbewohner Bescheid und sorgten für Nachschub. Daher stammt die Bezeichnung Klepphütte. Im vorigen Jahrhundert erfolgte ein Umbau des Gebäudes und es diente fortan als Armenhaus. Um 1882 hat die Gemeinde das Haus verkauft.

4. Das war die typische Arbeitskleidung der Textilarbeiter. Auf dem Weg zur Arbeit trug man den Überrock oder die Jacke. Butterbrot und 'Kaffeedüppken' befanden sich in den Taschen. Als Kopfbedeckung diente die 'Kippe'. Die Arbeitskleidung bestand aus dem 'Kiel' (Cöper-Regatta oder ähnlich), einer Manchester- oder Tuchhose, Wollsoeken und Holzschuhe. Die Weber trugen im Betrieb noch zusätzlich eine Weberschürze aus einem Stoffrest. Das Foto zeigt einige Mitarbeiter der Firma H. Kruse Wwe., die gerade Feierabend hatten und nach Hause wollten. Leider sind die Namen der Abgebildeten nicht bekannt. Der Zweite von links dürfte Heinrich Kelle sein. Kinder haben sich auf dem Foto dazugesellt. Es sind, von links nach rechts: Alfons und Brunhilde Kruse und Carl Josef Wilking.

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5. Im Jahre 1872 gründete die Witwe Heinrich Kruse eine Leinenhandweberei. Das Unternehmen entwikkelte sich sehr positiv, denn schon 1879 wurde die Baugenehmigung für ein neues Kesselhaus in der Größe 7x15 m beantragt. Es folgten 1880 die Neubauten des Lagerhauses und des WebsaaIes. Durch den Einbau eines Dampfkessels im gleichen Jahr war man in der Lage weitere mechanische Maschinen und Webstühle aufzustellen. 1887 ist das Betriebsgebäude durch einen weiteren Anbau vergrößert worden. 1895 mußte bereits ein neuer, größerer Dampfkessel in Betrieb genommen werden. Das Foto aus dem Jahre 1900 zeigt den Maschinenraum mit einem Teil der Dampfmaschine.

6. Bis zur Jahrhundertwende ist das Gebäude der Firma H. Kruse Wwe. mehrere Male durch Anbauten vergrößert worden. Das Betriebsgelände war sehr bald zu klein. Deshalb mußte auch das dort stehende alte Wohnhaus abgebrochen werden. Um 1890 ließ die Firma an der heutigen Industriestraße ein Wohnhaus für leitende Angestellte errichten. Dann erwarb Heinrich Kruse von Heinrich Wiggers an der Wettringer Straße ein größeres Grundstück und ließ darauf ein Wohngebäude erstellen. das im Volksmund später 'Villa WiJking' oder auch mal 'Schilkenburg' genannt wurde. Aus dem Firmenvermögen kaufte der Sohn Alphons später das Haus Industriestraße 32. In die 'Schilkenburg' zog sein Schwager Carl Wilking mit Frau ein. Die Aufnahme zeigt das Gebäude kurz vor dem Abbruch.

7. Auf dem Foto sehen wir rechts die Villa Hecking und links die Villa Veltman. Das Alter der Häuser ist nicht genau bekannt. Die Masse der Bausubstanzen beider Gebäude wird aus dem 19. Jahrhundert stammen. Nach dem Tode von Frau Maria Hecking hat die Gemeinde die Besitzung erworben. Die Gesamtanlage ist dann unter Denkmalschutz gestellt und zu einer Begegnungsstätte der Gemeinde umgestaltet worden. Heute finden hier Ausstellungen, Kurse, Besprechungen, Seminare, Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen statt. Außerdem ist in diesem Haus die Geschäftsstelle des Verkehrsvereins untergebracht.

8. Links: Professor Dl. P. Oswald Rohling O.P., geboren am 30. April 1908 in Neuenkirchen, trat am 1. Juni 1927 in den Dominikanerorden ein. Nach Beendigung seiner theologischen und naturwissenschaftlichen Studien wurde er nach einigen Zwischenstationen an die pädagogische Hochschule in Vechta berufen. Ab 1959 war er als Vizerektor, Rektor und Professor am Aufbau der neuen Universität Osnabrück, Abteilung Vechta, beteiligt. Auf einer Forschungsreise zu den Färörinseln starb er plötzlich am 28. Juli 1974. Unvergeßlich sind seine Predigten und sein Festvortrag, den er 1972 aus Anlaß der 725-Jahrfeier hielt. Rechts: Kommerzienrat Josef Kaiser wurde am 20. Oktober 1862 als Sohn des Leinenwebers Hermann Kaiser in Neuenkirchen geboren. 1866 zog die Familie Kaiser nach ihrem früheren Wohnort Viersen zurück. Schon früh half Josef Kaiser seiner Mutter im Kolonialwarengeschäft. Mit 23 Jahren begarm er mit dem Aufbau eines Lebensrnittel-Filialnetzes. Die 'Lachende Kaffeekanne' wurde bald zu einem Begrifffür Güte und Preiswürdigkeit. Bis 1914 besaß er mehr als 1400 Filialen und einige Herstellungsbetriebe. Josef Kaiser starb am 17. Juni 1950 im Alter von 87 Jahren.

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