Neukloster in alten Ansichten

Neukloster in alten Ansichten

Auteur
:   Eckart Redersborg
Gemeente
:   Neukloster
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5850-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neukloster in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Es gibt im historischen Mecklenburg nur wenige Städte, die wie das nunmehr 780jährige Neukloster abseits großer Straßen liegen und doch einen so hohen Bekanntheitsgrad genießen. Neben den auffallend vielen architektonischen Besonderheiten ziehen ihre reizvolle Umgebung mit dem Neuklostersee und seinen benachbanen Wäldern sowie das Klasbachtal Tausende von Besuchern an.

Die Umgebung bildete vor mehr als 1 000 Jahren den Slawen ausgesprochen günstige Siedlungsmöglichkeiten. Sie grondeten das 1165 erwähnte Dorf und die Burg Cuszin. Während der deutschen Besiedlung wurde ein 1210 in Parchow (zwischen Neubukow und Kröpelin) gegründetes Kloster 1219 nach Neukloster verlegt. Dieses Kloster 'Sonnenkamp' bewirkte die erste Entwicklungsetappe des Ortes 'novum claustrum' (Neukloster).

Innerhalb von zwei Jahrzehnten errichteten Bauleute die ersten Gebäude des Klosters Sonnenkamp. Bereits 1236 weihten der Erzbischof von Bremen und die Bischöfe von Ratzeburg, Lübeck und Schwerin die Kirche St. Maria und St. Johannes Neukloster. Sie weist in vielen architektonischen Details Gemeinsamkeiten mit dem Ratzeburger bzw. Lübecker Dom auf.

Den umfassenden Stiftungsbesitz verwaltete ein Propst, der das um 1400 gebaute Propsteigebäude nutzte. Benachbart stand und steht ein Glockenturm. Diese durch das Kloster bedingte historische Etappe endete 1555 mit der Säkularisierung bzw. 1590 mit der Aufgabe des Klosters.

Der Dreißigjährige Krieg (1618 bis 1648) leitete eine neue Etappe ein. Zunächst litt Neukloster unter den Kriegseinwirkungen. Was an Gebäuden des aufgegebenen Klosters noch vorhanden war, fiel der Willkür und den Brandschatzungen zum Opfer. Letztlich konnten aber die Kirche, der Glockenturm und das Propsteigebäude bewahrt werden.

Der Westfálische Friede beendete 1648 den Dreißigjährigen

Krieg, gleichzeitig aber auch die bisherige Zugehörigkeit Neuklosters zu Mecklenburg. Das Amt Neukloster fiel, wie die Stadt Wismar und die ihr vorgelagerte Insel Poel, an Schweden. Durch das Bemühen von Herzog Friedrich Franz 1. und durch den Malmöer Vertrag vom 26. Juni 1803 kam die Herrschaft Wismar mit den Ämtern Neukloster und Poel am 19. August 1803 wieder unter mecklenburgische Hoheit, endgültig allerdings erst 1903. Damals erhielt Neukloster sein Wappen. An die Schwedenzeit erinnern am 'Schwedenplatz' der 'Schwedenstein' mit seiner Gedenkplatte und die 'Schwedeneiche".

Diese 'Schwedenzeit' Neuklosters war dem Ort wenig dienlich. Die Schweden nutzten den Waldreichtum des Amtes Nenkloster für die benachbarte Stadt Wismar und für den Schiffbau, Ackerbau, Viehzucht und Forstwirtschaft bestimmten vor und nach 1803 die Wirtschaftsstruktur des Amtes Neukloster und damit auch des Fleckens Neukloster, der im Jahre 1804 ca. 450 Einwohner zählte. Wenige Straßen waren vorhanden. Sie hatten ihre Ausgangspunkte am Altmarkt bzw. dem heutigen Neumarkt, der noch vor einem halben Jahrhundert den offiziellen, aber auch charakterisierenden Namen 'Ziegenmarkt' führte,

Neukloster war zu der Zeit ein großes Dorf, in dem es z. B . 1843 neben der Pfarrkirche und dem Forsthof zwei Schulen, zwei Erbschmieden, einen Erbkrug, eine Korn- und Ölmühle sowie eine Erbwindmühle gab. 61 Büdner bildeten den Hauptanteil der Bevölkerung. Mehr oder weniger abgeschieden und weltvergessen präsentierte sich Neukloster auf typisch mecklenburgische Art. Das war aber ein wesentlicher Vorzug, der die Entwicklung des Ortes nachhaltig bestimmen sollte. Die Lehrerausbildung für die domanialen Schulen des Herzogtums (bis 1815) bzw. Großherzogtums MecklenburgSchwerin (bis 1918) erfolgte ab 1782 in Schwerin und Kirch Jesar, ab 1785 aber in Ludwigslust. Die Nähe der dort resi-

dierenden Fürsten galt als günstige Voraussetzung für die auszubildenden Lehrer, die später irn Sinne des Landesherrn unterrichten sollten.

Was aber zunächst förderlich erschien, kehrte sich nach der bürgerlich-dernokratischen Revolution 1848 ins Gegenteil, Die Seminaristen nutzten die Nähe des Landesherm für ihren Protest, der sich u.a. auf ihre Lebensverhältnisse als Seminaristen und auf die Verhältnisse an den mecklenburgischen Volksschulen bezog. Das mußte der Regierung in Schwerin mißfallen. So hielt man nach einem anderen Ort Ausschau, Schloß Dargun, Neustadt und Neukloster kamen in die engere Wahl. Neukloster bot sich besonders an, da der dortige Pachthof genutzt werden sollte.

Am 26. Oktober 1856 beschlossen das Schweriner Unterriohts- und Finanzministerium im Beisein des Großherzogs Friedrich Franz Il., das Seminar nach Neukloster zu verlegen und mit einer Präparandenanstalt zu verbinden, aber man entschied sich gleichzeitig für einen Neubau. Was dann an entsprechenden Gebäuden Anfang der sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts geschaffen wurde, sucht seinesgleichen, In keinern anderen mecklenburgischen Ort entstand innerhalb eines so kurzen Zeitraums ein solcher Gebäudekomplex als Bildungseinrichtung. Damit erhielt Neukloster einen entscheidenden Impuls für seine weitere Entwicklung. Neukloster konnte seinem Großherzog Friedrich Franz Il, dankbar sein. Die Entwürfe für den großzügigen Seminarkomplex fertigte der Schweriner Baumeister Theodor Krüger. Am 31. Mai 1860 erfolgte die Grundsteinlegung, bereits am 16. Oktober 1862 konnte das Seminar eröffnet werden. Neben dem Hauptgebäude und dem 'Alten' Schulhaus standen das Nebengebäude, ein kleines Wohngebäude, ein Speisehaus und Gebäude auf dem Wirtschaftshofzur Verfügung, bereits 1874 auch das 'Neue" Schulhaus, ab 1876 außerdem die Turnhalle. Unter vergleichsweise guten Bedingungen erhielten die Seminaristen und Präparanden ihre Ausbildung. Auf einer Fläche von ca. 20 ha zeichneten sich die Gebäude und die nach und nach angelegten bzw. sich entwickelnden Anla-

gen, auf ödem Weideland und dûrftigem Ackerland herangezogen, durch Großzügigkeit aus, ergänzt durch die Weite des benachbarten Neuklostersees und seiner nahen Waldungen. Direktor K1iefoth leitete diese Einrichtung zwischen 1862 und 1895. Er blieb mit seinen 33 Dienstjahren als Leiter dieser Einrichtung unübertroffen!

Das Seminar wirkte nachhaltig auf die Ortsentwicklung. U,a, kauften die Seminaristen ihre zum Leben und Lernen benötigten Dinge in Neukloster ein bzw. nahmen die Dienstleistungen der Handwerker in Anspruch. Nach Hause kamen die meisten selten. So waren die Seminaristen trotz des wenigen ihnen zur Verfügung stehenden Geldes in der Masse die wichtigsten Kunden des örtlichen Kleinbürgerturns, Z.B. in Schumachers Buch- und Schreibwarenhandlung, bei Friseuren und Schustern, bei der Post, aber auch in zwei Gaststätten des Ortes.

Bedeutungsvoll und bahnbrechend auf dem Gebiet der Blindenfürsorge war und blieb außerdem die 1864 übergebene Landesblindenanstalt.

Zur Zeit des beginnenden Chausseebaues in Meck1enburg fand Neukloster keine Berücksichtigung. Die Chaussee Wismar- Warin entstand zwar schon 1841 bis 1843, aber sie führte drei Kilometer am Ort vorbei. Der Anschluß an diese Chaussee bei Reinstorf erfolgte erst 1876, die Landstraßen in Richtung Bützow (1884) und Rostock folgten. Besondere Vorteile ergaben sich daraus für Neukloster nicht. Günstig wirkte sich dagegen der Eisenbahnanschluß an die Strecke Wismar-Karow aus, die am 14. November 1887 eröffnet wurde. Neukloster wuchs entlang seiner Ausfallstraßen. Das Netz der bis zum Zweiten Weltkrieg vorhandenen Straßen innerhalb der Stadt bildete sich heraus. Am östlichen Rande des Sonnenbergs entstand 1913 anläßlich des 100. Jahrestages der Völkerschlacht bei Leipzig auf dem 'Jahrhundertberg' eine besondere Gedenkstätte, angelegt durch Seminaristen. 1914 gab es in Neukloster neben den Bildungseinrichtungen und 206 Büdnern u.a. zwei Sägereien, eine Ziegelei, eine Wind- und Dampfmühle sowie eine Zementfabrik. Neuklo-

sters Funktionen für das Umland entwiekelten sich, die Bedeutung des Ortes wuchs. Der Entwickluugsschritt von der Flecken- zur Stadtgerechtigkeit vollzog sich mehr und mehr. Am I. April 1938 wurde Neukloster, u.a. zusammenmit Dargun, Dassow, Klütz, Lübtheen und Zarrentin, zur Stadt erhoben. Neukloster hatte damals ca. 2 200 Einwohner, Die Stadt erhielt am Neumarkt ihr Rathaus, geschmückt zunächst durch eine Uhr und später durch das Wappen.

Im Zusammenhang mit Reformen der Lehrerausbildung während der Weimarer Republik ging das Lehrerseminar ein. Die vorhandenen Gebäude nutzte zwischen 1923 und 1947 die Staatliche Aufbauschule, die sich ab Ostern 1942 mit ihrer Unterstufe nur noch auf das Saalgebäude beschränkte, während die Mittelstufe nach Crivitz und die Oberstufe nach Güstrow ausgelagert wurden.

Das Karl-Friedrich-Wilhelm-Wander-lnstitut für Lehrerbildung (ab 1947) und die Blindenanstalt bildeten nach dem Zweiten Weltkrieg wieder die wichtigsten wirtschaftlichen Faktoren der Stadt. Tausende Lehrer wurden am HL Neukloster in den Jahren 1947 bis 1975 ausgebildet. Dankbar erinnern sie sich an den Direktor Karl Koch, an die Lehrerinnen Eva Linke und Dorothea Szage sowie an die Lehrer Günther Böttcher, Ulrich Hübener; Robert Lange, Immanuel Romberg oder Franz Straka. Das Institut für Lehrerbildung wurde 1975 nach Rostock verlegt. Die Räumlichkeiten nutzt seitdem die 'Landesschule für Blinde und Sehbehinderte Neukloster'. 1999 erfolgte am Sonnenberg die Übergabe der Förderschule für Lernbehinderte des Landkreises Nordwestmecklenburg. Dadurch erhöhte sich die Bedeutung Neuklosters als Schulstadt weiter.

Die Zukunft Neuklosters ruht auf dem Potential des Fremdenverkehrs. Die architektonischen Besonderheiten und die Naturschönheiten des Sonnenbergs, der Halbinsel, des Neuklostersees und des Klasbachtales ziehen viele Besucher an.

Dazu wird ab November 2000 auch die Autobahn A 20 mit ihren beiden Autobahnanschlüssen Neukloster West und Neukloster Nord beitragen.

Geht man heute als 'ehemaliger' Neuklosteraner durch die Stadt, so sieht man mit Wehmut und mit Freude die Veränderungen: Haus 'Sonne' wich einer Kloppenburg-Filiale, das Kaufhaus Knop der Sparkasse, Café Godenrath bestand noch lange als 'Café am Markt', in Schumachers Buchhandlung befindet sich eine Fahrschule, Kracht's Hotel wandelte sich mittlerweile zum Wohn- und Geschäftshaus, Gymnasium und Realschulen sind geschaffen, Wanderwege erinnern an frühere Ausflüge in die schöne Umgebung. Das 'Waldhotel ' ist leider z.Z. geschlossen, aber das benachbarte Klasbachtal sowie der Sonnenberg laden nach wie vor zum Wandern ein.

Die Stadt Neukloster wurde 1993 erstmals in das Städtebauförderungsprogramm des Landes aufgenommen. Seitdem veränderte sich das Aussehen der Altstadt zur Freude der Einwohner und der Gäste der Stadt.

Ein 1628 gebrannter und vor wenigen Jahren in Neukloster gefundener Ziegelstein trägt folgende Inschrift:

'Fraeden, Friheit, Leiw un Recht, sei hebben sik all slapenleggt. Wenn s wedder einmal uperstahn, ward allen baeder gahn! '

Die Zeit ist gekommen!

Eekart Redersborg

1. Die mecklenburgischen Farben blau-gelb-rot umranden diese prächtige Karte. Farbig ist auch die rechte Darstellung. Die mecklenburgischen Wappentiere Stier und Greif halten das Wappen, hier in der siebenfeldrigen Gestaltung. Als weiteres Motiv wählte der Verleger Ernst Schulz (Neukloster) Kracht's Hotel aus. Diese Karte trägt den Poststempel vom 20. August 1899, wurde also bereits am Ende des Vergangenen Jahrhunderts gedruckt.

1ota/ansich'

2. Diese Ansichtskarte, eine grünliche Lithographie , zeigt oben eine Panorama ansicht von Neukloster und unten das Kriegerdenkmal für den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71, das sich am Ausgang der Bützower Straße befand. Auch diese Karte wurde bereits am Ende des vergangenen Jahrhunderts gedruckt.

3. 'Gruß aus .. .'-Karten der deutschen Reichspost stellten als Lithographien kleine Kunstwerke dar. So auch diese in braun gehaltene Karte , die die Kirche, die Blindenanstalt und die Post zeigt. Die Karten der Deutschen Reichspost boten nur auf ihrer Bildseite Platz für kurze Mitteilungen.

4. Diese 'Gruß aus Neukloster'-Karte, abgestempelt am 17. Juli 1898, zeigt als Farblithographie die einzelnen Gebäude des Großherzoglichen Lehrerseminars. A. Schreiber schrieb damals unter anderem: 'Es gefällt mir hier jetzt schon ganz gut, und Heimweh habe ich auch nicht mehr wie zuerst.' Tausende Male mag dieser Satz in abgewandelter Form von Seminaristen geschrieben worden sein.

5. Zusammen mit der Stadt Wismar und der Insel Poel gehörte das Amt Neukloster nach dem Westfálischen Frieden (1648) zum Königreich Schweden. 1803 verpfändete Schweden seine mecklenburgischen Besitzungen an das damalige Herzogtum Mecklenburg-Schwerin. 1903 kamen diese Territorien wieder zu Mecklenburg-Schwerin, Wismar, die Insel Poel und auch Neukloster gaben aus diesem Anlaß Ansichtskarten heraus, die neben Ortsansichten die Porträts von König Oskar (Schweden), Kaiser Wilhelm 11. und Großherzog Friedrich Franz IV zeigten.

NEUKLOSTER i. M.

6. Den ältesten Teil der heutigen Stadt Neukloster bildet die Klosteranlage. Links die ehemalige Propstei des Klosters Sonnenkamp, in der Mitte die Kirche und rechts der Glockenturm, letzterer im 15. Jahrhundert erichtet. Zum Kloster gehörten 1361 unter anderem 30 Dörfer, vier Wirtschaftshöfe und mehrere Mühlen.

NEUKLOSTER

Kloster-Sonnen~amo -

7. Das ehemalige Propsteigebäude des Zisterzienser-Klosters Sonnenkamp, ein zweigeschossiger Backsteinbau ausgangs des 15. Jahrhunderts, ist ein sehr schönes Beispiel norddeutscher Backsreinarchitektur. Der Keller weist Kreuzrippenwölbungen auf, im östlichen Teil befindet sich ein zweischiffiger Saal. Das Haus wurde 1904 restauriert und dabei irn Inneren stark verändert.

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