Neulußheim in alten Ansichten

Neulußheim in alten Ansichten

Auteur
:   Ewald Ballreich
Gemeente
:   Neulußheim
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5981-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neulußheim in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Wie lebten unsere Groß- und Urgroßeltern? Um möglichst viel darüber zu erfahren, begannen wir mit dem Sammeln alter Ansichtskarten und Fotografien unserer Gemeinde. Das große Interesse in der Bevölkerung an diesen historischen Aufnahmen veranlaßte uns, ein Archivanzulegen.

Den vorliegenden Bildband widmen wir unserem Freund Hans Rausch, der mit viel Hingabe und großem Engagement die Neulußheimer Ortsgeschichte erforscht hat und dem es leider nicht vergönnt war, seine Arbeit zu Ende zu führen.

Wir möchten uns bei allen recht herzlich bedanken, die ihre alten Fotografien zur Verfügung gestellt haben. Ein besonderer Dank gebührt Klaus Gottmann, der uns bei der Verfassung der Texte mit Rat und Tat zur Seite stand.

Der Pfarrer und Reiseschriftsteller Heinrich Hansjakob kam im Jahre 1903 auf einer seiner vielen Reisen

auch durch Neulußheim. In seinem 1905 erschienenen Buch 'Sommerfahrten' schrieb er: 'Die beiden Hardtdörfer Alt- und Neulußheim haben Straßen, so breit wie eine amerikanische Großstadt.' Der weitgereiste Pfarrer aus dem Schwarzwald war wohl tief beeindruckt beim Anblick unseres Dorfes zu jener Zeit. Wir hoffen es gelingt uns, dem Leser ein wenig von dem Leben in Neulußheim aus der Zeit um die Jahrhundertwende bis in die dreißiger Jahre näher zu bringen. Es wird sicher auch eine kleine Anregung sein, sich mit der Geschichte unseres liebenswerten Ortes etwas auseinanderzusetzen.

In diesem Sinne wünschen wir allen Lesern viel Freude mit diesem Buch.

Neulußheim, im Herbst 1994

Ewald Ballreich, Dieter Villhauer

1. 'Wir sitzen im Gasthaus zur Sonne und brüten aus lauter Wonne und zwar bei Wein und Bier, deshalb bleiben wir so gerne hier.' So lautet der Text der abgebildeten Ansichtskarte, die am 6. Juli 1899 von Neulußheim nach Neckargemünd gesandt wurde. Sie ist eine Farblithographie und die älteste, bisher bekannte Ansichtskarte unseres Ortes. Hergestellt wurde sie von der Kunstanstalt Jakob Sponagel in Seckenheim.

Gruss aus

2. Diese Ansichtskarte, um 1910 hergestellt, konnte man in der Restauration 'Zum Bahnhof' kaufen. Das Gasthaus wurde anno 1871 von Jakob Engelhorn erbaut und 1880 von Franz Heinrich Thorbecke, der in der Bahnhofsstraße eine große Zigarrenfabrik betrieb, für 5 000 Mark ersteigert. Peter Schneider, ehemaliger Werkführer der Thorbeckschen Fabrik übernahm 1889 das Lokal, das bis dahin an die Brauerei Seitz aus Schwetzingen verpachtet war. Eine seiner Töchter, Barbara, heiratete später Hermann Daub. Das Ehepaar Daub betrieb die beliebte Restauration bis Ende der zwanziger Jahre.

3. Rosengeschmückte Ansichtskarte um 1910 mit einer interessanten Aufnahme der St-Leoner-Straße, Das imposante Gebäude rechts ist das 1875 für einen Kostenaufwand von 28 000 Mark erbaute Schulhaus, das spätere Lehrerwohnhaus. Im Vordergrund links erkennt man die Kolonialwarenhandlung von Christin a Engelhorn, die wenige Jahre später dem Rathausneubau und der Kirchenstraße weichen mußte.

4. Ansichtskarte, deklariert als Feldpostkarte und am 8. Juli 1918 gesandt an den Feldpostmeister Georg Adolf, Deutsche Feldpost Nr. 923.

5. Erstes Neulußheimer Rathaus, ein zweistöckiges Gebäude mit Brunnen vor dem Haus. Im Jahre 1829 erwarb die Gemeinde Neulußheim durch ihren damaligen Bürgermeister Johann Jakob Rupp (1828-1832) das einstige Gasthaus 'Zur Sonne', das auf dem Platz des jetzigen Anwesens Hoekenheimer Straße 11 stand. Das Wirtschaftsgebäude wurde zunächst zu einem Schulhaus umgebaut. Als 1875 in der Amtszeit von Bürgerrneister Philipp Jakob Rupp (1874-1886), ein neues Schulhaus in der St.-Leoner-Straße (das spätere Lehrerwohnhaus) seiner Bestimmung übergeben worden war, konnte die ehemalige 'Sonne' als Rathaus genutzt werden.

Friedrich Saam, geboren am 12. Dezember 1839 als Sohn des Schneidermeisters Adam Saam und dessen Ehefrau Anna Katharina, Tochter des Kronenwirts Joharm Thomas Stadier, war von 1899 bis 1908 Bürgermeister in Neulußheim. Im Jahre 1900 lebten in unserer Gemeinde 1 591 Seelen in 325 Haushalten.

6. Das Gasthaus 'Zum Bären' wurde von Julius Schickard erbaut und 1715 erstmals erwähnt. Nach dem Tode von Schickard im Jahre 1728 erwarb Johann Georg Wenzel aus Karlsruhe das Anwesen. Im Laufe von fast 280 Jahren überstand es viele Kriege und Notzeiten. Viele Menschen aus Neulußheim und Umgebung denken mit Wehmut an die schöne Zeit im alten 'Bären' zurück, so zum Beispiel an den Kirchweihtanz und ähnliche Veranstaltungen im Saal. Als weitere Wirtsleute sind die Familien Engelhorn, Ulrich, Schwesinger, Rupp, Baumeister, Schumacher und Hoffmann bekannt. 1969 erwarb die WeIde-Brauerei Schwetzingen die Gastwirtschaft. Der alte 'Baren' wurde im April1971 abgerissen. An gleicher Stelle entstand ein Gebäudekomplex, der außer einem Lebensmittelmarkt und Wohnungen, den 'Neuen Bären', ein Restaurant mit Kegelbahn, beherbergt.

7. Der Frühschoppen am Kerwemontag hat eine lange Tradition. Man traf sich in den Gasthäusern. wie hier die 'Kerweborscht' des Turnerbundes Germania, die sich vor ihrem Vereinslokal, dern Gasthaus 'Zum Bären', zusammengefunden haben. Das Bild entstand im Jahre 1928. Die frohe Runde zeigt links im Bild Fritz Fessler, der sich als Junge schon munter zu den 'Alten' gesellte. Sitzend von links kann man erkennen: Julius Fessler, Julius Wein, Jakob Ballreich, Fritz Fleck und Heinrich Schmitt. In der zweiten Reihe von links steht ein unbekannter Zeeher. daneben Heinrich Brömmer, Albert Hoffmann, Willi Engelhorn, Fritz Sturm, Jakob Werner und Peter Bühler. Der Mann mit dem Stock ist ebenfalls nicht bekannt. In der hinteren Reihe mit dunkler Mütze ist Heinrich Villhauer zu sehen, rechts daneben Kar! Langlotz und Heinrich Jung. Die übrigen Personen konnten leider nicht ermittelt werden.

8. Im Jahre 1925 gründete Gustav Kuppinger eine Metzgerei in der Hockenheimer Straße. Zunächst mußte er mit den Räumlichkeiten seines alten Wohnhauses zurechtkommen, bis es 1926 abgerissen wurde, um einem Neubau zu weichen. Es entstand die Metzgerei und Wirtschaft 'Zur Linde', die sich bald einen festen Platz in der Neulußheimer Gastronomie eroberte. So war sie unter anderem das Vereinslokal des Ziegen-, Hundeund Angelsport- sowie des Musikvereins. Nach dreißig Jahren wurde das Gasthaus an Pfingsten 1956 geschlossen. Die Metzgerei wurde noch viele Jahre von Sohn Rudi Kuppinger weitergeführt und besteht heute noch.

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