Neunkirchen am Sand in alten Ansichten Band 2

Neunkirchen am Sand in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Franz Semlinger
Gemeente
:   Neunkirchen am Sand
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5595-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neunkirchen am Sand in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Alte Bilder sind ein Schlüssel zu Erinnerungen, zu eigentlich längst Vergessenem! Knappe einhundert Jahre reichen die ältesten Fotos in diesem Buch zurück, Schon immer gab es Veränderungen. Als Fortführung des ersten Bandes 'Neunkirchen am Sand in alten Ansichten' aus dem Jahre 1987 kann nun Teil2 mit Bildern von 1895 bis 1940 vorgelegt werden. Seit der Gebietsreform im Jahre 1972 sind die Orte Speikern, Rollhofen, Wolfshöhe, Kersbach und Weißenbach mit Neunkirchen vereint. Die Einwohnerzahl der Gemeinde Neunkirchen am Sand im Landkreis Nürnberger Land beträgt 4 494 Einwohner (Stand November 1992), verteilt auf den Hauptort 2 196, Speikern 1 044, Rollhofen 974, Kersbach 242 und Weißenbach 38 Einwohner.

Der älteste Ort der heutigen Großgemeinde, Neunkirchen am Sand, wird erstmals 1227 urkundlich erwähnt. Speikern konnte 1989 seine 700-J ahrfeier der ersten urkundlichen Erwähnung begehen und 1994 wird Kersbach 650 Jahre alt. Rollhofen wird 1330 und Weißenbach 1360 erstmals genannt.

Alle Orte sind eng mit der Geschichte der Festung Rothenberg bei Schnaittach verbunden. Die Ganerben, eine Interessengemeinschaft von 44 angesehe-

nen Rittern, seit 1478 Besitzer, führten im Jahre 1529 die Reformation im ganzen Rothenberger Land ein. Damit wurden alle genannten Orte evangelisch. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde dieses Gebiet von den Kurbayern besetzt und später erworben. Die Gegenreformation hielt 1629 Einzug, so daß alle Orte wieder katholisch wurden, was fast unverändert bis Ende des Zweiten Weltkrieges anhielt. Erst durch die neuhinzugezogenen Bürger verbreitete sich der evangelische Glaube stark.

Der zentralen Lage an der Bundesautobahn BerlinMünchen und an der Eisenbahnlinie Nürnberg-Bayreuth hat die Gemeinde den gewaltigen wirtschaftlichen Aufschwung nach 1945 mit der Ansiedlung zahlreicher Firmen zu verdanken. Die Grenzöffnung nach Osten 1989 tat ein übriges: aus einem bäuerlichen Dorf wurde ein Industriedorf.

Auch die Vorgeschichte ist mit reichen Dokumenten ausgestattet. Zahlreiche Funde aus frühester Zeit lassen auf eine dichte vorgeschichtliche Besiedlung in unserem Raum schließen. Nicht zufällig konnte deshalb von der Gemeinde 1991 der 'Archäologische Wanderweg' eingeweiht werden, der

auf einer Strecke von ca. 13 km zu Fundstellen aus der Jungsteinzeit (5500-2200 v.Chr.), Bronzezeit (2200-1200 v.Chr.), Urnenfelderzeit (1200-750 v.Chr.) und Hallstattzeit (750-450 v.Chr.) hinführt. Doch bleiben wir bei der jüngeren Geschichte. Repräsentative Gebäude stellten verständlicherweise schon immer die Kirchen und Kapellen, Mühlen, Geschäfte und Finnen, Gasthöfe und reiche bäuerliche Anwesen dar. Der sichtbare Kontrast hierzu waren Handwerker- und Taglöhnerhäuschen. Natürlich erlebten alte Bauernhäuser durch die Zeiten immer wieder Umbauten und Verbesserungen, früher wurde seltener abgerissen. Doch seit dem letzten Krieg veränderte sich das Gesicht unserer Orte in der Gesamtgemeinde mit zunehmendem Tempo: vor allem die Industrialisierung, der Straßenbau, neue Siedlungen usw. prägen die Ortsansicht heute.

Die Zusammenstellung alter Dorfansichten, Straßen- und Gebäudefotos aus unserer Gesamtgemeinde soll uns zeigen, daß unsere Vorfahren in überwiegend äußerster Einfachheit und Bescheidenheit lebten. Manche Vorfahren kann man bei Gruppenaufnahmen von Vereinen oder Betrieben

erkennen und sie lassen Geschichten des Erzählens wieder lebendig werden.

Wenn wir heute in einer Zeit des Wohlstandes leben, so müssen wir daran denken, daß wir dies dem Aufbauwillen der vorangegangenen Generationen verdanken.

Daß diese 'alte Zeit' noch nicht ganz vergessen ist und daß man sich immer noch gerne erinnert, zeigt die Fülle der alten Bilder aus unserer Gesamtgemeinde in diesem Buch. Unsere Mitbürger haben diese historischen Fotos aus der Zeit von 1895 bis 1940 aufbewahrt und machen dadurch die Geschichte wieder lebendig, Etwa 200 Familienarchive wurden durchsucht. Den Leihem sei an dieser Stelle für die Überlassung der Bilder ein herzliches Dankeschön gesagt. Frau Erni Popp gebührt Dank für die Reproduktion der Fotos. Den Heimatkundesamrnlern Oskar Binner, Fritz Kroder , Fritz Ruder vielen Dank für die gute Zusammenarbeit.

Franz Semlinger

Gruß aus Neunkirchen a. Sand.

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1. Neunkirchen gilt als ein moderner Ort mit nur wenig historischem Bestand. Vom eigentlichen alten Ortskern ist dennoch einiges erhalten. Die Ansichtskarte von ca. 1920 bietet einen Bliek von Westen auf die Pfarrkirche, links daneben die Pfarrscheune (Pfarrheim St. Marien), das alte Sandsteinpfarrhaus (Jugendzentrum), das Gruco-Bürogebäude, rechts das Nebengebäude des Gasthauses Bachmeyer (Metzgerei) und davor das ehemalige Wohnhaus im Firmengelände Gruco (heute Ausstellungsgebäude). Verschwunden ist der Bauernhof Munker zugunsten der Einmündung der Bahnhofstraße und das gemeindliche Hirtenhaus, das dem Rathaus Platz machen mußte. Rechts im Vordergrund steht das Anwesen König. Als Einzelbild die Gastwirtschaft Bachmeyer, damals noch Dannhauser, mit mehreren Kastanienbäumen.

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2. Wer heute die Bundesautobahn von Nürnberg in Richtung Berlin fährt, dem bietet sich vom ehemaligen Rastplatz fast noch der gleiche Bliek wie vor fast einhundert Jahren: die älteste Ortsansicht aus dem Jahre 1895 entstammt der Sammlung von Aufnahmen, die Baron Guido von Volckamer aus Kirchensittenbach von unserer Gegend machte. Im Vordergrund ist das Anwesen Seitz am Hirtenweg zu erkennen, links anstelle des Waldes dehnt sich heute die Firma Gruco aus. Die hohen Häuser vor der Pfarrkirche sind das alte Pfarrhaus und links davon das Pfarrheim St. Marien, einst Pfarrscheune. Als Detail kann man davor den ehemaligen Schweinestall und dahinter die ehemalige 'Sandstein'-Schule mit einem seltenen Treppengiebel erkennen.

3. Als Wahrzeichen des Ortes Neunkirchen gilt schon immer die mächtige zweitürmige Kirchenburg, die dem Ort den Namen gab. Als 'Neue Kirche' wurde sie im Missionsgebiet östlich des Nürnberger Reichswaldes errichtet. Die älteste Bausubstanz reicht in das 14. Jahrhundert zurück, im Innern ist aus der gotischen Zeit nur noch der Taufstein übriggeblieben. Die barocke Ausstattung 1688-1689 und 1723-1724 verwandelten die Pfarrkirche 'Mariae Himmelfahrt' in ein Juwel des dörflichen Barocks. Vor allem seit der letzten Renovierung 1987 erscheinen die herrlichen Stuckarbeiten und die leuchtenden Fresken wieder in vollem Glanz. Das Thema 'Maria' wird in vielerlei Formen wiedergegeben, so in den schönen Deckengemälden und im wertvollen Hauptaltarbild mit der Aufnahme Mariens in den Himmel.

4. Das älteste bekannte Kommunionbild Neunkirchens aus dem Jahre 1902 ist interessant, weil zwischen der Kindergruppe Säulen zu sehen sind, die einst das Vordach der Kirche hielten. Die Jungen sind eingerahmt von Pfarrer Egenhöfer und einem Kaplan, rechts Lehrer Schiffer. Die Buben trugen dunkle Anzüge und jeder hatte einen Hut. Die Kommunion war für die ganze Pfarrgemeinde ein besonderes Ereignis. Den Leib Christi empfingen sie erst in der 5. Klasse, in den beiden nächstfolgenden Jahren nahmen sie nochmals als Nachkommunion an der Feier am Weißen Sonntag teil. Während heute der obligatorische Kommunionausflug als Busfahrt nach Kloster Weltenburg, Würzburg, Bamberg oder Eichstätt führt, wurde früher eine Fußwanderung zur Ludwigshöhe, nach Simmelsdorf oder Hersbruck unternommen.

5. Bevor die Schulpflicht in Bayern im Jahre 1806 eingeführt wurde , war die Schule eine rein kirchliche Angelegenheit: sie hatte die Grundlehren der Religion zu vermitteln und die Kinder mit den notwendigsten Kenntnissen im Lesen, Schreiben und Rechnen auszustatten. 1516 wird erstmals ein kirchlicher Schulmeister für die zum Pfarrsprengel gehörenden Orte Speikern, Rollhofen, Kersbach und Weißenbach, 1551 das erste Schulhaus erwähnt. 1854 wurde ein neues Schulhaus gebaut (Sandsteinschulhaus, heute Parkplatz katholisches Pfarrheim) und dafür das alte Gebäude am Westeingang zum Friedhof abgerissen. 1883 mußte wegen der steigenden Schülerzahl ein zweites Schulhaus (rotes Backsteinhaus, heute an dieser Stelle das Feuerwehrgerätehaus) errichtet werden. Davor wurde das Klassenbild mit mehreren Jahrgängen um das Jahr 1909 mit Lehrer Ziegier aus Schnaittach aufgenommen.

6. Das Ferienheim 'Liebfrauenhöhe' an der Bergstraße wurde im Jahre 1907 als Erholungsheim für das Institut der Englischen Fräulein Nürnberg gebaut. Aus der Mitgift dreier leiblicher Schwestern - Ruperta, Isabella und Petrina Söllner -, die in den Orden eintraten, konnte das Gebäude errichtet werden. Einige Schwestern lebten ständig hier, während die Nürnberger Schwestern nur am Wochenende oderin den Ferien dieses Haus aufsuchten. Eine Hauskapelle, in der bis in die Mitte der siebziger Jahre einmaJ wöchentlich Gottesdienst gehalten wurde, sorgte für den geistlichen Mittelpunkt. Die Schwestern brachten den Neunkirchener Kindern Handarbeit bei, unterrichteten sie in Musik und führten den ersten Kindergarten.

7. Im Jahre 1992 wurde das alte Wohnhaus des bäuerlichen Anwesens Schuster oberhalb der Kirchengasse abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Hier standen einst zwei Häuser, die Hausnummer 11 an der Südseite, 'Leerhäusel' genannt, weil kein Besitzzum Haus gehörte, und Nr. 14nördlich davon gelegen, schon im Rothenberger Salbuch 1678 erwähnt. Beide hatten jedoch eine andere Giebelrichtung. Haus Nr. 14 war ursprünglich in Fachwerkbauweise errichtet, brannte aber 1911 total nieder. Der Wiederaufbau verband beide getrennt stehenden Häuser miteinander. Die Aufnahme um 1925 zeigt das alte Schuster-Wohnhaus mit integrierter Scheune und den zum Haus gehörenden Backofen mit den damaligen Besitzern davor.

8. Der 'Liedleshof' westlich des Röttenbachs wird bereits 1336 erwähnt. Er gehörte nicht zu Neunkirchen, sondern lag im Hochgerichtsbezirk des einstigen Nürnbergischen Pflegamtes Lauf. Noch im 14. Jahrhundert kam der Hofin den Besitz des Clara-Klosters Nürnberg, dann gehörte er bis ins 19. Jahrhundert dem ClaraAmt. Das heutige zweigeschossige Sandsteinhaus wurde 1864 erbaut und ist nun im Besitz der Familie Kroder. Die Eigentümer des Hofes zählten immer zu der wohlhabenden Bevölkerungsschicht, wie auch schon die besondere Kleidung verdeutlicht. Das zeigt auch das Gruppenfoto von 1904 mit den Familien WendIer und HutzIer, einern Knecht, sowie mit zwei Italicnern, die damals als Gastarbeiter auf dem Hof arbeiteten.

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