Neusäß in alten Ansichten

Neusäß in alten Ansichten

Auteur
:   Kilian Bartikowski
Gemeente
:   Neusäß
Provincie
:  
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6751-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Neusäß in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

00

GELEITWORT DES BURGERMElSTERS

Die Europäische Bibliothek in ZaltbommeliNiederlande gibt schon seit [ahren Bildbände mit alten Ansichten von Städten und Gemeinden unseres Landes heraus. Auch die Stadt Neusäß beteiligt sich an dieser Reihe mit diesem kleinen Bildband. Er zeigt an Hand von alten Postkarten und Fotografien, wie Neusäß und seine Stadtteile früher aussahen. Im Vergleich zur heutigen Zeit können wir auch erkennen, was sich in einem Zeitraum von gut hundert [ahren alles verändert hat.

Ich danke dem Verlag, dass er diesen Bildband für Neusäß herausbringt. Dank möchte ich auch dem Verfasser der begleitenden Texte, Kilian Bartikowski, für seine Arbeit aussprechen.

Das Buch ist eine gute Ergänzung für die Reihe von historischen Schriften, die in jüngerer Zeit in und über Neusäß herausgekommen sind. Er stellt zweifelsohne eine Bereicherung für unser Wissen über unsere Vergangenheit dar.

Dr. Manfred Nozor I . Bürgermeister

Ausschnitt aus einer Ausflugskarte der westlichen Umgebung von Augsburg hergestellt von der Lithographieanstalt Gottfried Stempfle, Augsburg, um 1897.

Eine Erzählung von den alten Dorflinden:

Die ereignisgeschichtliche Entwicklung der Stadt Neusäß und der dazugehörigen ehemals eigenständigen Dörfer, die mit ihren teils heute noch bestehenden Schlössern auf komplexe grundherrschaftliche Verhältnisse van Augsburger Patrizierfamilien verweisen, soll nicht in wenigen einleitenden Worten abgehandelt sein, denn diese würden ihrer Sache nicht gerecht werden. Außerdem ist die Ortsgeschichte von Neusäß und seinen Eingemeindungen bereits in hervorragender Weise wissenschaftlich erforscht. Als ein Beispiel für diese Arbeit sei nur die in einem Gemeinschaftsprojekt zur Stadterhebung entstandene Ortschronik 'Die Geschichte von acht Dörfern auf dem langen Weg zu einer Stadt', herausgegeben von Herrn Dr. Manfred Nozar und Herrn Professor Dr. Walt er Pötzl, genannt. Als Anstoß für die folgenden Seiten und die darauf zu sehenden Bilder diene ein Zitat, das man eher demAnekdotischen als dem Historischen zuordnen möchte.

In einer Akte zur Heimatgeschichte von Neusäß befindet sich im hiesigen Stadtarchiv ein Zeitungsartikel mit dem Titel 'Neusäß - Die alten Dorflinden erzählen' vom 2. Dezember 1950, der leider nicht weiter bibliographisch zu bestimmen ist. Trotzdem sollen die Worte des unbekannten und wohl ortsansässigen Verfassers erwähnt werden, denn sie vermitteln Eindrücke der Situation fünf [ahre nach dem Zweiten Weltkrieg,

wobei er auch auf die Zeit um die Jahrhundertwende Bezug nimmt. In Erinnerungen schwelgend beschreibt er die Stimmung damaligerTage: 'Ja, früher war's geruhsamer auf unserer lieben alten Landstraße van Augsburg nach Dillingen! Da fuhren in endloser Reihe die knarrenden Wagen und leichten Kutschen, der Postillon blies sein lustiges Liedchen, behäbige Städter kamen mit Kind und Kegel angerückt, um beim 'BeckleWirt', im altbewährten Schuster-Gasthaus, beim frohen Mahl und ach so gutem Trunke unter schattigen Kastanien oder im urgemütlichen Stüble Zwiesprache zu halten, dieweil ihre Sprösslinge am Dorfweiher spielten. Wenn dann vom Kapellchen das Abendglöckchen ertönte, machte man sich auf den Heimweg zur Stadt. Ein paar Bauernhäuser, darunter der stattliche Hof des 'Schloßbaueru' ,Kapelle, Gasthaus - das war Neusäß zur Zeit, als der Großvater die Großmutter nahrn'.' Handelt es sich bei dieser doch sehr nostalgisch und durch die vielen Verkleinerungsformen fast biedermeierlich anmutenden Wortwahl, nur um eine Erinnerung und Sehnsucht - aus der Zeit der anfangs sehr harten und zehrenden Nachkriegsjahre und dem sich abzeichnenden Fortschritt des Wirtschaftswunders an eine heile und verklärte Vergangenheit?

Wohl nicht nur! Denn der unbekannte Zeitgenosse erwähnt typische Gebäude, die als Symbole verwendet werden, das Orts-

bild des kleinen Dorfes um die Jahrhundertwende treffend zu charakterisieren. Wie die Ausflugskarte von Gottfried Stempfle zeigt, war Neusäß nicht viel mehr als ein 'Weiler", der aus einigen wenigen Bauernhöfen bestand. Auch war N eusäß einer der Orte in der westlichen Umgebung von Augsburg, die mit der aufkommenden Industrialisierung und Modernisierung immer mehr zu beliebtenAusflugszielen der städtischen Bevölkerung wurden, die mit 'Kind und Kegel' hierher kamen. Das 'Kapell chen' des heiligen Ägidius und der 'Beckle Wirt' verweisen auf eine kleinere und überschaubarere Welt. Die Worte zeugen aber auch davon, dass die Gebäude soweit in das Bewusstsein der ortsansässigen Bevölkerung eingegangen sind, dass man hier von Wahrzeichen sprechen kann.

Es hat sich heute viel geändert, wie in demArtikel später dann gesagt wird. Würde ein damaliger Zeitgenosse oder ein noch Älterer, ähnlich demAutofahrer auf der Ansichtskarte des Titelbildes entlang der heutigen Ortsdurchfahrt fahren, wäre er wohl erstaunt, welche Entwicklung das kleine Bauerndorf hinter sich hat. Neusäß zählt mit seinen Eingemeindungen nahezu 22.000 Einwohnern und ist kein kleines Dorf im Westen von Augsburg. Vielmehr ist es seit der Gemeindegebietsreform von 1972 eine Kommune, die sich aus den sieben ehemaligen autonomen Gemeinden Täfertingen, Hammel, Ottmarshausen,

Hainhafen, Steppach, Schlipsheim und Westheim zusammensetzt, die zum Teil auf eine sehr lange Geschichte zurückblicken können. Durch das ernarme Wachstum von Neusäß, das eine der bedeutendsten Kommunen im Westen von Augsburg geworden ist, begründete sich auch die im Iuni 1988 vollzogene Erhebung zur Stadt.

So muss man dem Autor ohne Zweifel Recht geben, dass sich vieles sehr rasch verändert hat, seit der Zeit aus der der Artikel stammt und seit der Zeit auf die er zurückblickt, aber dennoch kann man feststellen, dass auch vieles davon erhalten geblieben ist. Denn das 'Kapellchen' des Ägidius und die Gastwirtschaft Schuster, als Nachfolgerin der ehemaligen Bäckenwirtschaft, prägen noch immer das Neusässer Stadtbild. So haben sich in jedem Dorf auch ein oder mehrere Wahrzeichen erhalten, andere dagegen sind bereits verschwunden.

Anhand von alten Fotografien und Postkarten lässt sich dieser Wandel vom Bestehen und Verschwinden dieser Bezugspunkte wohl am Besten vor Augen führen.

GELEITWORT DES AUTORS

Ein Buch über 'Neusäß in alten Ansichten' konnte bereits auf die gewonnen Erkenntnisse und die hiesige Sammlerleidenschaft bauen. Neben der erwähnten Ortschronik sei in diesem Zusammenhang vor allem die Ausstellung 'Bild der Heimat' aus demjahre 1984 genannt. Somit muss eine Publikation auf andere Weise begründet werden. Das Ziel ist es nicht, vollständig die reiche und vielfältige Ortsgeschichte wiederzugeben. Vielmehr soll dieser kleine Beitrag den Leser, der knapp informiert sein will, aber der den Aufwand der Gelehrsamkeit nicht nachvollziehen möchte, an die Ortsgeschichte von N eusäß heranführen.Aus diesem Grund wurde auch auf einen wissenschaftlichenApparat mit Literaturangaben und Quellenbelegen verzichtet. Für den weiter interessierten Leser wurden Hinweise zu den hier verwendeten Werken am Ende des Bandes gegeben.

Mein Dank gilt Herrn Dr. Manfred Nozar, der mir die Möglichkeit gab, diesen Beitrag zu leisten. Des Weiteren möchte ich Herrn Professor Dr. Walter Pötzl, Herrn Dr. Gerhard Hetzer und Herrn Gerhard Willi für die Betreuung und den Rat, den ich mir bei Ihnen einholen konnte, danken.

Neusäß und seine Wahrzeichen

Auf diesen beiden Postkarten, oben die Ortsansicht von Süden und unten eine Panoramakarte mit vielen Nebenbildern, sind drei und ein weiteres Wahrzeichen der damaligen Gemeinde Neusäß gut zu sehen. Der Dorfweiher, der 1953 zugeschüttet wurde, die Ägidius Kapelle, die Gastwirtschaft Schuster und der N eusässer Wasserturm.

Warum ein Gewässer neben drei Gebäuden die gleiche Wertstellung als ein Wahrzeichen der Gemeinde erhielt, darüber gibt die Siedlungsgeschichte der heutigen Stadt Neusäß genauer Auskunft. 1178 taucht der Name Neusäß als Niusazen zum ersten Mal in den Urkunden auf Der Ortsname, der so viel wie 'bei den neuen Wohnsitzen' bedeutet, deutet aber auf eine Entstehung jüngeren Datums hin, die sich wohl aus einer Siedlungsbewegung von Oberhausen nach Westen erklärt. Über die Beweggründe und den genauen Zeitraum dieser Abwanderung ist nichts Näheres bekannt, wohl aber machten die Weggezogenen den kleinen See im Westen von Oberhausen zum Mittelpunkt ihrer neuen Heimat, da dieser sowohl Wasser für Mensch und Vieh spendete, aber auch noch sehr in der Nähe der eigentlichen Urmark lag.

Cru aus Neusäss.

Ägidi uskapelle:

Diese alte Postkarte zeigt die Neusässer Ägidiuskapelle. Das Gotteshaus wurde wahrscheinlich im 16. Jahrhundert gebaut und ist das älteste Bauwerk Neusäß'. Mit ihm hängt ein weiteres entscheidendes Stück der Neusässer Gründungsgeschichte zusammen. 1602 kaufte der Augsburger Patrizier [ohann Jakob Rembald von Wolfgang Paller ein in der Nachbarschaft gelegenes Schlösschen, zu dem die Kapelle gehörte. Rembald, der in Augsburg das bedeutende Amt eines Stadtpflegers innehatte, wählte das heute nicht mehr vorhandene Renaissanceschlößchen zu seinem Landsitz; bestimmt war er bereits vom landschaftlichen Reiz der westlichen Umgebung von Augsburg angetan. Sein Engagement wirkte sich sehr positiv für die Kapelle aus. Die Kaufurkunde besagt noch, dass er das Gebäude des Gotteshauses' ganz tot und wüst' vorgefunden habe. So ließ er es dann auch grundlegend erneuern.

Dabei wurde der Eingang auf die Westseite verlegt und aufbeiden Seiten wurden drei Fenster eingebrochen, ein neues leichtes Gewölbe - so genanntes 'ring gwelble' - geschaffen und ein neuer Altar aufgestellt. Als Dank dafür sollten ihm jährlich 12Messen in der Kapelle gelesen werden. Bis im [ahre 1951 die pfarrkirche errichtet wurde, die ebenfalls das Patrozinium des Nothelfers Ägidi us trägt, war die Kapelle das einzige N eusässer Gotteshaus aus Stein. Kriegshaber war bis 1954 die eigentliche Pfarrei. 1939 wurde aber in N eusäß eine Notkirche aus Holz errichtet, in der Gottesdienste bis 1953 gehalten wurden. 1964 wandelte man die Kapelle, deren Orgelwerk im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen wurde, in eine Kriegergedenkstätte um. 1993 musste das Gotteshaus wegen Einsturzgefahr des Dachstuhls wieder geschlossen werden. Die Kapelle wurde nach ihrer Sanierung im [ahr 1996 wieder eröffnet, zuvor entfernte man einen großen Teil der Namenstafeln der Vermissten und Gefallenen.

Gasthof Schuster

Neben der Ägidiuskapelle, die bei dieser Darstellung noch im rechten oberen Bild zu erkennen ist, zeigt die obereAufnahme das dritte Wahrzeichen, das imposante Gebäude des Gasthofes Schuster, welches immer noch das Neusässer Ortsbild prägt. Wenn man auf der heutigen Hauptstraße von Augsburg kommt, findet man den Gasthof zu seiner Linken so wie er nach einem Brand im [ahre 1911 aufgebaut wurde. Auf der Ortsansicht von Süden dagegen ist die ehemalige 'Bäckenwirtschaft' noch östlich der Hauptstraße, auf dem damaligen Grundstück Leitenmeier, zu erkennen. Auf dem unteren Bild ist der Stammtisch der traditionsreichen Wirtschaft abgebildet.

Neben dem hier unverkennbar feucht-fröhlichen Zusammenkommen war der Stammtisch aber auch eine äußerst wichtige Informationsquelle und ein Kommunikationsmittelpunkt in dem damaligen Dorf Die Zeitung, meist der Lokalanzeiger, wurde oft nur vom Wirt des Dorfes bezogen. So informierte man sich in damaliger Zeit vorwiegend in den Gasthäusern über neueste Nachrichten und Geschehnisse und diskutierte diese direkt in versammelter Runde.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek