Nienburg in alten Ansichten Band 2

Nienburg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Dr. Erich Vogel
Gemeente
:   Nienburg
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6101-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nienburg in alten Ansichten Band 2'

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Finleitung

Die freundliche und dankbare Aufnahme, die der erste Band' Nienburg in alten Ansichten' in weiten Kreisen, vor allem aber bei den Nienburger Bürgern gefunden hat, veranlaßte den Verlag zur Herausgabe eines zweiten Bildbandes. Dieser bringt weitere, zum Teil seltene Ansichten undAufnahmen aus der Zeit von erwa 1880 bis 1930. Die beiden nun vorliegenden Bildbände erheben weder den Anspruch einer Chronik, noch wollen sie eine solche in irgendeiner Weise ersetzen.

Ehe wir zu dem eigentlichen Ziel dieses Buches, den Bildern mit ihren Erläuterungen, übergehen, wollen wir ganz kurz die Geschichte des über tausend Iahre alten Ortes Nienburg an der Saale beleuchten. Nienburg, 'dort wo sich Bode und Saale zusammenfließend zum festen Bund vereinen', wie es in einer Urkunde des [ahres 979 heißt, liegt im Land Sachsen-Anhalt und hat etwa 6 000 Einwohner.

Die Anfänge des Ortes verlieren sich im Dunkeln der deutschen Frühgeschichte. Die fruchtbare Landschaft mit ihren fischreichen Flüssen luden schon vor einigen [ahrtausenden Menschen zur Besiedlung ein, wie frühgeschichtliche Funde beweisen. Zur Zeit des Kaisers Karls des Großen wurde, wenn nicht alles täuscht, in die schon bestehende frühgeschichtliche Wallanlage nahe der Bodemündung ein fränkisches Kastell als Grenzfeste gegen die jenseits der Saale wohnenden Slawen errichtet. Eine neue Burg, denn davon leitet sich der Name Nienburg ab, entstand wahrscheinlich im Zuge des Burgenbaues des Königs Heinrich 1. Sie wird als eine aus Stein und Mörtel errichtete Anlage beschrieben. Urkundlich wird der Ort erstmalig im Iahre 961 erwähnt. Die erste Glanzzeit des Ortes beginnt mit der Verlegung des im [ahre 970 in Thankmarsfelde von dem Markgrafen Thietmar und seinem Bruder, dem Kölner ErzbischofGero, gegründeten Reichsklosters 'in das Kastell, das Nienburg genannt wird'. Die Abtei erhielt von den deutschen Kaisern großzügige Schenkungen an Grundbesitz jenseits

der Saale, die bis in die Lausitz und jenseits der Neiße reichten. Es wurde so zum reichsten Kloster Mitteldeutschlands. Als Kulturträger und in der Christianisierung und Eindeutschung der slawischen Besitzungen haben sich die Mönche große Verdienste erworben. Das Kloster brachte eine Reihe von hervorragenden Äbten hervor, wie den Abt Arnold, der als der bedeutendste deutsche Geschichtsschreiber des zwölften [ahrhunderts gilt. Die Äbte erhielten vom Papst und vom Kaiser eine Reihe von Privilegien, darunter im jahre 1035 das Markt- und Münzrecht für Nienburg. Im Iahre 1166 verlor das Kloster seine Reichsunmittelbarkeit und wurde dem Magdeburger Erzbischofunterstellt. Damit war die Zeit vorbei, da Könige und Kaiser Gäste des Klosters waren. Im Land Anhalt hielt es am längsten am katholischen Glauben fest. Das Kloster wurde im Mai des [ahres 1563 säkularisiert und wurde einAmt der anhaltischen Fürsten, die sich auch dessen Besitzungen aneigneten.

Stadt und Kloster waren von einer fast zwei Kilometer langen Stadtmauer umgeben, die vier Stadttore besaß. Im Dreißigjährigen Krieg "I'.'UTde der Ort verwüstet, und Kriegsgreuel, Hunger und Pest dezimierten die Einwohnerzahl. Von ehemals 120 Häusern blieben nur noch 12 bewohnbar. Um das [ahr 1690 wurde die Klausur des ehemaligen Klosters zu einem Schloß für die Witwen der anhalt-köthenschen Fürsten umgebaut. Die Fürsten nahmen 1806 den Titel Herzog an. Anläßlich des Einzugs des Herzogs Ferdinand veranstalteten die Nienburger ihm zu Ehren am 6. Dezember 1825 einen Fackelzug, der zur neuerbauten Kettenbrücke führte. Die südliche Hälfte dieser Brücke geriet durch die sich im Takt der Musik bewegende Menschenmenge in Resonanzschwingungen und stürzte ein. Das Unglück forderte 55 Tote und 60 Verletzte.

Um das [ahr 1850 setzte die Industrialisierung des Ortes ein. Sie begann mit dem Bau von drei Zuckerfabriken und damit zusammenhän-

gend mit dem Bau von zwei metallverarbeitenden Betrieben. Kalkbrennereien und eine Ziegelei bestanden schon seit altersher. Die Zuckerfabriken waren alsbald technologisch überholt und mußten der Konzentration auf wenige große Fabriken weichen. Die Industrialisierung veränderte den Ort und seine Lebensgewohnheiten in wenigen [ahrzehnten mehr als vorhergehende Jahrhunderte. Alte Bürgerhäuser mußten Fabrikgebäuden weichen. Aus dem Schloß wurde eine Reisstärkefabrik, dann eine Malzfabrik. Die Stadt wuchs über ihre mirtelalterlichen Grenzen rasch hinaus, die Zahl der Einwohner verdoppelte sich. Aus der Stadt von Ackerbürgern wurde eine Industriestadt. Weitere Fabriken siedelten sich an, so die Chemisehen Werke und die Lederfabrik Iaeckel. In einem der schon bestehenden Kalkwerke begann 1877 die Produktion von Zement. Von den um das [ahr 1900 bestehenden Industriebetrieben besaßen die Maschinenfabrik und die Kupferwarenfabrik Hallström Weltruf Eine im Zusammenhang mit der Metallindustrie Nienburgs erbaute Gasanstalt ermöglichte schon im jahr 1866 die Gasbeleuchtung der Stadt.

Wann von Nienburg aus die Frachtschiffahrt begann, ist unbekannt. Schon am Anfang des 18. [ahrhunderts besaßen einige Familien Erachtschiffe und waren Schiffer. Im 19. [ahrhundert entwickelte sich dieser Berufszweig stürmisch, so daß um das Iahr 1930 erwa 130 Kähne in Nienburg beheimatet waren. Drei Schiffswerften sorgten in jener Zeit für die Reparatur und den Neubau der Schiffe. Als der Anschluß Nienburgs an das Eisenbahnnetz geplant und im Iahre 1890 vollendet war, waren es Kreise der Schiffer und Fuhrleute, die sich nachdrücklich gegen den Bau der Eisenbahn wandten. Die fast ein Iahrtausend blühende Fischerei auf Saale und Bode kam mit der zunehmenden Verschmutzung und Versalzung der Flüsse durch die Abwasser der mitteldeutschen Industrien um die Iahrhundertwende zum Erliegen.

Die beiden Flüsse und ihre Nebenarme im Osten und Süden der Stadt wurden anfangs durch Furten, später von Fähren und Brücken ûberquert. Die erste Brücke wurde 1073 erwähnt. Die Brücken aus Holz wurden oft durch Hochwasser und Eisgang beschädigt oder zerstört. Mit dem Bau des Dammes zwischen Nienburg und Altenburg in den Iahren 1848-1849 mit seinen drei steinernen Brücken wurde eine vom Hochwasser ungefährdete Straßenverbindung nach Süden und mit dem Bau der Saalebrücke 1893 und der Bodebrücke 1898 eine solche nach Osten geschaffen.

Während des Ersten Weltkriegs verloren die Nienburger Metallwerke ihre ausländischen Absatzgebiete. Inflation, gestiegene Rohstoffpreise und die Weltwirtschaftskrise taten ihr übriges und führten zum Konkurs von drei wichtigen Industriebetrieben. Die Teilung Deutschlands und die Planwirtschaft aber fülrrten zum allmählichen Absterben der Schiffahrt auf der Saale.

Das vorliegende Buch will mit seinen Bildern Vergangenes anschaulich machen, es vor dem Vergessen bewahren und dieser und der späteren Generation zeigen, wie es früher mit all seinen Licht- und Schattenseiten aussah. Dabei dürfen wir nicht in eine wehmutsvolle Betrachtung der sogenannten guten alten Zeit verfallen, denn diese war für die meisten schwer und entbehrungsreich. Vielmehr heißt es, das wertvolle Erbe vergangener Generationen zu erhalten, aber voller Zuversicht in die Zukunft schauen. Die Mehrzahl der Bilder verdanken wir heute unbekarmten Fotografen, einige davon dem eng mit seiner Heimat verbundenen ehemaligen Rektor Ernst Wagner.

Der Autor dankt dem Verlag für die Herausgabe und die vorzügliche Ausstattung der beiden Bildbände seiner Heimatstadt.

Dr. Erich Vogel,Vorsitzender des Nienburqer Heintctvereins eV

1 Die historische Ostfront der Stadt Nienburg ist seit drei Iahrhunderten ein immer wiederkehrendes Motiv für Zeichner und Fotografen, so auch auf der um 1920 entstandenen Postkarte. Links im Bild steht ein alter Stadtturm. Es ist der letzte, der erhalten geblieben ist. Rechts wird das Bild von der ehemaligen Kirche des Benediktinerklosters beherrscht. Sie wird jetzt allgemein die Schloßkirche genannt. Zwischen der Kirche und dem Stadtturm liegt die ehemalige Doppelkapelle St. Nikolaus. Sie wird seit der Reformationszeit als Wohnung genutzt.

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2 Drei Gebäude bestimmen die um 1 9 1 0 erschienene Postkarte. Es sind dies in der oberen Reihe die der heiligen Iungfrau Maria und dem heiligen Cyprian geweihte ehemalige Klosterkirche und rechts im Bild die um 1690 anstelle eines Vorgängerbaues errichtete Stadtkirche St. Johannis. Der untere Teil des Turmes stammt noch aus dem Mittelalter. Das alte Pfarrhaus der Stadtkirche wurde um 1890 abgerissen und durch ein neues ersetzt (unten im Bild). Es ist [etzt ein Verwaltungsgebäude der Stadt. Das pfarramt befindet sich seit dem Ersten Weltkrieg in dem Pfarrhaus gegenüber der Schloß- (Kloster - ) kirche.

3 DerTurm der ehemaligen Klosterkirche wurde im ersten Drittel des 16. jahrhunderts erbaut und 1537 fertiggestellt. Er mußte um 1700 wegen Einsturzgefahr um erwa ein Drittel verkürzt werden. Auf dem Gelände sûdlich und westlich der Kirche befanden sich früher die Wirtschaftsgebäude des Klosters, die spätere herzogliche Domäne. Die Gebäude der Domäne wurden im ersten [ahrzehnt des zwanzigsten Iahrhunderts abgetragen. An ihrer Stelle entstanden zwei neue Straßenzüge und das rechts im Bild sichtbare Pfarrhaus der evangelischen Gemeinde.

4 Die Burgstraße war bis um 1910 ein Teil der Schloßstraße. Das Foto zeigt den unteren Teil dieser Straße an der Einmündung in die Hospitalstraße. Im Hintergrund ist die ehemalige Kirche St. Viti zu sehen. Die Kirche wurde gegen Ende des 1 3. [ahrhunderts erbaut und am Anfang des 17. [ahrhunderts in ein Hospital für alte Leute umgewandelt. Links im Vordergrund befindet sich die Bäkkerei Otto Parsch, die später Kurt Vetter übernahm. [etzt dient das Gebäude ausschließlich Wohnzwecken. Das rechts im Bild sichtbare Wohnhaus mußte vor dem Ersten Weltkrieg einer Erweiterung der Hallstróm'schen Kupferschmiede weichen.

5 Zwischen dem Markt und der Burgstraße lag früher die Kupferschmiede und Metallwarenfabrik Hallström. Sie ist seit 1928 bis auf wenige erhaltene Gebäude verschwunden, Zu den erhalten gebliebenen Gebäuden zählt das Eckhaus an der Poststraße. Es war bis 1990 ein Kino und hieß 'Capitol'. Die alten Fachwerkhäuser auf der rechten Seite der Burgstraße mußten der Erweiterung der Fabrik weichen. Die Hospitalstraße schließt im Hintergrund das Bild ab. Das Foto entstand im letzten [ahrzehnt des neunzehnten Jahrhunderts.

6 Der jetzige Schillerplatz liegt außerhalb des mittelalterlichen Stadtkernes unmittelbar vor dem nicht mehr erhaltenen 'Calbeschen Stadttor', Der Platz diente bis

1900 als Viehmarkt, Da dort hauptsächlich junge Schweine verkauft wurden, nannte ihn der Volksmund den 'Schweinemarkt' . Links im Bild liegt der Gasthof''Zurn Erbprinz'. DerVolksmund nennt ihn bis heute den "Iopp', denn dort stand zuvor eineTöpferei. Nach dem Ersten Weltkrieg heißt die Gaststätte 'Stadt Nienburg'. Die Aufnahme entstand vor 1900 und zeigt im Hintergrund die Buchbinderei Willy Hesse und die Schlosserei Franz Günther.

Nienburg a

Saale.

7 Der zuvor ungepflasterte 'Schweinemarkt' wurde um 1900 in eine Grünanlage umgewandelt und dort ein Schillerdenkmal errichtet. So wurde aus dem 'Schweinemarkt' der 'Schillerplarz' . Die vor dem Ersten Weltkrieg entstandene Postkarte zeigt den aus Findlingen errichteten Gedenkstein für den deutschen Dichter Friedrich van Schiller. Rechts liegt die schon genannte Gaststätte 'Zum Erbprinz'. Sie hatte neben zwei Gaststuben auch einen großen Saal, der zu mannigfachen Veranstaltungen genutzt wurde. Die Bühne ermöglichte auch Theateraufführungen. So fanden zum Beispiel im

[ahr 1931 in dem Saale erwa fünfzig polizeilich gemeldete Veranstaltungen start.

8 Der erste Schultag wird den Kindern mit einer Zukkertüte 'versüßt'. Allerdings war aus finanziellen Gründen in der früheren Zeit etwa zwei Drittel des Inhalts der Tüte nur zusammengeknülltes Zeitungspapier. Der Schulgänger wurde nicht selten an jenem Tag fotografiert. Viele Eltern konnten sich diesen luxus nicht leisten. So wurde bei dem Bild aus dem Iahre 1903 gespart und deshalb die beiden älteren Brüder, alle im Sonntagsanzug, mit aufgenommen. Die Bücher, die Schiefertafel und der sogenannte Schieferkasten aus Holz, das ist das damalige Schreibetui, wurden von einem Tragegriff mit zwei Riemen zusammengehalten.

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