Nienstedten in alten Ansichten

Nienstedten in alten Ansichten

Auteur
:   Gabriele Krug-Brayshaw und Herbert Cords
Gemeente
:   Nienstedten
Provincie
:   Hamburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2916-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nienstedten in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Mit diesemschmalen Bildband liegt zum erstenmal, abgesehen von Festschriften, ein eigenständiges Nienstedten-Buchlein vor.

Nienstedten ist nicht nur ein schöner, dörflicher Stadtteil in der Kette der Hamburger Elbvororte, sondern es hat auch seine historische Bedeutung als geistlicher Mittelpunkt des Kirchspiels Nienstedten, eines der Urkirchspiele des nordelbischen Sachsengaus Stormarn. Nienstedten (vormals Nygenstede, Nigenstede, Neuenstadten) bedeutet 'Neue Statte'. Wo mag die alte Stätte gelegen haben? Diese Frage ist wohl kaum zu beantworten, Urkunden fehlen und für Nienstedten besteht in archäologischer Hinsicht ausgesprochene Fundarmut. Die hier anstehenden Böden aus Geschiebelehm beziehungsweise Mergel konnte der vorgeschichtliche Mensch kaum bearbeiten, nordwärts in etwas leichteren Böden hat man dagegen viele Funde von Siedlungen und Grabstätten gehoben. Lag die alte Stätte vielleicht einige hundert Meter nordwestlich der jetzigen Kirche, dort, wo die Flurbezeichnung Hummelsbüttel überliefert ist? Oder ist sie von der Elbe, infolge Sturmflutverlusten von Vorland und Abbruch des Steilufers verschlungen worden? Man spricht davon, daß die rinnsalartige NordereIbe ganz früher durch einen Steg nach Finkenwerder zu überqueren war. Vielleicht war die alte Stätte auch die im 11. Jahrhundert von Adam von Bremen schon

genannte Probstei des Erzbischofs Adalbert auf dem Sollonberg (Süllberg in Blankenese)? Oder gar in einem Quell-Heiligtum der alten heidnischen Sachsen eventuell beim NettelhoflQuellental in Klein Flottbek oder beim Neuding in Groß-Flottbek zu suchen? Für alle diese Theorien gibt es Wahrscheinlichkeiten, aber Beweise lassen sich nicht führen.

Die Einrichtung des Kirchspiels Nienstedten, zu dem außer dem Kirchdorf selbst die Dörfer Rissen, Sülldorf, Schenefeld, Blankenese, Dockenhuden, Osdorf, Lurup, Groß- und Klein-Flottbek sowie der Nordteil der Elbinsel Finkenwerder (bis ins 17.118. Jahrhundert) gehörten, muß im 12. Jahrhundert erfolgt sein, obwohl die gegenwärtige erste Nennung Nienstedtens erst von 1297 stammt. Ältestes Zeugnis der kirchlichen Vergangenheit ist der jetzt in der Blankeneser Kirche aufgestellte Taufgrapen aus Bronze mit archaischer spiegelverkehrter Inschrift, der auf die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts datiert ist. Nienstedten ist also als Neue Stätte in der Zeit der Kirchspielorganisation Stormarns als kirchliche Gründung anzusehen. Bei der Kleinheit seiner Gemarkung nimmt es nicht Wunder, daß die Landstellen nur als KatensteIlen anzusehen sind. Ihre Besitzer fanden als Handwerker in diesem Ort zentraler Bedeutung eine berufliche Basis für ihren Lebensunterhalt. Auch die zahlreichen Gaststätten um Nienstedtens

Kirche hatten ihre Existenzgrundlage vorwiegend durch die Kirchenbesucher.

Nienstedten gehörte zur Herrschaft Pinneberg, zur Kirchspielvogtei Hatzburg. Bis 1640 gehörte es damit auch zu den Schauenburger Landen und dadurch wurde die Reformation im Gegensatz zum übrigen Schleswig-Holstein und Hamburg erst offiziell 1561 eingeführt. Die heutige Nienstedtener Kirche stammt aus dem Jahre 1751. Bis 1896 war sie die einzige des Kirchspiels. Von den entfernteren Dörfern war es also ein weiter Weg zur Kirche und zum Kirchhof, der Ruhestätte der Toten. 1902 begann die Verkleinerung des alten, großen Kirchspiels durch Abtrennung des Blankeneser Sprengels, 1908 wurde Groß-Flottbek kirchlich selbständig, 1948 Lurup und 1954 Osdorf. Zu Nienstedtens alter Kirche gehören jetzt nur noch Nienstedten selbst und Klein-Flottbek.

Durch seine landschaftlich schöne Lage auf dem Elbhochufer und durch die Nähe zur Stadt Hamburg und zu dem bedeutend jüngeren Altona war Nienstedten seit dem 17. Jahrhundert ein Platz, wo sich städtische Bürger und Adlige Sommersitze einrichteten und Geld anlegten. So hat sich am alten Verkehrsweg auf dem Elbhochufer die Elbchaussee mit ihrer Landhauskultur entwickelt.

In diesem Bildband ist vornehmlich das alte ehemalige

Dorf nebst Kirche während des Zeitraums von 1880 bis 1930 dargestellt. Durch die 1867 eingeweihte Altona-Blankeneser Eisenbahn und durch die 1899 in Betrieb genommene Altona-Blankeneser Straßenbahn hatte Nienstedten eine moderne, schnelle Verkehrsanbindung an die Stadt erhalten. Die ehemals landwirtschaftlichen und durch Baumschulen genutzten Flächen boten Raum für eine stetige, langsame Bebauung mit Einzelwohnhäusern und Villen. Großbetriebe, wie die 1881 gegründete Elbschloßbrauerei und die Straßenbahnzentrale mit Elektrizitätswerk führten zur Verdichtung der Bebauung im Ortskern und zum Ersatz baulicher Zeugnisse der dörflichen Vergangenheit durch zeittypische Bauten. Da diese Entwicklung verhältnismäßig langsam erfolgte, zeigt das Ortsbild noch heute ein liebenswertes Ensemble der baulichen Entwicklung der letzten 200 Jahre. Dieses Buch will Altes im Bild festhalten, Veränderungen dokumentieren und das Bewußtsein der Bevölkerung für ihr Nienstedten stärken.

Ein Dank gebührt dem Verlag, daß er diesen Band in die Sammelreihe ' .. .in alten Ansichten' aufgenommen hat, und vor allem den Leihgebern von Bildvorlagen.

Herbert Cords

1. 'Gruß aus Nienstedten'. Die Generalansicht zeigt das Elbufer mit der Bebauung oben auf der Geesthöhe. Man sieht die Kirche mit Pastorat, das Restaurant 'Jacob' und einige der Landsitze an der Elbchaussee. Unten an der Elbe segelt ein Finkenwärder Elbewer und eine Dampfbarkasse kreuzt den Strom. Das Kirchenbild wurde wohl Sonntags vor Gottesdienstbeginn aufgenommen. Diese schöne Postkarte aus der Zeit um 1900 stammt aus der Blankeneser Druckerei Johs. Kröger.

2. 'Wie war es damals schön .. .' Zum Ende des 19. Jahrhunderts kam das Schreiben von 'Photographischen Ansichtskarten' in Mode. Oft versuchte man möglichst viele Einzelbilder auf eine Postkarte zu drucken. Die Karte aus der Zeit um 1910 zeigt die Hauptelemente Nienstedtens: Kirche und Pastorat und den historischen südlichen Marktplatz (Bliek aus dem heutigen Schulkamp auf die damaligen Häuser Wohlers und Kröplin). An der Elbchaussee ist das Wirtschaftsgebäude des Landsitzes Parish dargestellt (abgerissen 1979).

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Elbchau see mit der Kirche

3. Welch Traumbild ist es für den heutigen Benutzer der Elbchaussee eine so gering befahrene Straße zu sehen. Doch auch schon um 1910 sind Klagen über den zunehmenden Verkehr bekannt. Die schlichte, von den Nienstedtenern geliebte Fachwerkkirche wurde 1750 in kürzester Zeit vom Landbaumeister Müller unter der Regierung des Dänenkönigs Friedrich V. errichtet. Sie war Ersatz für die baufállige Vorgängerin. Die Bäume überragen heute längst das Kirchendach. Links im Bild ein Telefonmast.

4. Das Nienstedtener Pastorat an der Elbchaussee wurde 1888 als Doppelpastorat gebaut; die westliche Hälfte für den Pastor des Blankeneser Sprengels und die östliche Hälfte für den Pastor des Nienstedtener Sprengels des Kirchspiels Nienstedten. Als 1896 Blankenese seine Kirche erhielt zog der dort zuständige Pastor Paulsen nach Blankenese. Im Nienstedtener Pastorat verblieb nur noch ein Pastor. In den zwanziger Jahren wurde dann in der östlichen Hälfte durch Umbau der Gemeindesaal eingerichtet, ansonsten war Platz für Gemeindebüro und Dienstwohnungen. Trotz der Umbauten hat das Pastorat die Architektur der achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts bewahrt.

5. Pastor Carl Thun (1841-1938) war von 1888 bis 1918 Pastor in Nienstedten. 1m Jahre 1906 wurden er und die 67 Konfitmanden vor dem Eingang zum Pastorat fotografiert. Vom großen Nienstedtener Kirchspiel war schon das Kirchspiel Blankenese abgeteilt, sodaß von den Konfirmanden 11 aus Nienstedten, 9 aus Klein-Flottbek, 9 aus Osdorf, 31 aus Groß-Flottbek und 3 aus Lurup kamen. Zwei Jahre später war dann Groß-Flottbek selbständige Kirchengemeinde.

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6. Der Bliek vom Nienstedtener Kirchturm in östlicher Richtung zeigt uns neben den Dächern des Pastorats das Saalgebäude des Restaurants 'Jacob', den durch das Baumgeäst verdeckten Giebel der Gastwirtschaft und Bäckerei 'Pieper' (heute Landhaus Dill). Vor allem aber fällt auf', daß Nienstedten gegenüber, auf Finkenwärder, keine Industrie angesiedelt war. Gerade wird das Vorland vor dem Norderdeich aufgehöht. Die Anlage des heutigen Rüschkanals ist deutlich erkermbar.

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7. Um 1900 war es noch schwierig, sich in Bewegung befindliche Radfahrer auf die fotografische Platte zu bannen. Die Frauen mit den Kindern konnten ja stille stehen, die Radler wurden dann eben in liebenswerter Ungeschicklichkeit hineinretuschiert. Das Restaurant 'Jacob' zeigt sich vom Westen mit dem schmucken Saalbau, links gegenüber, hinter den Linden versteekt, liegt der 'kleine Jacob', die Bäckerei und Gastwirtschaft 'Pieper' (1906 an Heinrich Dill). Von der Lindenreihe standen noch lange die Stümpfe auf dem Bürgersteig.

8. Das heutige Feinschmecker Restaurant 'Landhaus Dill' an der Elbchaussee kann auf lange gastronomische Tradition an dieser Stelle zurückschauen, 1818 erhielt der Bäckerrneister Chr.L, Pieper vom Dänischen König als Holsteinischem Herzog die Schankkonzession. Die Namen Dill und Schaumann sind in Nienstedten noch in guter Erinnerung, als Hersteller hervorragender Backund Konditorwaren und für eine gut bürgerliche Gastronomie. Nach krankheitsbedinger Schließung des Betriebes wurde das Landhans Dill unter der neuen Leitung von Volkrnar Preiss zu einem gut renomierten Spitzenrestaurant. Um 1900 bot sich dieses, 1814 erbaute Haus, welches heute am brausenden Verkehr liegt, als idyllischer Rastplatz für vorbeiziehende Passanten. Die Linden präsentieren sich hier noch in schöner Reihung, und auch auf dem heute aufs Minimum reduzierten Gehsteig war noch Platz für Bänke und Aufstellung für das Gruppenbild.

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