Nordhausen in alten Ansichten Band 1

Nordhausen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Rainer Hellberg
Gemeente
:   Nordhausen
Provincie
:   Thüringen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6544-0
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nordhausen in alten Ansichten Band 1'

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Einleitung

Die gute Lage am Südrand des Harzes und die reizvolle Umgebung mit Blick auf die Goldene Aue und das Kyffhäusergebirge im Südosten sowie die Höhenzüge der Wind- und Hainleite im Südwesten mögen den Herzogssohn Heinrich im Iahre 908 bewogen haben, in der Gegend um den Dom, hoch über dem Flüßchen Zorge, eine Burg (Heinrichsburg) anzulegen. Am

13. Mai 927 schenkte er, inzwischen als Heinrich 1. deutscher König geworden, der Gemahlin Mathilde sein Eigengut in Nordhausen. DieserTag wurde als Ersterwähnung und Gründungsdatum Nordhausens angenommen. Im Schutze dieser Burg entstand eine Siedlung, die sich Befestigungsanlagen schuf und im 10. [ahrhundert Marktrecht erhielt. 1220 nahm Friedrich Il. die Stadt in Reichsbesitz. Nordhausen wurde Freie Reichsstadt.

Wechselvoll war die Geschichte der Rolandstadt am Südharz. Zeiten hoher Blüte folgten Zeiten großer Not. Kriege, furchtbare Pestperioden und Feuersbrünste hemmten den wirtschaftlichen Aufschwung zeitweise, aber immer wieder setzte sich der Lebenswille der Bevölkerung durch. Allerlei Gewerbe und vor allem der Handel mit den Erzeugnissen der zwischen der Stadt und dem Kyffhäuser sich erstreckenden Goldenen Aue brachten das Gemeinwesen zu Wohlstand und Ansehen. Fast sechs [ahrhunderte hindurch war Nordhausen eine 'Frele Reichsstadt'

und hat so seine Entwicklung - wenigstens innerlich - selbst bestimmen können.

1802 ging die alte Reichsstadtherrlichkeit Nordhausens zu Ende. Die einst 'Freie und des Reiches Stadt' wurde am

2. August 1802 Preußen zugesprochen.

Mit Beginn des 19. Jahrhunderts änderten sich die Wirtschaftsstrukturen allmählich. Maschinenindustrie, mechanische Webereien, Tabakindustrie, Rübenbau und Zichorienfabriken traten in den Vordergrund und lösten die althergebrachten Beschäftigungen ab.

Mit dem Bau gepflasterter Straßen und der schrittweisen Anbindung an das Eisenbahnnetz im [ahre 1866 entwickelte sich die Stadt zum wichtigsten industriellen Zentrum und Handelsplatz Nordthüringens. Nordhausen wurde 1882 kreisfreie Stadt und bildete ab 1. April des gleichen [ahres einen eigenen Stadtkreis, der bis 1950 Bestand hatte.

Das ständig wachsende Nordhausen erhielt 1888 ein städtisches Krankenhaus. Am 25. August 1900 fuhr zum ersten Mal die elektrische Straßenbahn durch die Straßen der Stadt und im gleichen [ahr wurde die elektrische Straßenbeleuchtung eingeführt. Die Inbetriebnahme der Nordhausen-Wernigeröder Eisenbahn in den [ahren 1897 bis 1899 und der Talsperrenbau bei Neustadt 1906 sind weitere kommunale Fortschritte bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Auch nach dem Ersten

Weltkrieg setzte sich der unvergängliche Lebens- und Gestaltungswille der Bevölkerung durch. Rege Bautätigkeit sprengte das Weichbild der Stadt, neue Wohnviertel entstanden, in den schlimmsten Inflationsjahren wurde das Stadion mit seinen mustergültigen Sportanlagen und dem Schwimmbad erbaut.

In zäher Arbeit wirkten Nordhausens Bürger an der wirtschaftlichen Entwicklung ihrer Vaterstadt. Reiche Industrien, lebhafter Handel und ein starkes und gesundes Handwerk haben zu Wohlstand und Anerkennung geführt.

Auch das kulturelle Leben wurde von allen Kreisen der Bevölkerung gehegt und gepflegt. Die Jahrtausendfeier der Stadt im [ahre 1927 gestaltete sich zu einem absoluten Höhepunkt. Die prunkvollen Feiern und Umzüge verhalfen auch dem Fremdenverkehr zu einem Aufschwung.

In den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkrieges erlitt die blühende Stadt ihre schwerste Katastrophe. Bei zwei Bombenangriffen, am 3. und 4. April 1945, mußte Nordhausen einen hohen Blutzoll entrichten. Dreiviertel der gesamten Bausubstanz versank in Schutt undAsche, jahrhundertealte historisch wertvolle Baudenkmale wurden in wenigen Minuten in ein Trümmerfeld verwandelt. Über 8 800 Menschen kamen ums Leben.

Aber wie schon so oft gingen Nordhausens Bürger mit großem Elan an die Aufräumungsarbeiten und den Wiederaufbau. Großes wurde geleistet, schier Unmögliches vollbracht. Straße für

Straße, Haus für Haus entstand neu aus dem Chaos, das der unmenschliche Krieg hinterlassen hatte.

Nach der Wiedervereinigung 1990 setzte eine rege Bautätigkeit ein. Vor allem in der stark vernachlässigten Altstadt künden eingerüstete Fassaden und neu gedeckte Dächer von Sanierungsmaßnahmen und Instandhaltungsarbeiten. Neueröffnete Geschäfte im innerstädtischen Bereich, kleinere und große, zeugen von einer wiedererstarkten Handelstätigkeit, Firmenneugründungen und die wachsende Anzahl von Dienstleistungsunternehmen sind Ausdruck des erblühenden Wirtschaftsleben in der 107 Ojährigen Stadt.

1 Das Nordhäuser Rathaus um 1900 errichtet im Stil der späteren Renaissance mit vorgebautem Treppenturm, Die erste sichere Nachricht vom Bau eines Rathauses datiert aus demjahre 1360. Dieses Gebäude stand auf dem Platz, auf dem sich auch das heutige Rathaus befindet. 1608 bis 1610 ging der große Umbau vonstatten, der im Wesentlichen das Bild des jetzigen Rathauses geschaffen hat. Die Treppe an der Westseite des Gebäudes führte zu den Verkaufsständen der vornehmen Gewandschnitter, die im Parterre untergebracht waren. Die Diensträume erreichte man über eine Wendeltreppe im Turm. Beim Wiederaufbau des völlig ausgebrannten Rat-

hauses wurde der Haupteingang 1953 auf die Ostseite verlegt. Der Roland aber hat seinen Platz an der Südwestecke des Rathauses seit seiner Aufstellung immer behalten. Der Nordhäuser Roland ist

zweifellos die bekannteste Rolandsfigur in Thüringen.

Nordhausen. Das Ite Rathaus.

2 Die Aufnahme von 191 2 zeigt den Nordhäuser Roland an der Südwestecke des Alten Rathauses, unter einem metallenen Glockendach, auf dem ein Pelikan seine Jungen mit seinem Blut belebte. Die hölzerne Rolandsfigur ziert eine vergoldete Krone. Mit der rechten Hand hält der Roland das Schwert, die linke ist auf ein Schild mit dem Reichsadler gestützt. Er symbolisierte die städtische Freiheit und hohe Gerichtsbarkeit der Stadt. Diese Figur hat den Bombenhagel des [ahres 1945 überlebt und stand bis 1992 unter dem Glockendach. Seitdem ziert eine originalgetreue Nachbildung das alte Rathaus. Der echte, hölzerne Roland ist nach gründlicher Restaurierung in das Meyenburg-Museum umgezogen.

3 Am 13.August 1922 wurde Generalfeldmarschall van Hindenburg Ehrenbürger des Thüringer Städtebundes und somit auch der Stadt Nordhausen. Die Freude bei den Bürgern der Stadt war deshalb groß, als bekannt wurde, daß von Hindenburg am 9. August 1 92 4 nach Nordhausen kommt. Die Stadt hatte sich herausgeputzt und geflaggt. Die Bürger standen Spalier und die Begeisterung kannte keine Grenzen, als der Generalfeldmarschall im offenen Wagen die Rautenstraße hoch zum Rathaus fuhr. Dort wurde er vom Oberbürgermeister Dr. Carl Contag willkommen geheißen (Bildmitte ). Links davon Oberstleutnant von Kügelgen,

am Auto Fabrikant Otto Kruse, am Steuer des Wagens Kruses Cheffahrer ]ulius Rhode, unmittelbar neben dem Rathauseingang Bürgermeister Dr. Baller und Stadtschulrat Dr. Koch. Nach

mehrstündigem Aufenthalt im Stadion, wo zu Ehren des Gastes Festspiele veranstaltet wurden, reiste der Ehrenbürger zum Kyffhäuser weiter.

4 Markttag am Steinweg. Obwohl es die Straßenbezeichnung 'Steinweg' nie gab, ist sie volkstümlich gebräuchlich. Als Steinweg wurde der zur Engelsburg verlaufende Teil des Marktes bezeichnet. Frischgemüse, Obst, Kolonialwaren, Produkte des täglichen Bedarfs sowie Fisch fanden hier ihre Abnehmer. Besonders vor Feiertagen,

wie Martini oder dem Weihnachtsfest, hatten die Händler alle Hände voll zu tun, um alle Kundenwünsche zu erfüllen.

Auf der Aufnahme aus dem [ahre 1910 sind rechts im Vordergrund das Rathaus, das die Marktkirche fast gänzlich verdeckt, Wimmer's Buchhandlung (Mitte) und im Hintergrund links das Rosenthal-Haus und die Engelsburg zu erkennen. Hinter dem Rosenthal-Haus zweigt die Bäckerstraße ab.

5 Der Kornmarkt am oberen Ende der Rautenstraße um 191 O. Er war umgeben von zahlreichen Geschäften, Kaufhäusern und Gaststätten. Vor der Buchbinderei und Papierhandlung Otto Peter bog die Krämerstraße ab. Glanzpunkt des Platzes bildete das 191 0 errichtete Stadthaus mit den markanten Bogengängen. Pferdegespanne und Droschken bestimmten das Straßenbild, auch die elektrische Bahn fuhr schon über den Kornmarkt in Richtung Altentor. Autos jedoch waren noch eine Seltenheit, dementsprechend wurden sie bestaunt. Mehrere [ahrhunderte fand auf diesem Platz der Handel mit landwirtschaftlichen Produkten, vor allem Getreide,

statt. Auch die Brennereibesitzer kauften hier in früheren Zeiten das Korn, das dem 'Echten Nordhäuser' seinen Namen gab. Der Kornmarkt wurde durch die Luftangriffe im April 1945 schwer in Mit-

leidenschaft gezogen, so daß nach dem Wiederaufbau nichts mehr an sein früheres Aussehen erinnert.

j(ordhausen. Kortunurk t

6 Am 11. Oktober 1910 wurde das Stadthaus feierlich seiner Bestimmung übergeben. Das imposante, dreigeschossige Gebäude mit steilem Satteldach beherrschte durch den beeindruckenden Baustil und mit seinen Arkadenbögen den gesamten Kornmarkt. Der Versuch, durch kunstvolle Anordnung historischer Elemente, wie Giebel, Fachwerk und Arkaden, das Haus dem alten Stadtbild anzupassen, stieß allerdings nicht bei allen Nordhäusern auf Zustimmung.

Das Stadthaus beherbergte im Erdgeschoß die Sparkasse. Sitzungszimmer, Stadtverordnetensitzungssaal und Arbeitsräume der Stadtverwaltung befanden sich im Oberge-

schoß und dienten der Erweiterung des räumlich unzureichend gewordenen alten Rathauses. Im Bild der Stadtverordnetensitzungssaal Ende 1910.

7 Der wirkungsvoll gestaltete Sitzungssaal der Stadtverordneten nach der Veränderung der Giebelseite im [ahre 1913.

Im Auftrag der Sparkasse als Finanzier des Stadthauses und der Stadtverwaltung schuf Prof. Hans Looschen im Sitzungssaal der Stadtverordneten sechs Gemälde über die Geschichte Nordhausens. Drei der Bilder befanden sich an der neugestalteten Giebelseite dieses Raumes. Ursprünglich waren dort fünfFenster vorhanden, die man um 1912 zugemauert hatte. Drei weitere Gemälde, unter anderem das Bild 'Abschicd Kaiser Ottos von seiner Mutter Mathilde', schmückten die der Fensterfront gegenüberlie-

gende Wand. Durch den Luftangriff auf Nordhausen wurde das Stadthaus stark beschädigt, die historischen Gemälde verbrannten.

Bei der Rekonstruktion wurde auf den Fachwerkaufbau und das Satteldach verzichtet.

8 Das Hotel Römischer Kaiser am Kornmarkt war das vornehmste und modernste in der Stadt Nordhausen. Im Bild eine Aufnahme, die um 1935 entstand.

Viele hochgestellte Persönlichkeiten wie Generalfeldmarschall Graf Moltke, Prinzregent Luitpold von Bayern, König Friedrich Wilhelm IV. und der Weltreisende und Schriftsteller Georg Forster weilten in diesem Hotel. Fünfzig Betten standen zuletzt für die Gäste bereit. Ein Zimmer mit fließendem Wasser, Zentralheizung und natürlich Zimmerfernsprecher kostete in den dreißiger [ahren zwischen 4,80 und 7,80 Reichsmark, für Vollverpflegung mußte man 6,50 Reichsmark berappen.

Trotz Höchstpreisen und großer Konkurrenz durch die zahlreichen anderen Hotels, vor allem in Bahnhofsnähe, war die Nobelherberge immer gut besucht.

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