Nordhorn in alten Ansichten

Nordhorn in alten Ansichten

Auteur
:   Gerhard Plasger
Gemeente
:   Nordhorn
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2457-7
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nordhorn in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Vor über sechshundert Jahren, im Jahre 1379, erhielt der Ort Nordhorn vom damaligen Grafen von Bentheim die Stadtrechte verliehen. Die Ansiedlung bestand aber schon viel länger, denn fast fünfhundert Jahre vorher, etwa um das Jahr 900, berichtet das Heberegister des Stiftes Werden an der Ruhr von Einkünften aus Nordhorn. Bei der Gründung des Klosters Wietmarschen werden die jetzt noch bestehenden Höfe Reimink, Leferink und Eersink genannt. Wo das Zentrum der damaligen Ansiedlung war, ist uns nicht bekannt. Wahrscheinlich verlagerte es sich aus der Bakelder Gegend nach Altendorf um dann zwischen den schützenden Vechtearmen seinen uns bekarmten Standort zu erhalten.

Das älteste Gebäude, das sich bis in unsere Zeit erhalten hat, ist die Alte Kirche auf einer leichten Anhöhe am Ostufer der Vechte, außerhalb der sogenannten Innenstadt. Einem glücklichen Umstand ist es zu verdanken, daß die Nordhorner Bürgerbücher, in denen seit 1396 die Namen der ansässigen Bürger eingetragen wurden, bis in unsere Tage erhalten geblieben sind. Sie geben uns Auskünfte über Namen, Berufe und Herkunftsorte der Menschen, die hier das Bürgerrecht, das auch mit sehr vielen Pflichten verbunden war, erwarben. Von den vor 1600 hier erwähnten Namen sind nur vier uns heute noch bekannt und deren Träger bis heute hier ansässig, es sind die Namen van Bentheim, Averes, Potgeter und Westenberg.

So wie mit den Namen ging es auch mit den Gebäu-

den. Das meiste von dem, was hier in diesem Bändchen zu sehen ist, steht heute nicht mehr. Manches war verfallen, vieles ist aber auch der Einfallslosigkeit der Bauherren und Architekten zum Opfer gefallen. Der Zweite Weltkrieg hat uns im Hinbliek auf Zerstörungen ziemlich verschont; dem Moloch Verkehr und Technik wurde mehr geopfert. Sehr spät erst besann man sich darauf, daß aneinander gereihte, kubistische Baumassen, häßliche Umrnantelungen von Altbauten und mit dem Lineal gezogene Straßen nicht unbedingt dem Wohnwert einer Stadt entsprechen. Das grenznahe holländische Städtchen Ootmarsum bietet ein gutes Beispiel, wie man auch heute noch Orte mit alter Bausubstanz bewohnbar gestalten kann. Die Ergebnisse unserer Stadtsanierungen waren oft genormte Häuser, eintönige Fassaden, ein ,geist- und seelenloses Meer von Hochbauten; viele Städte sind ohne Namenschild nicht mehr zu erkennen.

Heute gehen die Städteplaner wieder andere Wege. Die individuellen Bedürfnisse und Gewohnheiten der Menschen stehen mehr im Vordergrund. Insofern ist es ganz gut, daß mit der Nordhorner Stadtsanierung verhältnismäßig spät begonnen wurde; man kann hier aus den Fehlern der anderen lernen. Auf vielen alten Ansichtskarten sehen wir noch das Individuelle eines Ortes. Damals stellten die Straßen noch nichts Trennendes dar, sie waren nicht für Autos sondern für Menschen gebaut. Straßen und Plätze waren Kommunikationszentren, das Leben spielte sich nicht nur

hinter verschlossenen Türen ab, es war in vielerlei Hinsicht öffentlicher.

Nordhorn war, bevor es Textil- und Industriestadt wurde, eine alte Handelsstadt. Die Vechte war ab Nordhorn schiffbar. Der Bentheimer und Gildehauser Sandstein wurde mit dem Pferdefuhrwerk bis nach Nordhorn zur Steinmaate transportiert, um dann auf den Vechteschiffen nach den Niederlanden verfrachtet zu werden. Auf der Rückfahrt brachten die Schiffe Erzeugnisse aus den überseeischen Kolonien Hollands, Kolonialwaren, mit nach Nordhorn, die dann hier wieder umgeladen und in das Münster-, Lipper- und Osnabrückerland transportiert wurden. Lange bevor die Textilindustrie im vorigen J ahrhundert in Nordhorn Einzug hielt, war Nordhorn Umschlagplatz für Leinen und Wolle, gesponnen und gewebt auf den Bauernhöfen, in Heuermannshäusern und Stadtwohnungen. Damals war Nordhorn die Stadt der Händler und Spediteure. Die Namen der Menschen, die vor hundert Jahren hier eine Rolle spielten, sind heute zum größten Teil vergessen. Wer kennt sie noch, die Meulemans, die Engelberts, die Brücks, die van Almelos, die Vincke, die Nordwyns, die Düll, um nur einige davon zu nennen. In wenigen Fällen leben noch Nachkommen dieser Familien unter uns; doch wer weiß das noch? In unserer schnellebigen Zeit wird schnell vergessen. Doch wenn viele heute in einem Anflug von Nostalgie oder aus sonstigen Gründen Vergangenes nur positiv sehen und erleben wollen, sollte man dabei nicht vergessen, daß

auch die sogenannte gute alte Zeit ihre Last und Mühe, ihre Sorge und eine für uns oft unvorstellbare Not hatte.

Nordhorn in alten Ansichten - die Behandlung dieses Themas kann nur bruchstückhaft erfolgen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es konnte nur festgehalten werden, was in der damaligen Zeit für sehenswert gehalten wurde. Auch davon ist schon vieles verloren oder ruht noch verstaubt in den Ecken, ist vielleicht schon für den Sperrmüll bestimmt.

Es fehlen hier die Ansichten aus den damals noch selbständigen Bauernschaften. Hier erfolgte die eigentliche Ausdehnung Nordhorns. Das Gelände der damaligen Firma Niehues & Dütting - heute NINO AG - lag in Frensdorf, der größte Teil des Geländes der Firma B. Rawe & Co gehörte zu Bookholt. Dementsprechend entstanden auch die Arbeitersiedlungen, wie zum Beispiel die Bussmaate in Bookholt und andere in Frensdorf. Es fehlen auch die Ansichten der sogenannten Burgen, eine Art Vorläufer der Arbeitersiedlungen, und Bilder der Bauernhöfe.

An dieser Stelle möchte ich denen danken, die zeitgeschichtliche Dokumente bewahrt haben und mir bei der Behandlung des Themas mit Bildmaterial und mit Auskünften zur Seite standen. Sie haben wesentlich dazu beigetragen, daß diese Zusammenfassung möglich wurde.

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1. Die wahrscheinlich älteste bildliche Darstellung Nordhoms erfolgte auf einem Kupferstich von Baudartius nach Hogenbergs Geschichtsblättern aus dem Jahre 1622. In diesem Geschichtswerk wird der Freiheitskampf der Niederländer, der sogenannte 'Abfall der spanischen Niederlande', mit all seinen Greueln geschildert. Nach den Angaben von Visch lagerte am 25. September 1585 der Prinz von Parma mit 4 000 Mann Fußvolk und 2 000 Pferden eine Nacht um Nordhorn. Das obige Bild gibt eine Darstellung aus dem Jahre 1581 wieder. Da es sich um eine Schlachtendarstellung handelt, sind die örtlichen Gegebenheiten nur ungenau beachtet. Die Turmdarstellung mag stimmen, denn die heutige barocke Laternenhaube wurde dem Kirchturm erst im Jahre 1749 aufgesetzt.

2. Das älteste heute noch bestehende Gebäude Nordhoms ist die Alte Kirche am Markt. Im Jahre 1445 wurde sie zusammen mit der Klosterkirche in Frenswegen am selben Tag geweiht. Zunächst errichtete man die Kirche ohne Turm. Die Genehmigung zum Bau des Kirchturmes erteilte der Graf von Bentheim im Jahre 1489. Mehrmals erlitt der Turm Beschädigungen durch Stürme und Blitzschlag. Als er im Jahre 1747 durch ein Unwetter seine Spitze verlor, entschloß sich der Kirchenrat auf Vorschlag des Gildehauser Baumeisters Schrader der Turmspitze die Form einer winddurchlässigen Laterne zu geben. Auf dem abgebildeten Stahlstich nach Rohbock etwa aus der Zeit von 1830 ist eine Beerdigungsszene festgehalten. Auf dem Kirchhof sehen wir die noch bis zur Mitte unseres Jahrhunderts gebräuchlichen 'Liekhüssies',

3. Ebenfalls aus dem vergangenen Jahrhundert stammt diese Ansicht. Die Mitte des Bildes zeigt das Panorama von Nordhorn. Oben rechts neben dem Allianzwappen mit den beiden Löwen sehen wir die Kornmühle, den Kolk und das Hotel 'Bellevue" (später Koopmann), darunter die katholische Kirche auf der Burginsel, rechts unten die Lingener Torbrücke mit dem Hotel van Almelo (später Scheffer), in der Mitte unten das alte Rathaus, unten links die Baumwollspinnerei, darüber die reformierte Kirche und oben links Hauptzollamt und Baumwollweberei.

4. In Heinrich Spechts Büchlein 'Brücken und Tore der Stadt Nordhorn' ist dieses Foto abgebildet und mit dem Text 'Zum Lingener Tor hinaus!' unterschrieben. Vor dem Kirchturm steht der Möbelwagen der Spedition 'Heinrich Hoff jr., Bahnspedition, Anfuhrgeschäft, Möbeltransport'. Das abgebildete Stadtdienerhaus stand da, wo heute die Hagenstraße ihren Anfang nimmt. Es wurde etwa 1860 nach dem Abbruch des Lingener Tores, früher auch 'Kerkenpoarte' genannt, erbaut. Zusammen mit dem dahinterliegenden ehemaligen städtischen Armenhaus fiel es 1928 der Erweiterung der Hagenstraße zum Opfer. Die Ostwand des Stadtdienerhauses zur Kirche hin stand auf einer der Flügelmauern der Brücke und damit direkt an der Vechte. Im Giebel des Hauses sind wahrscheinlich Teile des alten Stadttores verbaut worden. Der obere Teil des Giebels gleicht dem ehernaligen oberen Teil des Stadttores.

5. Diese Ansicht von Nordhorn muß kurz nach 1913 aufgenommen worden sein. Die St.-Augustinuskirche mit ihrer mächtigen Kuppel und dem einem italienischen Campanile nachempfundenen Turm beherrscht das Bild. Rechts daneben sehen wir das Dach des alten katholischen Pastoratsgebäudes. Vorn irn Bild rechts vor der Lingener Torbrücke steht das Hotel Scheffer. Links von der Brücke ist das Stadtdienerhaus von der Vechteseite zu sehen. Verfolgt man weiter die Hauptstraße, so sieht man beim Eingang zur Hinterstraße auf der linken Seite das alte Haus Engelberts. Damals praktizierte hier der Nordhorner Arzt Dr. in der Stroth. Im Jahre 1914 brannte dieses Haus ab.

6. Im Jahre 1916 wurde diese Postkarte geschrieben. Sie zeigt die Ansicht von der Lingener Torbrücke zur Vechte. Die auf der rechten Seite direkt der Vechte angrenzenden Häuser stehen hinter dem ehemaligen Stadtdienerhaus auf der heutigen Hagenstraße zwischen dem Kaufhaus Heemann und der Vechte. Vor dem Dachausbau ist der rückwärtige Teil des Stadtdienerhauses zu Die Hausfundamente aus großen Sandsteinquadern bilden gleichzeitig die Uferbefestigung. Die meisten Bewohner der Innenstadt, vor allem wenn sie an der Vechte wohnten, besaßen ein Boot. Mit dem Boot oder dem 'Schippien' ruderte man auch zu den Gärten auf dem Moss, um die Gartenfrüchte zu transportieren.

7. Auch diese Ansicht zeigt den Bliek von der Lingener Torbrücke auf die Vechte. Das zweigeschossige Fachwerkgebäude ist auf dem vorher gezeigten Foto nicht mehr vorhanden. Das obere Geschoß ist abgetragen und dem Erdgeschoß ist ein neues Dach aufgesetzt worden. Auf der linken Seite sieht man die Bäume des Clubgartens. Bis vor einigen Jahren stand hier noch eine herrliche Blutbuche, die daran erinnerte, daß der Marktplatz nicht immer eine kahle Fläche war.

8. Dieses Bild vom alten Hafen zeigt den Bliek in die entgegengesetzte Richtung. Hinter der Lingener Torbrücke steht das ehemalige Hotel van Almelo, später Scheffer. Der Nordhorner Hafen an der Seite des Marktplatzes erhielt seine Bedeutung nach 1887. In diesem Jahre wurde das Verbindungsstück zwischen dem Erns-Vechte-Kanal und der Vechte, der sogenannte Verbindungskanal, gegraben. Mit der Fertigstellung dieses Kanals erhielten die Nordhorner Firmen die Möglichkeit, Frachten auf den Kanälen zu transportieren. Die Firma Povel hatte einen direkten Zugang zur Vechte. Später legten im Hafen hauptsächlich Torfschiffe an.

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