Northeim in alten Ansichten

Northeim in alten Ansichten

Auteur
:   Günter Merl
Gemeente
:   Northeim
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2778-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Northeim in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Northeim feiert in diesem Jahr sein 725jähriges Bestehen. Ein solches Jubiläum ist dazu angetan, einen Rückblick zu halten. Während sich bis zur Jahrhundertwende die eigentliche Siedlungstätigkeit innerhalb der durch die Stadtmauern umgrenzten Altstadt vollzog, drängte die Bebauung nach 1900 über diese engen Grenzen hinaus. Noch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts standen innerhalb der Umwallung 507 Häuser, während man außerhalb der heutigen Innenstadt nur fünfundzwanzig Wohngebäude zählte, wenn man von den Außengastwirtschaften, Mühlen und dem Hospital St. Georg absieht. Von 4765 Einwohnern (1861) lebten nur zweiunddreißig außerhalb des heutigen Stadtkerns.

Im 19. Jahrhundert veränderten vor allem Brände das Stadtbild in erheblichem Maße. Es sei nur an den Rathausbrand (1832) und an die Feuersbrünste am Höckelheimer Tor, in der Neustadt und im Bereich der Ostseite des Marktes erinnert. Beim Wiederaufbau trat an die Stelle des Fachwerks entweder der Massivbau aus Backstein oder die einheitlich wirkende Fachwerkbauweise des Klassizismus. Mit dem Beginn des Verputzbaus wurde das Stadtbild egalisiert; es gab keine typischen Häuserfronten mehr.

Einen zweiten wesentlichen Einschnitt stellt das Vordringen der Industrialisierung dar. Aus der verträumten und manchmal etwas ärmlich wirkenden Ackerbürgerstadt, wie sie uns in den nachfolgenden Fotos oft begegnet, wurde eine aufstrebende Kreisstadt, deren Kaufmannschaft ein weites Umland durch attraktive Angebote anzieht. Die Ansiedlung von

Industrie und die Einrichtung zentraler Behörden förderten diese Entwicklung.

Die letzte und einschneidendste Veränderung stellt die Bautätigkeit im Bereich von St. Blasien und dem Markt in den letzten Jahren dar. Parallel dazu laufen Sanierungsbemühungen, die vor allem die Hinterhofarchitektur der Innenstadt entkernen wollen. Nach Möglichkeit soll die historisch wertvolle Bausubstanz erhalten werden. Die Betonhochhäuser im Bereich der Altstadt sind dabei nicht unumstritten. Ein weiteres Problem stellt die Verkehrsplanung dar. Wenn die Altstadt von Northeim wieder wohnlich werden soll, muß der Fernverkehr an ihr vorbeigeleitet werden. Die Einrichtung einer Fußgängerzone ist ein Nahziel. Es gilt jetzt, den nicht ganz .einfachen Versuch zu unternehmen, die modernen Einbauten mit dem historisch gewachsenen Stadtkern zu harmonisieren, soweit dies möglich ist.

Das vorliegende Bändchen soll einen Einblick in unsere Stadt geben, wie sie sich im Zeitraurn von etwa 1880 bis 1925 darbot. Zu danken habe ich vor allem Herrn Fritz Stichnoth, aus dessen Privatsammlung der größte Teil der hier abgebildeten Fotos stammt. Ferner bin ich Herrn Paul Hahnwald zu Dank verpflichtet, der an der hiesigen Heimatforschung regen Anteil nimmt und mich in jeder Hinsicht unterstützte. Schließlich gab mir Herr Walther Kiene wertvolle Hinweise. Nur auf Grund der Auskünfte dieser Herren war es möglich, eine solche Vielzahl von zum Teil bisher noch nicht veröffentlicher Einzelheiten zusammenzutragen.

LITERATUR

Eggeling, Heinrich (Herausgeber): Northeim - 700 Jahre Stadt (1252-1952), Northeim 1952.

Eggeling, Heinrich (Herausgeber): Lebensbild einer südniedersächsischen Stadt aus Geschichte und Vergangenheit, Northeim 1962.

Fahlbusch, Otto: Northeim, Northeim 1926.

Hauk, Ernst (Herausgeber): Northeim - eine Stadt mit Zukunft, Northeim 1972.

Hueg, Adolf: Northeim im Wandel der Zeit, Northeim 1928 ..

Hueg, Adolf: Chronik der Stadt Northeim, Northeim 1932.

Hueg, Adolf; Jörns, Emil; Kiene, Walther: Das gastliche Northeim, 1. Teil, Göttingen 1954.

Kieser, Dietrich Georg: Entwurf einer Geschichte und Beschreibung der Badeanstalt bey Northeim nebst einigen Bemerkungen über Schlammbäder, Göttingen 1810.

Merl, Günter (Herausgeber): Corvinianum 1477-1977, Festschrift zum 500jährigen Bestehen des Northeim er Gymnasiums, Northeirn 1977.

Vennigerholz, G.J.: Beschreibung und Geschichte der Stadt Northeim in Hannover und ihrer nächsten Umgebung, Northeim 1894.

Außerdem wurden zahlreiche Zeitungsausschnitte aus den 'Northeimer Neuesten Nachrichten' ausgewertet.

1. Der ursprüngliche Markt war die Breite Straße. Der neue Marktplatz erstreckt sich von der Kapelle St. Fabian und Sebastian (Bildhintergrund) mit der Alten Wache bis zur Breiten Straße. Das Foto zeigt den Zustand des Marktes um die Jahrhundertwende. Links im Bild sehen wir die 1888 gegründete Landwirtschaftliche Winterschule, die von dem land- und forstwirtschaftlichen Hauptverein in Göttingen ins Leben gerufen wurde. Es ist das Gebäude der späteren Reichsbank, Wegen der im Untergrund noch vorhandenen Mauerreste des ehemaligen Rathauses konnte sich hier der Baumbestand nur spärlich entwickeln, worüber zeitgenössische Quellen klagen. Charakteristisch für den Platz zur damaligen Zeit ist die Pumpe rechts neben der Wache.

N ortheim i. H.

Marktplatz mit Olto-Denkmal und Beutegeschütz

2. Nach der Jahrhundertwende reifte in unserer Stadt der Plan, einen 'Monumentalbrunnen' auf dem Marktplatz aufzustellen. Bürgermeister Domino gab die Anregung, die von verschiedenen Vereinen begeistert aufgenommen wurde. 1905 beschloß man, den Brunnen mit einer Statue Ottos von Northeim. (gestorben 1083) zu schmücken. Im Sommer 190Î wurde der Brunnen mit großen Fesilichkeiten eingeweiht. Links im Hintergrund steht ein Beutegeschütz. Unser Foto stammt aus dem Jahre 1915. Unmittelbar vor dem Beginn des Ersten Weltkriegs ließ die Stadtverwaltung den Marktplatz pflastern. Bei dieser Maßnahme wurden die Bäume vor der Wache entfernt.

NORTHEIM A. HARZ, MARKTPLATZ

3. Die Zierde des Marktplatzes, eine Bronzefigur des Grafen Otto von Northeirn, wurde während des Ersten Weltkrieges eingeschmolzen, als eine Metallknappheit entstand. Soweit Fotos ein Urteil zulassen, scheint der Verlust der Statue nicht allzu bedauerlich zu sein. Der Brunnen bestand nun aus einem steinernen Unterbau mit einem Wasserbecken. In den zwanziger Jahren setzte man eine Blurnenschale an die Stelle, wo einst die Figur stand. Aus dieser Zeit stammt unser Foto. Leider wurde der Raumeindruck dieses schönen Platzes durch den Ausbau der Bundesstraße in den letzten Jahren empfindlich gestört. Der Brunnen mußte vorher schon weichen. Nur noch die Schale ist vor dem Katasteramt erhalten.

4. Diese Aufnahme um 1890 ist eine der ältesten, die wir von der Northeimer Altstadt besitzen, Sie zeigt die Ostseite des Marktes vor dem großen Brand vom 8. Oktober 1892, als von der Breiten Straße über Hintergebäude die ganze abgebildete Häuserfront bis zum Haus Paul Hahnwald (Am Markt 11) abbrannte. Starker Südoststurrn begünstigte das Feuer. Die Northeimer Feuerwehr konnte nur rnit größter Mühe eine Ausbreitung der Brandkatastrophe vermeiden. 1893 erfahren wir von der Grundsteinlegung des Hauses Adolf Lichtner (Am Markt 9). Der Marktplatz war zu dieser Zeit noch nicht gepflastert.

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,;) ,- 0.1 oL ",'" 5. Diese Art von Postkarten mit Blumenumrandung war vor dem Ersten Weltkrieg sehr beliebt. Abgebildet ist der Ostteil der Breiten Straße. Rechts erkennen wir das Kolonialwarengeschäft F. Matthies (Nummer 12), in der Mitte links das 'Kolonial-, Material- und Delikatessengeschäft' L. Francke (Nummer 52). Im Hintergrund befindet sich das heutige Jugend- und Sozialamt der Stadt. Das Eckhaus am Markt in Ziegelbauweise deutet darauf hin, daß wir es mit den wiederaufgebauten Häusern nach dem Brand von 1892 zu tun haben. Das zweite Foto zeigt den südlichen Turm des Außenwerks vom Oberen Tor, den sogenannten Brauereiturm, der von den Gebäuden der ehemaligen städtischen Brauerei umgeben wird.

6. In der Breiten Straße 49 (nach alter Zählung: 356) wohnte der Friseurmeister Heinrich Gebhardt, der 1862 in Elvershausen als Sohn des Schneiders Erich Gebhardt geboren wurde. Er war mit Hulda Werther verheiratet. Heute befindet sich in diesern Hause die Glaserei Haupt. Vorbesitzer war der Fleischermeister Hermann Friese, der als Senator in hoher Achtung stand. Das aus der Zeit um 1908 stammende Foto zeigt den Besitzer mit seiner Familie. Sein Zunftzeichen weist auf das von ihm betnebene Geschaft hin.

NORTHEIM i. H.

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7. Der 'Jägerkrug' in der Breiten Straße 45 hat eine mehr als zweihundertjährige Wirtstradition. Das Haus soll 1548 erbaut worden sein. Schon 1716 hören wir von einem Weinschenker Thomas Schleiß in diesem Hause. Nach einer Zeit der Rezession nimmt der 'Jägerkrug' durch den Interimswirt Ludwig Nahme einen Aufschwung. Die Spezialität des Hauses war eine gute Wurst. Das Wirtshausschild zeigt den Laubkranz, das Zeichen des Bierausschanks ('Krug im grünen Kranze'), und den im Anschlag stehenden Jäger, Das Gasthaus war ein beliebtes Vereins-, Eß- und StammlokaL Unser Foto entstand kurz nach der Jahrhundertwende.

8. Wir werfen einen Bliek auf die Außenfront des Ateliers, das dem Schneidermeister Christian Lorberg in der Breiten Straße 23 (beziehungsweise 45) gehörte. Der Meister lehnt im Bild am Türpfosten (um 1920). Ch. Lorberg wurde 1858 geboren. Er war von 1893 bis 1904 Turnwart. Von 1904 bis 1932 leitete er den Männerturnverein von Northeirn. Um die Förderung des Turnwesens hat er sich große Verdienste erworben. Darin unterstützt wurde er von seiner Frau Laura, geborene Immke (1864-1925). Außerdem war er Mitglied der Prüfungskommission in der Handwerkskammer, gehörte dem Vorstand der Spar- und Darlehenskasse an und war Ehrenmitglied der Reserveund Landwehrkameradschaft. Als er 1940 zur letzten Ruhe getragen wurde, trauerte eine große Gemeinde um den verdienten Northeimer.

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