Nortorf in alten Ansichten

Nortorf in alten Ansichten

Auteur
:   Hans Jürgen Schönwandt
Gemeente
:   Nortorf
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5175-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nortorf in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

'Wenn auch die Jahre enteilen, bleibt die Erinnerung doch ... ' So läßt Paul Linke es in seiner Operette 'Frau Luna' erklingen. Wenn aber Erinnerungen nicht weitererzählt oder aufgeschrieben werden, enteilen sie doch, so wie die Jahre.

Ich bin der Meinung, daß ein Archiv kein Friedhof sein sollte. So ist es mir nun möglich mit Hilfe der Europäischen Bibliothek das umfangreiche Archiv meines Vaters, unter Hinzunahme eigener Bilder und solcher aus dem Stadtarchiv , der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Es soll hier nicht einer Nostalgiewelle gefolgt werden; sondern ich möchte mit diesen alten Fotos den heutigen Einwohnern etwas vermitteln, was mir wert erscheint, auch für die Zukunft erhalten zu bleiben. Dieses Buch kann und will auch nicht eine Nortorfer Chronik im weitesten Sinne sein, sondern möchte eine Lücke ausfüllen, die zwischen einem bereits erschienenen Postkartenbuch und auch in der ausführlichen Stadt-Chronik aus dem Jahre 1982 von Herrn Winfried Sarnow, Nortorf, Siedlung Flecken Stadt, nicht berücksichtigt werden konnte.

Ich habe mich bemüht bisher nur unveröffentlichte Bilder zu verwenden, was sich aber nicht vermeiden ließ. Mein Schwerpunkt galt, die Veröffentlichung von Bilder der Schulen, von Vereinen, auch von solchen, die heute nicht mehr existieren,

aber auch kulturelle und gesellschaftliche Aspekte aus dem Gemeinschaftleben der Nortorf Bürger aufzuzeichnen.

Mit einem kurzem geschichtlichem Werdegang der Stadt sowie unserer Kirche, möchte ich diesen Band eröffnen, dem bei Bedarf noch ein weiterer folgen kann, der dem Vereinsleben gewidmet sein wird. Es sind nicht nur Postkarten und Bilder. auch alter Nortorfer Fotografien; sondern von der Tochter des hier noch sehr bekarmten Walter Petersen ist mir gestattet, auch Aufnahmen der vierziger bis siebziger Jahre einzufügen, was für unsere jüngeren und neuen Bürgern sehr von Interesse sein dürfte.

Für die Mitwirkung meiner alten Nortorfer Mitbürgern Gustav Heeschen und Gustav Nissen sowie Herrn Günter Richter, der mir Einblick in seine Reeherehen gestattete, möchte ich mich, auch im Namen aller Leser, herzlichst bedanken.

Sollten Leser noch Personen erkennen, deren Name nicht genannt ist, wäre ich, auch im Interesse unseres Ortsarchivs, um Bekanntgabe dankbar. Ich wünsche Ihnen nun bei der Besichtigung dieses Abschnittes der Nortorfer Geschichte viel Interesse und Vergnügen.

Geschichtliches:

Wie die Altertumsfunde auf dem nordöstlich vom

Borgdorfer See gelegenen Urnenfriedhof beweisen, war dieses Gebiet schon früh besiedelt, nach den Schätzungen der Archäologen ist aus den prähistorischen Fundstücken die ausgehende Bronzezeit, um etwa 600 Jahre vor Christus, erforscht worden.

Die Besiedelung des Nortorfer Ortes erfolgte etwa um das Jahr 700, während der Landeskonservator R. Haupt die Gründung der ersten Kirche um das Jahr 950 einstuft.

An der Völkergrenze zwischen den Wenden und Sachsen entstand an dieser Stelle die sagenumwobene Kirchengründung, die durch den Zwist mit den nahen Borgdorfern für Nortorf entschieden wurde. Den Platz des Gotteshauses auf dem Borgdorfer Berg hätte ich mir auch gut vorstellen können. Die Lage Nortorfs wäre durch die Seenlage bestimmt reizvoller gewesen und hätte dann dem Stadtbild ein unverkennbares Gepräge gegeben. Der Berg, der sich gegenüber der Gastwirtschaft 'Kiautschou' befand, besteht leider nicht mehr, er ist kubikmeterweise verkauft worden.

Die ersten schriftlichen Hinweise zur Besiedlung des Nortorfer Ortskerns gehen aus einer Urkunde Heinrichs des Löwen hervor , der im Jahre 1148 für das großflächige Kirchspiel Nortorf einen Richter bestellte. In einem kürzlich aufgefundenem Dokument aus dem Jahre 1190, welches die

Verurteilung zum Tod eines 9jährigen Jungen durch einen Nortorfer Richter bekundet, wird dieses bestätigt.

In der Folgezeit hat Northorpe, Nordorp oder Nordtorf, wie dieser Ort auch in früheren Zeiten genannt wurde, sehr unter den mittelalterlichen Kriegen gelitten, was hierzulande durch die Brandschatzungen und Plünderungen zu großer zeitweiliger Verarmung führte. Es soll hier nur der Dreißigjährige Krieg, 1618-1648, erwähnt werden, besonders während der Besetzung durch die Schweden, 1643-1645, wurde der kleine Ort stark mitgenommen. Die Kirche, Kaplanei und Küsterei wurden besonders ramponiert. Viele Einwohner hatten das Dorf verlassen. In der Folge des 'Polackenkrieges' von 1657 bis 1660 sah sich König Friedrich Ill. gezwungen, das Kirchspiel Nortorf zu verpfänden. Im Nordischen Krieg, 1700 bis 1721, konnten die Nortorfer mit List und Tücke, durch die Vortäuschung einer herannahenden, starken, viele tausend Mann starken Armee König Friedrichs IV., die eine große Geldsumme fordernden Schweden an einer Plünderung und am Abbrennen hindern.

In dem Napoleonischen Krieg, 1813/14, wurde Schleswig-Holstein, auf der Seite Frankreichs stehend, von preußischen, schwedischen, russischen und österreichischen Truppen besetzt. Der dama-

lige Pastor Thode berichtete, daß bei nur 90 Feuerstellen des Ortes (1790: 571 Einwohner), etwa 7 000 Mann in Quartier lagen, welche mitsamt den Pferden aus dem Land versorgt werden mußten. Die Kirche diente als Lazarett, der 'Kapelle' genannte Teil als Stall für die requirierten Kühe. Die Bänke wurden zu Betten für die Verwundeten verarbeitet. Diese schreckliche Zeit der großen Hungersnot und eines überaus strengen Winters ging als 'Kosakenwinter' in die Geschichte ein. Die Bevölkerung muß unsagbar unter all diesen Misse- und Greueltaten, von denen nur wenige beispielhaft aufgezeichnet sind, gelitten haben.

Drei Ereignisse, die 'Nortorfer Schlacht' und die beiden Fürstentreffen, 1559 und 1864, werde ich an entsprechender Stelle erwähnen.

Im Jahre 1861 erfolgte die Erhebung des Ortes zum Flecken durch Friedrich VII., König von Dänemark und Herzog von Schleswig und Holstein, bis er am 9. Juli 1909, mit der Verleihung des Wappens durch Kaiser Wilhelm 11., zur Stadt erhoben wurde. 1938 wurde die Gemeinde Thienbüttel mit ca. 370 Seelen der Stadt eingemeindet.

Mit dem Bau der Eisenbahn im Jahre 1845 begann sich der wirtschaftliche Charakter von der Landwirtschaft mit all ihren kleinen Gewerbebetrieben und Handwerkern zur Industriestadt zu entwikkeIn.

Windmühlen charakterisierten die Silhuette der Stadt, bis sie durch rauchende Schornsteine abgelöst wurden. Die ersten Großbetriebe waren zwei Lederfabriken , die einem Großteil der arbeiteten Einwohner das Leben ermöglichten. Infolge der umliegenden großen Wälder und der günstigen Bahnlage wurden hier auch Sägewerke ansässig. Beherzte Nortorfer gründeten eine Großschlachterei und auch eine Brauerei. Die Windmühlen verschwanden 1914 und 1920. Außerdem etablierten sich viele Versandgeschäfte, die mit preiswerten Warensortimenten, meistens aus eigener Schlachterei und der örtlichen Käsefabrik, nach dem günstigsten Posttarif auskalkuliert, verschickten. Von der Jahrhundertwende bis zum Ausbruch des letzten Krieges waren diese Firmen in ganz Deutschland bekannt, wie ich oft feststellen konnte. Ein erneuter Anfang nach der Währungsreform brachte aber fast alle, bedingt durch die nunmehr vielen Kaufhäuser und Großversandgeschäfte, zum Erliegen. Durch Billigimporte erlitt eine aus dem Osten vertriebene Pantoffelfabrik das gleiche Schicksal.

Ein beachtlicher Gewinn war die Ansiedlung der Telefunken-Schallplattenfabrik im Jahre 1947, die nach der Währungsreform einen großen Teil der Arbeitskräfte band.

Heute, da die Bauern sich auf eine Rationalisie-

rung ihrer Betriebe einstellen müssen, der landwirtschaftliche Handel auch ganz neue Vertriebsformen angenommen hat, mußte sich die städtische Struktur wandeln. Nach dem letzten Krieg sorgten einige alte Betriebe für Arbeit und Brot, viele sind inzwischen eingegangen oder mußten sich dem Trend der Zeit anpassen. Mit der Neuordnung der Gemeinden, wo Nortorf zum Unterzentrum wurde, änderte sich auch die Infrastruktur. Als zentrales Einkaufszentrum von 17 Gemeinden galt es, für das einkaufende Publikum neue Anreize zu schaffen. Die Schaffung neuer Parkplätze war für die Stadt, aber auch für die Geschäftsleute, erstes Anliegen. Gegenüber den Kaufhäusern der Großstadt und den Supermärkten auf den Wiesen, legen die Nortorfer Geschäfte großen Wert auf fachgerechte und individuelle Bedienung.

Im schulischen und sportlichen Sektor wurden von der Stadt erhebliche Mittel aufgebracht, neue Schulen, Sporthallen und Straßen wurden gebaut. Im Jahre 1976 hat die hiesige Hotellerie schon, so auch auf der Touristenmesse auf dem Killesberg in Stuttgart, durch eine bei der Teldec hergestellten Schallplatte geworben. Sie machte auf die zentrale und gunstige Lage 'Im Herzen Schleswig-Holsteins' aufmerksam. Durch mehr Freizeit und Urlaub, wie Camping, Urlaub auf dem Bauernhof

und die günstige Lage zwischen den beiden Naturparks Westensee, mit seinen alten Schlössern und dem Aukrug, sowie die kurzen Anfahrzeiten nach der Ost- und Nordsee, hat die Stadt an Attraktivität gewonnen. Wie die Übernachtungszahlen beweisen, ist der Zug der Erholungssuchenden in die freie und gesunde Natur gewachsen. Nortorf bietet hierfür einen idealen Ort. Von hier aus sind Möglichkeiten in einer Stunde mit dem Auto oder der Bahn nach Dänemark, sowie auch in Tagesseefahrten Dänemark und die Insel Helgoland zu erreichen. Wahlweise, je nach Wetterlage, kann man der Landeshauptstadt Kiel mit dem Freilichtmuseum, der Weltstadt Hamburg mit dem großen Hafenbetrieb einen Besuch machen. Auch für Hochsee- Angelfahrten gibt es Gelegenheiten.

Für Technisch interessierte Leute lohnt es sich, das Eidersperrwerk, sowie ein Relikt des alten, 1785 erbauten Eiderkanals, ferner die Brücken und die Tunnel des Nord-Ostsee-Kanals, den sommerlichen Verkehr der Traumschiffe aus nur 50 Meter Entfernung, oder von einer Brücke herab mit einem Bliek darauf, unter sich hindurchfahren zulassen.

Gutgeführte Hotels und gute Speisen, auch Landesgerichte, machen Nortorf zu einen Ort, der keine Kurtaxe kennt und auch in finanzieller Hinsicht einen Urlaub wert ist.

1. CHARTE von der Feldmark des Kireh-Dorfes Nordtorp im Amte Rendsburg Verrmehsen und Chartiert von dem Königlichen Landmehser Jargstorff Anno 1783. Zu dieser Zeit hatte das Dorf etwa 570 Einwohner und bestand aus vier Straßen. Die von mir eingezeichnete gestrichelte Linie zcigt, daß der ganze Ort sich nördlich des Verlaufes der 1845 erbauten Christian-Albrecht-Bahn befand. Heute ist die Bebauung schon über alle vier Bildränder vorgedrungen.

2. Am 17. Juli 1909 wurde der Flecken zur Stadt erhoben, während das Stadtwappen erst am 8. November 1909 bei einem Kommers in "Tanck's Hotel' verliehen wurde. Das Wannen. nach einem Entwurf von Generalheraldiger A.M. Hildebrand, Berlin, weist auf die Landwirtschaft und die Industrie hin, im unteren Teil lehnt es an das Kirchensiegel an. Das Original ist mit eigenhändiger Randbemerkung des Kaisers Wilhelm 11. versehen: 'Der Heilige St. Martin sei als Ritter darzustellen,' befindet sich im Rathaus.

3. Bevor im Jahre 1872 das alte Kirchenschiff abgerissen wurde, machte der Neumünsteraner Fotograf Andersen diese Aufnahme aus einem Fenster der 1857 erbauten neuen Kirchspielvogtei, in der nach 1867 das Amtsgericht eingerichtet wurde. Der 1579-1581 erbaute Turm blieb erhalten. Mit dem Kirchenschiff ist eine der ältesten Feldsteinkirchen unserer Heimat zerstört worden. Der Turm, mehrfach abgebrannt, bekam 1972 ein Kupferdach. Im Vordergrund links das 'Kaufhaus' Thomsen, welches später Kaufhaus T.H. Höppner zugehörte. Rechts das 1812 erbaute Spritzenhaus der Zwangsfeuerwehr. Dazwischen der Platz, auf dem 1934 die erste zentrale Verteilungsstation der Stromversorgung erbaut wurde. Vom 27. April bis 1. Mai 1559 wurde in dieser Kirche der Angriffsplan zur Unterwerfung Ditmarschens durch König Friedrich Il., Herzog Adolf von Gottorp und dem Herzog Johann dem Älteren, beschlossen. Da das Dach durchregnete, erhielt die Gemeinde vom König ein neues.

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4. Das obige Bild zeigt den Sitz der ehemaligen Kirchspielvögte, heute Café Lepthien. Im Jahre 1611 verordnete König Christian IV. seinem Einspennier. Hans Kessler, die Heirat mit der Witwe seines Vorgängers, des Ernst von Würtzen, Dorothea, an. Das gegebene Ehegelübte wurde durch öffentlichen Kirchgang und Beisegnung vollzogen. Zur Vorbereitung der Hochzeitsfeierlichkeiten holte man drei Köche aus Preetz und Hans-Koch aus Rendsburg. Die Kosten für diese Hochzeit in der Vogtei zu Nortorf betrugen 487 Mark und 14 Schilling. Nicht eingerechnet sind die vom Amt gelieferten zehn Schweine, 94 Hühner und 6 to. Hafer für die Pferde: bezahlt und geliefert vom Amt.

5. Ein Bliek in die GroBe Mühlenstraße, früher Neumünsteraner Straße genannt, um 1900. Links das Kaufhaus Röschmann, die frühere Kirchspielvogtei, heute Café Lepthien. Das nächste Gebäude, als neue Kirchspielvogtei 1872 erbaut, wurde später das Amtsgericht und ist nach deren Auflösung von den beiden Nortorfer Sparkassen gemeinsam gekauft, abgerissen und als neues Bankgebäude wieder errichtet. Das nächste Haus ist die Bäckerei Jacobsen, später Familie Chr. und Hans Pöhls, heute Eigentum der Sparkasse mit dem Optiker Claus Nissen und der Apotheke Kossmann, heute Dr. Rud. Blitz. Hinter den beiden Pumpen ist das 'Kirchspiels-Gasthaus' der Familie Heeschen sichtbar.

6. Eine der ersten Aufnahmen der neuen Kirche, aufgenommen von dem Haus des Land- und Gastwirts Kock, welches im Jahre 1894 abbrannte, später 'Deutsches Haus'. Am linken Rand steht noch das alte Spritzenhaus. Mit dem Bau eines neuen, größeren Gebäudes in der Poststraße im Jahre 1883, wurde dieses überflüssig. Auf dem selben Grundstück befindet sich heute der 'MoritzGrill'. Im Vordergrund der mit zwei Pumpen versehenen Feuerlöschbrunnen. Die helle Säule ist das 1874 geweihte Ehrenmal der Gefallenen des Krieges 1870171. Vor der Apsis ist der First der 1904 abgebrochenen Schönwandt'schen Lohgerberei sichtbar.

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