Nördlingen in alten Ansichten

Nördlingen in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Dietmar-H. Voges
Gemeente
:   Nördlingen
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4878-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nördlingen in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Nördlingen, ein historischer Abriß,

Auf dem Areal einer römischen, später dann einer alemannischen Siedlung wird Nördlingen mit Namen erstmals zwischen 750 und 802 genannt, wenig später in einer karolingischen Kaiserurkunde 898 als karolingischer Königshof mit zwei Kirchen bezeichnet und an den Bischof von Regensburg geschenkt. Als der Hohenstaufe König Friedrich Il. die Stadt Nördlingen 1215 wieder an das Reich zurücktauscht, beginnt Nördlingens Entwicklung als königlich-staufische und infolge davon als Freie Reichsstadt (bis 1803).

Bedeutung gewinnt Nördlingen durch seine seit 1219 belegte Pfingstmesse, die - zwischen den beiden mirtelalterlichen Kultur- und Wirtschaftszentren Norditalien und Nordfrankreich/Belgien günstig im Schnittpunkt alter Femhandelsstraßen gelegen - zur bedeutendsten Femhandelsmesse in Oberdeutschland wird. Diese 10tägige Nördlinger Pfingstmesse, die als Jahrmarkt noch heute an demselben Termin 14 Tage nach Pfingsten abgehalten wird, erklärt bis ins 16. Jahrhundert Nördlingens vielsträngige Wirtschaftskraft und seine politische Bedeutung an vorderer Stelle unter den schwäbischen Reichsstädten; sie ermöglicht finanziell die heute noch zahlreichen historischen Baudenkmäler und Kunstschätze.

In wechselseitiger Durchdringung und Beaufsichtigung lenkten der Rat der Freien Reichsstadt und die zwölf Zünfte das wirtschaftliche wie das politische Leben in Nördlingen nach innen und außen.

Über die Stadt hinaus bekannt war das handwerkliche Geschick der Nördlinger Gerber, Weber, Geschlachtgewander und Färber, wobei die altertümlichen und malerischen Gerberhäuser im Gerberviertel an der Eger noch nach Jahrhunderten bis in unsere Tage den überregionalen Unternehmergeist und das handwerkliche Können dieser zünftisch organisierten Handwerker erahnen lassen.

Dem Gerberviertel benachbart liegt das weiträumige Spital der Stadt, in typischer Lage außerhalb der älteren Stadtanlage und an und über dem Wasser der Eger. Das großflächige Gebiet zu beiden Seiten der äußeren Baldinger Straße gliedert sich nördlich in einen geistlich karitativen Bereich mit Kirche, Krankenhaus (heute Stadtmuseum mit reichhaltigen Sammlungen zur Geologie des Rieses und zur Geschichte und Kultur der Stadt), Altenheim, Findel- und Waisenhaus und südlich davon in einen landwirtschaftlichen und handwerklichen Bereich mit Stallungen, Scheunen, Schmiede, Mühle und Pfisterei. Die weitgestreuten und umfangreichen Besitzungen und Rechte des Spitals, die aus christlicher Nächsten-

liebe und bürgerliohen Spenden zusammengetragen werden konnten, ermöglichten eine dem Wohlstand der Stadt angemessene Wohltätigkeit und Fürsorge gegenüber den Fremden und Bedürftigen, den Kranken, Armen und Siechen.

Berühmt geworden ist die Stadt im Dreißigjährigen Krieg durch die Schlacht bei Nördlingen 1634, als ein kaiserlich-katholisches Heer mit 33 000 Mann die befestigte Stadt, die den strategisch wichtigen Zugang ins protestantische Württemberg sperrte, drei Wochen lang belagerte und bestürmte. Nördlingen wird aber erst eingenommen, als das schwedisch-protestantische Entsatzheer mit 26 000 Mann in der Schlacht auf dem Albuch am 6. September 1634 entscheidend besiegt und in die Flucht geschlagen wird.

Bekannt ist Nördlingen heute bei Touristen, Kunstfreunden und Historikern besonders wegen zweier historischer Baudenkmäler, deren 650- und 550jähriges Jubiläum die Stadt vor einigen Jahren gefeiert hat. 1327 befahl König Ludwig der Bayer der Reichsstadt Nördlingen, die seit 1215 gewachsenen Vorstädte mit einer neuen Befestigungsanlage zu ummauern und zu sichern. Diese im 14. Jahrhundert gebaute, im 16. und 17. Jahrhundert verstärkte und modernisierte Stadtmauer mit fünf Toren, insgesamt 16 Türmen und zwei Bastionen,

mit überdachtem Wehrgang, Zwinger, Graben und Außenwall, umgibt noch heute kreisrund und wohlerhalten die malerische Altstadt von Nördlingen, in die man nur durch eines der fünf alten Stadttore gelangt. Dieser vollständig erhaltene Befestigungsring mit einer Länge von 2 632,5 m oben auf dem Wehrgang charakterisiert Nördlingen als eine Stadt mit einer beträchtlichen Anzahl von historisch mittelalterlichen Baudenkmälern, die auch im Bewußtsein einer kritischen Denkmalpflege von entschieden überregionaler Bedeutung sind. Die Wirtschaftskraft, den Stolz und den Kunstsinn der Nördlinger Bürger dokumentieren schließlich und vor allem die 1427 begonnene und als spätgotische Hallenkirche von hohem Rang 1505-1519 vollendete St.Georgs-Kirche mit dem 89,9 m hohen, Daniel genarmten Turm, der - aus Suevit gebaut - nicht nur Mittelpunkt der Stadt, sondern regional des gesamten Rieses ist.

Wegen der sehr umfangreichen Überlieferung sind in Auswahl und ausschließlich Postkarten abgebildet worden, die das Stadtarchiv Nördlingen und die PhotoFinck GmbH aus ihren Sammlungen dem Verfasser freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben.

1. Mit einem Kupferstich des Jahres 1651 verglichen, der Nördlingen in einer Schrägaufsicht aus der Vogelperspektive darstellt, zeigt diese Luftaufnahme aus der Zeit um 1930 innerhalb der Nördlinger Stadtmauer ein weitgehend unverändertes Stadtbild. Die stadtbildprägenden Gebäude wie die fünf Stadttore, die St.-Georgs-Kirche (1427-1519), das Spital (13.-16. Jahrhundert), die ehemaligen Klosterkirchen der Franziskaner (1420-1422) und der Karmeliter (1422), dann Rathaus (13.-16. Jahrhundert), Tanzhaus (14421444), Hallgebäude (1541-1543) und die Alte Schranne (1601/02) haben sich unverändert erhalten, während lediglich zum Beispiel die Neue Schranne (1865), die Syngagoge (1885/86), das Schulhaus in der Judengasse (1890/91) und das Kloster Maria Stern (1894 und 1903/04) neu eingefügt worden sind.

2. Das Berger Tor, das seinen Namen wohl dem gegen die Schwäbische Alb ansteigenden, bergigen Gelände verdankt, sichert die alte Handelsstraße nach Dim und zum Bodenseeraum. Das schon 1362 erstmals erwähnte Berger Tor wird 1435/36 durch einen Neubau ersetzt, 1552 durch das niedrigere Vortor verstärkt; 1574175 sind das Vortor und die oberen Turmgeschosse in der heutigen Form ausgebaut worden. Die 1886 nördlich des Berger Tores durch Abbruch geschaffene Lücke in der Stadtmauer ist anläßlich der Renovierung des Torturmes 1980/81 wieder geschlossen und überbrückt worden.

'ORDLI (jEN Bliek vom Wehrgang zum Berqertor

3. Von der Höhe des hier nicht überdachten Wehrganges heben sich Torturm und Vortor des Berger Tores deutlich voneinander ab. Die den Stadtgraben überspannende Brücke war seit alters gemauert, nur im unmittelbaren Bereich vor dem Vortor als Zugbrücke ausgebildet. Die Grabensohle lag ursprünglich unter den beiden äußeren Brückenbögen wesentlich tiefer, da dieser Grabenabschnitt 1901-1904 etwa zwei Meter stark aufgefüllt worden ist. Im Hintergrund sind das Dach des Löwenturrnes und freistehend der Obere Wasserturm sichtbar.

4. Auch die Stadtseite des Berger Tores ist durch massives Mauerwerk und nicht wie mancherorts nur durch Fachwerk geschlossen. Bis wenige Monate vor der jüngsten Renovierung 1980/81 war der Berger Torturm sogar noch bewohnt. Das Wirtshausschild gehört zum Gasthaus 'Mohrenkopf', das hier in der Bergerstraße Nr. 9 seit 1592 nachweisbar ist und noch heute besteht.

5. Der Löwen- oder Pulverturm wird 1533 und 1535 zum erstenmal erwähnt, aber auch 1552 wird noch oder wird schon wieder an ihm gebaut. Danach ist der Löwenturm, der das für mehrere Türme der Nördlinger Stadtmauer charakteristische sogenannte Abwurfdach trägt, über Jahrhunderte hin nicht mehr verändert worden. Der ursprünglich offenbar von der Stadtmauer bis in den Graben vorspringende Löwenturm ermöglicht eine Überwachung der Stadtmauer nach beiden Seiten, bis zum Berger Tor und zum Oberen Wasserturm.

6. In dem flachen Gelände der Riesebene war es zwischen dem Berger und Baldinger Tor notwendig, den Graben vor der Stadtmauer und dem Zwinger nach außen gegen die Wasserläufe der Eger und der Kornlach durch einen Außenwall abzugrenzen und einzufassen. Zur Schaffung eines 'angenehmen und schattenreichen Spazierganges' wurde dieser Außenwall schon 1792 als Allee mit italienischen Pappelbäumen bepflanzt und trägt seither den Namen Bäumlesgraben; hier mit Bliek auf den Löwenturm und den Berger Torturm.

Nördlingen

7. Der Obere Wasserturm, der den MauerdurchlaB sichert, durch den die Eger in die Stadt fließt, wurde in den Jahren 1469-1471 gebaut und 1516 ausgebessert, verdankt jedoch sein heutiges Aussehen einem Umbau von 1573. Das hier zur weiteren Verstärkung dieses gefährdeten Mauerabschnittes 1582 errichtete gewaltige Vorwerk wurde 1821 vollständig abgerissen. Auf der Stadtinnenseite lehnt sich die Walkmühle mit ihren zwei mächtigen Dächern an den Egereinlaß am Oberen Wasserturm. Diese seit 1390 nachweisbare Mühle war über Jahrhunderte die Walke der Nörd1inger Geschlachtgewander oder Feintuchweber .

n RDLIn6En - Porti!! b!!i öer Wolkmühl!! mit oberern WOï2:t:..·-

8. Wie mächtig, wehrhaft und hoch der Obere Wasserturm noch über den Wehrgang hinausragt, wird selbst von der Stadtseite aus deutlich. Ihm benachbart ist einer der vier Backofentürme sichtbar, die den langen Mauerabschnitt zwischen dem Oberen Wasserturm und dem Baldinger Tor verstärken. Innen an die Stadtmauer sind sogenannte Casarmen angebaut, in denen Taglöhner und andere arme Leute seit dem 17. und vor allem im 18. Jahrhundert gegen einen geringen Grundzins wohnen konnten.

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