Nürnberg in alten Ansichten

Nürnberg in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Wilhelm Schwemmer
Gemeente
:   Nürnberg
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2700-4
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nürnberg in alten Ansichten'

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VORWORT

Auf den folgenden Blättern wird versucht, Nürnberg gleichsam im Spiegel von Ansichtspostkarten aus der Zeit um 1880 bis 1930 zu zeigen, also einem halben Jahrhundert, in dem die Einwohnerzahl der Stadt von 100 000 auf 412 000 angewachsen ist. Die Bilder sind nicht nach Herstellungstechniken der criginalen Ansichtskarten geordnet, auch nicht streng chronologisch, sondern nach einem zwanglosen Rundgang von der Burg aus kreuz und quer durch die Altstadt, über St. Sebald und St. Egidien zum Hauptmarkt, über Heilig-Geist nach St. Lorenz und St. Jakob, dann rund um den Stadtgraben, nun in einzelne Vorstädte und zu nahen Ausflugszielen, wobei jeweils wichtige Gebäude Darstellung finden, aber auch Geschichtliches und Kulturgeschichtliches mit in die Betrach-

tung einbezogen wird , Es handelt sich um eine Folge markanter Beispiele , ohne daß jedoch in irgend einer Richtung Vollständigkeit angestrebt würde.

Die Originalkarten stammen - abgesehen von einer Anzahl im Besitz des Verfassers - aus drei großen Sammlungen: im Bundesverkehrsmuseum Nürnberg (Archiv der Postabteilung), im Stadtarchiv Nürnberg sowie der Privatsammlung Kobel, Nürnberg. Für die freundliche Zurverfügungstellung der Originale sei vor allem Herrn Archivdirektor DL Hirschmann, Herrn Bundespostamtmann Helmut Thiel und Herrn Hermann Kobel, Nürnberg, der herzlichste, verbindlichste Dank ausgesprochen.

Wilhelm Schwemmer

EINLEITUNG Die Postkarte.

Die heute allgernein übliche Postkarte hat kein so hohes Alter, als man in der Regel annimmt. Während seit dem Altertum und über das Mittelalter hinweg besonders im 16. bis 18. Jahrhundert eine üppige Briefkultur blühte, entstand seit etwa der Mitte des 19. Jahrhunderts in weiten Kreisen auch das Bedürfnis, kurze Nachrichten in poesieloser Sachlichkeit einem Partner übermitteln zu können. Diesen Wünschen suchte seit Anfang der l860er Jahre der Königliche Preußische Geheime Postrat DI. Heinrich Stephan Rechnung zu tragen und legte am 25. November 1865 anläßlich der deutschen Postkonferenz in Karlsruhe eine Denkschrift vor, in der er die Einführung der Postkarte zur Annahme ernpfahl. In dieser Denkschrift schilderte er, wie die Form und das Material des Briefes im Laufe der Zeiten viele Wandlungen erfahren habe, bis die Neuzeit die Verwendung des Papiers mit sich brachte, Nachdem Stephan weiter darauf hingewiesen hatte, daß sowohl die Form des Briefes wie auch des Inhalts immer einfacher geworden sei, kam er auf das Bedürfnis der kurzen einf'achen Mitteilung für den schriftlichen Verkehr und schlug ein bei allen Post stellen käufliches Formular vor, ein Kartenblatt in Größe und Form gewöhnlicher Briefkouverts, das er 'Postblatt' nannte. Obwohl dieser Vorschlag die Konferenz interessierte, fand er doch nicht die erhoffte Annahme. Er stieß zum Beispiel auf den Widerstand des damaligen preußischen Generalpostrneisters, der die Idee von der Hand wies 'wegen der unrnanierlichen Form von Mitteilungen auf einem offenen Postblatt'. Es geschah also zunächst nichts. Aber nun nahm sich die Privatindustrie der Sache an. Im Jahre 1868 gab ein deutscher Verleger vorgedruckte Formulare

heraus mit je dreißig Mitteilungen, die der Kartenschreiber nur anzukreuzen hatte, zum Beispiel 'Mein innigstes Beileid', oder 'Von Herzen gratulieren wir zur Geburt des Stammhalters' oder 'Teilen mit, daß unser Vertreter sie baldigst besuchen wird'.

Der österreichische Ministerialrat DI. Emanuel Herrmann griff den Gedanken DI. Stephans wieder auf. Er schlug 1869 eine Korrespondenzkarte vor, die aber eine Art Posttelegram sein sollte und der nur zwanzig Wörter (einschließlich Anschrift) zugestanden wurden. Die österreichische Postverwaltung führte diese tatsächlich im Oktober 1869 für Österreich ein, Doch nun setzte sich Stephans Vorschlag auch in Preußen durch. Am 25. Juni 1870 erfolgte die Einführung der Postkarte im ganzen Gebiet des Norddeutschen Bundes. Es war gerade der richtige Zeitpunkt und ungeheuer rasch verbreitete sich die Postkarte. Im dem kurz nachher ausgebrochenen Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 wurden zehn Millionen 'Feldkorrespondenzkarten' durch die Postverwaltungen portofrei und kostenlos verschickt. Sie trugen wesentlich zur Verbindung der Armee mit der Heimat bei. Nach Kriegsende wurde die Postkarte auch in Süddeutschland eingeführt und erstaunlich schnell, noch im Jahre 1871, folgten die meisten europäische Staaten.

Die Ansichtspostkarte

Die Korrespondenzpostkarten wiesen bis dahin keinerlei bildliche Darstellung auf. Nun war jedoch beim Ausbruch der Deutsch-Französischen Krieges 1870 der Hofbuchhändler August Schwarz in Oldenburg auf den Einfall gekommen, das zufällig vorhandene Klischee eines Artilleristen auf eine Postkarte zu drucken, erstmals am 16. Juli 1870, um die Mittei-

lung interessanter zu machen. Der große Erfolg dieser Karten veranlaßte ihn, eine Serie von fünfundzwanzig Bildpostkarten herzustellen. Dies war der erste Schritt zur neuen Bildkarte. Handelsartikel wurde diese Bildpostkarte noch im Laufe des gleichen Krieges, als Leipziger Firmen derartige, in der Hauptsache nach und von den Schlachtfeldern versandte Karten auf den Markt brachten. Die Illustrationen waren auf offizielle Postkarten gedruckt. Ansichtskarten in unserem Sinne waren sie nicht. Aber auf dem Weg dazu war jetzt nur noch ein kleiner Schritt nötig. Und dieser wurde von einem Nürnberger gemacht.

Im Jahre 1872 fertigte der Kupferstecher Franz Rorich in der Werkstatt seines Vaters, des Kupfersteehers Karl Rorich zu Nürnberg die drei ersten Ansichtskarten, Die Anregung hierzu war aus der Schweiz gekornmen. Die erste Karte brachte sechs Ansichten von Zürich zur Darstellung, die zweite und dritte zeigten je drei Züricher Ansichten. Diese drei ältesten Ansichtskarten wurden von dem Verlag J.H. Locher in Zürich herausgebracht; sie trugen die Aufschriften sowohl des Steehers wie des Verlegers. Es handelte sich um sogenannte Sammelbilder. Noch irn gleichen Jahre 1872 stach Franz Rorich im Geschäft seines Vaters eine weitere Reihe von Ansichtskarten rnit Darstellungen Schweizer Städte: Genf, Freiburg, Lausanne, Luzern, Neufchätel, Basel, Schaffhausen, Rorschach, die ebenfalls bei Locher in Zürich verlegt wurden. In das Jahr 1872 fällt aber auch die Herstellung der ersten Ansichtskarte von Nürnberg durch Franz Rorich. Diese Karte zeigt einen Bliek vom Mohrentor aus zur Burg. Das liebevoll gezeichnete Rundbildehen war umrahmt von einem Blattkranz, den das Nürnberger Stadtwappen bekrönte. Diese genarmten und noch weitere in den folgenden Jahren

von Franz Rorich geschaffene Ansichtskarten waren sämtlich in Stahl gestochen. Noch nicht in großen Mengen hergestellt, waren sie künstlerisch und informativ zugleich,

Die Schöpfung der Ansichtskarte durch den Nürnberger Kupferstecher sollte bald ungeahnte Erfolge haben und eine neue Industrie hervorrufen. Schon um 1873/74 fertigte der Berliner Lithograph Miesier Karten mit Berliner Ansichten. Süddeutsche Orte folgten bald, als erster Würzburg, um 1876 auch Mittel- und Norddeutschland und gegen 1880 'gab es bereits von etwa siebzig deutschen Städten und vielbesuchten Gebirgsorten Ansichtskarten. Die erste Scherzkarte soll im Herbst 1875 entstanden sein. Der Hofbuchhändler A. Schwarz in Oldenburg sandte sie mit lateinischer Beischrift einem Freunde am Rhein. Mit dem Weltpostvertrag vom 1. Juni 1875 wurde die Ansichtskarte in der ganzen Welt offiziell zugelassen. Dabei ist bermerkenswert, daß bei allen bis zum Jahre 1885 entstandenen illustrierten Karten der vom Staate hergestellten Karte das Bild nachträglich aufgedruckt war, nicht selten auch durch Gummi-Stempel; erst 1885 wurde in Deutschland und Österreich die dem staatlichen Muster möglichst gen au nachgebildete Postkarte für die Privatindustrie freigegeben. Die illustrierten Postkarten kann man einteilen in Ansichts-, Gelegenheits- und Scherzkarten. Die Gelegenheitskarten, die sich auf Ausstellungen, Feierlichkeiten, historische Ereignisse beziehen, sind entweder offiziell, das heißt auf Rechnung des Staates hergestellt, oder von Privatunternehmen. Den Reigen der offiziellen Karten eröffnete Nürnberg mit einer Karte der Bayerischen Landesausstellung 1882. Dann folgte die Schweiz im Jahre 1893 mit der Erinnerungskarte an die fünfzig Jahre vorher erf'olgte Ein-

führung der Briefmarken. Weitere Staaten folgten dem Beispiel rnit Eifer. In Bayern erschien die erste offizielle Festpostkarte anläßlich der zweiten Bayerisehen Landesausstellung in Nürnberg 1896. Um 1900 kamen die sogenannten Künstlerpostkarten auf, mit Entwürfen namhafter Künstler. Bemerkenswerte Beispiele hierfür waren die beiden offiziellen Ansichtskarten zum neunzigsten Geburtstag des Prinzregenten Luitpold von Bayern 1911 (von J ulius Dietz), sowie die 'Landestrauer-Karte' anläßlich des Todes von Prinzregent Luitpold von Bayern am I. Dezember 1912.

Hinsichtlich der bei der Herstellung der Ansichtspostkarten angewandten Technik herrschte bis um 1880 der Stahlstich vor; er verschwand in den l890er Jahren völlig und wurde abgelöst durch den Holzschnitt (Holzstich), die Strichätzung und durch die Lithographie. Beide Techniken waren schon neben dem Stahlstich bei Ansichtskarten vorgekommen. 1880 erfand der Nürnberger Hans Meisenbach die Bildzerlegung durch den Raster: die Autotypie. Auf dem Gebiete der Ansichtskarte setzte sich diese Technik nur langsam durch, entscheidend eigentlich erst gegen 1910.

Seit der zweiten Hälfte der l890er Jahre beherrschte das Feld auf diesern Gebiete der Lichtdruck. In dieser Technik hatte schon 1878 die Firma Adolph in Passau die ersten Ansichtskarten gefertigt. In allen seinen Abarten für die Schwarz-weiß-Ansichtskarte sowie der Steindruck für die 'farbige' Karte; dabei unterschied man den Bunt- und den Aquarelldruck (ersterer zeigte dunkle Umrisse, letzterer nicht). Von den deutschen Städten und sehr vielen kleineren Ortschaften gab es bis nach dem ersten Weltkrieg die Schwarz-weißAnsichtskarte zu fünf Pfennig und die 'farbige' (meist

Drei- oder Vierfarbendruck) zu zehn Pfennig, Die Lichtdruckkarte wurde in den zwanziger Jahren durch die Fotokarte abgelöst, die seitdem herrschend blieb. Sie brachte eine gewisse Vereinheitlichung unter Wegf'all alles ornamentalen Beiwerks und beruhte zum Teil schon auf Luftaufnahmen.

Das Sammeln von Ansichtskarten begann in den l880er Jahren. Es entstanden Vereine, die den Austausch pflegten. Der bedeutendste war der 'Centralverband für Ansichtskarten-Sammler'. dessen Organ, 'Der Postkarten-Sammler', bei Ernst Heitmann in Leipzig erschien. Die kulturgeschichtliche Bedeutung der Ansichtspostkarte ist nicht zu unterschätzen. Wer sich mit der Entwicklung der Ansichtskarte befaßt, kann an den Motiven die Wandlungen des Geschmacks und letzten Endes die kulturelle Entwicklung ablesen.

Die Ansichtspostkarte mit Niimberger Motiven.

Die ehernalige Reichsstadt Nürnberg hatte eine bis in die Dürer-Zeit zurückreichende graphische Tradition aufzuweisen. Hatten gegen Ende des 16. Jahrhunderts in Nürnberg achtunddreißig Kupferstecher gelebt, so waren es um 1800 irnrnerhin einundfünfzig und 1833 sogar siebenundsechzig, wozu noch achtundvierzig Kupferdruckereien kamen. Von kaum einer deutschen Stadt ist Nürnberg darin erreicht worden. An der Nürnberger Kunstschule bildete deren Direktor Albert Reindel von 1821 bis zu seinem Tode 1853 die letzte große Kupferstecher-Generation heran. Im frühen 19. Jahrhundert war eine neue graphische Technik aus England und Frankreich gekommen, die es ermöglichte, bellebig viele Abzüge von einer Platte zu machen: der Stahlstich. Einer seiner bedeutendsten Vertreter in Nürnberg war Friedrich Fleischmann,

dessen erfolgreichster Schüler, Karl Mayer, in Nürnberg die erste große Kunstanstalt gründete. Bis in die 1850er und 1860 Jahre war Nürnberg auf dem Gebiete des Kupferstichs und des Stahlstichs unbedingt führend.

Da war es kein Zufall, daß in einer Nürnberger Werkstätte die erste Ansichtspostkarte hergestellt wurde: bei Kar! Rorich, einem Schüler von Albert Reindel. Karl Rorichs Sohn Franz, der 1872 die ersten Ansichtspostkarten schuf, war ebenfalls aus der Nürnberger Kunstgewerbeschule hervorgegangen (unter Reindels Nachfolger August Kreling). Geboren am 30. Januar 1851, arbeitete er nach Abschluß seiner Kupfer- und Stahlstecher-Ausbildung in der Werkstatt seines Vaters. Seinen Ruf begründete er als Steeher von Landschaften und Genrebildern. Später widmete er sich mit Vorliebe dem Architekturstich und illustrierte zahlreiche wissenschaftliche Werke. Er starb am 26. Februar 1904.

Unvorstellbar rasch wurde die Herstellung der Ansichtspostkarten von den zahlreichen graphischen Werkstätten in Nürnberg aufgenommen. Die Kunst des Kupferstichs und des Stahlstichs kam in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts immer mehr in Abnahme. 1850 nannte das Adreßbuch fünfzig Kupferstecher, 1860 und 1870 hielt sich ihre Zahl noch auf fünfunddreißig, 1880 waren es nur noch neun; dagegen hatten sich die Lithographischen Anstalten von zehn (1850) auf fast fünfzig vermehrt, sie wandelten sich aber dann allmählich in photographische Anstalten um. Die Erfindung des Rasters, 1880, nahm von hier aus den Weg über die ganze Welt. Schon 1901 gab es in Nürnberg fast fünfzig Kunstanstalten, 1928 waren es siebenundfünfzig. Der Weg, den hier die graphischen Techniken nahmen, war

zugleich der Weg der Nürnberger Ansichtskarten. Denn fast alle diese Werkstätten und Betriebe stellten seit den l880er Jahren Ansichtspostkarten her, anfangs in Stahlstich und Holzstich, dann in Lithographie, weiterhin in Lichtdruck und 'Buchdruck' (Autotypie), vor allem aber in (rneist drei- oder vierfarbigem) Steindruck. Nur als Beispiele seien genannt die aus der Mayer'schen Kunstanstalt hervorgegangene Firma Zerreiß und Co. sowie die Firma Ernst Nister, die jahrzehntelang auf dern Gebiete des Steindrucks dominierte.

An Motiven für Ansichtspostkarten bot Nürnberg allerdings von Anfang an wesentlich rnehr, als andere deutsche Städte. Der großartige Erhaltungszustand der alten Kirchen, der Burg und der mittelalterlichen Stadtumwallung, der prächtigen öffentlichen Bauten, der Patrizier- und Bürgerhäuser, der breiten Straßen und weiten Plätze, der malerischen Höfe, der reizenden Brunnen und nicht zuletzt die Gedenkstätten großer Meister - das alles, schon von den Romantikern entdeckt, bot nun den willkommenen Stoff für Ansichtspostkarten, Da kehrten denn auf diesen schon seit den 1870er Jahren jahrzehntelang bestimmte Motive wieder: der Bliek von der Hallertorgegend oder von der Lorenzkirche zur Burg, der Bliek von der Burgfreiung über die Stadt, die Burg selbst rnit ihren verschiedenen Teilen, der Hauptmarkt mit Frauenkirche und Schönem Brunnen, die Henketstegpartie, der Pegnitzeinlauf und der Lauf des Flusses durch die Altstadt, die Königstraße und Karclinenstraße mit Bliek zur Lorenzkirche, vor allem das Dürerhaus mit seiner Umgebung, das Denkmal Durers und des Hans Sachs - um nur ein paar der am häufigsten dargestellten zu nennen. Dies alles rundete sich zu den typischen 'Nürnberger Postkartenrnotiven' ,

schon Jahrzehnte bevor die Schönheiten etwa von Rothenburg. Dinkelsbühl oder Nördlingen entdeckt wurden.

Gleichzeitig mit der Darstellung der baulichen Schönheiten der Altstadt hat man durch Ansichtskarten auch historische Erinnerungen wachgerufen (zum Beispiel das Schembartlaufen, Gesellenstechen, Fischerstechen, die Handwerkerumzüge), ebenso durfte auch der Nürnberger Trichter und das Bratwurstglöcklein mit den Nürnberger Spezial-Bratwürsten nicht fehlen. Offizielle Ansichtspostkarten, zum Teil in ganzen Serien, erschienen zu überörtlichen Tagungen, Turnfesten, zu dem jährlichen 'Volksf'est', zu grofsen Sängerfesten. Große Landesausstellungen 1896 und 1906 boten Anlaß zu 'Festkarten' , aber auch unglückliche Ereignisse wie das große Hochwasser am 5. Februar 1909, boten eine erwünschte Gelegenheit zur Herausgabe von Ansichtskarten.

Natürlich beschränkte man sich bei den Karten nicht auf die Altstadt; auch von den rings um diese entstandenen neuen Industrievierteln, besonders aber beliebten Ausflugszielen der näheren Umgebung (Dutzendteich, Schmausenbuck, Tiergarten und so weiter) erschienen immer wieder Ansichtskarten, wobei die 'Sarnmelkarten' mit gleichzeitig verschiedenen Ansichten besonders bevorzugt wurden.

Daß man sich der Bedeutung der Ansichtskarte zur Werbung für die Stadt bewußt war, erweist zum Beispiel eine Künstlerkarte aus dem Jahre 1912, mit Bliek auf die Altstadt und der Gestalt Albrecht Dürers, dazu der Schrift: 'Nürnberg ist eine der reizvollsten Städte der Welt'. Tatsächlich hat die an sich so bescheidene Ansichtspostkarte wesentlich dazu beigetragen, den Ruhm Nürnbergs in aller Welt zu verkünden.

Leihgeber der abgebildeten Postkarten:

Verkehrsmuseum (Archiv der Postabteilung): 1,2,3,21,24,35,42,50,51,55,57,58,59,64,65,66,67,74, 81,86,87,89,90,91,93,95,103,104,105,112,115,119, 121, 123, 125, 136, 140, 141, 142, 143, 144, 145, 147,148,149.

Stadtarchiv Nürnberg: 4, 5, 6, 15, 17,20,23,26,28,29,30,36,37,38,39,43,48,49,52,53, 60, 61, 72, 73, 75,77,78,79,80,82,85,88,97,106,109,111,116,117,122, 130, 131, 150, 151.

Sammlung Kobel, Nürnberg: 7,9, 12, 13, 14, 16, 18, 19, 31, 32, 33, 34, 40,45,46,47,68,69,70,71,76,84, 92,94,96,98,99,100, 101, 102, 107, 110,118, 120, 124, 127, 129, 132, 133, 134, 135, 137, 138, 139, 146.

~ .

(;?Z .

1. Offizielle Postkarte der Bayerischen Landesausstellung in Niimberg 1882. Die Ansicht des Hauptgebäudes dieser Ausstellung ist einer amtlichen Postkarte nachträglich aufgedruckt und zwar auf deren Vorderseite, Es handelt sich noch nicht um eine eigentliche Ansichtskarte, sondern um einen Vorgängertyp, eine 'Bildkarte'. Die Karte ist dadurch eine InkunabeL

J'{ürnberg

Bliek vom Hallerthor

2. Bliek über das Hallertor zur Burg. Eine der schönsten, aber auch bekarmtesten Nürnberger Stadtansichten, die schon Franz Rorich 1872 zur ersten Nürnberger Ansichtskarte verwendet hat, Am HaJlertor wurde 1880/81 ein kleiner Teil der Stadtmauer niedergelegt und hier ein stilgemäßer Neubau errichtet. Links ragt der große, 1559 ummantelte Neutorturm auf, in der Mitte der Tiergärtnertorturrn (mit Spitzhelm), neben dem nach rechts der Palas- und Kapellenbau der Kaiserburg, dann weiter der Sinwellturm sowie der Turm Luginsland sichtbar sind, Vorlage: Lichtdruck, um 1890.

)YÜrnberg.

3. Bliek vom Nordturm der Lorenzkirehe zur Burg. In der Mitte des Vordergrundes das im Kern mittelalterliche, einst Hallersche Haus, das an der Nordseite des Hauptmarktes stand; schräg links dahinter die Sebalduskirche mit dern 1361/79 erbauten gotischen Haller-Ostchor, Den nördlichen Abschluß bildet die gewaltige Burganlage: links die Kalserburg mit Kapelle und Heidenturm, in der Mitte der runde Sinwellturm, rechts die Bangruppe des Fünfeckigcn Turmes mit Kaiserstallung und Turrn Luginsland, Vorlage: Farbendruck, um 1910.

lürnbers

von der Burg.

4. Bliek von der Burgfreiung auf die Altstadt. Das Stadtbild wird beherrscht von den beiden Hauptkirchen St. Sebald (vorne) und St. Lorenz, deren Silhouetten einander sehr ähnlich sind, Links vom spätgotischen Hallenehor der Sebalduskirche ist die Fassade des 1616/22 von Jakob Wolff dem Jüngeren erbauten Rathauses erkennbar, an das 1884/89 ein Neubau angefügt wurde. Vorlage: Lichtdruck von 1906.

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