Oberschleißheim in alten Ansichten

Oberschleißheim in alten Ansichten

Auteur
:   Otto Bürger
Gemeente
:   Oberschleißheim
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3454-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Oberschleißheim in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Oberschleißheim liegt 15 Kilometer nördlich der Landeshauptstadt München. 1985 feierte die 'höfische Siedlung' ihr 1200jähriges Gründungsjubiläum. 785 wurde Sliuuesheim in einer Schenkungsurkunde an den Freisinger Bischof erstmals urkundlich erwähnt. Aus 'Schleißheim' entwiekelten sich im Laufe der Jahrhunderte zwei selbständige, benachbarte Gemeinden: Ober- und UnterschleiBheim.

Die ältesten noch erhaltenen Zeugnisse OberschleiBheims sind neben der Friedhofskirche St. Jakob der 1598 begonnene Wilhelmsbau mit einer sich nach Westen hin ausdehnenden Schwaige. Herzog Wilhelm V. errichtete sich damit im Zeitalter der Gegenreformation eine fürstliche Eremitage. Sein Sohn, Kurfürst Maximilian 1., ließ durch den Baumeister Heinrich Schön Anfang des 17. Jahrhunderts das Herrenhaus zum sogenannten Alten Schloß im Stil der Spätrenaissance umbauen. Der Niederländer Peter Candid schuf die Stuckdekoration bzw. malte die Fresken. Der Enkel Maximilian 1., der 'Türkensieger' Max Emanuel, gab dem Graubündner Enrico Zuccali den Auftrag, 1684 sowohl das Jagdschloß Lustheim am Ende des weitläufigen Parks zu erstellen als auch 17 Jahre später gegenüber dem Alten Schloß mit einem monu-

mentalen Neubau zu beginnen. Als Vorbild für das sogenannte Neue Schloß dienten der Louvre in Paris bzw. die Wiener Kaiserresidenz Schönbrunn. Dem Wittelsbacher Sproß schien die Königs- bzw. Kaiserwürde greifbar nahe.

Mit dem Tod Max Emanuels 1726 erloschen nicht nur die hochtrabenden politischen Träume des Kurfürsten, es endete auch - von kleinen Ausnahmen abgesehen - die Bautätigkeit am Ort. Die barocken Schloßanlagen Lustheim sowie das Neue Schloß SchleiBheim fand einen neuen Verwendungszweck als Gemäldegalerie. Im umgebauten Speisesaal des Alten Schlosses feierten die Katholiken ab 1818 in Ermangelung einer eigenen Pfarrkirche über hundert Jahre lang ihre Gottesdienste.

Max Schönleutner hatte als Staatsgutsadministrator so viel Erfolg, daß ihm der König 1822 in Schleißheim auch die Leitung der neugegründeten landwirtschaftlichen Zentralschule anvertraute. Als aber die Lehranstalt 1852 nach Weihenstephan umzog, kehrte in die Schwaiggebäude bis 1879 als 'Ersatz' eine Kreisakkerbauschule ein. Von 1880 an beanspruchte das bayerische Militär die ehemalige Schwaige als Remonte-Depot.

Die Entscheidung des bayerischen Kriegsministeriums, ab 1. April 1912 auf dem Gelände südlich der Schloßanlagen einen Flugplatz errichten zu lassen, beeinflußte die Entwicklung der Gemeinde maßgeblich. Das von Künstlern wegen seiner Lage am Moos und seiner Schlösser so vielgeliebte Schleißheim wurde Militärfliegerstation, Fliegerersatzabteilung, Reichswehrfliegerhorst, technischer Betriebshafen der Lufthansa, Sitz der Deutschen Verkehrsfliegerschule und schließlich ab 1935 Luftwaffenfliegerhorst. In den Ort kehrte Unruhe ein!

In einem zeitgenössischen Bericht aus dem Jahre 1914 stellte sich das folgendermaßen dar: Weitläufige Hangars stehen vor den schmucken Casernen am großen Flugplatz. Morgens und abends herrscht richtiges Flugplatzleben hier, Militär, Fliegeroffiziere stehen in Gruppen umher, Automobile sausen herum, zahlreiche Aeroplane stehen bereit, werden geprobt, gesichtet unter dem sausenden Rattern und Knattern der Motore.

Die Bevölkerung stieg von 911 Einwohnern im Jahre 1885 auf 1 885 in Jahre 1919 an und erhöhte sich bis 1939 nochmals um mehr als das Doppelte.

Kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges entstand

am westlichen Ortsrand eine veterinärpolizeiliche Versuchsanstalt, mit der die Gemeinde sich rühmen konnte, die erste Einrichtung dieser Art im Deutschen Reich zu besitzen. Häuser und Straßen wuchsen in rascher Folge aus dem Boden. 1928 zählte Oberschleißheim mit seinen Ortsteilen Badersfeld, Hochmutting, Lustheim, Mittenheim und Neuherberg 32 Vereine bzw. Selbsthilfegenossenschaften.

Lassen wir zum Schluß Hans Brandenburg zu Wort kommen, was er in seinem Buch 'Festliches Land' im Jahre 1930 berichtete: Schleißheim ... Das istein Name wie Sanssouci und Schonbrunn, der Name für eine stille Köstlichkeit vor den Toren einer Großstadt, für einen steinernen Herrschertraum, der Unsummen verschlang, um nur dem einen absolutistischen Ich zu dienen, und von dem noch nichts blieb als Lust und Erholung allem Volk auf Jahrhunderte ... Wäre München nicht München, dann ginge in der Fremdenzeit alle Viertelstunde vom Marienplatz ab ein Auto hinaus ... Zu allen Zeiten und von allen Seiten loekt Schleißheim stets von neuem.

Kg!. Schloß und Gemäld -ëclerte Schlei(jheim b. ffiünóen.

1. Bis zum Ende der bayerischen Monarchie 1918 trug das Neue Schloß Schleißheim den Zusatz 'Königlich'. Das Monogramm des Erbauers, Kurfürst Max Emanuel (f662-1726), übernahm Professor Otto Hupp in die obere Hälfte des Gemeindewappens (den unteren Teil zieren die bayerischen Rauten). Am 10. Dezember 1925 erteilte das Innenministerium der Gemeinde die Genehmigung zur Führung des Ortswappens. Duch die Wappengestaltung soll die enge Verbundenheit Oberschleißheims mit den Wittelsbacher Herrschern in Bayern bzw. mit dem Neuen Schloß zum Ausdruck gebracht werden.

Hgl. 5dtloss u. Gemälde-Galerie Sdtlelsshelm r Der grosse Vorsaal.

2. Überlebensgroße Gipsmodelle von bayerischen Herrschern zierten um die Jahrhundertwende den mit plastischem Stuck von Johann Baptist Zimmermann reich geschmückten großen Vorsaal des Neuen Schlosses. Die Statuen wurden von dem Bildhauer Ludwig von Schwanthaler für den Thronsaal in der Münchner Residenz geschaffen. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich dieser 'Große Saal', nun ohne die ins Depot ausgelagerten Figuren, zum Treffpunkt für Musikliebhaber aus aller Welt. Tausende von Besuchern genießen hier Jahr für Jahr die beliebten Schleißheimer Schloßkonzerte.

3. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde in der großen Galerie des Neuen Schlosses eine Wittelsbacher Ahnengalerie eingerichtet. Um die Kosten für die fehlenden Porträts des Hauses Wittelsbach zu decken, die von zeitgenössischen Malern wie Julius Zimmermann nach Gemälden oder Stichen kopiert wurden, verschleuderte man zu Spottpreisen 971 Gemälde aus dem Galeriebestand, die lediglich 8 672 Gulden und 7 Kreuzer erbrachten. Unter den Kostbarkeiten waren viele damals verkannte altdeutsche Meister, so etwa Dürers 'Annaselbdritt' (Metropolitan-Museum New York), die 30 Gulden erbrachte und Grünewalds 'Maria-Schneewunder' (Augustinermuseum FreiburglBr. ). Anfang des 20. Jahrhunderts verschwanden die 164 Gemälde ins Depot.

Kg!. Schloß und Gemälde·Galerie SchIeißheim.

Scltrö(Jclten Irultheirn Im Kgf. Park.

4. Die Bauarbeiten für Schloß Lustheim begarmen 1684. Wenige Jahre später, 1690, erlebte es bereits mit einem Gala-Essen in Anwesenheit Kaiser Leopold I. seinen Höhepunkt. Dann wurde es still um das von Kurfürst Max Emanuel errichtete Jagdschloß. Schließlich fanden die mit prunkvollen Dekkenbildern ausgestatteten Räume als Bildgalerie eine neue Verwendung. Wer sie um die Jahrhundertwende besichtigen wollte, mußte sich erst beim Jagdaufseher im südlichen Parkpavillon anmelden. Er bekam dann die 200 Werke umfassende Klementinische Gemäldesammlung zu sehen. Seit dem 29. Juni 1971 befindet sich hier die weltberühmte Sammlung Meißener Porzellane von Prof. Dr. Dr. h.c. Ernst Schneider.

Schleissheim

Schlosshcf jnit Hofkapelle

5. Der Schloßhof , zu erreichen durch einen in der Spätrenaissance üblichen Tor und Turm bewehrten Zugang, gibt den Bliek auf das Alte Schloß frei. Der Niederländer Peter Candid zeichnete unter dem bayerischen Herrscher Maximilian I. Anfang des 17. Jahrhunderts für die dekorative Gestaltung des Stucks und der Fresken verantwortlich. Im Zweiten Weltkrieg wurden 1944 das Innere bis aufwenige Reste zerstört (Wiederaufbau im Gange bzw. geplant). Der tonnengewölbte Saal im Hauptgeschoß, einst für die große Hoftafel bestimmt, diente von 1818 bis 1934 und von 1942 bis 1944 den Katholiken als Kirchenraum. Im nördlichen Bereich des Hofes wurde am 3. September 1922 das Kriegerdenkmal enthüllt.

6. Am 24. Dezember 1879 gab das Kriegsministerium bekannt, daß Seine Majestät, König Ludwig I1., 'durch Allerhöchste Entschließung die Errichtung eines Remonte-Depots in Schleißheim vom 1. Januar 1880 an allergnädigst zu genehmigen geruht'. Damit fand die ehemalige Schwaige Herzog Wilhelms V. (1548-1626) - rechts im Bild westlich des Neuen Schlosses - nach einer wechselvollen Geschichte als bäuerliche Ökonomie und landwirtschaftliche Lehranstalt eine neue Aufgabe. Hier wurden bis zu 500 Pferde betreut. 1922 übernahm die Stickstoff-Land GmbH mit Anton Forster als Direktor und Heinz Hudezeck als Administrator das gesamte Anwesen. Das Foto entstand 1913 aus dem Ballon 'Vlm'.

Schleissheim b. München Phor. Lor. Fränzl, München

Aus ,,12 Tage in München"

herausgegeben vom Fremdenverkehrsvereln Mündie:

7. In einer Nacht- und Nebelaktion, so berichteten Zeitgenossen, verschwand 1912 die Lindenallee beiderseits der Münchner Straße auf dem Flugplatz Schleißheim, weil sie den Bayerischen Militärfliegern im Wege stand. Das bedeutete aber auch, daB man damit die kürzeste Verbindung zur Landeshauptstadt unterband. - Auf Münchner Gebiet findet die Chaussee mit der 'SchleiBheimer StraBe' heute noch ihre Fortsetzung.

8. Die Mittenheimer Straße mit Bliek auf das Alte Schloß zeigt diese von Robert Raudner (1854-1915) 1896 geschaffene Radierung. Dicke und knorrige Linden säumen den Kiesweg, auf dem ein Schäfer mit seiner Herde gemächlich zum Remontedepot zieht.

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