Oberstaufen in alten Ansichten

Oberstaufen in alten Ansichten

Auteur
:   Fritz Haug
Gemeente
:   Oberstaufen
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5292-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Oberstaufen in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Oberstaufens geschichtlicher Werdegang

Die ersten Bewohner waren die zum weitverbreiteten Volksstamm der Kelten gehörenden Vindelicier. Als der römische Kaiser Tiberius im Jahre 15 v. Chr. Vindelicien erobert hatte, wurde es der damaligen römischen Provinz Rätia Secunda angegliedert, zu der es bis zum Ende der Römerherrschaft gehörte. Aus dieser Zeit stammen auch die bei Salmas (Ortsteil Thalkirchdorf) aufgefundenen Reste der unter der Herrschaft des römischen Kaisers Decius (249-251 n. Chr.) erbauten 'Via Decia'. Diese Straße, die ihren Ausgangspunkt in Solbad Hall (Tirolisch Hall) hatte, führte über Innsbruck , Gaichtpaß, Oberjoch und Immenstadt (bei Salmas, Wengen. Kalzhofen und Buflings Oberstaufener Gemeindegebiet berührend) weiter nach Simmerberg-Bregenz. Später diente sie als sogenannte Salzstraße über eineinhalb Jahrtausende dem blühenden Salzhandel und damit dem wirtschaftlichen Wohlergehen aller an ihr liegenden Orte. Zur Zeit der Völkerwanderung erfolgte um das Jahr 496 die Landnahme durch die Alemannen.

In einer Urkunde des Klosters St. Gallen wird im Jahre 817 erstmals erwähnt, daß 'ein gewisser Wisirich eine Zelle, genannt Wisirihiscella, im Alpgau gelegen', dem Kloster übergibt, das ihm diese Schenkung mit dem dazugehörigen Landbesitz als Zinsgut zurückgab. Auf diese altchristliche Missionszelle soll die Entstehung des Kirchleins Zell auf Oberstaufener Gemeindegebiet zurückzuführen sein, welches dann die Mutterkirche der Pfarrei Oberstaufen wurde.

Eine Urkunde des Klosters St. Gallen erwähnt im Jahre 868 erstmals den Ort 'Stoufun', als 'ein gewisser Chadolt aus dem Alpgau dem Kloster unter Abt Crimaldus seine ganze Habe

als Schenkung' übergibt. Der Ort 'Staufen' behielt diese Bezeichnung bis zum Jahre 1837. Dann bürgerte sich für die Gesamtgemeinde, die aus dem Marktflecken und einer Anzahl von Filialorten bestand, der Name 'Oberstaufen' ein. Eine bayerische Innenministerial-Entschließung legte diese Bezeichnung aber erst im Jahre 1921 endgültig fest. Wechselhaft war die weitere mittelalterliche Entwicklungsgeschichte des Alpgaus. Gaugrafen waren bis ins 11. Jahrhundert die Udalrichingcr, die alten Grafen von Bregenz. Durch Erbteilungen folgten die Grafen von Buchhorn (Friedrichshafen), die Grafen von Kirchberg an der unteren IIler und der Graf von Wirternberg-Grüningen. Vom 13. Jahrhundert an war die nach der Burg Eglofs benannte Grafschaft Eglofs der Hauptsitz der Gaugrafen. 1243 wurde die Grafschaft an den Hohenstaufenkaiser Friedrich H. verkauft. Nach dessen Tod wurde sie Reichsbesitz und ging unter Kaiser Rudolph von Habsburg 1273 als Lehen an die Ritter Ulrich und Marquard von Schellenberg. Zum ers tenmal wird die Burg Staufen erwähnt, als der Ritter Marquard von Schellen berg am 4. August 1311 zu Lindau an den Grafen Hugo von Montfort, Herrn zu Bregenz 'urn 650 Mark guten Silbers Lindauer Gewichts die Burg zu Staufen, im Alpgau gelegen', verkauft. Dies war der Beginn eincr gesonderten Herrschaft Staufen, die dann über 253 Jahre vom Montforter Grafenhaus regiert wurde. Im Jahre 1328 errichtete Graf Hugo von Montfort in Oberstaufen ein Kollegiatstift für einen Propst und sechs Stiftsherren.

Mit der Verleihung des Marktrechtes am 8. Januar 1453 durch Kaiser Friedrich lIl. zu Wiener Neustadt begann ein bedeurender Abschnitt in der Geschichte des Ortes. Unter der strengen und gefürchteten Regierung des Grafen Hugo von Montfort-Rothenfels hatten die Untertanen so viel zu

erdulden, daß es irn Jahre 1525 zum Bauernaufstand kam. Das Schloß zu Staufen wurde im Verlauf der Kämpfe erstürmt und niedergebrannt.

Die Herrschaft Staufen ging dann durch Kauf in den Jahren 1564-1566 an den Freiherrn Joharm Jakob von Königsegg über und blieb bis 1804 irn Besitz des Geschlechtes Königsegg-Rothcnfels, das 1629 in den Reichsgrafenstand erhoben wurde. Auch das Allgäu blieb von der Pest nicht verschont, und im Jahre 1635 forderte sie in der Pfarrei Staufen 700 Opfer.

In späterer Zeit wurde Staufen durch Schwedeneinfälle, Franzoseneinquartierungen und manches Brandunglück heimgesucht und die Bevölkerung ihrer Habe beraubt. Im September 1680 wurde der gesamte Ort mitsamt der Kirche bis auf fünf Häuser durch eine große Feuersbrunst völlig eingeäschert. Die Schuld daran traf den damaligen Propst Jacob Heinzler, der es wohl versäumt hatte, die Kamine der Propstei rechtzeitig zu erneuern. 1785 ging vom 'Färberhaus' ein weiteres Großfeuer aus, dem sechs Häuser zum Opfer fielen.

1804 vertauschte Graf Franz Fidel mit der Reichsgrafschaft Rothenfels die Herrschaft Staufen 'auf ewge Zeiten unwiderruflich' an das Erzhaus des Kaisers Franz 1I. von Österreich. Zwei Jahre später aber wurde Staufen bayrisch. Im Jahre 1836 verlieh König Ludwig I. an Bord der 'Medea' im Hafen von Ancona dem Markt Oberstaufen ein vom Reichsheroldsamt begutachtetes Wappen, das im unteren Teil das Schloß Staufen zeigt, darüber die Ortsfarben blau-weiß mit einem verschlungenen ST, den Anfangsbuchstaben des Marktes.

1807 bekam Staufen ein eigenes Waaghaus, einen Kommarkt und besaß eine eigene bürgerliche Verfassung. Unter

dem Handwerk blühte vor allem die Weberei, aber auch der Salzhandel trug zum Wohlstand bei. Eine neue wirtschaftliche Blüte begann, als 1874/75 die Staatsstraße nach Aach erbaut wurde. Ein großer Aufschwung kam mit dem Bau der Ludwigs-Nord-Süd-Bahn, die von München über Immenstadt und Oberstaufen zum Bodensee geführt wurde. Die Bahnstation Oberstaufen, höchstgelegene D-Zugstation Deutschlands, wurde im Jahre 1853 eröffnet.

Wer sich noch eingehender mit der Geschichte Oberstaufens befassen will, lese das 'Heimatbuch des Marktes Oberstaufen und der ehemaligen Reichsherrsehaft Staufen' aus der Feder von Ehrenbürger Thilo Ludewig, ein profunder Kenner der Oberstaufener Historie. Viele Daten und Textanregungen für dieses Buch sind seinem Heimatbuch und seiner 'Häuser-Chronik' entnommen. In diesem Bildband wird versucht, Oberstaufens Werdegang und Umbruchjahre vom ländlichen Marktflecken zum bekannten Luftkurort während der Jahre 1880 bis 1930 in Wort und Bild darzustellen. Manches, was man längst vergessen glaubte, wird durch seltene Bilddokumente wieder in Erinnerung gerufen.

Ich danke vielen alt eingesessenen Bürgerinnen und Bürgern, die in ihren Bilderkisten gekramt und mir von alten Zeiten erzählt haben. Auch die Berufsfotografie blühte in Oberstaufen frühzeitig auf. Deshalb kommen viele Aufnahmen aus den ehemaligen Fotoateliers Höss, Mader und Mauch. Einige Fotos um 1898 bis 1900 wurden von Carl SilIer, München, aufgenommen und stammen aus dem Nachlaß von Emmy Koch.

FritzHaug

1. Die älteste Fotografie zeigt Oberstaufen um das Jahr 1875. Der deutsch-französische Krieg war 1871 beendet, aus Oberstaufen. Aach und Steibis nahmen 59 Soldaten teil, wovon 58 in die Heimat zurückkamen. Die wirtschaftlichen Vert1echtungen mit dem Bregenzer Wald (VorarlbergÖsterreich) wurden mit dem Ausbau der Staatsstraße 1874/75 zur Grenze in Aach noch weiter verbessert und ließen den Holzhandel autblühen. Riesige Bretterstapel warteten am Bahnhofsvorplatz auf den Weitertransport. Die Rangiergleise vor dem noch winzigen Bahnhofsgebäude waren auch notwendig, um einen Lokwechsel vorzunehmen. Der Bahnhof überstaufen war der hochstgelegene Punkt der Bahnlinie München-Lindau, die starken Steigungen verlangten meist zwei Lokomotiven, für das Gefälle genügte eine.

2. Schon frühzeitig zeichnete sich die Entwicklung Oberstaufens zum Fremdenverkehrsorr ab. 1879 wurde ein Verschönerungsverein gegründet, der zur Wiege des späteren, bis in die dreißiger Jahre bestehenden Fremdenverkehrsvereins wurde. In einem Prospekt von 1895 nennt der 'Luftkurort Oberstaufen' neben der milden, sauerstoffreichen Luft als weitere Kurmittel Terrainkuren, Milch- und Molkekuren. ferner Fichtennadel-, Kräuter- und Solbäder. Es gab zwei Ärzte und eine Apotheke , sechs 'einfache, aber gute Gasthöfe', daneben noch mehrere Bier- und Weinwirtschaften mit Kegelbahnen. Dazu kamen etwa sechzig Privatwohnungen mit ungefähr dreihundert Betten, sogar größere 'Familienwohnungen' , dazu eine 'königlich bayerische Post- und Tclegraphenstation', die damals noch im Bahnhofsgebäude untergebracht war.

3. Der Kirchplatz im Jahre 1898. Dominierendes Gebäude an der Schloßstraße neben dem eisernen Marktbrurmen und dem Kriegerdenkmal aus dem Jahre 1878 war der Gasthof 'Adler', damals im Besitz von Georg Bechteler von Sinswang, laut Ortsprospekt aus jener Zeit ein 'Gasthaus mit Metzgerei, gutem Mittags- und Abendtisch, Billard, Klavier'. Metzgermeister Georg Bechteler steht mit seiner Ehefrau persönlich an der Eingangstüre. Der erste urkundlich erwähnte Besitzer des 'Adler' wurde im Jahre 1705 nachgewiesen. Der spätere Besitzer Joseph Anton Keek wurde 1852 zum ersten königlich-bayerischen Postexpeditor und Poststallhalter berufen. Nach Eröffnung der Bahnlinie wurde die Posthalterei 1856 eingestellt. Am 20. März 1873 wurde in diesem Haus der bekannte AlIgäuer Maler Otto Keck geboren.

4. Die Lindauer Straße in östlicher Richtung im Jahre 1898. Rechts die Mariensäule, von acht Heimkehrern aus dem deutsch-französischen Krieg 1877 errichtet. Dahinter das Stammhaus des MahlerGeschlechtes, dat seit Jahrhunderten im Schlosser- und Uhrmacherhandwerk tätig war. Berühmt wurde Franz Joseph Mahler (1795-1845), geboren im Haus Schloßstraße 20, Leiter der mechanischen Werkstättedes optischen Instituts Fraunhofer in München, seit 1838 Mitbesitzer. Für seine Arbeiten in den Sternwarten in Berlin, Kiew, Washington und Cambridge wurde er international ausgezeichnet. Sein Bruder Fidel Mahler erfand 1829 eine Taschenuhr mit Selbstaufzug. Links im Hintergrund das inzwischen abgerissene Hucklerhaus. 'Huckler' waren die Vorläufer der Krämer- und 'TanteEmma-Läden' .

5. Die Rainwaldstraße um das Jahr 1920. Rechts der Gasthof 'Gemse' , erstmals unter Otmar Greiter 1891 als Wirtschaft erwähnt. Die im Jahre 1876 erbaute Vieh- und Lastenwaage ließ das Gasthaus zum Treffpunkt der bäuerlichen Bevölkerung werden. Ab 1924 übernahm der Sohn Georg Greiter die Gemse und brachte sie zu beachtlicher Blüte. In einer Anzeige von 1927 wirbt er mit einem 'schönen, freundlichen Speisesaal und Fremdenzimmern mit Zentralheizung'. Gegenüber das ehemalige 'Café Hener' , heute 'Hochgrat-Passage'. Das 1732 erstmals erwähnte Gebäude wurde 1872 vom Wachszieher und Lebzelter (Lebkuchenmacher) Ferdinand Hener übernommen, der einen Laden einbaute und Sommergäste beherbergte. 1925 wurde im Caféhaus ein Saal eröffnet.

6. Die Lindauer Straße um 1919. Rechts das Geschäftshaus 'beim untre Fischer' ('Gaudenz Fischers Nachfolger') damaliger Inhaber Julius Fischer, der mit dem im Bild befindlichen BenzAusflugsbus mit der Aufschrift 'Oberstaufen' Ausflugsfahrten für Gäste arrangierte. Noch dominierte das Pferdefuhrwerk, wie die Tränke am Hauseingang beweist. Dahinter das 1746 erstmals erwähnte Haus 'bei Schreiners Xaveren'. Das alte Bauernhaus 'beim Dunele' dahinter steht noch heute, es gehört dem uralten Bauern- und Handwerkergeschlecht Henne , registriert seit 1540. Abgebrochen wurde auch das mit dem Giebel noch sichtbare 'Stadlerhaus'. Links die alte Knabenschule von 1809, die 1970 nach einem Brand abgebrochen wurde.

OBERSTAUFE (bayr Allgäu) 792 rr> Immenstädter Stralle.

7. Die Immenstädter Straße um 1920. Rechts der 'Sonnenhof", damaliger Inhaber war der Gutsbesitzer Gebhard Kerber, der auch eine Fuhrhalterei betrieb und Ausflüge für Sommergäste veranstaltete. Im Hintergrund das 'Landhaus Bechteler", wo sich heute eine Tankstelle befindet. Zur Zeit der Aufnahme betrieb dort Johann Bechteler ein Schlachthaus mit Freibank, später ein gewerbliches Gästehaus. Links befindet sich die 'Spinnerkapelle' , benannt nach dem Stifter Martin Hagspiel, der 'Spinner' genannt wurde , weil er von Beruf Weber war. Die ursprüngliche Kapelle wurde wohl schon in der Mitte des 17. Jahrhunderts erbaut. Der Bau beruhte auf einem Gelubde, wonach dem Ehepaar Hagspiel ein Kinderwunsch noch spät erfüllt wurde.

8. Die Schloßstraße führte von der Pfarrkirche bis hinauf auf das Schloß Staufen. Auf diesem Bild aus dem Jahre 1898 sieht man rechts das inmitten von Obstgärten liegende Haus 'beirn Maurermeister'. 1892 wurde es an die königlich-bayerische Forstverwaltung verkauft und damit Sitz des königlichen Forstverwalters. Links das 1780 in einem Steuerbuch erstmals erwähnte Anwesen 'beirn Glaser', später genannt 'bi Schattebure' und 'bei Ottmar Schreinerer' .

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