Ochtrup in alten Ansichten

Ochtrup in alten Ansichten

Auteur
:   Paul Brockhoff
Gemeente
:   Ochtrup
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1790-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ochtrup in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Ochtrup - Töpfer- und Textilstadt.

Ochtrup liegt im nordwestlichen Münsterland und reicht mit seiner Nordwestgrenze bis an die Dreiländerecke 'Driland', wo Nordrhein-Westfalen mit Niedersachsen und Holland zusammenstößt. Es hat Geschichte erlitten, aber nicht gestaltet, denn bedeutende Ereignisse haben sich hier nicht abgespielt. Aber was wir von der Entwicklung wissen, ist immerhin die Geschichte der Vorfahren und als solche von dauerndem Wert. Die älteste urkundliche Erwähnung Ochtrups (Uhtepe) geschieht 1134 in der Stiftungsurkunde des Klosters Klarholz. Ende des 16. Jahrhunderts wurde der Ort mit Wall und Graben befestigt, erhielt die Marktrechte und führte dann den Namen 'Stadt oder Veste'. Kriege und andere Schicksalsschläge, Brände und die Pest suchten Ochtrup und seine Bewohner im Lauf der Jahrhunderte schwer heim.

Die Zeiten vergingen, neue Generationen wuchsen heran. Unter den Segnungen des Friedens vernarbten die alten Wunden, sodaß mit Beginn des 18. J ahrhunderts ein bescheidenes wirtschaftliches Leben aufblühen konnte. Ochtrup entwickelte sich zu einer typisch münsterländischen Kleinstadt mit einem gewerblichen und industriellen Mittelpunkt inmitten eines nach allen Seiten weitausgreifenden land- und forstwirtschaftlich genutzten Bauerschaftsgebietes, Neben der 'Pottbäckerei' war von jeher auch die Handweberei vertreten. 1854 wurde die Firma Gebrüder Laurenz gegründet, die sich später zum Mittelpunkt der westfälischen Textilindustrie mit weltweitem Export entwickelte. Das hatte die Entstehung weiterer Betriebe zur Folge, Hinzu kamen die günstige Verkehrslage und der Anschluß an den Eisenbahnverkehr Münster-Gronau (1875).

Bis 1803 blieb Ochtrup Grenzfestung des ehemaligen Fürstbistums Münster. Letzter Zeuge alter Festungsherrlichkeit ist heute nur noch der 'Stüwwenkopp' am Westwall.

Bis 1890 setzte sich Ochtrup aus den beiden politischen Gemeinden Wigbold und Kirchspiel zusammen. Die Vereinigung erf'olgte durch Gesetz. Mit Gebietsänderungsvertrag am 1. Juli 1969 gaben die bisherigen amtsangehörigen Gemeinden Langenhorst (urkundlich erstmalig 1178 erwähnt) und Welbergen (1139) ihre Selbstständigkeit auf. Sie sind heute Ortsteile der Stadt Ochtrup.

Ungeheuer groß war auch hier nach dem Zweiten Weltkrieg die Not und das Leid aller vom Krieg gezeichneten. Rund 3 500 Heimatvertriebene, Flüchtlinge und Evakuierte fanden in Ochtrup eine neue Heimat.

Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte war die Wiederverleihung der Stadtrechte mit Urkunde vom 20. November 1949.

Heute hat Ochtrup 17000 Einwohner. Es ist eine liebenswerte Stadt mit bedeutenden aufwärtsstrebenden Industrien, regem Verkehr und Geschäftsleben, sowie mit reichhaltigen Angeboten auf fast allen wünschenswerten Sektoren. Durch die Landesplanung erfolgte die Anerkennung des Ortes als Entwicklungsschwerpunkt mittlerer Ordnung. Um genügend Arbeitsplätze zu schaffen, wurden in den letzten Jahren große Flächen für Industrie und Gewerbe erschlossen. Die Innenstadt befindet sich zur Zeit im Umbruch. Bewußt wird dabei der noch vorhandene historische Stadtkern saniert.

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1. Plan der Befestigung Ochtrups von 1593 nach einer farbigen Zeichnung (Staatsarchiv Münster). Mit Genehmigung des Landesfürsten wurde Ochtrup zum Schutz der Bürger und als Stützpunkt 1593-1594 mit einem tiefen Graben und einem hohen Wall mit den dazu gehörenden Brustwehren versehen. Verbunden waren damit die Stadt- und Marktrechte. Es geschah in der Zeit unseliger Fehden, als Johannes Biefang Pastor und Gerhardus Eiling der erste gewählte Bürgermeister von Ochtrup waren. Durch die Festungsanlagen erhielt die Stadt bis in die Gegenwart ihr unverwechselbares Gesicht. 1820 wurden die Stadttore abgebrochen, fast 100 Jahre später die Gräften zugeschüttet. Geblieben sind als letzte Erinnerungen der 'Stüwwenkopp' und anstelle von Wall und Graben, schöne Grünanlagen rings um den Stadtkern.

2. Es handelt sich hier um e ine interessante Stadtartsicht Ochtrups aus dem Jahre 1597. Das Original bcfindet sich im Staatsarchiv in Münster und ist, wie zu ersehen, betitelt: 'De Nie Stadt Ochtorpe'. Es ist eine eigenartige Zeichnung rnit den drei Toren, dem Wall, Wassergraben, Zugbrücken, Kirche, Häusern und Straßenzügen, wobei die Weinerstraße stark verkürzt ist. Wall und Graben um den Stadtkern zeigen an den vier Ecken festungsartige Ausbauten mit je einem Geschütz. Ob diese jemals dort gestanden haben, bleibt ein Geheimnis der Geschichte, Im Jahre 1599, am Montag nach Quasimodogeniti, wurde die Innenstadt durch Feuer vollständig zerstört.

3. Rund 250 Jahre später, um 1840, entstand dieser Stich, Der Wanderer sieht aus der Ferne die Silhouette der Stadt Ochtrup, gekennzeichnet von der alten romanischen Kirche, der Bockwindmühle und von Wohnstätten, die sich um diese zentralen Punkte scharen. Geschlossen wirkt das Wigbold, umrahmt von schlanken Pappeln. Alles atmet Ruhe und Geborgenheit und da stört es nicht, wenn sich die Proportionen und die Standorte von Kirche und Mühle verschieben und die Landschaft hügelig wirkt. Von den Originalabdrucken ist heute in Ochtrup nur noch ein Exemplar vorhanden. Das gleiche Motiv, nur als Glasmalerei, zierte einst den Wintergarren der Villa Laurenz an der Bergstraße.

4. Von Gronau kommend bot Ochtrup im Jahre 1872 diese Ansicht. Über die 'Laut' und die 'Weilaut' ging der Bliek noch ungehindert bis zu den Wallanlagen. In der Mitte des Bildes ist das Sägewerk Buddendieck zu erkennen, das 1904 an den Zollaufseher Kleining verkauft wurde, der es dann später unter Verwendung einiger Bauteile in ein Wohnhaus umwandelte und dann an die Eheleute Lilienbecker-Kleining vererbte. Dahinter sieht man die den Mittelpunkt der Stadt betonende Pfarrkirche St. Lamberti. Den Eindruck einer üppigen Vegetation vermittelt dieses Bild nicht, es fasziniert aber die Weite des Raumes, der trotzdem überschaubar wirkt. Vom Grünen Weg als Parallelstraße zur links im Bild verlaufenden Chaussee nach Gronau ist noch nichts zu sehen.

5. Ebenfalls im Jahre 1872 entstand diese Aufnahme. Die Pfarrkirche St. Lamberti, eingeweiht am 27. August 1873, kurz vor der Vollendung. Die Mühle auf dem Stadtwall wurde 1734 gebaut, dort wo heute die nach jener Mühle benannte Mühlenstraße den Westwall kreuzt. Im Jahre 1757 überließ der Fürstbischof diese zunächst landesherrliche Mühle seiner Stadt Ochtrup, die sie ihrerseits stets an tüchtige Müller zu verpachten wußte. Um 1850 begann sie baufällig zu werden und konnte nur mit einem Mahlgang versehen, den Ansprüchen kaum noch genügen. Sie wurde 1884 auf Abbruch verkauft. Die sogenannte Bockwindmühle oder deutsche Mühle, ehedem ein altes Wahrzeichen der Stadt, war damit für alle Zeiten aus dem Ortsbild verschwunden.

6. Zitat aus dem 'Ochtruper Volksboten' vom 17. April 1886: Das Bauwerk ist ein in Stein gebanntes Lied zum Lobe des Allerhochsten, nur schade, dass die Schlussstrophe - der Turm - über 's Knie gebroehen ist. Man sieht's ihm an, dass bei dem Bau des oberen Teiles der urspriingliche Plan verlassen wurde. Auf die Lambertikirche waren und sind die Burger heute noch sehr stolz. Nicht des Bauwerkes wegen wird diese Ansichtskarte gebracht. Es steht heute noch unverandert als himrnelanstrebendes Zeichen des Glaubens der Vorfahren. Daher sei hier besenders auf die gärtnerische Gestaltung des Kirchenplatzes um 1905 hingewiesen und auf die Tatsache, daß es sich bei dieser Ansichtskarte vermutlich um eine geschickte Fotomontage handelt.

7. Die Lambertikirche wurde gebaut nach den Plänen des Architekten Hertel in den Jahren 1866-1873, als Ferdinand Tigges Pfarrer in Ochtrup war. Sie kostete rund 65 000 Taler. Der Baukörper selbst ist bis heute unverändert geblicben, während bei der Gestaltung des Innenraumes und der Modernisierung alle nachfolgenden Pfarrer ihre Spuren hinterlassen haben. Diese Aufnahme ist vermutlich kurz vor der Jahrhundertwende entstanden und es kann davon ausgegangen werden, daß es die erste geplante Ausschmückung der Kirche war. Vieles hat sich inzwischen mehrfach verandert. Die Verlegung der Orgel zum Turrn, die sich hier noch über dern Seitenausgang zur Weinerstraße befindet, erfolgte um 1930. Anstrich und Dekorationen führten 1882-1883 die Ochtruper Malermeister Ruhwinkel und Baurichter aus.

8. Dr. Theodor Katerkamp, Domdechant und Professor an der theologischen Fakultät in Münster, wurde geboren am 17. Januar 1764 in Ochtrup. Nach dem Studium, ebenfalls in Münster, wurde er 1787 zum Priester geweiht. Er gehörte dann später zum Frcundeskreis der Fürstin Gallitzin. Von seinen zahlreichen Werken seien hier nur die fünfbändige Kirchengeschichte, in der er 'Die ersten Zeitalter der Kirche bis zum Ende des zweiten Kreuzzuges' behandelte, und die 'Denkwürdigkeiten über das Leben der Fürstin Gallitzin' genannt. Prof. DI. Theodor Katerkamp war ein bedeutender Mann, dessen Name Ochtrup zur Ehre gereichte. Der Nachwelt unvergessen starb er am 9. Juni 1834.

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