Odenthal in alten Ansichten

Odenthal in alten Ansichten

Auteur
:   Stephan Nuding
Gemeente
:   Odenthal
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6551-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Odenthal in alten Ansichten'

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Einleitung

Im lieblichen Flußtal der Dhûnn beheimatet, umrahmt von Wäldern, liegt Odenthal im Westen des Rheinisch-Bergischen Kreises. Die Großstädte Köln, Bonn und Düsseldorf sind von dort in wenigen Viertelstunden mit demAuto zu erreichen.

Odenthal ist eine Gründung des Volksstammes der Franken. Diese rodeten und bewirtschafteten das Odenthaler Gebiet erwa ab demjahr 900 nach Christus. Es ist bekannt, daß GrafUdo, ein Sohn des Gebhard Herzog von Lotbrtngen Rodungen auf dem Gebiet des heutigen Odenthals veranlaßte und somit zum Gründer der Gemeinde wurde. Auch der Name Odenthal weist auf seinen Gründer hin: Aus dem Vornamen Udo und dem Wort 'darre', das 'Drainage', also dieTrockenlegung eines Moorgebietes bedeutet, entstand zunächst der Name 'Udindarre', also die Drainage des Udo und später dann der Name Odenthal. Udo ließ in der Neugründung eine Kirche, einen Fronhof und eine Mühle bauen. Die heutige pfarrkirche St. Pankratius stammt aber erst aus dem

11. [ahrhundert. Es muß also einen Vorgängerbau gegeben haben.

Eng verbunden ist die Geschichte des Ortes mit der des Herrschergeschlechtes der Grafen von Berg und der der Zisterzienserabtei Altenberg. Grabungen in Altenberg haben 1981 die Burg der Grafen, von der heute kaum noch etwas zu sehen ist, eindeutig belegt. Dem aus Frankreich kommenden Orden der Zisterzienser schenkte Graf Adolf HL von Berg im [ahr 1133 seine Stammburg, die die Mönche zunächst auch bewohnten. 1259 wurde der Grundstein zur gotischenAbteikirche im Dhünntal gelegt. 1512 beherbergte Altenberg mehrere Wochen hindurch den Habsburgerkaiser Maximilian 1.

Odenthal hatte in der frühen Neuzeit viel unter Kriegen zu leiden. Im Truchsessischen Krieg (I 583-1 589) verwüsteten Söldnertruppen die Abtei und Odenthal. Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wie auch im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) wurdeAltenberg mehrfach geplündert.

1803 wurde die Abtei von den Franzosen säkularisiert, die in der Polgezeit durch Brand (7. November 1816) und Plünderungen zusehends verfiel. Unter maßgeblicher Beteiligung des preußischen Kronprinzen und späteren Königs Friederich Wilhelm IV. kam es in den Iahren 1835-1847 zum Wiederaufbau der Klosterkirche, die seit 1856 als Simultankirche den Protestanten und Katholiken dient.

I 81 5 wurde das Großherzogtum Berg, zu dem auch Odenthal gehörte, im Wiener Kongreß aufgelöst und das Bergische Land preußisch. Oderithal kam verwaltungsmäßig in den Kreis Mülheim am Rhein. Als dieser 1932 aufgelöst wurde, wurde die Bürgermeisterei Odenthal dem Rheinisch-Bergischen Kreis zugeschlagen. Bei der kommunalen Neugliederung im [ahr 1975 verlor Odenthal, das am 31. Dezember 1974 genau 16 104 Einwohner zählte, den Gemeindeteil Schildgen mit 4 381 Einwohnern an die Stadt Bergisch Gladbach und den Weiler Keffermich mit 40 Seelen an die Gemeinde Kürten. Odenthal erhielt dafür von Kürten den Weiler Grünenbäumchen mit 62 Einwohnern sowie den Raum Eikamp und die Liesenberger Mühle mit insgesamt 325 Bewohnern von Bergisch Gladbach. Damals verlor Odenthal in einer Nacht, der zum 1. Ianuar 1975, über 4 000 Bürger. Oderithal hat heute etwa 14000 Einwohner. Ein reger Neuzug ließ die Bevölkerungszahl nach dem Zweiten Weltkrieg kontinuierlich ansteigen. Im Vergleichhierzu: 1770 waren es 1783,1846 zählteman4 590 Einwohner und 1920, 3 606. Trotz dieser Entwicklung ist es gelungen, gewachsene Strukturen und den dörflichen Charme der Gemeinde zu erhalten. Eine wichtige Rolle spielt hierbei das äußerst aktive Vereinsleben sowie die in den Iahren 1990 und 1992 eingerichteten beiden Bürgerhäuser.

Industrielle Großbetriebe sind in Odenthal nicht ansässig. Das Gewerbe ist überwiegend mittelständischer Natur, Viele Bewohner sind Berufspendler nach Köln, Leverkusen, Bergisch Gladbach oder Düsseldorf

Das Oderithaler Gemeindegebiet ist größtenteils ländlicher Natur. Mittlere und kleine Ortschaften wechseln sich mit Einzelgehöften und Weilern ab. Insgesarnt sind es nahezu hundert.

Am Ende noch eine gutgemeinte Empfehlung. Gehen Sie mit offenen Augen durch Odenthal. Mancherlei gilt es zu erkunden und zu entdecken. Vorliegende Arbeit möchte Erinnerungen wachhalten und Vergessenes neu erwecken. Es sol! zum Verständnis und zur Liebe zur Heimat beitragen.

Stephan Nuding

Literaturnachweis:

Bendel, johann: Das Heimatbuch des Landkreises Mûlheim am Rhein Delpn, Gustav: Das Odinsthai bei Cöln, Köln 1902

Müller, Dr. Gerd: Odenthal- Geschichte einer Bergischen Gemeinde, Odenthal 1 976

Nuding, Stephan: Rheinisch-Bergisches Land, Köln 1993

Nuding, Stephan: Schildgen - Geschichte eines Bergischen Dorfes,

Bonn 1992

Nuding, Stephan: Scheure Trein oder die Hexe von Nittum, Bonn 1991 Nuding, Stephan: Erinnerungen an Schildgen, Bonn 1992

Nuding, Stephan: Schwarzer Führer - Bergisches Land, Freiburg 1997 Rheinisch-Bergischer Kalender, diverse Jahrgänge, Bergisch Gladbach Ruhmreiche Berge! Pestschrift zur 800 Jahrfeier Altenberg, Bergisch

Gladbach 1933

50 jahre Bergische Funken e.v., Blecher 1980

75 Iahre Turnverein Voiswinkel e. v., Voiswinkel 1979 75 [ahre Turn-verein Blecher e.v., Blecher 1994

90 [ahre St. Sebastianus Schützenbruderschaft Schildgen e.v. 100 Iahre Stadt Bergisch Gladbach, Bergisch Gladbach 1956

Bildnachweis:

Sämtliche nicht benarmten Bilder stammen aus dem Privatarchiv des Autors, Außerdem:

ArchivdesAltenberger-Dom-Vereins: 9,10,12,13,14,20,21,25,28,

41,63,72,76 Banniza, Martin: 8 Crarner, Hans: 66 KOTfr, E.: 36

Felder, Hans: 2,40,45,50,51,52 ,53 ,66 König (Familie): 26

Muller, Hans: 19,31,33, Nick,Hans:23,42,43,44,46,69,70 Nickel-Forst, Grete: 28

Bergische Funken e.v. von 1930: 59, 60, 61. Turnverein Blecher 1904 -.v. 29, 30 TurnvereinVoiswinkel1919 e.V: 24, 34, 35, 38

Für die Ausleihe der Fotos und die ergänzenden Hinweise dankt der Autor: Frau Dr. Annegret zur Straßen, Geschäftsführerin des Altenberger Dom Vereins; Herrn Helmut Köppel, Vorsitzender desTurnvereins Voiswinkel 1919 e.v.; Frau l1se Mangen, Geschäftsführerin der TurnVereins Blecher 1904 e.V; Herrn Alfred Breidenbach, Vorsitzender der Karnevalsgesellschaft Bergische Funken e.V; Herrn Martin Banniza, Vorsitzender der Abteilung Haan des Bergischen Geschichtsvereins e.V:

Herrn Hans Crarner, Herrn Hans Felder, Herrn Hans Müller, Frau Grete Nickel-Forst und Frau Elisabeth Post. Pûr die Durchsicht des Manuskriptes: Seiner Mutter, Helga Nuding; für beratenden Zuspruch bei der Auswahl der Bilder: Seinem Vater, Ottmar Nuding; und seiner Ehefrau Maja Nuding.

1 Die katholische Pfarrkirche St. Pankratius zu Odenthal, eine dreischiffige romanische Basilika, stamrrrt aus dem 11. Jahrhundert. Im 12. Iahrhundert wurde derTurm erhöht. Erweitert und erneuert wurde das Gotteshaus, nach Entwürfen des Kreisbaudirektors Frense, in den [ahren 1 893 und 1894. Im Rahmen dieser Maßnahmen wurde das alte Chor abgerissen, ein neues Querschiff angefügt und schließlich die Apsis und der Chor erneuert. St. Pankratlus besitzt die ältesten Glocken des Rheinlandes: deren älteste wurde um das [ahr 1050 herum gegossen. Um sie ranken sich eine Vielzahl regio-

nale Sagen. So boten angeblich die Kölner den Odenthalern für die Glocke soviele Taler, wie man benötigt hätte um die Straße von Odenthal nach Köln damit zu pflastern.

Die Odenthaler aber lehnten ab.

(Bild urn 1900.)

2 Die Ursprünge des alten, im Ortskern gelegenen Odenthaler Herzogenhofes reichen bis in das 10. jahrhundert zurück. Er wurde für den fränkischen Grafen Udo, den Gründer Oderithals. erbaut. Ursprünglich wurde das Gebäude als 'Salhof" (Herrenhof) bezeichnet. Der Herzogenhof war in seiner langen Geschichte nicht nur Gutshof und Gastwirtschaft sondern auch Gerichtsstätte. 1490 ging der Herzogenhof in den Besitz des Dietrich von Hall, dem Inhaber der Burg Strauweiler, über. Er und seine Erben verpachteten den Hof über Iahrhunderte hinweg an verschiedene Odenthaler Familien. 1966 wurde der alte Herzogenhof abgerissen und

ein Neubau errichtet in dem sich heute ein Restaurant und ein Bürgerhaus der Gemeinde befmdet.

(Bild um 1950.)

3 Die Geschichte der Burg Strauweiler reicht bis in das 12. Iahrhundert zurück. In einer alten Urkunde wird ein Heinrich zu U dindara als Burgherr zu Odenthal erwähnt. 1390 übergeben die Herzöge von Berg Strauweiler an ihren Ministerialen Wilhelm von Quadt. Durch Erbschaft fiel der Besitz im 15. [ahrhundert an die Familie von Hall. Durch eine Heirat fiel Strauweiler 1615 an Johann Adolf Wolff, genannt Metternich zur Gracht. Dieser wurde 1637 in den Reichsfreiherrenstand erhoben. 1651 wurde Strauweiler Amtssitz der Unterherrlichkeit Odenthal. Die Familie Wolff Metternich bestimmte bis 1955 die Strauweiler Ge-

schicke, dann fiel der Besitz durch Erbschaft an die Familie zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg, die das Haus noch heute bewohnt.

(Bild um 1900.)

4 Haus Osenau, gelegen an Realisierung des Planes kam

der Straße von Schildgen nach es nie,

Oderithal. wurde am Ende des (Bild urn 1 902.)

19. Jahrhunderts von den

Kölner Architekten Müller

und Grah für Herrn OUo Wei-

ler gebaut, der dort dann

auch lebte. Es ist anzuneh-

men, daß dieses Schlößchen den Kölner Architekten Joseph und Edwin Crones zum Vorbild diente, als diese planten im Tal des Flüßchens Dhûnn, das die Gemeinde Odenthai durchfließt, für wohlhabende Kölner Villen zu bauen. Im Rahmen des Projektes schufen sie zehn Entwürfe. Das billigste Haus sollte damals etwa 6 000, das teuerste um die 30 000 Reichsmark kosten. Zu einer

5 Die Gaststätte 'Zur erquickenden Trànke' in Odenthal-Dhünerhöfe an der Landstraße zwischen Schildgen und Odenthai gelegen. Diese, die Dünnwald-Dabringhausener Straße (heutige Altenherger-Dorn-Straße) wurde in den [ahren 1850-1854 gebaut und verbesserte insbesondere die Verkehrssituation im Raum des UnterodenthaIer Gemeindeteils, der bis dahin nur von unbefestigten Wegen durchzogen war. Die am Fuß des Küchenberges gelegene Wirtschaft gehörte zu Anfang des [ahrhunderts dem ]. Merten. Die vor dem Haus, von der Kutsche halb verdeckte, Gartenlaube war in den Sommermonaten ein beliebtes Ausflugsziel der Wan-

derer aus der näheren und weiteren Umgebung. Insbesondere die zahlreichen Wochenendausflüger aus den rechtsrheinischen Industrievororten der Stadt Köln verweilten dort gerne. Das Wirts-

haus, das sich noch in den 1970er Iahren großer Beltebtheit erfreute, hat heute seine pforten geschlossen.

(Bild um 1900.)

6 Die Dhünnbrücke im Odenthaler Ortskern. Im Hintergrund erkennt man den Turm der pfarrkirche St. Pankratius. Im Bild erkennt man das Gebäude in dem sich damals das Odenthaler Postamt und die Wohnung des Gemeinde-Empfàngers (damalige Bezeichnung für den Postbeamten bzw. -boten) befanden.

In unmittelbarer Nähe der Dhünnbrücke soll sich im Fluß eine tiefe Stelle befinden, ein sogenanntes Glockenloch. Gemäß der Sage sollen in der ersten Zeit der Christanisierung aus diesen die Glocken gezogen worden sein, die der Teufel bei ihrem ersten Läuten entführt hatte. Die Glocken wurden nach

ihrer Auffindung getauft und derTeufel verlor seine Macht über diese.

(Bild um 1900.)

7 Postkarte anläßlich des 50. Dienstjubiläums des Odenthaler Bürgermeisters Hubert Drecker, im Volksmund' dä Ruth' oder ' dä Här' genannt. Die Odenthaler ehrten Drecker anläBlich dieses Festes mit einem Fackelzug an dem vier Musikkapellen und zehn Ortsvereine teilnahmen. Drecker war ein sehr rühriger Mann. Bei seinemAmtsantritt lieB er den Sitz des Bürgermeisters aus dem Gemeindeteil Osenau in das Derfzentrum verlegen. 1 87 J lieB er das auf dem Foto erkennbare Bürgermeisteramt errichten, das heute noch genutzt wird. Drecker war auch beim Bau des am 30. Oktober 1876 eingeweihten zweiten Odenthaler Schulgebäudes sehr en-

gagiert. Anläßlich seines 25. Dienstjubiläums im [ahr 1880 hatte er das dortige Steinkreuz gestiftet. In seine Amtszeit fà.llt auch der Bau der nach Bergisch Gladbach führenden Straße. Um Hubert Drecker

ranken sich viele Anekdoten und Geschichten in der Gemeinde.

(Bild um 1904.)

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8 Schon zu Ende des 1 9. und zu Beginn des 20. jahrhunderts waren Odenthai und sein Dhünntal ein bellebres Ausflugsziel. Die vorliegende Iugendstil-Ansichtskarte ist nur ein Indiz von vielen hierfür. Viele Bauern gingen damals dazu ûber, neben der alltäglichenArbeit eine Schankwirtschaft zu betreiben oder, zumindest in den Sornrnermonaten, Zimmer an Sommerfrischler oder Pensionäre aus dem nahen Köln zu vermieten. In einer Werbebroschüre aus dem Iahre 1902 heißt es: 'An guter Unterkunft fehlt es nirgends, weder in Odenthal, noch in Altenberg, noch in den abseits der

Heerstraße gelegenen Ortschaften oder einzeln liegenden Gasthöfen; volle Pension ist schon von 3 Mark an zu haben, und Ausflügler finden überall gute Bewirtung, hübsche Gartenanlagen

und in Odenthal und Altenberg auch größere Säle,' (Bild um 1903.)

Im Fluge durchs Dhünntal

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