Oebisfelde in alten Ansichten

Oebisfelde in alten Ansichten

Auteur
:   Friedrich-Karl Sonntag
Gemeente
:   Oebisfelde
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5817-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Oebisfelde in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Fast tausend Jahre ist es her, daß ein Mönch aus demBenediktinerkloster in Corvey im Jahre 10 14 erstmals den Namen unserer Stadt als 'ocisfelde' niederschrieb. Die erste urkundliche Erwähnung Oebisfeldes ist aber zugleich auch der erste Schreibfehler, der unserem Stadtnamen in der Folge noch oft widerfuhr. Jener Mönch hätte 'ovisfelde' schreiben sollen. Der Name entstand, als die Sachsen hier auf einer Aue oder Wieseninsel zwischen den Allerarmen eine Niederlassung anlegten und könnte 'flache Wieseninsel' oder 'Siedlung auf einer Wieseuinsel' bedeuten.

Unsere Gegend war vor 1000 Jahren sehr wald- und wasserreich. Im Norden erstreckte sich damals ein riesiges Morastund Sumpfgebiet, der Drömling, in das sich die Wasser der Ohre und Aller ergossen und monatelange Überschwemmungen verursachten. Die Aller, die von Südosten nach Nordwesten fließt, lagerte besonders bei Hochwasser Sande an, die sich zu Talsandinsein ausbildeten. Auf solch einer Talsandinsei ist Oebisfelde entstanden.

Die Auswahl gerade dieses Siedlungsplatzes mag folgende Gründe gehabt haben: Schon damals führte eine Handelsstraße von Tangermünde über Gardelegen zur Oebisfelder AIlerfurt, um bei Vorsfelde in die große Handelsstraße Braunschweig-Lüneburg-Hamburg zu münden. Diesen Handelsweg muß man sich als einen sehr breiten und zerfurchten Landweg vorstellen. der dort verlaufen sein mag, wo sich heute die B 188 befindet. Über den Stadtweg (Niendorfer Weg) führte er direkt auf die Allerfurt zu. Dies war auch die damals einzige Zufahrtsmöglichkeit, denn nach West und Nordwest versperrte der Drömling jegliche Verbindung. So wie günstige Verkehrsverbindungen für die Gründung des Ortes an dieser Stelle bedeutsam gewesen sind, haben auch in späterer Zeit modernere Verkehrsmöglichkeiten - vor allem die Eisenbahn - die Entwicklung unserer Stadt geprägt.

Der Ursprung Oebisfeldes ist auf dem Gebiet der ehemaligen Altstadt (Lindenstraße ) zu suchen. Hier befand sich unter dem

Namen Ovesfeld mit einem größeren Gehöft, dem späteren Bülowhof (heute Fachwerkstatt), die erste kleine Ansiedlung. 1226 wird dann Oebisfelde erstmals als Stadt erwähnt. Im Lehnsregister des Ludhard von Meinersen heißt es: 'Wolbertus von Ovesuelde hatte das Grundrecht über den Zehnten außerhalb des Gebietes der Stadt Oebisfelde und den Novalzehnten der vorerwähnten Stadt Oebisfelde.' 1262 ist in einer anderen Urkunde zu lesen, daß der Erzbischof Ruprecht von Magdeburg 100 Mark an Albrecht von Schwanebeck für die Loskaufung von Schloß und Stadt Oysuelt gibt. Bei diesem Schloß handelt es sich um die Oebisfelder Sumpfburg, eine der ältesten auf sumpfigem Grund errichteten mittelalterlichen Burgen. Sie wurde angelegt, um Land und Bevölkerung diesseits des Drömlings gegen Feinde zu schützen und diente gleichzeitig als Paßschutzburg einer wichtigen Handelsstraße. Sie war aber auch Wohnsitz der jeweils herrschenden Familie. Der Ursprung der Burg ist mindestens ausgangs des ersten Jahrtausends unserer Zeitrechnung zu suchen, liegt also vor der ersten urkundlichen Erwähnung des Ortes. Die Existenz dieser Feste wird daher für die Gründung Oebisfeldes an dieser Stelle bedeutsam gewesen sein.

Die Geschichte der Burg und ihrer Herren ist eng verknüpft mit der Geschichte der Stadt und ihrer Einwohner. Seit 1956 ist sie Eigentum der Kommune, und es wird heute viel dafür getan, sie zu restaurieren und in immer größercm Maße für die Oebisfelder und ihre Gäste nutzbar zu machen. Aber nicht nur die Burg zeugt von der langen Geschichte unserer Stadt, Teile der Stadtrnauer mit dem Goldackerturrn (einem ehemaligen Streitturm), das Rathaus, Kirchen, Fachwerkhäuser, alte und neue Straßen mit renovierten und neuerbauten, jedoch leider auch verfallenden Wohnhäusern sind Zeugnisse für die Entwicklung Oebisfeldes.

Die Bewohner mußten in den vergangenen Zeiten immer wieder auch Leid und Not erfahren. So wüteten in der Stadt rnehrfach Epidemien. Im Jahre 1626 wurde im Dreißigjährigen

Krieg die Hälfte der Bevölkerung durch die Ruhr hinweggerafft, 1627 verwüsteten die Kaiserlichen die Stadt, und allein 1636 wird Oebisfelde achtmal duren Kriegshorden geplündert. Energie und Fleiß der Menschen ließen die Stadt doch nie gänzlich zugrunde gehen. Im Buch 'Deutschland und seine Bewohner' beschreibt der Rat Hoffmann aus Stuttgart im Jahre 1836 unseren Ort so: 'Oebisfelde liegt an der Braunschweigischen Grenze. Vier Meilen südwestwärts von Gardelegen, hinter der Aller. 3 Thore, 2 Vorstädte, 215 Häuser, 1520 Einwohner, Viehzucht, Gemüse, Tabak, Zichorien, Flachs, Gewerbeund Industriebetriebe. 1 Kirche, 1 Hospital, 1 Krankenhaus, 1 Armenhaus.' Diese Beschreibung berücksichtigte die Einwohner und Einrichtungen des früheren Kaltendorf noch nicht, da erst im Jahre 1917 beide Orte zu zunächst OebisfeldeKaltendorf vereinigt wurden. Das alte Oebisfelde ist als kleine Landstadt sicherlich treffend charakterisiert. In ihr entwickelte sich Industrie nur zögerlich und in geringem Maße. Dagegen waren Handel und Gewerbe jedoch nicht unbedeutend für die Region. 1779 gab es 10 Schankkrüge, 18 Braustellen, 8 Brennereien und 6 Drechsler, 7 Leineweber, 4 Ölschläger, 32 Schuhmacher, 16 Schneider und 5 Töpfer waren ansässig. Anfangs des 19. Jahrhunderts registrierte der Rat 17 Innungen, weitere Handwerker hielten sich zu Innungen in Magdeburg und Neuhaldensleben. Kaufleute unserer Stadt waren an keine Innungen gebunden. Noch heute gibt es Gewerbebetriebe im Ort, die auf eine lange Tradition zurückschauen können. Ein Privileg bestand darin, Märkte abhalten zu dürfen. Zwölf waren es in Oebisfelde im Jahre 1887.

Diese Zeit, die letzten Jahrzehnte des 19. und die ersten des 20. Jahrhunderts, war für die Entwicklung unserer Stadt von besonderer Bedeutung. Die Mehrzahl der Bilder in diesem Buch wird deshalb auch diese Zeit widerspiegeln.

Am 1. November 1871 fährt der erste Zug durch Oebisfelde. Auch ein Angriff erzürnter Bauern und Knechte auf das fauchende Ungetüm, die Lokornotive, kann ihn nicht aufhalten.

Unsere Stadt entwiekelt sich zum Eisenbahnknotenpunkt, von dem aus Züge in sieben Richtungen fahren. 1934 verkehren täglich fast 200 Züge auf dem Oebisfelder Bahnhof. Nach 1880 wurde eine Eisenbahnbetriebswerkstatt gebaut und später eine Bahnmeisterei eingerichtet.

1891 wird das Postamt am Bahnhof eingeweiht, 1895 verläßt die letzte 'Fahrende Post' unsere Stadt in Richtung Helmstedt. 1902 erhält der Bahnhof elektrischen Strom, während die Straßen der Stadt seit 1874 immer noch mit Petroleumlampen beleuchtet werden. 1907 wird dann jedoch das städtische Elektrizitätswerk in Betrieb genommen. Nach dem Ersten Weltkrieg dehnt sich Oebisfelde nach Osten hin aus, die Siedlung wird gebaut und bezogen. 1923 wird ein Kanalbauamt eingerichtet und von 1928 bis 1938 der Mittellandkanal nahe bei Oebisfelde gebaut. 1937 erhält unsere Stadt eine Wasserleitung und eine eigene Pumpstation.

Als Folge des Zweiten Weltkrieges wird Oebisfelde der sowjetischen Besatzungszone zugeordnet und darf später als Stadt an der Grenze zwischen DDR und Bundesrepublik nur noch mit Sondergenehmigung betreten und verlassen werden. Die Einrichtung des Sperrgebietes bringt den Oebisfeldern ganz neue Belastungen, ja manchem sogar den Verlust der Heimat. Denn dem Staat verdächtige Personen werden aus dem Grenzgebiet verwiesen und zwangsweise ausgesicdelt.

Die Stadt an der Grenze zwischen zwei feindlichen Welten ist nach dem Zusammenbruch der DDR zwar immer noch eine Grenzstadt zwischen den Bundesländern Sachsen-Anhalt und Niedersachsen, aber vor allem eine Stadt mitten in Deutschland, frei und offen für jeden. Hoffen und wünschen wir, daß die jetzt unternommenen vielfältigen Initiativen dazu beitragen, Erhaltenswertes zu bewahren und Neues zu schaffen, auf daß sich Einwohner und Gäste in unserem alten und jungen Oebisfelde wohlfühlen können.

F.-K. Sonntag

1. Oebisfelde hat sich trotz einer beinahe tausendjährigen Geschichte nicht zu einem größeren Ort entwikkelt, ist immer eine kleine, sympathische Landstadt geblieben. Durch drei Tore - das Magdeburger, das Braunschweiger und das Töpfertor - gelangte man einst in die gut befestigte Stadt. Auf dem Stich von 1665 sehen wir den südlichen Zugang zur Stadt, das Braunschweiger Tor. Schutz boten nicht nur die Stadtmauer, ein zweifacher Graben und Wall, sondern auch die Burg (rechts im Bild) sowie der nahe gelegene Drörnling, ein Sumpfgebiet, in dem sich die Einwohner vor Feinden verbergen konnten.

2. Das Stadtwappen begegnet uns in dieser Form erstmals im Jahre 1444. Es wurde vom Burgherrn Günter von Oberg der Stadt verliehen und vom Landesherrn bestätigt. Das Wappen zeigt in Silber auf grünem Boden ein natürliches Käuzchen mit um die Brust gehängtem goldenem Schild. Darin befinden sich balkenweise zwei schwarze Rauten. Das Käuzchen galt als Symbol der Wachsamkeit, das heißt die Bürger sollten mit nachthellen Augen, scharfem Gehör und nimmermüder Aufmerksamkeit Ruhe und Sicherheit in ihrer Stadt bewachen und bewahren.

3. Die Oebisfelder Burg zählt zu den ältesten auf sumpfigem Boden errichteten mittelalterlichen Burgen. Ihr Ursprung ist mindestens ausgangs des ersten Jahrtausends unserer Zeitrechnung zu suchen. Auf dieser wahrscheinlieh ersten fotografischen Aufnahme von der Burg blieken wir auf die Vorderseite der Feste von der Achterstraße aus. Die Anlagen vor der Burg sind noch mit Mauern umgeben. Die im Vordergrund zu sehende Pumpe existierte bis in die achtziger Jahre. An ihrer Stelle steht heute ein Brunnen.

4. Auf diesem Foto sehen wir aus westlicher Richtung von der Mühlaller aus, wie die Burg ungefähr um die Jahrhundertwende ausgesehen hat. 27 Meter hoch ragt der Bergfried in den Himmel. Seine Grundfläche mißt 8,25 m x 8,25 m, die Mauerstärke im unteren Bereich beträgt 2,70 m. DerTurm diente im Mittelalter als letzte Zuflucht. Deshalb war er mit dem Schloßgebäude durch eine Brücke verbunden. Ab 1937 wurde der Burgturm über fast fünf Jahrzehnte als Wasserturm genutzt und trug so dazu bei, daß ausreichend Druck vorhanden war, um die Bewohner mit Trinkwasser zu versorgen.

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5. Dieses vom Schreiber der Ansichtskarte als neueste Aufnahme von der Burg bezeichnete Foto entstand vermutlich um 1900 und zeigt uns von der Burgstraße aus die Vorderfront. Dem Beobachter wird auffallen, daß der heute vorhandene Efeubewuchs fehlt und die Anlage vor dem Gebäude parkähnlich gestaltet ist. Im oberen Stockwerk des Hauptgebäudes der Burg befindet sich der Rittersaal, der heute unter anderem zu Ausstellungen genutzt wird.

6. Der Fotograf hat diese Ansicht der Burg von der Prinzenstraße aus in den dreißiger Jahre aufgenommen. Wir erkennen bereits starken Eufeubewuchs. Ein Geweih über dem Eingang weist darauf hin, daß das Gebäude einst auch als Forstamtshaus genutzt wurde. Die Bezeichnung Prinzenhaus ist darauf zurückzuführen, daß sich zu Beginn des 18. Jahrhunderts der Prinz Ludwig Georg von Hessen für einige Jahre in Oebisfelde niederließ und diesen Teil zu seinem Wohnhaus umbauen ließ. Heute ist links und rechts des Eingangs in schönen Räumen die Stadtbibliothek untergebracht.

7. Auf der Zeichnung sehen wir den einzigen erhaltenen Stadtmauerturm. Einst gab es fünf dieser Zwinger oder Streittürme. Im Volksmund wird die Warte 'Goldackerturm' genannt, weil eine Familie Goldacker das zum Teil zerstörte Bauwerk im Jahre 1910 restaurieren ließ. Seit 1991 dient dieses historische Gebäude einer Kochgilde als Domizil. Die Hobbyköche sind aber nicht nur Nutzer, sondern auch gleichzeitig Bewahrer dieses Schmuckstücks.

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8. Eine Urkunde über die Verleihung des Stadtreehts liegt nicht vor. Aber in einem Dokument von 1226 wird Oebisfelde bereits als Stadt erwähnt. Das erste Rathaus wird es um 1200 gegeben haben. So wie auf dem Bild kermt das Rathaus jedoch keiner der heute lebenden Oebisfelder mehr. Diese Aufnahme muß vor 1892 gemacht worden sein. Der Umbau zur jetzigen Form hatte noch nicht stattgefunden. An der linken Seite, dem Ratskeller, ist noch Fachwerk zu erkennen, der heute vorhandene Giebel ist noch nicht hochgezogen. Der Kragstein an der Vorderfront trägt noch keinen Roland.

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