Oelde in alten Ansichten

Oelde in alten Ansichten

Auteur
:   Albert Pauls
Gemeente
:   Oelde
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2980-0
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Oelde in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  >  |  >>

EINLEITUNG

In der Hast und Unrast unserer Tage mag es mitunter angebracht sein, innezuhalten und sich des Standes der Dinge bewußt zu werden. Dabei gleiten die Gedanken häufig zurück in die Vergangenheit, die Zeit unserer Eltern und Voreltern, und wir fragen, wo und wie sie gelebt und gewohnt und was sie getrieben haben. Dabei wird man sich inne, welch tiefgreifenden Veränderungen in der verhältnismäßig kurzen Zeitspanne dieser jüngsten Vergangenheit in unseren Städten und Dörfern und in der Landschaft eingetreten sind. Hierzu haben mancherorts die Einwirkungen des Zweiten Weltkrieges und - vielleicht noch mehr - die schnelle, oft überstürzte Entwicklung der Nachkriegszeit beigetragen. So ist das Interesse unserer Mitbürger an der Orts- und Heimatgeschichte stark gewachsen, mag man dies Nostalgie nennen oder nicht. Um dieses Interesse zu befriedigen, sind daher in den letzten Jahren bereits in vielen Städten zusammenfassende Darstellungen der Zeit von etwa 1880 bis 1930 anhand alter Postkarten und Fotos entstanden, die großen Beifall gefunden haben. Eine derartige Darstellung, die keine Orts- oder Heirnatgeschichte sein, sondern diese höchstens fördern will, soll nunmehr auch für die Stadt Oelde mit ihren Stadtteilen Stromberg, Lette und Sünninghausen vorgelegt werden.

Damit sie aber einigermaßen verständlich ist, damit erkenntlich ist, wie die genannte Zeitspanne in die Gesamtgeschichte eingebettet ist, erscheint es not-

wendig, in aller Kürze über die geschichtliche Entwicklung der erwähnten Ortschaften und über ihre wirtschaftliche Entfaltung in der neuesten Zeit zu berichten.

Oelde, das zu den ältesten Siedlungen des Münsterlandes gehört, wird urkundlich zuerst 890 als 'Ulithi' erwähnt. Die Pfarre St. Johannes der Täufer, wahrscheinlich eine Gründung des heiligen Liudger, wird 1188 zum ersten Mal genannt. Spätestens seit 1367 war Oelde 'Wigbold', ein Gemeinwesen mit städtischen Rechten, auch Sitz eines Gogerichts. Bei zwei großen Bränden in den Jahren 1605 und 1800 wurde der mittelalterliche Stadtkern fast völlig vernichtet. Bis zum Reichsdeputationshauptschluß (1803) gehörte Oelde zum Fürstbistum Münster, und zwar zum Amt Stromberg und seitdem - von der 'Franzosenzeit' abgesehen - zu Preußen. Mit Stromberg zusarnmen bildete es das Amt Oelde. Während Alt-Oelde früher wirtschaftlich von seinen Ackerbürgern, Handwerkern, zumal Webern, Brennereien und Mühlen lebte, gründet sich seine Wirtschaft jetzt auf zahlreiche, bedeutende Werke der eisenverarbeitenden Industrie (Maschinenbau, Separatoren, Melkanlagen, Drahtgewebe, Packanlagen), Emaillierwerke, Fabriken für Ventilatoren, Bauaufzüge und Blechwaren und Werke der Möbelindustrie, auf Brennereien und eine über 200 Jahre bestehende Brauerei sowie auf eine weit verbreitete Heimatzeitung 'Die Glocke'.

Im Jahre 1177 wird die Burg Stromberg als Landes-

burg der Bischöfe von Münster zuerst erwähnt. Sie ist aber erheblich älter. Sie war mit einer ritterlichen Burgmannschaft besetzt, an deren Spitze hochadelige Burggrafen standen. Deren Geschlecht starb 1411 aus. Seitdem wurde das Burggrafenamt nicht mehr besetzt. Stromberg blieb aber bis 1803 Sitz eines fürstbischöflichen Verwaltungsbezirks, des Amtes Stromberg, das die Osthälfte des späteren Kreises Beckum und Teile des alten Kreises Warendorf umfaßte, mit Droste und Rentmeister. Im Schutze der Burg hatte sich seit dem Mittelalter eine städtische Siedlung gebildet, das Wigbold Stromberg, dessen gewerbliches Leben früher von der Leinen- und Bandweberei, Ackerbürgern und Handwerkern bestimmt wurde. Heute ist es Sitz einer starken Möbelindustrie und aufstrebender Erholungsort.

Lette ist 1133 mit der Gründung eines Prämonstratenser-Doppelklosters ins Licht der Geschichte getreten. Während das Männerkloster alsbald nach Clarholz verlegt wurde, bestand das Nonnenkloster bis Mitte des 16. Jahrhunderts. Kirchlich gehörte Lette stets zum (Fürst)-Bistum Münster, politisch früher zur Herrschaft Rheda und nach der Franzosenzeit zum neuen preußischen Kreis Wiedenbrück. Wirtschaftlich gibt dem Ort neben der Landwirtschaft und einer Reihe gewerblicher Unternehmen ein bedeutendes Industriewerk, das Wasch- und Bügelmaschinen herstellt, die Existenzgrundlage.

Sünninghausen wird urkundlich bereits im 12. Jahr-

hundert erwähnt. Um 1100 wurde dort eine dem heiligen Vitus geweihte Kapelle gegründet, der später eine romanische Kirche folgte. Die zunächst von Oelde abhängige Kirchengemeinde wurde 1276 selbständig. Neben der Landwirtschaft verdankt der Ort das wirtschaftliche Aufblühen weitgehend einer großen Gießerei. Bei der gemeindlichen Neugliederung 1969/70 und 1975 sind die genarmten Ortschaften zur Stadt Oelde zusammengeschlossen worden, die etwa 103 Quadratkilometer umfaßt und etwa 28 000 Einwohner zählt.

Das Buch bringt zunächst Ansichten von der Innenstadt, also Alt-Oelde, und dann von den drei Stadtteilen Stram berg, Lette und Sünninghausen.

In Oelde beginnt es mit dem Kern der Altstadt, der Pfarrkirche St. Johannes, dem alten Rathaus und der näheren Umgebung. Es folgen Ansichten von den alten Straßen 'innerhalb der Wälle' und den weiter hinausführenden Straßen sowie einige aus dem Kirchspiel, sodann Bilder von der Entwicklung des Verkehrs, städtischer Versorgungseinrichtungen und der Industrie sowie der Vereine und von besonders denkwürdigen Veranstaltungen und Ereignissen.

Die Stromberger Ansichten zeigen zumnächst Burg und Kreuzkirche mit Umkreis, sodann den Marktplatz und bemerkenswerte alte Gebäude, schließlich besoridere Ereignisse und Brauchtum.

Von Lette und Sûnninghausen können nur noch einige alte Ansichten gebracht werden.

1. Das Bild gewährt einen Bliek aus der Vogelschau auf die Pfarrkirche St. Johannes mit dem alten Stadtkern. Vom Kirchplatz, auf dem noch das Kriegerdenkmal steht, das spater auf dem Herrnann-Johenning-Platz aufgestellt worden ist, führt links die Bahnhofstraße nach Norden, nach Nordosten zu die Kirchstraße, jetzt der Eickhoff. Rechts sieht man die Häuser auf beiden Seiten der Langen Straße. Hinter dem Denkmal liegt ein stattliches Haus, in dem früher die Konditorei von Theodor Meis geführt wurde, der von Theodor Voßmann abgelöst wurde (später Café Brintrup, jetzt Scholmann).

2. Hier sieht man die Pfarrkirche St. Johannes von Südosten. Das Chor ist der älteste Teil, der nach der Brandschatzung im Jahre 1457 mit zunächst einschiffigem Langhaus bis 1510 gebaut worden ist, 1651 wurde das Langhaus erneuert und 1725-1736 wiederum umgebaut. Hierbei wurden die Seitenschiffe angesetzt und damit eine gotische Halle geschaffen. 1864-1870 vergrößerte der in Oelde ansässige Diözesanbaumeister Emil von Manger die Kirche nach Westen und setzte den wuchtigen Turm vor, das Wahrzeichen von Oelde. Nach Süden wurde 1915 eine neue Sakristei angebaut, 'die schönste im Bistum', wie es hieß. An der früheren 'Dodenstraße' standen - von links - die Häuschen Heickmann und Lakenbrink, anschließend die beiden Gebäude des Hofes Garthoff, zu dem auch der Garten - rechts - gehörte. Der Rathausbach floß hier früher offen vorbei.

3. Auf diesem Bilde ist der Kern von Alt-Oelde zu sehen: In der Mitte das alte Rathaus, das 1609 - nach dem großen Stadtbrand von 1605 - in schlichter Renaissanée erbaut und mit geschnitzten Balken versehen war, rechts daneben die alte Küsterei, dann die Ecke des Hauses Linnenbrink, jetzt Lütkemöller, links ein Teil des Hotels 'Zur Krone', das damals die Aufschrift 'Restauration und Conditorei' trug, im Hintergrund die frühere Gaststätte Hartwig, jetzt 'Oelder Brauhaus' im Eigentum der heimisehen Brauerei Pott-Feldmann. Durch das Rathaus führte eine Durchfahrt zum Kirchplatz. Rathaus und Küsterei wurden 1890 abgebrochen.

4. Das Foto zeigt den dem Kirchplatz zugekehrten Nordgiebel des alten Rathauses. Der Zustand des Hauses läßt darauf schließen, daß das Bild am Tage des Abbruches aufgenommen worden ist. In den leeren Fensteröffnungen sind die Abbrucharbeiter zu sehen. Im Rathaus waren außer den Amtsräumen mit der Polizei zeitweise Gericht und Gefängnis, zeitweise die Rektoratschule untergebracht. Letztere zog 1890 vorübergehend in das Gesellenhaus, dann in das neu erbaute Schulgebäude Ecke Kirchplatz/Trippenhof um. Die Amtsräume befanden sich nunmehr im neuen Amtsgebäude an der Bahnhofstraße.

5. So sah es in früherer Zeit - etwa vor dem Ersten Weltkriege - auf dem Kirchplatz aus: Man hat den Bliek auf die Rektoratschule, 1890 auf dem Platz der Besitzung Gildemeister-Thutrnann, später Kaufmann Höffgen, erbaut, links anschließend auf der anderen Seite der Straße Trippenhof das Haus Carl Pott, weiter anschließend ein älteres Gebäude, das Familie Pott bereits 1871 erworben hatte, das dann zum Teil von ihr bewohnt, zum Teil vermietet war. Später ist der rechte Teil in das Haus Pott - jetzt Rechtsanwalt Westenhorst - einbezogen, der linke Teil zum Spielwarengeschäft Dierkorte, jetzt Wiemann, umgebaut worden. Im Hause Pott befanden sich seit der Gründung im Jahre 1893 die Geschäftsräume der Oelder Spar- und Darlehnskasse, deren Rendant Carl Pott war, bis sie 1939 in den Neubau am Trippenhof übersiedelte. Im Vordergrund sieht man einen Jungen mit Mütze. Die Rektoratschü1er mußten solche Mützen tragen, die je nach der Klasse verschiedene Farben hatten.

6. Unmittelbar anschließend an den Kirchplatz nach Osten hin lag der Garthoff'sche Hof mit Querhaus und weiterem Anbau, ein stattliches Gehöft. Er gehörte zu den wenigen alten Höfen im Bereich des Wigbolds Oelde. 1957 ließ ihn die Stadt, in deren Eigentum er übergegangen war, leider abbrechen, um Raum für den Friedhofsweg und einen großen Parkplatz, den Carl-HaverPlatz, zu schaffen. Links im Bilde sieht man einen Teil des früheren Hauses Hoffmeier, dessen letzte Eigentümerin als Waschfrau und Kleintierhalterin in ganz Oelde bekannt war.

7. Von altersher führte von der Johanneskirche aus westwärts zum Pastorat, das zwischen der Landstraße nach Ennigerloh und der Köttelbeeke (dem Rathausbach) lag, die Herrenstraße, früher auch Pastorstraße genannt. Das Bild zeigt diese Straße von Westen: rechts Haus Schwarze, zu dem das benachbarte Giebelhaus gehörte, dann die Häuser Advena, Rottkemper, Becker-Wiegard, links zwei Fachwerkhäuser, in denen früher die Büglerin Elisabeth Steinhoff und der gelehrte Sattler und Fischhändler Josef Schwarze wohnten, dann Haus Wuller-Lohmann, hinter dem Baume - nicht mehr zu sehen - Gastwirtschaft Lüning, später SudholtSurmann.

8. Zwischen 'Pastorsteich' und der Brennerei Schwarze verläuft in südlicher Richtung von der Herrenstraße zur Geiststraße die Paulsburg. Sie überquert den Rathaus- oder Köttelbach. Früher lag rechts nach Westen zu der Stadtgraben noch offen. Das Bild zeigt den Bach und die genarmten Gebäude in nördlicher Richtung, im Hintergrund das inzwischen abgebrochene Haus des Schuhmachers Vennewald. Die Straße hat ihren Namen von der Burg, die Bischof Heidenreich Wulff 1380-1382 zum Schutz gegen Angriffe des Grafen Tecklenburg-Rheda erbaut hatte, die aber bereits im 16. Jahrhundert verfallen war. Sie hat südlich des Baches gestanden, etwa auf dem Gelände, auf dem das große Stallgebäude der Brennerei, der Garten des Kaufmanns Schwarte und die neue Vikarie liegen und das an den zum Hof Allendorf gehörigen Garten grenzte.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek