Oer-Erkenschwick in alten Ansichten

Oer-Erkenschwick in alten Ansichten

Auteur
:   Gerhard Verk
Gemeente
:   Oer-Erkenschwick
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5992-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Oer-Erkenschwick in alten Ansichten'

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Einleitung

Vermutlich hätte die städtebauliche Entwicklung OerErkenschwicks einen ganz anderen Verlauf genommen, wenn die Gewerken, die Anteilseigner des SteinkoWenbergwerkes EWALD in Herten im Iahre 1899 beschlossen hätten, die Zeche EWALD FORTSETZUNG nicht in Erkenschwick auf grüner Wiese, sondern in unmittelbarer Nachbarschaft des damals schon mehr als 700 Jahre alten Dorfes Oer zu bauen. Viele Beispiele im Ruhrgebiet, in denen die Zechenoberen im Zusammenhang mit dem Bau eines neuen Bergwerkes die direkte Nachbarschaft zu einer bestehenden Ortschaft gesucht haben, erlauben in ihrer Parallelität dem Historiker ziemlich genaue Rückschlüsse darüber, wie es bei uns heute aussehen könnte. Man zog jedoch die andere Lösung vor.

Oer blieb auch nach Gründung der Zeche noch lange ein dörfliches Gebilde mit rein bäuerlicher Struktur. Erkenschwick dagegen, das sich eigentlich aus zwei Bauerschaften zusammensetzte - Rapen kam noch hinzu - entwickelte sich baulich ähnlich wie viele durch den Bergbau geprägte Ortschaften. Zwei Hauptachsen bildeten die Basis für die Ausbreitung der Ansiedlung: Die Stimbergstraße in Nord-SüdRichtung dazu die Ewald- und die Kirch- bzw. GroßErkenschwicker Straße in Ost-West-Richtung. Die gesamte Erschließung nahm von hier aus ihren Fortgang, wobei der Zu-

sammenschluß von Erkenschwick und Oer eigentlich nur eine Frage der Zeit sein konnte.

Ich selbst bin zu Beginn der fünfziger [ahre Bürger OerErkenschwicks geworden, in einer Zeit also, in der Straßen- und Zechenbahn noch die bestimmenden Verkehrsmittel und viele Wohnsiedlungen erst angedacht waren. In den folgenden vierzig [ahren hat sich das Bild unserer Heimatstadt stark gewandelt. Aus der in ihren Anfàngen manchmal sogar als 'Polakkendorf' geschmähten Siedlung ist eine schmucke Kleinstadt mit hohem Wohnwert geworden. Nicht zuletzt auch durch den Beitrag der großen ZaW ihrer aus dem Osten zugewanderten Bewohner und deren Enkel sowie den bis in die fünfziger [ahre prosperierenden Bergbau. Der grüne Rahmen, den die Haard und noch vorhandene Landwirtschaft bilden, das große Freizeitangebot und die aufgescWossene Haltung von Verwaltung und Politik hinsichtlich baulicher ErscWießung und Ansiedlung neuer Industrie- und Gewerbebetriebe tun ihr übriges: Man wohnt inzwischen gerne in Oer-Erkenschwick!

Das noch jugendliche Alter unserer Stadt macht es naturgemäß schwer, einen größeren Fundus alter Ansichten zusammenzustellen, und hier ist auch der Grund dafür zu suchen, daß es sich bei den alten Bildern in vielen Fällen um die Darstellung einzelner Gebäude handelt. Die Aufgabe war aber deshalb nicht

minder reizvoll; zumal im Laufe der Arbeiten an diesem Bildbändchen eine Reihe aufgeschlossener Menschen etwas aus ihrem Fotobesitz beisteuerte. Ein Teil der alten Stücke befand sich allerdings bereits im Stadtarchiv.

An dieser Stelle möchte ich allen danken, die mit einem Foto zum Gelingen des Büchleins beigetragen haben. Mein besonderer Dank für die freundschaftliche Mitarbeit beim Zusammentragen und Identifizieren der alten Fotos gilt dem ehemaligen langjährigen Vorsitzenden des örtlichen Heimatvereines, Werner Kollmann, dessen Vater uns viele Bilder aus der Vergangenheit des Dorfes Oer hinterlassen hat.

Vielleicht regt dieser Bildband weitere Oer-Erkenschwicker Bürger dazu an, dem Stadtarchiv alte Fotos, die das Werden und Wesen unserer Stadt festhalten, zur Verfügung zu stellen; Fotos sind Zeitgeschichte.

Gerhard Verk

1 St. Johannes (lans Boomseens) in der Haard, urn

1910. An der Wegekreuzung Flaesheim - Ahsen -HalternSinsen wurde 1766 zum Gedenken an den Jäger Binsfeldt dieses Standbild errichtet. Die Witwe des an dieser Stelle zu Tode gekommenen Iägers hat es gesriflet. Um das Ende Binsfeldts ranken sich bis heute erhaltene Sagen. Übereinstimmend dabei soll er von einem riesigen Hund angefallen worden sein, der ihn tödlich verletzte. Nachdem die Statue von unbekannter Hand schwer beschädigt worden war, hat man sie restauriert und 1921 an gleicher Stelle in eine Kapelle gesetzt. Geschickte Sicherungen verhindern eine erneute Beschädigung. Der Ort ist alljährlich Ausgangspunkt oder Ziel unzähliger Haardwanderungen.

St. Johannes (Jans Boomseens) in der Haard Erridi!e! 1766.' ach sdiwerer Besdiädigung wiederhergestellt und in eine Kapelle gesef}t 1921.

Sockelinsdirillen des St Johannes-Standbildes. Anno 1766.

Isto Mensch eetn aug beneteet, St. Jean nimb zum Patroü,

trtngt die Noth durch ten und Hertz, Er umb Hülf wird für dic:h Ilèhèn

Ist dir Nabm und ehr verretzet, Bey dem reichen Gnadentbron.

Naget dich der seneen scnmertz, Vatter unser Ave Maria'

So lass scnweec sorgen genen, zu trost der abgestorbeu. J.P.T.

Binsfeld! goflseelig. A. 'M. Hackenbram Wittib.

2 In der Haard, ein kleines Stück nördlich von 'St. Johannes', findet man den sogenannten Römerbrunnen. Zusammen mit dem 'Heiligen Baum' in der Nähe war er wohl Teil einer germanischen Kultstätte. Die Brunnenwandung besteht aus zwei hölzernen Halbschalen von einem Meter Durchmesser. Der um zwei Meter tiefe Schacht hält das ganze Iahr Wasser - selbst in den Sommermonaten. Eine wissenschaftliche Untersuchung des Brunnenholzes hat ergeben, daB der dazu benutzte Baum etwa um 875 vor Christus gefällt worden sein muß. Das vor 1920 aufgenommene Foto belegt, daß die Oerer Bauern noch in dieser Zeit ihr

Recht in Anspruch genommen haben, Vieh in der Haard zu hüten.

3 Das Foto aus 1925 zeigt den Schultenstein in Oer, ein Relikt der Rechtsprechung des siebzehnten [ahrhunderts. Der damalige domkapitularische 'Hobsrichter' und Verwalter ließ 1654 einen Gerichtsstein mit zwei an Ketten befestigten Handschellen und einem Halseisen auf dem Oerer Schultenhof, dem heutigen Gehöft Schulte-Oer, setzen. joharm Schaumburg, dem lediglich die niedere Gerichtsbarkeit zustand, maßte sich damit kurfürstliche Rechte an; denn, einen Schuldigen in Eisen legen zu lassen, war eigentlich nur auf Entscheid des Landesherren möglich. Eine deswegen vom Erbvogteigericht in Recklinghausen beim Kurfürsten ein-

gelegte Beschwerde verlief letztlich jedoch im Sande.

4 Auf dem Foto ist der Hof Beckbauer, genannt Stimberg, an der Aue in 192 9. Vor etwa hundert Iahren heiratete ein Beckbauer aus Essel in den Hof Stimberg ein, und seitdem tragen die Nachfahren den Doppelnamen. Eine der drei Stimbergtöchter damals war blind und konnte nach eigenen Worten mit ihrem Erbteil nichts anfangen. Sie wünschste sich stattdessen schon zu Lebzeiten im Garten hinter der Scheune ein großes Kruzifix. Nachdern es im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde, hat es der heutige Besitzer neu errichtet. - Dreimal wurde das im 18. [ahrhundert erbaute Gehöft vom Feuer heimgesucht, zuletzt in 1975. josef'Beck-

bauer hat 1984 die Hofbewirtschaftung aus Altersgründen aufgegeben und die Ländereien verpachtet.

5 Gehöft Schneider an der Weidenstraße um 1929. Bernhard Schneider und seine Frau Katharina mußten sich 1880 ein neues Haus bauen, nachdem an gleicher Stelle der alte Kotten dem Feuer zum Opfer gefallen war. In einem beispiellosen Akt nachbarschaftlicher Hilfe wurden sie mit ihren vierzehn Kindern von ihren Nachbarn Gößling bis zur Fertigstellung des neuen Hauses aufgenommen. Bemerkenswert ist auch, daß alle Kinder der Familie ein Handwerk erlernt haben. Um 1925 begann Heinrich Schneider parallel zur Landwirtschaft ein Fuhrunternehmen, dessen Kundenstamm Bauern und Bergleute waren.

Nach Aufgabe der Landwirtschaft eröffnete die Familie 1953 in ihrem Hause eine bis heute sehr beliebte Gaststätte.

6 Auf dem Wege nach Recklinghausen kommt man in Oer am Gehöft SchröderMerten vorbei, hier ein Foto aus 1927. Anfangs der fünfziger Iahre war die Kurve durch die Mauern der Höfe Gesing und Schröder-Merten auf der linken und Koop auf der rechten Seite einem Nadelöhr gleich. Die Koopsche Mauer mußte einem Kurvenausbau weichen. Der Ortsausfahrt war damit jedoch das anheimelnde Flair genommen, das jeder Passantob zu Fuß oder mit dem Fahrzeug - eindringlich spürte. Der Hofliegt nach dem Tode des letzten Besitzers still. Im entsprechenden Alter soll, so will es das Testament Walter Schröder-

Mertens, ein männlicher Nachkomme aus der weiteren Familie unter dem ursprünglichen Namen den Hof übernehmen.

7 Der Hof Koop in Alt-Oer: auffallend an dem Anwesen ist die achsialeAnordnung von Hofeinfahrt,vorgelagerter Scheune mit Durchfahrt und Wirtschafts gebäude. Die alte Hofeinfahrt und auch die Scheune gibt es nicht mehr und das Wirtschaftsgebäude wird unter Erhaltung der alten Konstruktionsmerkmale umgebaut. Die Familie hat die Hofbewirtschaftung um 1991 aufgegeben. Aufdem 1838 errichteten Bauernhof gab es früher so viel Arbeit, daß man selbst so hohen Besuch wie den Bischof von [ena, Theodor Buddenbrock, einen Verwandten der Familie, zu einer Tasse Kaffee im Arbeitszeug empfing, als dieser sich 1930 auf der Durchreise be-

fand. Die Aufnahme stammt aus demjahr 1929.

8 Die Mühle Gutacker stand auf dem Anwesen der Familie janinhof 1430 starb der letzte 'Gutacker' und das Haus ging bis 1810 in den Besitz derer 'von Westrem zu Gutacker' über. Nach einigen Nachbesitzern erwarb [osef laninhof190S den Hof, der auch heute noch bewirtschaftet wird. Der damals noch sprudelnde Westerbach füllte einen Teich, der für das Mühlrad gestaut wurde. Der Rückstau war wegen des geringen Gefálles nicht groß, so daß das Mahlwerk immer nur zeitweilig betrieben werden konnte. Ursprünglich wurde Korn gemahlen, später hat man über eine Transmission Maschinen auf dem Hof angetrieben. Ein installierter Dynamo lieferte sogar Strom für ein paar Lampen. 1933/34 wurde die Mühle abgerissen.

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