Olching in alten Ansichten

Olching in alten Ansichten

Auteur
:   Fritz Scherer
Gemeente
:   Olching
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2409-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Olching in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

VORWORT

Wer heute mit der Bahn von München nach Augsburg fährt, könnte bei der Station Olching meinen, hier wäre ein Trabant der Landeshauptstadt. Ein Riesenheer geparkter Autos scheint das zu bestätigen. Nun ist aber Olching, wie das seine älteste Urkunde, nämlich der Ortsname ausweist, eine Siedlung, die gut 1 400 Jahre alt ist, viel älter als München.

Fritz Scherer hat sich die Mühe gemacht und alte Fotos gesammelt, um seinen Mitbürgern etwas von der Geschichte eines kleinen Dorfes an der Amper am Rande des Dachauer Moores vor Augen zu führen, Nun ist aber die Kunst der Fotografie noch lange nicht so alt, um die tausendjährige Entwicklung unseres Dorfes aufzeigen zu können.

Noch vor 70 Jahren flogen Schwärme von Kiebitzen über Wiesen und Felder, brüteten Brachvögel und Birkwild im Moor, standen starke Hechte im Altwasser der Amper und noch vor 200 Jahren zog der Hirsch durch das Revier. Von Schleißheim bis Schöngeising zog sich ein riesiger Forst hin. Deshalb saß in Olching ein 'Uberreuther', also ein Forstamt, etwa bis 1830. Wo heute auf der Speedwaybahn Motoren heulen, weidete 'in der Au' noch 1946 - bis vor dem großen Orkan - alljährlich ein Storehenpaar.

Um nocheinmal auf den Ortsnamen zu kommen: Alle Orte mit der Endsilbe 'ing' stammen aus der frühesten Zeit der bayerischen Geschichte, also um 500 nach Christus. Die Bedeutung ist schwer zu erklären. 1052 heißt es 'Olchingen', vielleicht verstümmelt von Adalhohingen zu Uodalhohing. Vermutlich ist ein Eigenname darin enthalten.

Außer dem Ortsnamen kann unser Dorf wenige Zeugnisse aus seiner Geschichte aufweisen, es sei denn, man werte die 1 000 Jahre schwerer bäuerlichen Arbeit bei der Rodung des Ampertales und des Moores zur heutigen Kulturlandschaft. Immerhin erwähnt der Mönch Cozroh in seinem Freisinger Codex um 1185 einen Steuerzahler aus Olching (Bitterauf Band Il, Seite 397). Bitterauf weiter:

'Am 21. September 1304 verkauft Heinrich von Gegenpiund

seine Hube in Olchingen, ein Fischlehen und vier Hofstätten um 12 Pfund Münchner Pfennige an das Kloster Fürstenfeld. Am 22. Juni 1311 verkauft Herzog Ludwig von Bayern (der spätere Kaiser) 'drei Höfe zu Olehing im Amt Dachawe an das Kloster Fürstenveld, sein vaeterlies Stift'.

1322 lagert Herzog Leopold mit seiner Truppe an der Starzel zwischen Esting und Olehing und kommt (durch eine List der Fürstenfelder Mönche) zu spät zur Schlacht bei Ampfing, wo Ludwig der Bayer seinen Vetter Friedrich gefangen nehmen konnte.

1422 wurde Olching in Zusammenhang mit der Schlacht bei Alling ebenso wie Esting und die Dörfer der Umgebung gebrandschatzt.

1613 stiftete der fromme Kurfürst Maximilian, der einzige deutsche Fürst, der den Dreißigjährigen Krieg von Anfang an bis zum Schluß miterlebt hat, das OeI für die EwiglichtAmpel in der kleinen Dorfkirche zu Olehing. Dies ist eine bemerkenswerte Tatsache. Es ist heute noch kirchliche Vorschrift, daß nur dann die heilige Eucharistie in einem Gotteshaus aufbewahrt werden darf, wenn Tag und Nacht das Ewige Licht brenrit und mindestens einmal in der Woche die heilige Messe gefeiert wird. Der Unterhalt des Ewigen Lichtes fiel offenbar unserem kleinen Dorf nicht leicht.

Die Wittelsbacher kamen in diese Gegend gerne zur Jagd. Stützpunkt war das Estinger Schloß und natürlich das Kloster Fürstenfeld, Wir dürfen annehmen, daß nicht nur Kaiser Ludwig der Bayer, sondern auch sein frommer Nachfahr Maximilian des öfteren in Olching gewesen sind und in der Dorfkirche gebetet haben.'

Dies sind einige Daten, die aus der Dämmerung der Ortsgeschichte aufleuchten und sie ein wenig aufhellen. Am rechten Ufer der Amper, an der Einmündung der StarzeI gelegen, war Olehing doch abseits der großen Straßen von München nach Augsburg und von Dachau nach Fürstenfeldbruck. Das Dorf konnte nur klein sein, denn das kiesige Ampertal und

das weite Dachauer Moor boten dem Bauern nur kargen Boden. Eine kleine zusätzliche Einnahme ergab bis nach dem Ersten Weltkrieg der Torfstich, dem die Nachbargemeinde Gröbenzell im 19. Jahrhundert ihren Ursprung verdankt.

Es muß ein zähes Geschlecht gewesen sein, das hier gehaust und Kriege, Brände, Plünderungen, Hungersnöte und Seuchen überstanden hat. Noch im Zweiten Weltkrieg wurde es durch einen Bombenangriff heimgesucht, dem 22 Menschenleben und 11 Wohnhäuser zum Opfer fielen.

Vor der Siedlung muß schon eine Straße dagewesen sein, denn noch der heutigen Struktur sieht man das alte Straßendorf an; die lange und breite Hauptstraße mit den vielen Geschaften, die Hauptschlagader der Gemeinde. Man kann sich kaum vorstellen, daß da, wo heute die Fußgänger sich drängen, noch vor wenigen Jahrzehnten die Bauernhäuser ihre Vorgärten hatten.

Wie klein und unbedeutend der Ort gewesen ist, kann man auch daraus ersehen, daß er erst im Jahre 1900 mit der Erbauung der neuen Kirche einen eigenen Seelsorger bekommen hat. Bis dahin gehörte er zur Pfarrei Emmering. Wie schnell aber unser Dorf gewachsen ist, kann man daran erkennen, daß damals schon eine so große Kirche gebaut wurde und als Filiale von Emmering im Jahre 1909 selbständige Pfarrei geworden ist.

Eine große Chance für das kleine Dorf war die Gründung des Klosters Fürstenfeld zwischen Olching und Roggenstein im Jahre 1261. Das alte Steinkreuz nach Art der mittelalterlichen Sühnekreuze neben dem Kriegerdenkmal stand bis etwa 1870 am Starzelbach und soll den Platz markiert haben, an dem sich einige Jahre das Kloster befunden haben soll. Interessant und aufschlußreich ist eine kleine Statistik der Einwohnerzahlen: Olching hatte im Jahre 1813 240 Einwohner, 1874 in 71 Häusern 415, 1884 700, 1895 aber schon 1 500. Heute im Jahre 1983 hat es knapp 20 000 Einwohner. Woher kommt nun dieses rasche Wachstum? Macht man sich

die kleine Mühe, das Streckennetz der Bundesbahn anzuschauen, wird man bemerken, daß die Strecke MünchenAugsburg (1839 erbaut, nach Nürnberg-Fürth die älteste in Deutschland) gerade in Olehing einen Bogen nach Osten macht. Dies tut sie aber nicht, um Olehing - damals ein unbedeutendes Nest - zu berühren, sondern um Fürstenfeldbruck zu umgehen, denn die Brucker Bürger hatten sich heftig gegen den Bahnbau gewehrt. Spater beim Bau der Linie München-Lindau, mußten sie sich ebenso heftig bernühen, an diese Strecke angeschlossen zu werden. Olching verdankt also seinen raschen Aufschwung der Eisenbahn. Einige der damaligen Streckenarbeiter kauften sich im heutigen Neu-Esting ein Grundstück und bauten kleine Anwesen, Die Estinger Bauern gaben diese Grundstücke gerne her, denn sie mußten, da es noch keine Unterführung gab, mit ihren Fuhrwerken über den Bahndamm, und das war nicht ohne Unfallrisiko. Bis zur Entwicklung des Autoverkehrs war die Nähe zur Eisenbahn für die Qualität eines Ortes entscheidend. Nun hatte Olching einen Bahnhof und damit begann der Aufstieg.

Eine Papierfabrik siedelte sich an, eine Holzstoff-Fabrik wurde gebaut und ein E-Werk entstand. Es gab Arbeitsplätze, nicht zuletzt im ebenso schnell wachsenden München, und damit ist aus dem einst weltverlorenen Dorf eine große Siedlung geworden. Mit dem Bau der S-Bahn ist Olehing noch mehr an die Stadt München angebunden, sodaß sie tatsächlich als Vorort der viel jüngeren Hauptstadt gelten kann. Der Sog der Großstadt, der Charme des beliebten München läßt Olching schnell weiterwachsen.

Das vorliegende Büchlein mit alten Fotos seiner Vergangenheit läßt ahnen, welche Spannungen zwischen Geschichte und Gegenwart bestehen.

Wilhelm Bayerl

1. Etwa 1880 entstand dieses Bild von Olching, das wohl zu den ältesten Fotografien des Amperdorfes zählt, Es zeigt das erste ursprünglich romanisch angelegte und später mit frühgotischen Stilelementen versehene Kirchlein, dessen Baujahr auf die Jahrtausendwende geschätzt wird. Erstmals erwähnt wurde die den Apostelfürsten Peter und Paul geweihte Tochterkirche von Emmering 1315 im ältesten Matrikel der Diözese. Trotz ihrer kunsthistorischen Bedeutung wurde sie 1903 wegen starker Baufälligkeit abgetragen. Links die jährliche Auskehr des 'Mühlbaches', eines Ausläufers der Starzel.

IJ

o u s

Glchill('t,

,...,.

2. Am Ende des 19. Jahrhunderts hatte Olching etwa 1 000 Einwohner, die insbesondere von der Landwirtschaft mit 50-60 Gehöften lebten. Aber schon mit der Eröffnung der Eisenbahnlinie München-Augsburg am 27. Oktober 1839 und vor allem durch die Errichtung der Holzstoff-Fabrik 1881, begann ein langsamer Wandel. Der obere Lauf des Mühlbaches, von dem man auf das alte Kirchlein blickt, wurde 1884 zum Werkkanal der München-Dachauer Papierfabrik ausgebaut, Er verweist auf eine ehemalige Mühle, die oberhalb des heutigen Elektrizitätswerkes stand und zwei Malgänge hatte. Sie ist 'in der armsten Gegend gelegen', heißt es in einer alten Beschreibung.

3. War auch die Abtragung des Kirchleins durch das 'Königliche Genera1konservatorium der Kunstdenkmäler und Altertümer' nicht zu verhindern, so machte das Innenministerium - es genehmigte den Abbruch am 27. März 1903 - wenigstens zur Auflage, daß es vorher gezeichnet und fotografiert werden mußte. Diesem Umstand dürfte diese Aufnahme zu verdanken sein. Hinten rechts steht das erste 1890 erbaute und bis 1912 benützte kleine Feuerhaus und dahinter das 1956 abgerissene Haus der Bäckerei M. Fuchsbichler (später Endres). Um das Kirchlein wurde etwa 1860 der erste 1888 erweiterte Gottesacker angelegt. Der heutige Friedhof an der Jahnstraße entstand 1875, das Leichenhaus wurde 1900 erbaut,

4. Der erste Spatenstich zum Bau der heutigen Kirche erfolgte am 13. Juni 1899. Vorher mußte allerdings das Sigl-Anwesen, das die Gemeinde durch Tausch erworben hatte, und das Hilger-Anwesen abgerissen werden. Unter demjetzigen Hochaltar liegt der Grundstein, der am 23. Juli 1899 durch den Prälaten und Generalvikar DI. Stigloher feierlich gelegt wurde. Der erste Plan zum Bau einer neuen Kirche entstand schon 1887. Anlaß war ein Jagdbesuch des Oberbaurats Ritter Max von Siebert, der ihn dem damaligen Bürgermeister Anton Schwojer sechs Jahre später kostenlos anfertigte. Zu dieser Zeit war aber die Platzfrage noch nicht geklärt.

5. Wie ein Zeigefinger Gottes erhebt sich der spitze Kirchturm hoch über die Dächer der kleinen Häuser des Ortes und weit darüber hinaus. Dabei plante Oberbaurat Bernatz von der damaligen Baubehörde eine niedere, vierseitige Pyrarnidenspitze, die seiner Meinung nach dem romanischen Kirchenstil mehr entsprach. Er konnte sich aber nicht durchsetzen. Weit größer war freilich das Problem der Finanzierung. Das vorhandene Stiftungskapital betrug 5000 Mark, der Kostenvoranschlag nannte aber eine Summe von 9 500 Mark.

SS flUS 0 en

6. So zeigte sich Olchings Ortsmitte etwa zu Anfang unseres Jahrhunderts. Dieser Bliek hat sich trotz enormer Veränderungen ziemlich erhalten. Ganz links die heutige Bäckerei Meisburger, die 1903 als landwirtschaftliches Lagerhaus gebaut wurde ('Beim Schwabenschuster'). Dort war auch einmal Olchings einziges öffentliches Wannenbad (drei Badewannen) installiert. Der kleine Turm mußte wegen starken Bombenschadens beim Luftangriff von 1944 abgetragen werden. 1979 wurde es nach seinem frühesten Vorbild restauriert. Veranda und Balkon wurden 1963 entfernt. Ganz rechts ist noch ein Teil des Anwesens 'Beim Lutzimann' zu sehen, eines der ältesten Olchinger Bauern-Häuser. Der Arzt DI. Korbinian Rothwinkler hat es gekauft und dort nach dem Umbau 1923 bis zu seinem Tod 1971 eine Praxis betrieben,

p~e 8.. <1. K1rChe'

7. Eine Ansichtskarte zeigt das Olching der zwanziger Jahre. Links oben die 'Insel', die sich zwischen Amperkanal und Mühlbach befindet und vor dessen Verrohrung über zwei Stege zugänglich war. Rechts oben die Bahnhofrestauration mit vorgebauter Metzgerei und dahinter einem herrlichen Kastanien-Biergarten. Zwischen ihr und dem Kiosk der Therese Schwarz (ganz rechts, siehe Bild Nr. 21) führt heute noch der Fußweg über die Amper nach Esting. Die unteren Motive erinnern an den bis zum Zweiten Weltkrieg insbesondere von den Münchnern vielbesuchten Badeort Olching. Sowohl Amper als auch Amperkanal waren im Bereich der oberen Schleuse und im 'Scheidecker Angerl', auf dem sich heute die 1950 entstandene Ampersiedlung befindet, beliebte Badeplätze.

f::I russ zus Olching .

.Bahnhof

8. Anlaß für diese Bild-Karte aus dem Jahr 1902 dürfte die Fertigstellung der Pfarrkirche gewesen sein. Die illustrierte und sogar bunte Postkarte kennt man seit etwa 1870, als sie vom Generalpostmeister Heinrich von Stephan in Deutschland offiziell zugelassen wurde, Fünf Jahre vorher wurde freilich sein entsprechender Vorschlag noch mit Empörung als 'höchst indiskret' zurück gewiesen. Heute ist der 'Brief ohne Umschlag' längst zu einer Industrie geworden. Und ein Teil der hierverwendeten Ansichten ist passionierten Sammlern zu verdanken. die sich meist auf bestimmte Themen spezialisiert haben.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek