Oldenburg in Holstein in alten Ansichten Band 5

Oldenburg in Holstein in alten Ansichten Band 5

Auteur
:   Hermann Stengel
Gemeente
:   Oldenburg in Holstein
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1908-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Oldenburg in Holstein in alten Ansichten Band 5'

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EINLEITUNG

Das vorliegende Büchlein ist voraussichtlich der letzte Band der Serie 'Oldenburg in Holstein in alten Ansichten'. In ihm halten wir uns noch einmal vor Augen, wie das Leben in Oldenburg am Beginn unseres Jahrhunderts sich in etwa abspielte.

Der Marktplatz und die anderen Plätze der Stadt, wie zum Beispiel der damals 'Pumpenplatz' genannte Johannisplatz, der Hopfenmarkt und die vom Markt abgehenden Straßen waren nahezu menschenleer. Man sah auf ihnen vielfach von äußeren Einflüßen ungefährdet spielende Kinder, mitten auf der Fahrbahn abgestellte Ackerwagen der Oldenburger Bauern, entweder leer oder noch vollbeladen, nach Schneefall hin und wieder wohl auch Klingelschlitten aus den umliegenden Dörfern und Gütern. Auch sah man auf Holzpantoffeln zur Schule eilende Kinder und nach dem Unterricht Gruppen heimwärtsstrebender Jungen und Mädel, die im Winter sich scherzshalber mit Schneebällen bewarfen oder zuschauten, wie größere Jungen Schneehütten bauten oder aber den 'Schlachtergang' , wie man den Straßenzug zwi-

sehen dem Markt und der Kreuzung Johannisstraße allgemein nannte, oder andere abschüssige Straßen und Wege, hinunterrodelten. Die Polizei, zum Beispiel 'Hein Putz ', wie man den in Oldenburg unvergessenen Wachtmeister Heinrich Siemßen allgemein nannte, der eines Morgens im Jahre 1921 auf dem Oldenburger Bahnhof durch feige Mörderhand auf so tragische Weise ums Leben kam, nein, die Polizei hatte nichts dagegen, denn Autos, welche die durch die Schlitten verursachte Straßenglätte zu fürchten hatten, gab es damals noch nicht.

In den Häusern und über den Strafsen brannten die Petroleumlampen, denn das elektrische Licht wurde erst im Jahre 1905 in Oldenburg eingeführt. In der Zeit vor Weihnachten, in der es auch viel ruhiger als heute zuging, stellten die Geschäfte noch nicht so riesige Mengen an Waren zur Schau. Das Geld war knapp, aber vor allem waren die Menschen früher bescheidener und genügsamer.

Spielzeugausstellungen sah man nur in den Geschäften von Iwersen in der Schuhstraßeund bei Christian

Hoffmann am Markt. Marzipan, Bonbons und andere Süßigkeiten hielten die Bäcker feil. Kuchen wurden meistens von der Mutter selbst gebacken. Als besondere Leckerbissen galten damals die sogenannten Bratäpfel. Man bereitete sie in den eine wohlige Wärme erzeugenden und fast in jedem Haus zu sehenden Kachelöfen oder in den damals vielfach anzutreffenden eisernen Öfen, die man respektvoll 'Kanoneöfen' nannte.

Viele Oldenburger machten sich, vor allem an Sonntagen, ein Vergnügen daraus, auf dem Oldenburger Bahnhof, als dieser noch seine Bedeutung hatte, das Leben und Treiben zu Zeiten der ankommenden oder abgehenden Züge zu beobachten. Schützenfeste und Jahrmärkte waren sonst fast die einzigen Möglichkeiten zur Unterhaltung und Abwechslung.

Auch Rundfunk und Fernsehen, die man heute nicht wieder missen möchte, gab es noch nicht. Deshalb ging man abends frühzeitig ins Bett, nachdem man zuvor noch ein Weilchen auf einem Stuhloder auf einer Bank, die man damals in großer Zahl vor den

Oldenburger Häusern stehen sah, gemütlich geklönt und das Tagesgeschehen besprochen hatte. Heute ist das Leben ganz anders; man kann es nicht mit dem von früher vergleichen.

Oldenburg ist seit Jahren Garnisonstadt. Die Uniform der Soldaten belebt das Straßenbild. Die Geschäfte sind größer geworden und führen ein mannigfaches Angebot ausgezeichneter Waren. Der Verkehr brandet ununterbrochen durch die Straßen. Die Einwohnerzahl steigt. Die Stadt platzt aus den Nähten.

Das frühere Oldenburg gibt es nur noch in der Erinnerung. Aber auch die Erinnerung ist schön. Diese Buchreihe soll dazu beitragen, daß die Erinnerung lebendig bleibt bis in ferne Zeiten und davon künden, wie es damals war zur Vaters und Großvaters Zeiten in der bescheidenen und doch so liebenswerten Kleinstadt Oldenburg, jener Stadt, die soviel zu erzählen weiß von ihrer großen und stolzen Vergangenheit.

L Alt-Oldenburg in der Burgtorstraße. Es ist eine Häuserreihe, die schon einen guten Teil der Oldenburger Geschichte erzählen kann. Hinter den Häusern liegt das Massiv des historischen Oldenburger Walls, das ein wichtiges Betätigungsgebiet der Archäologen und Rekonstrukteure ist. Die achtziger Jahre werden ihre Arbeit sicherlich ein gutes Stück voranbringen.

2. Soviel Platz war einmal auf dem Oldenburger Marktplatz. Man kann es sich gar nicht vorstellen, daß der Alte Markt in Oldenburg um die Zeit der Jahrhundertwende so leer war, wie auf diesem Bild. Heute herrschen auf diesem geräumigen Platz, wie auch auf dem Neuen Markt, zeitweise eine drangsal flirchterliche Enge und eine große Parkplatznot. So ändern sich die Zeiten. Auf der rechten Bildseite erkennt man eine mit Brettern umgebene Pumpe. So eine Pumpe gab es früher in größerer Zahl am Rande des Marktplatzes.

3. Ein Panorama der Stadt Oldenburg. Man erkennt den Markt mit dem Rathaus, die Burgtorstraße, die Hinterhörn, die Johannisstraße, die St.-Johannis-Kirche und auf der rechten Bildseite die Priesterwiese, den Wall, den Weidenkamp und die Niederung am Oldenburger Graben.

4. Als es noch die Postkutsche gab, war die Gaststätte an der Ecke Markt/Schuhstraße die Absteige der in Oldenburg ankommenden Reisenden. Das verrät uns auch die Schildinschrift über der Haustür des Kruges. Man liest darauf deutlich das Wort 'Post'. Und man erfährt aus einer weiteren Inschrift an der Tür der Gastwirtschaft, daß ein gewisser A. Witt Inhaber des Lokals war. Später stand lange Jahre der Name 'Newe' über dem Portal des Kruges. Als Oldenburg am Anfang der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts Bahnanschluß bekommen hatte, ging die Posthalterei an die Gastwirtschaft von Christian Garleff am Alten Markt in Oldenburg über.

5. Ein Wall-Bild um 1900. Zu Füßen des Walles weiden friedlich einige Kühe. Der Wall ist noch völlig unbebaut, Gartenbesitzer sind hier nur wenige anzutreffen. Aber vor 1 000 Jahren herrschte auf dem Wall und seiner Urngebung ein anderes Leben. Der Wall war nämlich der Wohnsitz der wendischen Stammesfürsten. Und nach der Ansicht von Heimatforscher Franz Böttger (siehe 'Aus dem Winkel') soll zu Füßen des Walles ein Meeresgebiet bestanden haben und somit Oldenburg eine Seehandelsstadt gewesen sein.

Oldenburg i. H.

6. Die Priesterwiese unter Wasser? Man könnte es fast glauben. Aber der Verfasser weiß nicht, daß zu Anfang dieses Jahrhunderts das Wasser einmal die Gestade der Priesterwiese oder die Böschung des Walles bespülte. Wie dem auch sei: Anders wäre der eintönige Vordergrund des Fotos nicht zu erklaren. Oder sollte sich doch Auffassung Annahme von Rektor Böttger (siehe Bild Nr. 5) bewahrheiten, daß das Gelände um Wall, Priester- und Burgtorwiese vor 1000 Jahren und auch später noch ein richtiges Seegebiet war? In der 1882 erschienenen Oldenburger Chronik von Propst Hollensteiner und unter anderem in dem Reise- und Städteführer 'Olstholstein' (1950) wird ebenfalls die These von der früheren Seestadt Oldenburg vertreten.

7. Eine Erinnerung an Propst Hollensteiner. Der zwischen dem Wall und dem Pastoratsgarten verlaufende Fußweg ist der sogenannte Hollensteiner-Gang, benannt nach dem wortgewaltigem Propsten Hollensteiner, dessen langjährige segensreiche Tätigkeit in Oldenburg unvergessen ist. Es ist schön, daß die Erinnerung an Propst Hollensteiner durch diese Namensgebung wachgehalten wird.

Olàenburg i. J(olst.

Schuhstraße

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8. Die 'gute alte Zeit' am Johannisplatz. Es ist das letzte Stück der Schuhstraße vor der Mündung in den Alten Markt. Links das Gewese des Gasthauses 'Zur Post' mit landwirtschaftlichen Maschinen und einem Ackerwagen vor der Scheune. Rechts das schöne Haus von Uhrmacher Ludwig Michaelsen, dem sich das Geschäftshaus des Manufakturisten Nis Joharmsen und die Prahlsche Gastwirtschaft anschließen.

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