Oranienburg in alten Ansichten Band 2

Oranienburg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Hans Biereigel
Gemeente
:   Oranienburg
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5316-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Oranienburg in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Ermutigt durch die Resonanz und das Interesse der Leser über 'Oranienburg in alten Ansichten' Teil 1, habe ich mich verpflichtet gefühlt, einen Teil 2 über Oranienburg zwischen 1880 und 1930 zusammenzustellen.

Im Jahre 1991 feierten die Einwohner und Gäste der Stadt Oranienburg das 775jährige Jubiläum der Ersterwähnung ihres Ortes. Eine wechselvolle Geschichte mit Aufstieg und Niedergang, mit Krieg und Frieden, mit Freuden und Leid waren die Kennzeichen der Jahrhunderte. Öde und verlassen, verwüstet und zerstört durch die Ereignisse des Dreißigjährigen Krieges, das war die Charakteristik der Stadt Bötzow, als im Jahre 1640 der Kurfürst Friedrich Wilhelm van Brandenburg seine Herrschaft begann.

Ein Jahrzehnt später schenkte er diese Stadt seiner Gattin, der damals 22jährigen Niederländerin Luise von Oranien. Sie war es, die der heutigen Stadt Oranienburg im Jahre 1652 ihren Namen gab und die in der Mitte des 17. Jahrhunderts den Grundstein dafür legte, daß am Ende des 19. Jahrhunderts aus der ehemaligen Residenzstadt des ersten Preußenkönigs Friedrich I. eine aufwärtsstrebende Industrie- und Gartenstadt wurde.

Das 'Chemische Zentrum im Norden Berlins', wie es von Zeitgenossen genannt wurde, begann sich in der Mitte

des 19. Jahrhunderts zu profilieren. Die Oranienburger Chemische Produktenanstalt, in den Räumlichkeiten des Schlosses untergebracht, übernahm dabei eine Pionierrolle bei der industriellen Erschließung und Entwicklung der Stadt. Von besonderer Bedeutung war dabei das Wirken des Professors Dr. Friedlieb Ferdinand Runge. Er machte in seinen Oranienburger Labors Entdeckungen von Weltruf. Der Name Oranienburg wurde durch ihn und seine Erfindungen in vielen Ländern Europas bekannt.

Die Nähe der Hauptstadt Berlin loekte weitere Interessenten für Neuansiedlungen von chemisehen Betrieben an. Die äußerst günstige Verkehrslage der Stadt erfuhr durch den Bau der Fernstraße von Berlin nach Neustrelitz, der Eisenbahnstrecke Berlin-Stralsund und des ausgedehnten Wasserstraßennetzes der Havel und Kanäle weitere Verbesserungen.

Die wald- und wasserreiche Gegend in und um Oranienburg loekte nicht nur in Saisonzeiten Tausende Siedler an. Umgekehrt gab es durch den 1891 geschaffenen Vorortverkehr nach Berlin viele Oranienburger, die in Verwaltungen und Industriebetrieben im nahen Berlin arbeiteten. So war es nur natürlich, daß sich alle politischen, industriellen und kulturellen Ereignisse der

Großstadt, im Leben der Randstadt Oranienburg widerspiegelten.

Die bekannte preußische Toleranzpolitik gegenüber den Gläubigen verschiedener Religionen war in Oranienburg um die Jahrhundertwende des 19.120. Jahrhunderts besonders ausgeprägt. Evangelisten, Katholiken, Juden und Atheisten lebten in einem friedlichen Miteinander. Oranienburg war nicht nur die älteste Stadt im Kreis Niederbarnim, sondern auch die Stadt mit den meisten Einwohnern. Lebten 1851 insgesamt 4 049 Erwachsene und Kinder in der Stadt, waren es im Jahre 1905 bereits 10 782 Menschen, die hier lebten und wohnten. Mit Stichdatum 1. Januar 1929 erreichte die Einwohnerzahl 16044. Heutesindes30 000.

Der Adreßkalender für das Jahr 1928 pries Oranienburg als Gartenstadt inmitten großer Waldungen und schöner sauberer Seen und Gewässer. Er lobte den herrlichen Park und das Schloß. Die Stadt und ihre Umgebung waren zum beliebten Ausflugsziel von Touristen geworden. Eine Stadt im Grünen, so wurde Oranienburg liebevoll genannt. Doch so friedlich wie die Werbeprospekte es schilderten, war es auch in Oranienburg nie.

Die Industrialisierung brachte es mit sich, daß sich in der Stadt die sozialdemokratischen Ideen und Anschauun-

gen ausbreiteten. Bei den Reichstagswahlen 1898 gaben über 50 Prozent der Wähler ihre Stimme den Sozialdemokraten. Die Stadt war eine der Hochburgen der SPD. Außerdem gab es zahlreiche andere Arbeiterorganisationen, die neben bürgerlichen Verbänden und Vereinen sowie traditionell monarchistischen Gruppen und Vereinigungen das Leben in der Stadt gestalteten.

Mit dem Eintritt der NSDAP in das politische Leben der Stadt (1925) verschärften sich die Spannungen, und es kam mehrfach zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen den immer zahlreicher werdenden Anhängern der Nazipartei und anderen demokratischen Kräften der Stadt. Es war ein Vorspiel nur, für das, was ab 1933 folgen sollte. Doch dieses Buch endet mit Beginn der dreißiger Jahre.

Für die Zurverfügungstellung der Postkarten und Fotos sowie die Korrektur der Texte sei mein Dank an dieser Stelle ausgesprochen an Frau Engel, Schwester Renate vom Heim Annagarten, Frau Ute Reitspiess, Herrn Collins, Herrn Senger, Herrn Schröder, Herrn Stephan, Herrn Rufund der Familie Nagler.

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1. Das Stadtwappen entstand im 16. Jahrhundert. Es zeigte in seiner ursprünglichen Form einen Eichbaum, rechts davon (heraldisch gesprochen) einen roten Fisch. Es handelte sich hierbei um einen Äland, wie er in den heimisehen Gewässern anzutreffen war. Auf der linken Seite befanden sich sieben Rohrkolben. Das Wappen war Ausdruck der Verkörperung der Bürgerrechte im Mittelalter. Es war dies der freie Fischfang im Burggraben und Lehnitzsee, freie Rohrung, freie Mast im Wald sowie freie Holzung und Weide. Im Laufe der Jahrhunderte änderte sich das Wappen mehrfach. Im Bild das Stadtwappen von Oranienburg in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Provinz grandenburo.

2. Im Jahre 1640 erhielt Bötzow, das spätere Oranienburg, einen neuen Landesherren. Es war Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg. Der 'Große Kurfürst', wie er genannt wurde. Noch ahnten die Bötzower nicht, daß mit seiner Herrschaft auch ein neues Kapitel Stadtgeschichte beginnen sollte. Kurfürst Friedrich Wilhelm schenkte am 27. September 1650 seiner jungen Gattin das Schloß Bötzow auf Lebenszeit.

3. Neue Besitzerin des Schlosses und der Stadt Bötzow mit allen dazugehörigen Dörfern, Äckern, Vorwerken, Schäfereien, Mühlen, Weiden, Fischereien in der Havel und im Lehnitzsee, den Diensten, Pachten, den Geld-Wiesen und Pachtzins, den Rohrnutzungen und Zöllen war seit 1650 die Tochter des Vereinten Statthalters der Niederlande, des Fürsten Friedrich Heinrich, und Gattin des 'Großen Kurfürsten', die Kurfürstin Luise Henriette von Brandenburg. Sie erwarb sich durch ihr schaffensreiches Wirken unvergängliche Verdienste. Der Name der Stadt Oranienburg ist eine immerwährende Erinnerung an sie.

4. Eine Hauptsehenswürdigkeit des Oranienburger Schlosses war in den Jahren der Herrschaft des späteren Preußenkönigs Friedrich I. das Porzellankabinett. Der englische Reiseschriftsteller John Toland beschrieb es so: 'Die Galerie unddas Porzellankabinett, worin man eine unendliche Zahl antiker Vasen, Siegel und anderer Merkwürdigkeiten von ähnlicher Beschaffenheit sieht, ist ein Wunder, das man an keinem Orte wiederfindet.' Erhalten ist heute noch die Decke, deren weitgespannte Voute verwirrend reich stuckiert ist. Ihre Hauptmotive sind der Stern des Hosenbandordens und das Monogramm Friedrich 111. Das kreisrunde Gemälde in der Mitte mit dem Heliosgespann und Aurora stammt von Augustin Terwesten. Die lateinische Inschrift an den Rändern 'Hony soit, qui mal y pen se' heißt im Deutschen 'Schmach über den, der Arges dabei denkt'.

5. Im Jahre 1832 wurde der außerordentliche Professor der technischen Chemie Dr.med.et phi!. Friedlieb Ferdinand Runge nach Oranienburg als technischer Leiter der Chemisehen Produktenfabrik berufen. Seine Labors wurden zu Forschungsstätten von Weltbedeutung. Der Name Oranienburg gewann einen besonderen Klang in den Annalen der Chemie. Hier, in dieser Stadt, machte er im Jahre 1834 seine hervorragendsten Entdeckungen: Er fand im Steinkohlenteer die Karbolsäure (Phenol) und das Anilin (Kyanol). Andere Entdekkungen waren Ausgangspunkt für die Entwicklung von ganzen Industriezweigen. Runges Geburtsort war Billwärder bei Hamburg, wo er am 8. Februar 1794 das Licht der Welt erblickte. Sein Sterbeort war Oranienburg. Von seinen Landsleuten und den Oranienburgern völlig verkannt, endete sein Forscherleben am 25. März 1867. Seine GrabsteIle befindet sich auf dem Städtischen Friedhof in Oranienburg.

6. Im Jahre 1838 wurde der erste jüdische Tempel in der Stadt eingeweiht. Die jüdische Gemeinde umfaßte zu diesem Zeitpunkt 58 Personen. Die Synagoge befand sich in der Havelstraße 6. Einhundert Jahre später, in der berüchtigten Pogromnacht der Nazis am 9.110. November 1938, wurde sie von SALeuten und Schlägern der NSDAP verwüstet. Im Bild die Innenansicht des Bethauses der Synagogengemeinde. Das Haus wurde am 6. März 1944 während eines Bombenangriffes auf die Stadt völlig zerstört.

7. Das ehemalige Haus des Hofgärtners, an der linken Seite des Eingangs zum Schloßpark gelegen, wurde seit der Mitte des 19. Jahrhunderts von der jüdischen Familie Blurnenthal bewohnt. Als 'Blurnenthalsches Haus' war es zwischen 1870 und 1930 Stätte der Begegnungen vieler angesehener Bürger der Stadt. Bis zum Jahre 190] wohnte in diesem Haus der Ehrenbürger der Stadt und Stadtälteste Ellix Blumenthal. Sein Sohn, der Kaufmann und Bankier Martin Blumenthai, zugleich erster Vorsteher der Synagogengemeinde , bewohnte es bis zu seinem Tode im Jahre l 933.

8. Im Südteil der Stadt Oranienburg entstand im Jahre 1899 das katholische Kinderheim 'Sankt Johannesberg' . Ursprünglich von Dominikanerinnen als Erholungsstätte für Berliner Kinder gegründet, entwickelte sich daraus ein Kinderheim. Seit 1963 ist es eine Schule und Werkstatt für Behinderte. Heute gehört es zur 'Caritas Farnilien- und Jugendhilfe GmbH'.

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